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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-01-02 · 1 (2.1.1920) · p. Seite 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
1 (2.1.1920)
Date
1920-01-02
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Dr. BLQCH'S WOCHENSCHRIFT. Nr. 1 oifetü&e m schützen und deren Ansehen zu wahren. .Bs- ^Ä mcM l^cht siein, ihr* durch' eine -'gleichwertige FeiTSönlicnkseit zu ersetzen, . Wach' Kenntnisnahme einer Zuschrift des Verbandesder Angestellten der Kultusgemeinde, welche sich' auf deinen Vorfall anläßlich des Deputationsearip- ' fattges vom' 15. d. M: bezieht, wird die Sitzung ge- «cnlossen. _ Beschluß des Vorstandes der israelitischen Kultusgemelnde Wien vom 14. Dtöenffler 1919. Die Schächtgebühren für Großvieh: werden ab 1. Jjänner 1920 von K 4.— auf K 10— erhöht. Wien. Der „Verband der jüdischen Iura 1 i d e n u n d Heimkehrer versendet nachstehenden Aufruf: An alle! . Die verderbhchen Folgen des vieljährigen Völkerringens ■ äußern sich' hei keinem1 Teile der Kjiegsteimehmer in deni Maße, wie hei den jüdischen Invaliden undHeim1 kehr er n. Ihr Elend erhebt sich tuikihbch' über das der anderen. Die Grunde dafür sind wohl nieniändem fremd. Wir wollen darüber aber nicht in Anklagen ergehen, sondern, helfen, soweit nur Hilfe möglich ist. Doch nicht durchAlmosen von heute auf morgen können wir das erreichen, wir müssen uns vielmehr bemühen, diese Kriegsopfer in ihrem1 eigenen und im' Interesse unseres neuaufzuhauenden Staates' wiederum1 zu dem zu Inachen, was1 sie ehedem' gewesen sind und was uns1, allen frommt, zu nützüchen, auf eigener Kraft bestehenden Mtgliedern der Gesellschaft. Das ist in kurzen Worten das Programm des „Verhlandes der jüdischen Invaliden und Heimkehrer m Wien-', der mit Rat und Tat allen denett zur Seite stehen will, die seiner bedürfen. Dazu bedarf er aber der Mithilfe aller wahrhaft guten Menschen, denn seine eigenen Mittel sind leider schon am1 Versiegen! Die breite Oeff entlich - keit muß ihtti! zur Seite stehen, soll nicht, um nur einige wenige seiner lebenswichtigen Institutionen zu nennen — die Schühwerkstätte, die einer Anzahl von Invaliden Beschäftigung und damit das tägliche Brot verschafft und der die Errichtung von: Werkstätten anderer Branchen folgen soll und muß, die Aktion zur Ausspeisung der bedürftigsten jüdischen Kriegsteilnehmer und Heren Familien!, die Versorgung der selben mit dem' im kalten Winter unumgänglich notwendigen Brennmaterial gleich' vom! Anbeginn zum Stillstandverurteilt sein. Darum' bittet der gefertigte Verband innigst und eindringlichst: Spendet alle, die Ihr es vermöget und soweit Ihr es vermöget! Helfet denen, die sich nicht selbst helfen können und traget idani'it einen Teil der Dankesschuld ab' ajn jene, die sich dieselbe so groß und schwer um! uns alle verdient haben! (Die Administration der „Wochenschrift" ist gern ifereit, Spenden für obigen Zweck entgegenzunehmen.) Atiott Stand s. A. Der Führer der gaHzischen Zionisten und ehemalige Reichsratsabgeordnete Adolf Stand ist am' 19. v. M. im! fünfzigsten Lebensjahre in Wien gestorben. Mit ihm' ist eine markante Persönlichkeit der galizischen Judenschaft und einer der treuesten Söhne der jüÄdien Volkes dahinflögen. Er war ein stolzer, aufrechter, für alles Jüidische b*geisteifeer Jude, der sein ganzes kurzes, aber arbeitsreiches' Leben seinem1 Volke und dessen Zukunft gewidmet hat. Er war imf wahrsten und schönsten' Sinne des Wortes ein jüdischer Arbeiter, ein Arbeiter für das jüdische Volk. Ih der Geschichte des Zionismus1 wird der Naim© Adolf .Stand mit unter den ersten genannt werden, die den' zionistischen Gedanken durch ihr Wort lebendig erhielten und durch zündende Rede in {die (breitesten jVolksimässen1 trugein. Alm 21.' Mai 1870 in Lemberg geboren, schloß sich Adolf Stand schon als junger Student der zionistischen Bewegung an; und nach Erscheinen des „Judenstaates" wurde er Theodor Herzls Freund und Weggenösse. Adolf Stand war in allen Kreisen der galizischett Judenschaft sehr populär, auch' diejenigen, die aridere Wege gingen als er, die politisch seine Gegner waren, achteten diesen ideal gesinnten überzeugungsstarken Mann; insbesondere erfreute er sich der wärmsten Sympathien bei den jüdischen Volksmassen in Galizien. Bei den ersten aur Qrund des' allgemeinen. Wahlrechtes durchgeführten Reichsratswahlen im' Jahre 1907 ist Stand im' Wahlkreis Brod'y als' Abgeordneter in den österreichischen Reichsrat gewählt worden. Im' österreichischen Parlament war er eines der tätigsten Mitglieder des jüdischen Klubs und hat wiederholt in die Debatten eingegriffen. In lebhafter Erinnerung sind noch seine großen Rieden in der Budgetdebatte, die im' Parlament, großen Eindruck mächten. In der zionistischen Organisation war Stand Präsident des galizi sehen Zentralkomitees und Vorsitzender der galizischen Landsmannschaft auf den Kongressen. Er gehörte auch dem' großen Aktionskomitee der zionistischen Weltorganisation an. Nach Kriegsäusbruch kam: Stand als Flüchtling nach Wien und lebte seitdem' Her. Die Bestattung erfolgte am! 22. Dezember v. J. unter zählreicher Beteiligung der nationaljüdis'cheiv und zionistischen Korporationen. In der Leichenhalle hielt Rabbiner Dr. Feuchtwang eine'ergreifende Trauerrede, ijri rder fer Adolf Stand als jüdischen Führer und als großen Sohn des jüdischen Volkes feierte; er pries die Lauterkeit seines' Wesens, die Güte seines Herzens und seine große starke Liebe zum1 jüdischen Volke. Abgeordneter Stricker sprach' für den jüdischen Nationalrat für Niederösterreich, Herr Dr. Plaschk'es' für die Wiener zionistischen Organisationen, Herr Dr. L. Reich' namens des* zionistischen Aktionskomitees, Herr Dr. Löwen herz namens1 der ostgalizischen jüdischnationalen Organisation. Ferner sprachen Herr Dr. Benno Strauch er als ehemaliger Klubgenoss'e im1 österreidhisehen Abgeordnetenhäus'e, Herr J. E. Torczytter (hebräisch), und Herr Dr. T a r t a k' o w e r (hebräisch) im1 Namen des „Hapoel- Hazair". Die kantorale Funktion versah Oberkantor Don Fu chs unter Assistenz des' Oberkäiritorsi Kau firiatttt in weihevoller Weise. Arn offenen Grabe nahm' Herr LöblTaubes' (jiddisch) in ergreifenden Worten von 'deni Verblichenen Abschied. - -■ ——- wr- -r-~~*"*—»TT ftr* ....... 'tu i"d Brief aus Pofen. Die Zustände in Polen'sirid'noch irnmer sehr traurig, wenigstens soweit sie die Verhältnisse der Juden betreffen: Eine unheiimhehe Düsterkeit liegt auf allem1. Unablässig körnmen neue Schläge und neue Leiden' über diese unglücklichen Menschen. Kaum1 haben sie sich' von der einen Katastrophe erholt, so werden sie auch schon von einer zweiten heiingesüdht. Die verschiedenen mäteriellen Schäden, welche die Juden unter!dem' neuen Regime zu erleiden hätten, sind bekannt. Allein der jüdisch» ■Qv^msicmßhat die' wün-

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