Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 2 (9.1.1920)
- Date
- 1920-01-09
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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St. 2 Dar. BLÖCKEWOCHENSCHRIFT/ Serta SS die Sozialdenibkirate^ ' lassen* den - ßhnstiröhsozialeri: -die ctarikbärfe* RöFe, sich J ziehen." zu r lassen' -und**, dabei r-auf *dier "Zügtierer zu - schimpfen"?11 v , DieVklugen-Christiich^rialen waitenaiur aut.den Augenblick,, in welchem' ihnea diel Regierung zufallen muß,~äber dieser Moment ist rioch nicht gekommen. Die Bedingung, dazu. wäre eine.*ausländische^Anleihe. Wennr. wir "Geld :für^ Rohstoffe' und> Nahrungsmittel bekämm, dann würden die Christiichsozialen auf den Plan treten und in der Demagogenpose sagen: „Seht, die Sozialdemokraten haben euch dem Abgrund zugeführt, aber wir^t&tigen'^ Von ünorgen an isf dasi.Brot bilhgec und alle Industrien können mit, .HiTfe ^dea.. Staates•» .Rohstoffe. ausi i dem i- Ausland Jbekoininen.!'. DäfinLiWäreiiihr-Thfon für; immer au%erichtet, ohne tdaßu.sie. jeinenu Eingexr zu riih-< i ren brauchen^ denn ^diei Anleihen. .hekon^en^a jiicht .. sie, sondern .der. Staat:.... Nun gibt .es * unter«*jderi £hristlichsözialenrt«wei>': Richtungen. Die ^ineiE^sindi-idie^Tradikaleik .Wiener??? Abgeordneten unter ..Führan^. des^ewesenen ^Krxm-Ji prinzen"..Dru Mataja;,und*.;Kunsehak* deam^ß®^nicht; t früh genugo.lpsgehen.^kannvndie^.andejen^v-sindsruhige Elemente^ ~ die. waxteiuJköixnen, »bis;, ihr. iWeizea - reif -, ist. Die. Wienerrnun.glauben, idaß, die-.*Än!eibeda kür** zester .Zeit kommen muß..undi.da&:essbereits jetzt, an - der ZeitJst, ..die-Yerlegenheitender-?sozialdemokrati.-; . sehen Regierung in den Ländern zu vergrößern, in dem Nationalversammlung zu opponieren und alles daran? zusetzen,-,, umk Seitz, Renner , und. ihre Gesinnungsge.- nös'sen: amtsmiide zu machen undi. Neuwahlen hervorzurufen., AuiL ihre ^Veranlassung isti denn . auch . in Salzburg eine Art;Lähderverechwörung,;zusammengetreten,, geführt von einem christlichsozialen .Staats- ~ sekretär ..ohne Portefeuille.' Es "besteht, die Absicht,.. Wien vollständig unter die „Gewalt -der Länder ^>zu . bringen, ohne Rücksicht, auf,seine Bevölkerungszahl und die Größe seiner Steuerleistung. Die „Arbeiterzeitung'^ 'hat* dennt-'auclr mit: 3vütenderr:Leitartikeln geantwortet und den Rücktritt*der~SozialdemOkraten in Aussicht;gestellt. "Das1 wäre-es! ja gerade," was1 die - radikalen Christli chsozialen' ■ wothren, wenn — Wenn die Anleihe schon zugesagt .wäre.. Dehn-, ohne .'Anleihe würde^die .Resierungsgewaltj .wie gesagt,; für die Ch'ristHchsozialen* ein noch größeres Debacle werden -.als für die Sozialdemokraten. Man würde von ihnen Lieferungen ihrer Bauern verlangen, treues Verhalten - der .Ländery Einlösung, aller.: Phrasen r. vom1 Bessermachen und »sie würden irestJosi versagen. Daher imuß'auf die. Anleihe gewartet werden.-vOffeh:- - bar im Nanien der1 besonnenen Elemente brachte daher die jiReichspost" einen, öligen ..Leitartikel,, den die...« Treue. .der * Christli Ghsözi alen r ^iur Koalition beteuert. Treue, — bis die Anleihe" komtot. Dahn iwerden.~sicbv die Christlichsozialen mit JVIn cht auf die .Macht.i.stürzen, dann kann. ein. ^rückschrittliches. Regime-^über uns1 hereinbrechen^ das: Volk wieder -entrechtet und betrogen, werden,-Davor müssen kluge *Politikeß.~sicK^ und uns behüten!. , * * Ganz.. Eumpa«ist-.entsetzt iibeiE. die.« furchtbaren Massenhinri^tungenn^welGheÄ, jetzjLin. .BudapestfeKori genommen werdeii-iDas*,^ des* christesi liehen..Ungarn,,, der. siohr jetztvdurcihvden Henkere&ustobt. Natürlich,;wiri.em-sogenanntes' Recht? gewatet,, a das heißt es findenvProzesscamd .öffentlicherGerichtsl-,^^ Verhandlungen statt. AberMman . hat .duröh'ausi' .iiichlt » das Gefühl, daß alle die Bolschewiken, die nach' ehemals russischen* Muster von. der christiieh-ungari- ^hen^Refierungjekft in solcher tMeirige gehängt w<ä; den sind,? ihr^'Schicksal wirklich verdient haben. Auch "die' chriötßclh-üngärische Regierung selbst hat dieses^ Gefüiir nichtJ Sonst wäre sie nicht beflissen,: nachträglich noch1 haarsträubende Lügen als BegrüMtrögphrer Handlungsweise in die Welt hinauszutelegraphierenr Da'gesteht plötzlich! aus1 dem Grab heraus~ ein bereits" Gehängter an einem! erst jetzt gefund^neii'Brief* an den^Untersuchungsrichter, daß er 46 Morde auf dem1 Gewissen habe. Dann wieder findet man heraus, daß die Bolschewiken mehr als 4000 Personen hingerichtet habeaa^ Hierauf erdichtet die Budapester Polizei einen Komödienputscb, der gut genug ist;'die scharfen Maßregeln der Regierung zu erklären^und in die ohnehin überfüllten Gefängnisse moch ein paar hundert Leute" hineinzustopfen. Was aber ist: in Wirklichkeit eine der erschütternden Tatsachen?. Einem1: Wiener .' Abendblatt > wird aus Budapest -gemeldet; daß. der-1 ebenfalls gehängte Koiwiir- Klein imf sicheren -Gefühl -seiner * Unschuld in Bu1 dapest gebheben sei. Er habe ebenso flüchten können wie die librigen Kommunistenführer, aber der jetzige sozialdemokratische Minister Payer habe-ihn ersucht, auf Seinem . Posten jzu bleiben, da er izu jKorwinS Rechtschaffenheit und:- Charakter besonderes Vertrauen habe. Diesem Vertrarre!!istai?mn wurde:'nun ebenfalls gehängte Es ^aUt'itm^^gaF^idchtr^i^ die ^Bolschewiken in Schütz: zu nelimeir^W'ir h'abeß1 besonders vom jüdischen -Standpunkte^aus^ imlm'er gegen sie protestiert und sie verdammt, als1 noch die ganze antisemitische? PresserechU'Heinlaut:'gewesen ist. . Wogegen aber wir und r .jeder^ gesittetem ^Meösch" enetgisfeheanc Protest erheben>.^asvsind die Grenelitder Masfeenhinriclhtungen,. die t neuea-i Bluttaten auffride^! ohnehin in Blut ertrinkenden Erde.-iEs ist der <Balk3®. der jetzt nach' Budapest-'-versetzt wurde-es -ist die - Wiederholung Tind'! Ueberbietung.wlert* BolschewikenJieTrscfc'aft,; Wasr jetzt1 in der?ungarischen!»Hauptstadt;vorgeht: Und wer sind" die Direktoren und Regisseure' 'dieses*- grausamen Trauerspiels1,. dieses5 Mordesi^ an der Menschlichkeit? Die Träger des christlichen Gedankens1, die Verkünder der Nächstenliebe^ die Feinde des-jüdischen Geistes1, die uns. zeigen ^wollen,?, wie man in ihrem» Zeichen regiert. Nun,: wir sehe»? genügt .und alle Welt sieht es auch. Man weiß jetzt, was sich hinter den großen- Worten verbirgt und. mit. wem man. es in Budapest zu tun.'hat. * . ' ' Sogar den Wiener- Christiichsozialen ist es1 nicht recht;:.was sich ihre Gesinnungsgenossen in Budapest leisten und wie sie sich kompromittieren. Aus-dieseni Grund holte denn auch die^,Reiohspost**" zu einer Art Entschuldigüngsartikelr aus, der natürlich echter Geist von ihrem Geiste ist,, das heißt, die Juden in den Vordergrund stellt. Es heißt in dein' Artikel, daß verhält- 1aismlä£igi hur wenige "ron den Juden hingerichtet wurdesr;'"welche1 zwar nicht selbst^ mordeten, aber doch dein Befehl fculm! forden galben, daß aber trotzdeim die iüdis-chen Führer der Sozialdemokratie in Wien gerade wegen' dieser Leute Lärm'"schlagen und Protest erheben. Man müsse* jedochrbedenken, daß ein gtoßer Pogrom! im Budapest-nicht aufzuhalten gewesen wäre, weirtffc«iznarf < diese jüdischen Bolscheiwikenfühter nicht au^ehäagt» hätten«, t. Also jetzt wissend-warmes mitr^ mfamer lteutHch- - keit. Die christliche >Regieran^ mußt© demf christlichen Pöbel in Budapest einiges^gehängte Juden bieten, damit *die anderen,» die « vollkoiHiiöen unsehuldi o^ von den Bolschewiken verfolgten Judennicht ersehiagen werden. :Das? war einer-der iReehts~ und Entschuldigungsgründe, aus denen "auch solche Leute gehängt