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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-12-19 · 48 (19.12.1919) · p. Seite 676

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
48 (19.12.1919)
Date
1919-12-19
Page
Seite 676 (sequence 8)
Language
German
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Seite 772 > : Uf' »LUUtfte W UOH&NSÜMHm. .■♦>*•*■ _ Sr. Öl« Vorgänge |n 4er Wiener Kuttu^smMÄ«. Von Dr. LÄlmieL Schreiber. Am letzten Montag, den 15.-d. M., war die -'KultpSgemeinde der Schauplatz bewegter und. stellenweise turbulenter Vorgänge. Es scheint,-daß tatsächlich! jene Löse Ahhung, die ich jüngsthin -am’ Schlüsse eines Gedenkblattes für den Verewigten Präsidenten ausgesprochen habe, in Erfüllung gehen, es scheint tatsächlich, als oh nach ihmdie Sintflut bereinbrechen und über uns zusammenschlagen soll. Mr Montag war eine ad hoc-Sitzung des Kultus Vorstandes anberaumt,, mit der-Tagesordnung, die ablaufeade Mandatsdauer des Kultusvorstandes bis zur Genehmigung der neuen Wahlordnung zu verlängern. Nichts deutete auf den Sturm!, der im Laufe der Beratungen zum' Ausbruch Kommen: sollte. Allerdings ging er nicht vom' Kultusvorstan.de aus, sondern bezeichnender- und befremdlicherweise von der Beamtenschaft. Und dies kam’ so. Die Angestellten der Gemeinde aller Kategorien hatten für den gleichen Tag und zur selbigen Stunde eine Versäinlmlung einberufen, für die ihnen seitens des Präsidiums entgegenkommend der große Sitzungssaal emgeräumt wurde, während der Vorstand seihst sich zu seiner Beratung im Bureau des’ Präsidiums vereinigte. Die VeisämMung der Beamtenschaft hatte den Zweck einer Demonstration. Sie beschloß, uin'. eine neuerliche Aufbesserung der Gehalte .und Teuerungszulagen, die in der allgemeinen Not und Teuerung ihrpn gewiß. plausiblen Grund hatte, einzusdhireiten. Ih dieser Vereamffilung soll es hoch hergegangeii sein. Es prasselte von Anwürfen gegen das Präsidium und. den Vorstand, was in . einer geharnischten Resolution. Zum’ Aufdruck kam!, welche die Gewährung der Zulagen bündig. bis' zum1 21. Dezember ' forderte Und Überdies, um diesem Begehren Nachdruck zu verleihen, das Verlangen stellte, daß eine aelitgliederige ^Deputation der Beamtenschaft Sofort vprzUlassen . sei, 'die dem Präsidium .vor dem versammelten Plenum ihre Ansprüche Vorbringen sollte.. Das Präsidium erklärte sich ohne weiteres bereit, eine solche Deputation zu empfangen, jedoch nicht inmitten des Plenums und einer gleichzeitig tagenden DemOnstrationsVersammlung, -um nicht den Anschein zu erwecken, daß der Vorstand unter einer Pression der Beamtenschaft zu / handeln bemüßigt sei. Schorn die Pourparlers über diese formelle Frage verzögerte den Beginn der Vorstandssitzung, der Sich Wer auch1 infolge der rein formalen-'"Zufälligkeit hihauszog, weil sich die zur Beschlußfähigkeit erforderliche qualifizierte Ahw^enheit von 22 Vorstandsmitgliedern nicht eigab; ein Mitglied fehlte; es waren nur 21 Herren erschienen. Schließlich einigte sich der Vorstand aubdie Eröffnung der Sitzung, um mindestens die Debatte über den auf der Tagesordnung stehenden VerhandlungsgCgenstand abzuführen und die Beschhißfassuiig erst dann yorzunehmen, bis die Beschlußfälligkeit bergestellt ist. - Das Referat über die Verlängerung der Mandatsdauer -erstattete Vizepräsident;Dr. Rappaport und .seine Mitteilungen wurden bis auf eine von mir. .angeregte zusätzliche Erweiterung, daß die Mandatsdauer njeht unbestimmt bis zur Genehmigung der neuen Wahlordnung, sondern gleich auf ein Jahr zu verlängern sei, uin’ der Fortführung der Geschäfte durch’ den alten Vorstand eine größere Beständigkeit zu verlieh Müßte, die ^H^MWfasÄNyg'riMWe MfcA. Atem ges eines einzigen .Teilnehmers ousgesetzt -werÄM- Damit aber wäre -die Tagesordnung der. Vorstands- Sitzung erledigt, und die Sitzung, beendigt, gewesen. «- indessen stellte' Vorsteher Dr. Eh r 1 i ch -WMckLjnutionäl) plötzlich auf Me ‘Beamtendemonstrationizurückgreifend, .-.den- Antrag, das Präsidium »möge heschließen, die Deputation der Angestellten sofort zu empfangen, damit sie ihre Resolution und ihre Wünsche vor dem Kollegium vertrete.. / - ' : Die Szenerie wurde immer lebendiger. Der Vorraum zum Sitzungssaale -war von einer, drängenden, dräuenden Menge der Beamtenschaft erfüllt.: Die Rufe „Hunger“ und-Hochrufe auf-die jüddschhationalea Kultusvorsteher «wechselten miteinander ,«ahl -Es bedurfte der Intervention, dieser Vorsteher, /um’ die^ßeamtenschaft zur Ruhe >zumahnen, kn' Vorstände entspann sichnun über den Antrag- Dr. E h-r 1-1 ch S teine eingehende und .stellenweise -lebhafte ( Debatte. -Vizepräsident Rappaport verwies (darauf,, daß in »der Beamtenschaft überMe beamtenfreundliche Gesinnung kein Zweifel obwalten könne, denn er habe - sofort, nachdem die Bewegung innerhalb der Beamtenschaft ihm zu Ohren .gekommen sei, eine Finanzkomitee - Sitzung eanberufen, - damit sie wegen, der. Besserstellung der Beamtenschaft die. entsprechenden Vorkehrungen einleite. Er nehme, keinen Anstand,.. gemeinsam1 mit dem zweiten Vizepräsidenten eine Deputation der Beamtenschaft anzuhören, Jedoch nur ex praesidio und nicht inmitten des Plenums. Im gleichen Sinne äußerte sich! der zweite Vizepräsident Dr. Pap - p e n h e i m’, der os nicht? für . zulässig fJraelt,? daß von Versammlung zu Versammlung - verhandelt weorde,-;da es,nicht angehe, -hiereine paritätische ^Instanz ^zwischen . Beamtenschaft und Vorstand . auffcemmen;zu lassen, » wenn nicht die Disziplin erschüttert, -das' Ansehen und Prestige des - Präsidiums -untergraben-werden solle. .Einen .gegenteiligen* 8fcandpunkt .nabm' Vorsteher.Ing. S t r i c ke r ,(jiMisdmatioiial)TOin, dom^sein Parteigenosse Dr. P. 1 as'c hk es, auch die der Majorität angehörigen - Vorsteher;iDr. S,amuely, Prof. Ehrrn!ann und rDr. S ch wa-rz - Hi 11 er nahmOn für die Beamtenschaft »Partei; und empfahlen, daß der Vorstand sich an eine solche Formalität nicht stoßen möge, sondern, daß es .Mgezeigt sei, in solchen bewegten Zeiten der * Beamtenschaft ihren Willen zu tun, zumal wenn diese sich hievon eine größere Wirkung ihres Schrittes verspreche. Diesen Ansichten glaubte ich] opponieren zu sollen. Ich stellte mich ,auf Me Seite-des Präsidiums. Ich fand in der Nachgiebigkeit,,gegenüber (der,Forderung r der Beamtenschaft, .unmittelbar an 'das Präsidium heranzutreten,-. ein Mißtrauen ^geg.an „das .Ääsidium. Solange das.: Präsidium’ _sich-, nicht ^ablehnend verhalte, -sondern jssich , uni Gegenteil bür die rAaüorderungen >jder Beamtenschaft ^jgsgenkommend Mge, darf -es nicht „auf.; OrtE'ä ^cit>H^mmM esH-estebe nach'-viheiner . Ansicht vkem^Anlaß, .vda emu-ablehnendes Votuin’^nichtv-woijl^ge,^gleich an -dm ^höhere .Instans,', yrie sje fT.das. i0bn.um1,, yerköM^t,^zu appellieren. 4ch ,vorinisse^Mnen vernünftigen Grund, warum denn das; Plenum verhalten _ sein. .soll, . einem aus der r Beamtenschaft Jierypri>;mchend,en!Crotz-#zuliebe päs'sjve tAsSisjtenz riuid ^gewissermaßen: > stendienste r zu-,leisten. Der . Vorstauid rjhat ^jederzeit seine BeamtenfreimdUdikeit.J)ewiesen, diät ^noebimm'ßr jede Aushilfe bewilligt und [wird es ymhrsiieih,- lich' auch ’diesiÄal tph, z^mäh mebts auf eii^, gegentei: liges Verhalten SChtioGn Wse^ lEsr VofstapA kann

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