Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 46 (5.12.1919)
- Date
- 1919-12-05
- Page
- Seite 649 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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ck. Ür. MiiEs tzMWWscMM **» £«* den in den nächsten drei Tagen Sitze reserviert bei Frau Natalie B er an, L, Burgring 1, Telephon. 8398. Allgemeiner Kartenverkauf daselbst oder bei Hugo Heller, L,; Bauernmarkt 3. Wien. (Silberne Hochzeit.) Am 29. November L J. beging der Orgelvirtuose Herr S- Storch, ■Musikschülinhaber, Organist am Stadttempel und Lehrer am Blindeninstitute, mit seiner Gattin das Fest, der silbernen Hochzeit. JiidisScbe ToynbeehüTle, XX., Denisgasisie 33 Die beiden Konzerte am 22. und 29. November fielen wieder zur vollsten Befriedigung der Zuhörer aus. Im ersten Konzerte .wirkte der vortreffliche Pianist S e i d 1 e r und seine Schwester und Frl. Engel als Sängerinnen mit, die mit schönen Stimmen und warmem Vortrag eine Auswahl wirkungsvoller Lieder unter großem Beifall vortrugen. Am 29. November konzertierte der-Violinvirtuose Mischa Stie felband, der das Konzert von Max Bruch, die Legende und .die Mazurka von Wieniawski und deh „Rosmarinwalzer" von Fritz Kreisler mit vollendeter Technik und prachtvollem Ton und inniger Warme vortrug. Die Pianistin Frl. Grete Neufeld spielte eine' Mozartsonate in klassischer Vollkommenheit und Scherzo, Etüde und Walzer von Chopin mit vollendeter Präzision und hinreißendem Feuer. Eine willkommene Abwechslung brachten die ernsten und heiteren Rezitationen von Margit Klein, die ihre in der Toynbeehalle bekannte Vortragskunst wieder bewährte. Samstag, den 6. Dezember 1919, Konzert* Beginn 6 Uhr. Eintritt frei. Der Saal ist gewärmt. Austritte aus dem Judentum» Adler, geh. Hirsch Paula, geb. 29. Dezember 1885, Ungarn, IX., Nußdorferstraße 77. Adler Max, geb. 3. November 1881, Wien, IX., Nußdorfeiy* Straße 77.! BardaCk Cäcilie, Sängerin, geb. 24. Mai 1890/ Wien, XX.,!s‘vWöifsaügässe 9l ' ''. .V’' Lecker Ban, Kaufmann, geb. 21. Juli 1886; Odessa, XX», .Wasnergasse 9. Benies Henriette, geb; 21. April 1857, Budoletz, IX., WähJringerstraße 2. David Olga, geb. 2. Februar 1899, Klagenfurt, VTH., Lerchenfelder8tr,aße 106. Fischer Emilie, Bedienerin, geb. 10. August 1866, Wien, V., Stollberggasse 55. Gröbel Pepi, geb. 22. Jänner 1892, Lemberg, IX., Alser-» Straße 54. Heller Heinrich, Student, geb. 7. März 1899, Wien, VIII., Josefstädterstraße 35. Hoffmann Friedrich Adolf, geh. 31. Dezember 1901, Wien, IX., Porzellangasse 11. - Kraus Oskar, Generaldirektor, geb. 23. Oktober 1878, Wien, I., .Opernring 15, . LSwi Malwine, Geschäftsfrau, geb. 12. Mai 1872, I., Franz Josefskai 49. Nenmann Albert, geb. 15. Juli 1876, Ungarn, IX., Säulen!- gasse 7. Bajor, geb. Herzl Louise, geb. 4. Oktober 1857, Budar pest, IX., Alserstraße 38. PajorOskar, geb. 28. September 1854, Ungarn, IX., Ab. serstraße 38. Pick Stella» geb. 27.. August 1898, Budapest, IX., Hernalsergürtei 24. Pollak Gertrud©, geb. 14. März 1897, Wien, IX., Pratz mergässe 2. Pollalk Hans, geb. 23. Oktober 1899,. Brünn, IX., Franko gasse 6. Borges Rudolf, Beamter, geb. 19. März 1882, Spittal, VIII.-, Schöhborngasse 8.. Reichmann »Wolf Wilhelm, geb. 27. August 1888, . Galizien, IX., Kolingasse 5. ' Schapira Edmund, Bankbeamter, geb. 7 November 1693,. ' Wien, VIH;, Breiteirfelderstraß© 14. Sehuepp Pani, geb. 18. September 1895i Wien, IX., Berggasse 11. •, . Stein Moriz, Staatstechn., geb. 11. Mai 1879, Wien, VIII., Albertgasse 54. Weiß Karoline, geh. 3 Februar 1885, Preß bürg, VII;, Bürg- ,gaaae Wlllner Jakob, Hochschüler, geb. 5. Oktober 1900> Lern- '! borg, VHI, Laudongasse 32. Näckef. Dr. Leo Glück, ein Sofaai des Herne Jakob H. Glü ck aus Ung.-Brod, wurde zum Rabbiner in Nackel (Posen) gewählt ip— Feuilleton. Ein Baal-Schem ans dem XL Jahrhundert.*) Von Rabbiner Dr. J. GOnrfg (LoscMt»). . In dem1 ganzen Verlaufe unserer Geschichte, «eit dem Beginn unserer Knechtschaft bis auf die Gegenwart, (hat es keine So günstige Zeit für das Auftreten von Propheten, MeSsiassen und Wundertätern im Judentum gegeben, wie das Mittelalter. Von Zeit zu Zeit traten an verschiedenen Orten, bald da, bald dort, Wundermänner auf, die das Ende des Exils «nd den Morgen der Erlösung verkündeten. Die unaufhörlichen Leiden, die schweren Stürme und Verfolgungen, die täglich! über zahlreiche jüdische Gemeinden hereinbrachen, erfüllten die Herzen der Verzagten mit messiamschen Hoffnungen und hielten die Geister in höchster, fortwährender Spannung. Ueberall entstanden begeisterte Schwärmer, welche sich für Erlöser und Propheten des nahenden Heils ausgaben. Aber sicht alle sind als wirkliche „MeSsiasse“ und! „Erlöser“ aufgetreten; die meistext waren bloß kabbaÜstische Schwärmer oder auch nur wahrhaft fromme Männer, die wegen ihres mysteriösen und geheimnisvollen Lebenswandels von ihren Anhängern als Wundertäter angestaunt und „Baale- Schern“ (d. hi* Wundertäter mittels des Gottesnamens} genannt wurden. Diese Männer befaßten MM zumeist nur mit kahhalistischen Studien, vertieften sich in die philosophischen Lehren der Mystik, in die Ge heimnisse der Weltordnung, beteten, fasteten» kasteiten sich, machten fortwährende Waschungen und beobachteten mit peinlicher Genauigkeit all (die gebräuchlichen äußeren und inneren Hebungen der Frömmigkeit und Gottesfurcht, tun, wie sie sagten, das Himmelreich auf Erden vorzubereiten und den Eintritt der Gnadenzeit zu fördern und zu he schleunigen. Schon damals, la$ge noch vor dem Bekanntwerden des Sohar, des Hauptbuches der Kabbala, war «S besonders das* Gebet, die Andacht und die Inbrunst desselben, auf das sie den größten Wert legten. Alle Gedanken mußten auf das Gebet konzentriert sein; jede quälende Sorge, jeder störende Gedanke, jeder Anlaß zur Unruhe mußte überwunden, jedes Wort und jede Silbe in' den Gebetstücken andächtig erwogen werden, um dabei an die Sephiirot-Welten und an die Zahl der darin enthaltenen .Gottesnamen zu denken und das Geistige mit dem) Materiellen, das Göttliche mit dem Geschaffenen zu vereinen und zu identifizieren. Sie Sahen in den Mizwothi, in den religiösen Vorschriften nicht einfache Zeremonien, auch nicht nur Gebote, die man aus Gehorsam! pünktlich und genau zu erfüllen habe, Sondern sie waren ihnen .das'Instrument, mit dem man das Heer der Engel und Geister, die ganze himmlische Welt in Bewegung setzt Ohne Andacht, sagten sie, ohne Aufmerksam? keit auf die Harmonie der Handlung geübt» bleiben sie tot und »ohne Wirksamkeit, je mehr Innigkeit und Andacht und Versenkung in sie hineingelegt ist, je sorgsamer auf jedes Teilchen der Handlung und des Gegenstandes geachtet wird, um so sicherer wird die Einwirkung auf die Welt der Gnade und *) Au» meiner demnäetat eTBeh«rwiatfctea SeÄrlft: „Die W imdarattäanep“.