Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 48 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- Seite 669 (sequence 1)
- Language
- German
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K.48 Jahrgang XXXV) Zfentralorgpr für die gesamten Interessen des Judentums Wien; 19; Dezember 1919 Postsperkssäen&mt OetrtsChösterfcich: 8I0.D76 v»ULko» 5.634> Tsehacho-Slowak.: 10;975r KedaktiOiTtiad Adihlaitfrstiön: WIfc*^ II/I,* Praterstraßfe ö- Tfeiephon 4«3M kMOBoaoooaocooooooo«—o—oöoo«o«oooooocfi~ Erscheint jeden Freitag: Brief-Adresse: Wien, II/l; PratersiraÄe-Nr. 9. ocaoocooo«xmxja)ocooo(»ft. Bezagsprete f. V.-Vstzsr?.: Halbjährig ... lät^onen Ganzjährig ... SK Kronen für Tscfcecbo-Slow. Jäbrl. 3tffC. fönDeatschlahdiundidas übrige Anzlanu Jährlich . . W Mk. Einzelexemplare . kV Weiler Anzeigen: Die zweimal>gespaltene Petilzeil« 70'Heller ' aooooooooeoooooooqg Inhalt: Leitartikel: Der Sieg* des Lichts.— Monistische Märchen. — Vom Jahrmarkt de&Lebens: (Rossen znr TageBgeschichte; — Die Jüdänfkhhe:'— Hakbäh schlägt Germania. — Ministerpräsident Hussä». und die Jude&ä≥ — Aafcspraehe-zwischen» Juden ond1'Christen. — Die; Geistlichen und die-Juden in der neuen französischen Kammer. — DerBwlisprozel.-— Diegroie Proiestr und Trauerdemonstration in New-Yörk. — Näpjithabohrungon in Palästina. — »Hochverräter« Bar- Kochba. — Korresp.oadenzen : Die Vorgänge in der Wiener Kultusgemeinde. — Jii&fcehes Museum,, lI., Mälzgasse 16‘— An die jüdische Techhikerschaft aus den östlichen-Ländem! — Die Höfe der holländiseben Äfödw. — Diensthund Pensionsordriuög.1 — Schwindelhanken in Amerika. — Jüdische landwirtschaftliche Kolonie im Hessin.-Ve-r m-i s cb t e s.— F e u ill » t on. Schimschele Gibbcr. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. f . Intölg^Ineuerlicher1 Stedgerimg^aHer Löhne imJÖfuekereigewerbe erhöhtet* sföh wiederum dfö*Dritefckosföti'jeder Kummer desBlaftes rund HW 1*00%'; Wir sindausdiesen Gründen aueh gezwungen, ab L Januar-1920^ den-Bezugspreis unserer* „Woehenschrtfanstatt# 30i—- jährlich aut* Kä 50i— jährlich' fästzusetzeni EinzelexemplareE lw—. Unsere bisherigen^ Gönner und Freunde bitten wir; in diesem schweren-Zeit uns Treue ■*T bewahren. Redaktion von „vr. Bloch» Wochenschrift“. Der Sieir des Lichts. Eino Ghanukah-Betrachtung. Von S.~M vis'v 1 s. Die Idee des* Göttlichen war es,sms der-Meinen BeideDse^aF'der 'Maik^äer den* Miit r gab, gegen die N^on* zu WntzdM/. und die. Kraft, die Starken zu besiegen. Der Kriegt der Makkabäer paßkmeht in die dDichgajogige Föimrdojä. heiligen. Krieges, wie er sich tüisiin der*Geschichtedarstellt; er war von diesem Sowohl in , der ZtWeckbesUmmung» wie in der .Wahl den zweckdienlichen - Mittel- [Wesentlich ver- SÄLddM. De® Krieg der* Makkabiacff' wurde nicht aus Haß gegen die anderen, sondern. aus « Liebe für die eigene* Sache geführt; erbedientesich nicht geheiligter » Mittel, sonderner verfolgte. einen heiligen Zweck* Die ruhmvollen Schlachten* die die Makkabaeri geliefert'hahenj Ltanden im Ziehen, des- Kampfes v für Le- Idee des* Göttlichen-.- Und diese Idee »shierbe»aaabihfcei* Spitze*als ein weithin sicbtb* Zeichen* dehi; güäuh^gen Volke* eine Augenweide und 3eö iKri^em eise^-zündende Vacksl-. ■ Das* Judentum hesit2fc<>fceitt< äußerlichsichtbares Zeichen, das seine Religion*; symbolisierte. Das Judentum rafeReligiomder/TaLmad der sittlichen Werke keDitth: bloße symbolische Handlungen, aber es kennt ni^ht?: daSrre%töse .Signum: Huri die lebendige Idee dehf Judentum Kraft uttd Bauer* und birgt in sich Gettetelfiiji seiner tebens^higkei t. In den Zeiten der Makkabäer jedoch hatte das Judentum neben der Idee auchetwas, was diese Idee objektivierte: das Heiligtum. In den Zeiten der Makkabäer besaßen noctf die Juden ihr geistiges Zentrum, Jerusalem, und ihr Zentrum der Heiligkeit, den Tempel auf däm Zionsherg. Das war der religiöse Mittelpunkt, worauf älle^ AuHn ge^chtO waren und Woraus sich alle Fäden des religiösen Lebens bis in die entferntesten Gegenden, in denen die Kinder Israel wohnten, ohne Unterlaß fortspanneu. Damals trugen sie neben der Idee auch das äußere Wahrzeichen dieser Idee, das Md des Heiligtums, in ihren Herzen. In den Mäkkabäerbüchem können wir es lesen, daß alle Taten der mäkkabäischen Heldenscharen nur mit Beziehung auf das Heiligtum1, mithin im1 Zeichen der Id,ee des Göttlichen getan wurden. Der Feind kannte den Zentralpuhkt, an dem das Judentum;, einmal verwundet, heillos verbluten müßte. Auf diesen Punkt richtete er denn auch seine verheerenden Waffen. Er zerstörte die heilige Stadt und entweihte den Tempel Gottes. Er zwang die Juden, die Sabbate zu entweihen und der Heiden Feiertage zu feiern. Wenn man des Bacchus Fest beging., mußten die Juden in Kränzen von Epheu dem Bacchus zu Ehren einhergehen. Und es war großer Jammer in Israel. Da gürteten die Makkabäer das Schwert um ihre Lenden und zogen in den Krieg fürs Heiligtum. Der Makkabäer Krieg war ein Kampf für Gott, aber kein Kampf gegen die Feinde Gottes. Das Judentum kannte keine Rajahs und keine Giaurs, die es mit seinem Haß verfolgt hätte, und es trug nie Verlangen danach1, die Heiden und Ungläubigen zu tilgen unter der Sonne. Warum die Heiden vernichten? Ist die Erde nicht Gpttes großer Garten, und ist es nicht Sache des Gärtners, die in seinem Garten wuchernden Domen auszuroden? Dürfen wir uns unterfangen, ihm in sein Handwerk zu pfuschen? Soll doch der Gärtner selber kommen und die Domen vernichten! Tut er es nicht, so hat er wahrscheinlich ein Interesse daran, daßsie nicht vom Erdboden verschwinden .... Das drückt Midlich den Gedanken aus, den das Judentum über die Daseinsberechtigung der Heide« und Ohgläuiwwen. hegt».