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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-12-19 · 48 (19.12.1919) · p. Seite 670

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
48 (19.12.1919)
Date
1919-12-19
Page
Seite 670 (sequence 2)
Language
German
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ij i: I - ' i ~==3 Seite 766 ßr, fißOGffB KKHEEa^ .6 Audi idie Makkabäer hätten gern mit ihren heidnischen Nachbarn in Flieden gelebt, wie sie denn auch mit mehreren, heidnischen Völkern Friedens- Bündnisse schlossen. Allein es wären böse Nachbarn, die Israel nicht in Frieden leben ließen. Sie, bedrängten das jüdische Volk, demütigten es und übten Greueltaten sonder Zahl. Sie verwüsteten die heilige Stadt und s teilten Götzenbilder auf im Temjpel des Einig-Einzigen . .. Da rüsteten sich die Makkabäer zum Kampfe. Da folgte Heldentat auf Heldentat, Sieg auf Sieg. Sie befreiten das Volk vom Joche der Heiden und gaben Jerusalem seinen früheren Glanz wieder. Die Makkabäer wurden nicht durch ihre Siege Jbis zur Wildheit trunken, sie hausten nicht wie jdie Kannibalen, sie gingen nicht auf Raub und Plünderung aus, veranstalteten keine Metzeleien und luden keine Blutschuld auf ihr Haupt. Siegesfreudig und dankerfüllt zogen sie, wie die Bücher der Makkabäer es schlicht und ergreifend erzählen, gegen Jerusalem1. Und hauten das Heiligtum1 wieder und das Inwendige des Hauses und weihten die Vorhöfe. Und ließen neue heilige Gefäße machen, den güldenen Leuchter, den Bauchaltar und den Tisch; und brachten es wieder in den Tempel. Und trugen Maien und grüne Zweige und Palmen herbei und schmückten das Haus des Ewigen. Und zündeten die Lampen auf dem Leuchter an, daß sie im Tempel leuchteten. Und hielten das Fest der Weihe acht Tage jnit Gesang und mit Pfeifen, Marten und Zimbeln. Und lobten Gott, der ihnen den Sieg gegeben. _ Der Kampf für die Idee des Göttlichen, das war das Vermächtnis der Makkabäef7 an die späteren . Zeiten. Und man muß sagen: In der ganzen großen Zeit der jüdischen Geschichte hat das* Judentum, freilich nicht mehr mit dem Schwert, aber nicht weniger mäkkabäischj den Kämpf um! und für diese Idee fast ohne Unterbrechung geführt. Ob es galt, die geistigen Güter des Judentums zu verteidigen oder feingesponnene Lögeünetze arglistiger Verleumder zu zerreißen, ob es galt, dem Rechte, das mit den Menschöu geboren oder durch Pflichterfüllung erworben wird, zum Rechte zu verhelfen oder böswillige Angriffe skrupelloser Volksverhetzer abzuwehren — immer und überall war es ein Kampf um die Idee des Göttlichen, die Idee der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Menschenliebe. Und hierin liegt auch des Rätsels Lösung, daß wir trotz des nahezu ^«tausendjährigen Kämpfens noch immer nicht kampfesmüde geworden sind; die Idee ist es, die ihre Träger trägt, die den Wenigen den Mut gibt, gegen die Vielen, Allzuvielen zu kämpfen. Und fragt man uns: Lohnt sich dieser ewige Kampf? Ist der Siegespreis der Kampfesmühen wert? So können twir mit dem Hinweis auf die Makkabäersiege erwidern: Es lohnt sich der Kampf, denn am Ende dieses Kampfes steht das Licht, das Licht der Menschenweihe. " Wer den Geist der Geschichte zu erfassen, wer ein höheres Walten in den historischen Ereignissen zu sehen vermag, der wird auch in diesem seit Jahrtausenden geführten Kampf umis Licht einen höheren Sinn entdecken. Nicht für uns allein, für die gesamte Menschheit wird dieser Kampf geführt. Die Trostlosigkeit unserer Tage, die durch den Krieg gezeitigten Zustände der Verrohung und des sittlichen Verfalls mancher Kreise darf uns an der Zukunft nicht verzweifeln machen und uns die Hoffnung nicht räuhen, daß bessere, schönere, lichtvollere- Zeiten kommen werden. Wir wollen weiter kämpfen um Gerechtigkeit und Wahrheit und fest und unerschütterlich glauben an >— sten Sieg1 des Licht»Ä -' Monistische Märchen. Aus einem Briefwechsel, Von Dr. Hax Grunvald. (Fortsetzung.) Jenseitsreligloneiu Für Jdie Seelenblindheit, der .unsere Heilige Schrift bei so vielen, ja den meisten Kritikern begegnet, ist der obszöne Vorwurf bezeichnend, den Voltaire gegen sie erhebt. „Mose spricht gar nicht von der Unsterblichkeit der Seele. Er gibt aber eingehende Vorschriften, z. B. über die Art der Defäkation. Sollte ihn jener Körperteil mehr interessiert haben, als. unsere Seele?“ Urteile, die nicht viel höher stehen* kann man noch heute allenthalben lesen und hören. Wer aber, an die biblische Schöpfungsgeschichte herantritt nicht mit idem Vorurteil* hier Märchen yorzuhnden, sondern mit dem sittlichen Ernst des Wahrheitssuchers; der wird schon durch den Bericht über die' Genesis des Menschen eines Besseren belehR werden. Der Mensch entsteht nicht aus der Erde, wie die übrigen Wesens arten. Er wird von Gott selbst als’ Indi viduum gebildet und mit dem Odem Gottes belebt. Hiermit ist so klar wie nur möglich' ausgesprochen, daß dem1 Menschen zum Unterschiede von allen anderen Geschöpfen auf Erden die Fähigkeit verliehen wurde, unsterblich1 wie Gott zu sein, solange er jenes göttliche Teil seines Wesens sich1 erhält- Wie dies zu geschehen hat, lehrt die Erzählung, von der ersten Sünde. Gott pflanzt in die Mitte des Gartens Eden den Baum des Lebens und. warnt den Menschen,, von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu genießen. Den Unterschied^, zwischen gut Md böse -erkennen,': heißt Madigen^ 1 Nur der Sünder weiß. Was er in dem1 Guteii verloren hat. Sündigen wird aber gleichgesetzt mit S terben. Dieser Gegensatz: das Gute----Loben, — Segen auf /der einen, das Böse — Tod— Fluch’ auf der anderen Seite ist jedem' Bibelleser geläufig. Der Mensch, der das Böse tut, dessen Geist, wie die Genesis J[6,2) es bezeichnet, „zu Fleisch“ wird, d. h. in der Sinnlichkeit untergeht, teilt auch das Schicksal der Materie und der von rein sinnlichen Instinkten, geleiteten Tierwelt, er stirbt. Der jedoch, der, Gottes Gebot gehorsam, mit ihm in engster Verbindung bleibt* in dessen Daseins Zentrum' steht noch immer „der Baum' des " Lebens“, Daß Gott „ewiges Leben in unsere Mitte gepflanzt“, bekennen wir mit dem Segensspruch1 über die Thora; „Sie ist der Bau mde s Lebens für alle, die an ihr festhalten“, so sagt der Spruchdichter {8, 18). Mit dem Schwinden der Sünde im messianisehen Zeitalter wird demnach1 auch der Tod aufhören (Jesaja 25, 8). Das Wesen des Lebens besteht im Fortschritt (michajjil el chajjil), im sittlichen Aufstieg (Sprüche 15, 14). Hierbei i st nirgends von einem Unterschied zwischen Diesseits und Jen s'e i t s' die Rede. H i e r a u f Erden die Verbindung mit Gott sich erhalten,:ihn beständig fürchten mit der einzigen sittlich berechtigten Furcht, der Furcht, eine Untat Zu begehen, ihn mit ungeteiltem Herzen lieben, ihm Bundestreue bewahren, das ist eine unerschütterliche Bürgschaft für die Unzerstörbarkeit unseres Seins. Wir f ühlen diese unsere Unsterblichkeit mit der gleichen Stärke; mit der wir Gottes gewiß sind. ' f Nichts also von einem Gegensatz zwischen G e i t f und Materie in unserer Menschlichkeit, sondern nur zwischen g u t und bö s e» D.u brauchstgar

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