Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 1 (2.1.1920)
- Date
- 1920-01-02
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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% 1 Dr. BLOOTS WOCHENSCHRIFT. * Für den: Streit zwischen den Charedim und Ziohhri gibt es nur eine Losung. Die Zionim müssen sich der Orthodoxie anschließen, die die Führerschaft haben muß in allen Fragen, die mit Religion in Verbindung stehen. Die Thora muß bleiben dar "tlC des Judentums, alles andere kann nur im vollen Einklänge mit der Thora geschaffen werden. Der Krieg hat gezeigt, daß der Materialismus konsequent durchgeführt, führt zur eigenen Zerstörung. Die Völker stehen am1 Grabe ihrer materialistischen Ideale, es wäre geradezu töricht, wenn wir in einer solchen Zeit der Ernüchterung den Materialismus als die Grundlage unserer Zukunft, als Volk betrachten sollen. Der Materialismus, der sich unfähig gezeigt hat, selbst mächtige Nationen zu erhalten! Es ist mehr denn je unsere Pflicht, der Welt, die der Erlösung harrt, den Idealismus, als das einzige Mittel zu empfehlen, das den Einzelnen sowohl wie die Nationen zum* wahrhaften Glücke führen kann. * Die ganze Orthodoxie, oder besser das ganze jüdische Volk, geeint durch den religiösen, idealen Geist, wird einen mächtigen Eindruck auf die Vö'k?r machen. Das jüdische Volk muß ein bvw /Tt bilden, aber fein *1 ftftttV ur Heer, in welchem1 die Zionim wohl als gemeine Soldaten "kämpfen können, die General aber müssen Charedim sein. Ich betrachte es als einen SOT An daß während dieffnxi: und dA»3?Ö^ kämpfen für Erez Jisroel aus religiösen Gründen wir als tfnp ö'WS DS^ÖÖ betonen nur aus nationalen Gründen. Das bißchen Achtung, welches wir in der Welt genießen, verdanken wir unserem ttttlp 'v0 Charakter und wir begehen den alten Fehler, verlassen das •ÜNT 3*8: und erfinden - .5W .m"13 betonen Gedanken, die gerade jetzt bankrottiert haben. Ich habe Herrn Glück wegen Agudas Jisroel geschrieben. Ich hoffe, Brod wird die Organisation der jüdischen Welt Mährens mmn "HD'1 by in die Hand nehmen und mithelfen, daß das Ideal des jüdischen Volkes bezüglich Erez Jisroel durch die Orthodoxie verwirklicht wird. Dr. M. Jung. Oberrabbiner, London E. Mile End Bancroht Road 14. f Bofsehewiken gegen 2!<mist&rr. Ein Moskauer Aufruf. Moskau. (Funkspruch.) Das Kommissariat für israelitisch nationale An^elegenh? i'en und der Hauptverhand der jüdischen Kommunisten wenden sich in einem1 Aufrufe an alle Juden der Erde, sich'nicht der zionistischen Partei anzuschließen, welche mit der Entente Hand in Hand arbeite, keine Freiheits-, sondern imperialistische Politik betreibe, die eingesessenen Araber aus Palästina ausweisen wolle und zur Aufstellung jüdischer Legionen ihre Zustimmung gegeben habe, die in Kleinasien gegen das Selbstbestimmungsrecht des türkischen Volkes kämpfen. Im zaristischen Rußland sind die Juden jahrzehntelang geknechtet worden, " und niemals haben sich die führenden Zionisten um" das Schicksal der Juden ernstlich angenommen, weil es nicht in die englische Politik paßte, welche damals wie heute hinter dem Zionismus stehe. Die russische Revolution habe die Juden gleichberechtigt gemacht, sie könnten sich jetzt als Bürger des Landes fühlen, wie die anderen Völker Rußlands. Dies sei aber nicht durch den Zionismus, sondern nur durch' den Sozialismus su erreichen gewesen. Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstands* tfer te^aeütisehen Kiiftusgejnelnäe vera 22. Dezendtormfc Der Vorsitzende, Hofrat Dr. Benno Rappapart, gibt nach Eröffnung der Sitzung bekannt* daß. mit Ende des Jahres die Mandate der Vorstandsmitglieder ablaufen, die Neuwahlen jedoch noch nicht ausge^ schrieben werden konnten, da die vorn1 Kultiisvo?- stande beschlossenen Statutenänderungen seitens* der Staatsbehörden noch nicht genehmigt sind. Im Sinne des Paragraph 18, Anhang 1, des Kul: tusgerneindestatuts und konform dem Antrage^ des* Vertreterkollegiums, wird mit Stimaienriole ligkeit beschlossen, die mit 31. Dezember 1919 ablaufende Mandatsdauer der derzeitigen Vor^trmd£initgTi\der Iis zu dem Zeitpunkte zu verlängern, in welchem die Wahlen in den Kultus vorstand auf Grund der neuen Wahlordnung, deren Genehmigung durch die Regierung gewartist wird, dnrchgofsihrt sein werden .und sich der gewählte Vorstand konsii uiert haben wird. Keinesfalls hat diese Mandatsver'ängeruag für länger als ein Jahr Wirksamkeit Nach einem Referate dts Sekretariats wird,, entsprechend dem; Antrage desFinanzkomitie.i und gleichfalls mit ^timlnieneinhelligkeit. beschlossen, den Aligestellten der'israelitischen Kultusgemeinde rückwirkend ab 1. November 1919 eine im allgemeinen 50 prozentige Erhöhung der bisherigen Bezüge zu gewähren, wobei hinsichtlich jen*r Kategorien, welche liebst ihren fixen Bezügen noch auf von der Kultusgemeinde, beziehungsweise den Parteien zu entrichtende Honorare und Funktionstaxfn Anspruch haben, besondere Anträge hinsichtlich eines kleineren Prozentsatzes der Erhöhung vorbehalten bleiben. Dr. Adler bringt dem Vorstande für die Bewilligung der Bezugserhöhimg in seiner Eigenschaft als I. Sekretär der Gemeinde den Dank 2um Ausdrucke.; In der hierauf folgenden Debatte über die Bedecknnssfrage werden von den Vorstandsmitgliedeni Dr. Schwarz-Hiller und Ing. Stricker-mehrfach Anregungen gegeben und beschlossen, das Sekretariat zu beauftragen, ein Referat bezüglich der im Friedensvertrage enthaltenen, auf die israelitische Konfession bezughabenden Bestimmungen zu. erstatten, ferner zur Beratung einer Reform! der Kultus- Bteuerbemessung aus dem Plenum ein Subkomitee zu wählen, schUcß'ieh zur Bf handlang von Personalfragen eine paritätisch aus Mitgliedern des Vorstandes und aus der Angestelltenschaft zw bildende Peesonalkommission einzusetzen. [ Der Vorsitzende bringt hierauf zur Kenntnis, daß der II. Vizepräsident Dr. Pappenheim in einem Schreiben v. 16. Dezember seine Demission als Vizepräsident gegeben und auch sein Mandat alst Vorstandsmitglied niedergelegt hat. (Die vorausgegangenen Bemühungen .der Majorität der Vorstandsmitglieder, Dr. Pappenheim1 von der Denunission abzubringen, sind erfolglos1 geblieben.) Hofrat Dr. R a p p a p o r t würdigt die großen. Verdienste, die sich Dr. Pappenheim um die Gemeinde erworben hat Ausgestattet mit großem' Wissen und durchdringendem Verstände, widmete er sich mit beispielgebender Hingebung und außerordentlichen* Fieiße den Aufgaben der Kultusgemeinde, nichts anderes im Auge habend, als die fefertisfiiea der 6e%