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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-12-05 · 46 (5.12.1919) · p. Seite 647

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
46 (5.12.1919)
Date
1919-12-05
Page
Seite 647 (sequence 11)
Language
German
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ftp. 48 Dr. BGOCH’S WOCHENSCHRIFT Sbsito 74\ Ms.ohst ein Wadhe. and gestattet keinem Men sehen, mich. nicht Gelehrten von. Ruf, Zutriit. Es gilt, sich hier nur auf das eigene Gedächtnis und die Beflissenheit des an and für sich recht emsigen Dieners zu verlassen. Für Forscher, die. hei Behandlung eines1 Themas die Gesamtheit des Literaturmaterials, kennen müssen, ist solche Sperre und mittelbares jQuelleiitasten dieser Art das. denkbar größte Hindernis: ... iDie Bibliothek ist nicht Selbstzweck, nicht dazu da, um einzelnen Herren eine mühelose Synekure zu verschaffen, sondern um den Besuchern möglichst in jeder Beziehung an die Hand zu gehen. Sollen sich die. Herren umschauen, mit welcher Zuvorkommenheit, mit welchem Verständnis in den Universitätsbibliotheken an die Hand gegangen wird, speziell ist dort das gentlemanlike Benehmen des Hofrates Frankfurter auf das. Schild zwecks Nachahmung zu heben. Muß notwendigerweise in unseren Kehille-Institutionen Paschawirtschaft getrieben werden? Es wurden seit einigen Wochen Winterferien in der jüdischen Gemeindebibliothek eingelühit. Nur Sonntag und Mittwoch Werden Bücher ausgegeben; gelesen in der Bibliothek kann nur am Sonntag werden. Wer hat das veranlaßt? Achtjährige Kinder können in der Schule in ungeheizten. Räumen sitzen, Beamte in allen möglichen Institutionen des Staates t > ihren. Berufen nach^ehen, nur nicht unsere sensiblen \ Großherren von der Gemeindebibliothek. In der Unili versitätsbibliotbek, wo infolge der Größe der Säle it die Kälte bedeutend fühlbarer sein sollte, wird täglich^ vier Stunden noch immer offen gehalten, in den | kleinen Zimmern der jüdischen Gemeindebibliothek herrscht - jedoch ".eisiger .Nordpolfrost, der jede ■ Be-! schäftigung unmöglich! macht. Del^icile Satiram nonj scribere. - > : i . Und noch eines. Es gibt eine Menge Bücher, Zeitschriften, die nach dem' Entschluß des DrJ W a c h s t e i n nach Haus nicht geliehen werden. Da jedoch im Geräusch des Lesezimmers der Bibliothek ein gründliches Studieren unmöglich ist, resultiert es, daß selbst in den besten Zeiten des Öffenhaltens der Bibliothek eine kaum übersehbare Anzahl von Werken und periodischen Schriften unbenutzbar ist. Es gibt viele Bücher und Zeitschriften, die u n a u f g e s c h n i 11 e n seit Jahrzehnten in der Bibliothek liegen, aber nach Hause nicht gegeben werden dürfen. Cui böno, diese schablonenhafte Behandlung des Publikum» und dieses Einschränken des Lesestoffes. So kann und darf es weiter nicht gehen! Den vielen Klagen, die allerdings’ nicht immer in die Presse Eingang -finden, muß Gehör geschafft werden. Remedur ist (nötig. Der Paschawirtschaft muß der Garaus gemacht werden! Eine Reform ist in Haupt und Gliedern notwendig. Um' jedoch der Kritik auch ein. Wort des Lobes, wo es sich gehört, beizugliedern, soll bemerkt werden, daß die Funktionäre Dr. Müller, Gb a j e s, wie der Diener Baß in dem’ ihnen durch die „Leitung“ vorgeschriebenen Wirkungskreis ihr möglichstes tun, um den Wünschen des Publikum1» nachzukommen. Ein Mann der Wissenschaft«. ' dernhg der aus De cts ehester reich Mimkeb rcnScn ö«.- ganisiert. Am 26. November sollten 120 Fapflicsf-'- in die Heimat abgehen. Tags zuvor hatten diese Fä-' milien bereits ihre Möbel auf den Nordbahnhof gebracht. Am nächsten Tage erschienen.ysie zur Abfahrt.. Ihr Hab und Gut stand aber noch da,Avie cs hingeschafft ^worden War und sie selMt^kZünteE gleichfalls nicht emwaggoniert werden. Es «stellte sich nämlich heraus, daß kein Zug bereit stan&l Die polnische Bahnverwaltung hatte die Eisenbahnwagen des letzten Transportes zurückbehälten und die Wiener österreichische ,Bahnverwaltung konnte keinen zweiten Zug bereitstellen. Da die Familien keine Wohnung mehr hatten, mußten sie in der Kälte mit den Kindern im' Freien übernachten. Die Abordnung; die sich in dieser .Angelegenheit vorgestern zum pol-. nischen Gesandten begab, wurde nicht empfangen.— Erst nach drei Tagen an einem Samstag (It) ist der Transport nach Galizien abgegangen. So ge; staltet sich das Schicksal der Unglücklichen! Von' Wien vertrieben, von Polen nicht heimbeiordert* - durch Schuld der polnischen Regierung obdachlos,' in der Novembemacht —- das ist das Schicksal der Polenflüchtlinge, gegen die sich die Hetze der deutsch? nationalen und klerikalen Radauantisemitenmit;: so heftiger Wut wendet, insoferne es nicht Millionäre sind, die natürlich mit gebührendem Respekt behandelt werden. Vogelfrei. Vom polnischen Arbeiterrat für Wien und Umgebung erhielt der „Abend“ folgende Mitteilung: > v s,,Im Einverständnis mit dem polnischen Koa: sulat hat der polnische Arbeiterxat die Heimbeför- Vermischtes* . * „Allgemeine Hilfskommission für Palästina/4 Wien, 4. Bezirk, Ftankenbergsassa.LS. . ' . leschäftastelle: Wien, II., Kleine Schiffgasae 3/8. Telephon' Direktor Richard Bissau (für' Waisenhaus), Max ^Eckstein durch Dr .Adolf Kapralik, beide in Wien, je, iOGf;. ’ Schewach Knöbil, Wien, Sammlung, eigene Spende und Bä--, zar Hirsch, je 10; B. Benedikt, M. Glück, Leon' Khöbil, je 5; Markus Groß, Is. Lustig, M. Lustig, Joachiin Kn$bil, je 4; Sal. Tisch' 3; zusammen 54 K; M. Taget, Wien (für Waisenhaus), 25 K. _- „Für Spitalshilfe fßr Palästina.“ ■ Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, il. Ob. Donaustr. 100. Geschäftsstelle: Wien, IL, Kleine Schiffgasae 3/6. Telephon 44871 (Für die einzige jüd. Augenklinik in Jerusalem.) 1 Petroleum-Handelsgesellschaft m. b. H., Wien, 1000; g Direktor Richard Bissau, Wien, 100; Ww. Deutsch, Wien, 850; Herzfeld & Fischl, Wien, 40; M. Fuchs, Wien, 2U; 3 Gabriel Böhm, .Wien, 15; Adolf Freiwillig, Ober:Länzendorf> JMax Gero und Lina Lauber, Wien, je 10; Henriette Fuchs; k Wien, 6; Apotheker Dr. Ernst Friedjung, Wien, 5; Ludwig Berglers Naohf., Wien, 2.Kronen. 1 Aus der tschechoslowakischen Republik sittd.eingegacgeh::. Israelitische Kultusgemeinde Budweis, eigene Spende, Ludwig Resch, je 100; Ignaz Fantl, Feit Füth & Sohn, M. TJlImann & Sohn, je 50; David Hahn, Brüder Stern, Wacbtl, je 30; Bernard Schladnich, Moritz Schwarz, Ferdi-' naud He: mann. Josef Klein, Arthur Adler, Jakob Stern;: je 20; Hugo Rind 12; Bienenfeld, Barkus, Ludwig Reis, Heinrich Kohn, Fritz Blqch, Siegfried Färda, Ornsteiue.. L Klein, Rudolf Fantl, Siegmund Peigl, Prof. Dr. Karl Thieberger, Dr. Max Löbl, Brüder Sinek, Arthur Schneider. Heinrich Biegler, Siegfried Fleischer, Richard Kfeufmaniv Dr. König, Erna Freind, Karl Scbwarzkopf, Alfred Fischer, Rudolf Kopperl, Dukasz L Reitler, Dr. Adolf Sachs, Dr. Krasa, Dr. Taussig, Josef Kodiöetk, je 10; Moritz hfeubauer, Täü&- sig, Sucharipa, Kettal, Sachs, A. Lederer & Sohn^ Gi. 'Mum, Karl Weißkopf, Abr. Kon, Siegfried Wedeies, '--J. Löwenstein, Dr. Kliempfner, J. Ofner, Gustav Bnqck, ,N. Brock, je 5; Marody 2; davon ab Spesen 50; ,> bleibt 859 tschecH. Kronen. ' / Kultus Vorsteher David , Spitzer, LeiprJTc (Tcmpeispenden), eigene Spende 130; Rabbiner S. HiUeiri2&; Bürgermeister Heinrich! Scharf, Schwarz; f|aXo ZöiS

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