Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 46 (5.12.1919)
- Date
- 1919-12-05
- Page
- Seite 644 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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drMiber Lös, daß' derartiges Vorkommen konnte und Yermcherte Sir Samuel; es , werde;sich im\ .polnischen' Staate ,m<|ht.Vmedei^>!^a.r •; >-. *; •> -* ] " *ä Oie PrMchnMqrm ln Posen, \ oiheih ^Bericht ’ des. -„Dzieimik PozJianski“ beabsichtigt Äe ^olmschs Regierung, den Deutschen eins besötidere SMüIe oder - Klasse. zu, gestatten, sobald Me- Zähl.' 4ö Erreicht. Schon für, 12 Kinder soll der» iReligidhsuntemcht in der Mutterspractie, erteilt wefdeU. "Wob' sollen Gymnasien, Lyzeen und Lehrerseminäre imr Verhältnis zii der Zahl der DeutsÄren Mt deüischjer Sprache als Unterrichtssprache errichtet werden? - . - ■f' Wenn diese .Maßregeln, durchgefiihjrt werden, so, MM. diM nur eine konsequente Durch!füb!rnng > des Mlitöritäienverträges. Es ist selbAvßrHfiiMch', daß die, jüdische Minorität r analoge /Rechte erhalten müßte. ’, -Bisher .allerdings siebt, es picht so . aus, als* ob die Polen ,die, Absicht, hätten?. die Verpflichtungen, Mp Äe. im Priedensyextrag den Juden gegenüber ...auf sicb genomineii haben,- durclpmfütiren.. Wie das „Mitteilungsblatt, des Jüdischen Volksrätes1..Posen*j in» sei-. nem'. Oktoberheft - mitteilt, hat der Volksrat an den Sektor der Posener Universität, eine Eingabe gerichtet, in der er sich? darüber beschwert, daß jüdische» Studenten. und Studentinnen, die um Imfcnatrikula,tio« an. der Posener Universität; nachgesucht haben, teils ohne Angabe von Gründen, teils unter ausdrücklicher Betonung, daß nur' 2: Prozent jüdische’ Studenten aufgenotrünen werden dürften, und daß die Höchst- . zahl bereits erreicht' sei,' zurückgewiesen seien. Die Eingabe »betont, daß die Prozentnorm nicht nur falsch sei (es dürfte nicht die Zahl der Juden aus den ehemals sondern-es-müßte die Zahl aller polnischen'Juden zugrunde gelegt werden, wobei die Prozentzahl nicht 2 Prozent, sondern etwa 1.5 Prozent auslnache), sondern auch den oft in feierlicher' Form1 erklärten Grundsätzen der polnischen Regierung, wonach! alle Bürger des polnischen Staates ohne ^Rücksicht auf Sprache,' Rasse oder Religion gleiche Rechte auf allen Gebieten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zustehen, widerspreche: Auf diese: Eingabe hat der „Jüdische Volksrat“ ein Schreiben erhalten, das in wörtlicher Uebersetzung folgendermaßen lautet: Den 16. Oktober 1919. In Beantwortung Ihres Schreibens vom 13. d. M. teilt der Rektor und. der akademische .Senat mijt, daß das , Kommissariat der Naczelna Rada Ludowä beschlossen hat, daß im Studienjahr 1919/20 die Juden und Deutschen nur im' Verhältnis zu dem Prozentsatz dieser Bevölkerung zu der gesamten Bevölkerung der ehemals preußischen Teilgebiete ange: -/hemmen Werden sollen. ' ___ > Dagegen ist uns nichts bekannt geworden, daß Anträge ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen worden Wären, Wir hätten es für ausgeschlossen. ' Gez. S wie c'i ckir Die Prozentaorm, diese jeder Gerechtigkeit Hohn sprechende Maßnahme aus der Zeit des zaristischen Regimes, wird also aufrechterhalten. Mit 'um so größerem'Nachdruck: muß die strikte Innehaltung des Friedensvertrages gefordert werden, da nur auf dieser Basis die Möglichkeit besteht, daß die jüdische Bevölkerung in Polen ein einigermaßen menschenvyürdigesLeben führt. Hie: grandiose Entdeckung des jüdischen MsWernä <tilcfe^s Einötelfi* / / - In -einer jüngst -abgehaltenen gemeihsMüm Sitzung der Royal’ Society und Royal .Astronomie»] Society in Londpq wurden nach einer Meldung der1 „Daily Mail“ die, Ergebnisse astronomischer Beobachtungen hei der im( letzten Mai Stattgefundenen totalen Sonnenfinsternis besprochen. Diese Beobachtungen waren auf Grund einer von dem' jüdischen Mathematiker Einstein verkündeten Theorie angestellt worden, nach der das Licht Wie eine materielle Substanz, von der Gravitation abhängig sei. Es waren zwei Sonnenfinsternis-Expeditionen entsendet worden, eine nach Principe an der Westküste Afrikas unter der Führung Professor Eddingtons ünd Mii. Gottingh a m s, die andere nach Sohral in Nordbräsilien unter Führung des Dr. C r omIm eiln und Mr. Davidson. Sie hatten ‘die oben angeführte ■ Theorie auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Es mußte. eine Anzahl photographischer Aufnahmen von Sternen* aus der Nachbarschaft der Sonne gemacht werden, um festzustellen, ob sie sich auch bei Abwesenheit der Sonne in der gleichen Position befänden, mit anderen Worten, herauszufinden, ob die von den Sternen ausgehenden Lichtstrahlen heim Passieren der Sonnennähe auf Grund der Sonnen«ravitation eine Veränderung der Richtung erführen* Beide Expeditionen waren erfolgreich. In, Principe wurden trotz wolkigen Firmaments 'einige Aufnmimen gemacht, die /eine Richtungsänderung der Lichtstrahlen bestätigen.' „Das sind keine vereinzelten Resultate,“ erklärte in der Versammlung Sir Joseph Thomson, „es ist nicht die Entdeckung irgendeiner entlegenen Insel, sondern eines ganzen Kontinents neuer wis's'erisChäfÜich'er Ideen von größter Bedeutung;: für.eipe der f undson^ ' fälsten .'Fragen der Physik? Es /ist /die größte Entdeckung im Zusammenhänge mit der Gravitation, seitdem Newton dieses Prinzip verkündete, und eines der größten Ergebnisse in der Geschichte des menschlichen Denkens.“ Was man sicfc so erzäMt. , Ein Beitrag zur Methode historischer Kritik v von., Gofcfihord Deutsch. Nach mehr' als dreijähriger Entbehrung erhielt ich die „Wochenschrift“, die seit April 1916 äh? Kontrebande mir vorenthalten wurde, und stürzte mich jrtiit Heißhunger anf die FüRe von Nachrichten,, die sie mir brachte. Die leider auch jetzt nicht vollständige Sammlung war „kaltes Wasser einer dürstenden Seele“, und führte dem Leser den Wert dieser Zeitschrift in erster Linie als1 Fundgrube jüdischer Apologetik, dann als Schatzkammer von Materialien zur jüdischen Geschichte, und zuletzt, wie jede Zeitung, als....Quelle zeitgenössischer Geschichte vor Augen. Doch darüber, ein andermal des näheren. Für heute 'will ich1 als „Chelbenah“, das den Weihrauch: des Lohes erträglich macht (see: Talmud, KeritoL 6 b), den- Umstand beklagen, daß bei biographischen, besonders bei Todesnachrichten, oft das genaue Datum fehlte und auch sonst die biographischen Daten nicht immer genau gegeben sind. Ich denke an einem Beispiele den Wert solcher sonst pedantisch erscheinender Exaktheit - dafzulegen. Die talmudische. Geschichtsforschung hät in den letzten Jahren durch Isaak Halevy (1848—1914) eine Anregung erfahren, die in tendenziöser Weise zur Verkleinerung der Arbeiten von G r aetz und I. H. Weiß ausgenützt wurde. Es ist im Rahmen eines