Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-01-02 · 1 (2.1.1920) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
1 (2.1.1920)
Date
1920-01-02
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022397-3022399--28201-3053641
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

wti} ■V*«*3* Dr. BLOCHE WOCHENSCHRIFT. &KK W diael Soijiieiiield, KoiBincrzialrat, Leopold. Saborsky, Kominerzialrat, in Finna Josef Säborsky & Söhne, Otto Taussig, in Firma Otto Taussig and Co., Dr. Josef T i c ho, Rechtsanwalt, Simon Weiner, in Firma Weiner und Stricker, Adolf Weiß. Freundliche Spenden nimmt die Redaktion des Blattes entgegen. _ jüdische Toynfreeftalfe, XX«, Denisgass« 33. Das Konzert am 20. Dezember 'wurde durch ein jugendliches Trio eröffnet, das von den Geschwistern Galimir (Klavier und zwei Geigen) in ausgezeichneter "Weise gespielt wurde. Der achtjährige Geiger und die neunjährige Geigerin sowie die elfjährige Pianistin zeigten eine beachtenswerte Technik, rhythmische Präzision und wahrhaft musikalischen Ausdruck; ihre Vorträge lösten daher lebhaften Beifall aus. Die Konzertsängerin Frau Dr. Hitsehmann, eine vollendete Künstlerin, brachte eine Gruppe von Schumann- und Hugo Wolf-Liedern, die mit klangvoller, meisterhaft geschulter Stimme und 'hinreißendem Ausdruck gesungen, eine faszinierende, tiefe Wirkung auslösten. Fräulein Grete Ba.cn rezitierte mit klangvollem, vielfach modulierfähigem Organ und vollendeter Sprechkunst eine Reihe ernster Dichtungen, die tief rührten und ergriffen. Ueber die Vorzüge der Liedervort.äge des Oberkantors Kaufmann kann man nur, wie immer, wiederholen, daß sie Darbietungen eines echten „Meistersingers" sind, Wien. Der bekannte Komponist S. Braslawsky hat sein Amt als Chonneister des Margaretner Tempelvereines niedergelegt. Toytt»ehatfe-Kinderhorte. Dem. Ghanukafects sehen die armen Judenkinder der Brigittenau alljährlich mit freudiger Erwartung entgegen. Ißt doch seit Jahren der Obmannstellvertreter der Toynbeehalle und der Kinderhorte, Herr Karl Freund, im Vereine mit seiner Gattin Marie bemüht, ihnen eine Festesfreude fcu bereiten und die blieb auch in diesem Jahre, trotz aller Schwieiigkeltan, die in den Zeitverhältnissen liegen, nicht aus. Am ersten Tage versammelten sich 412 axmo Kinder in der Toynbeehalle, um von dem Ehepaare Freund mit einer köstlichen Jause — Milchkakao und Weißgebäck — bewiitet zu werden, wobei das Verwalterehepaar Klein wacker mithalf. Dann ging es unter Aufsicht des Hortiehrpersonals ins nächstgelegene Kino, da3 eine Sondervorstellung mit entsprechendem heiteren Programm darbot. Solch herzliches glückliches Lachen * vernimmt man nicht oft, wie es da zu hören war. Wie glänzten die Gesichter der Kleinen noch am Rückmarsch in die Toynbeehalle und wie hell klangen die jungen Stimmen, al3 beim Entzünden der Chanukaüchter das alte „Moaus zur" ertönte, bei welchem Frau Verwalterin Klein die Klavierbegleitung besorgte. Wohl mußte mit Rücksicht auf die Licht- und Kohlennot da3 übliche, von den Kindern selbst bestrittene Vortiagsprogramm entiallen; das aber beeinträchtigte weder cLe Laune der Kinder, noch ihre Dankbarkeit für die Veranstalter. Wien. Der Vorstand der Wiener „Talnmd-Thora"- Vereins-Volksschule, Wien, II., Malzgasse 16, versendet nachstehenden Aufruf: Nach fast 80 jährigem Wirken ist der Wiener ,,Talmud-Thora", Volksschulverein, der Zweitälteste Verein Wiens, nicht mehr in der Lage, seine Schule zu erhalten, die Ausspeisüng anner Schulkinder fortzusetzen. . Die Mittel des Vereines sind erschöpft Die Kriegsjahre hahen die Ausgaben so sehr erhöht, daß der Verein hei Anspannung aller Kräfte das Gleichgewicht im Budget nicht mehr aufrechthalten kann. Die Hoffnung auf den Frieden hat sich! als trügerisch erwiesen. Es wäre ein schweres Unglück für die 250 Kinder, ^welche die Anstalt hesuchen, für die 120 Kinder» welche täglich einen guten warmen Mitagstiscft erhalten, für die Lehrer und deren Familien, wenn diese segensreich wirkende Anstalt geschlossen werden ntfüßte, wenn diese liebevolle Arbeit der Jugenderziehung ein jähes Ende finden sollte — weil 0*0 Mittel versagen«* Tausenden von Schülern hat diese Anstalt den Weg ins Leben gewiesen. In hervorragenden Stellungen wirkten und wirken heute noch eine große Anzahl von ehemaligen Schülern dieser Schule. Proles^soren, Aerzte, Advokaten, Beamte und KauÜeutö haben hier ihren ersten Unterricht erhalten und alle denken heute noch mit Liebe an die hier vorbrachte Jugendzeit Dieser modernsten aller Schulen, welche de* Kommune Wien als Muster hygienischer Einrichtung diente, droht die Gefahr der Schließung. Unter den 120 Kindern, welche den Mittagstisch aus der Schul* küche erhalten, sind sehr viele, die ihre Väter in* grausamen Kriege verloren haben. Sollen diese Armen einem Ungewissen Schicksal überlassen werden? Noch nie hat ein Appell an unsere Brüder und Schwestern versagt. Mögen doch die glücklichen Eltern, die ihren Kindern alles zu bieten imstande sind, sich dieser armen Kinder erbarmen und uns vor einer der traurigsten Erscheinungen der Gegenwart, der Schließung dieser Anstalt, bewahren. Rasche Hilfe ist dringendat geboten. .t Hochachtungsvoll Markus Bondi, Präsident; Dr. Alfred Berge», Vizepräsident; David Kohn,. Schriftführer; Dr. Josef Bondi, Wilhelm Freistadt, Bernhard Hof hau er, Direktor Jakob Mautner, Prof. Otto Simon, Hofrai Dr. J. Schlag, Josef Weiökopf. Wien. Sonntag, den 21. Dezember, vormittag, veratf* staltete der Wanderbund j,Blau-Wei&" eine MakkabäerK feier in der Neuen Wiener Bühne. Wer die Jugendersie* hung unserer Zeil in sogenannten besseren jüdischen Kreisen kennt, mußte mit dem Festredner Dr. Paul 8 t©In daa Entzücken teilen, daß die jüdische Jugend heute statt'flu Nikkolo- und Christbaumfeiern offen und beherzt an allen Staßenecken zu Makkabäerfeiern ladet und geladen wird. Wozu noch die Befriedigung kam, auf einer Wiener Bühne die Sprache unserer Väter im Chorgesang unserer wackeren „Blau-Weiß'VKnaben xu hören. Die entzückende Koloratursängerin Viktoria K e 1 d und der gegenwärtig wohl beste Balladensänger Wiens Budolf Bandier entfesselten ebenso Beifallsstürme», wie das bravouröse» Spiel Maximilian Beschlins auf dem Flügel. Näher beim Makkabaerthema blieb Erika von Wagner, die mit hinreißender Kraft Perlen Zuckermanscher Dichtung- und einige tiefsinnige Poesien Else La^ker-Schülers vortrug. Austritte aas dem Judernten** Adler Bernhard, geb. am 21. April 1895 In Baesaovr» VL> Marchettigasse lb. Beliak Viktor, Kaufmann, geb. am 10. Mära 1874 in Neu* haus, XVEH., Dittesgasse 6. Deutsch Henriette, geb. am 18. Mar» t89t in Wien* Vfc^. Mittelgassö 36. Donath Oskar, Kaufmann, geb. am 24. Juli 1878 in Brün*», DU., Czapkagasse 7. FiBeher Lea, geb. am 23. August 1889 in Wien, JH., Stein« gasse 11. Fürth Engen, Fabrikant, g«bl am1 15. Deaember 188$ ' i» Wien, Aussig. Holter Fritz, Beamter, geb. am 8. Eebruar 188N9 ia Wie**, SftlesianeTgaaae 8,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.