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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-21 · 44 (21.11.1919) · p. Seite 612

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
44 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
Seite 612 (sequence 8)
Language
German
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Spjfe TOS Dr. SLÜCRS WfH'HENSCB RIFT Sr. 44 tungskiieges gegen die hüten mit emem Ausrottung^- mittel für Ungeziefer erfolge. Die Vorinstanz hat den Antrag abgelehnt, weil das Wort „Pogrom4* ganz allgemein „Vernichtung“ bedeute und nicht ausschließlich auf Judenverfolgungen angewendet werde. Dieser Auffassung konnte nicht bei getreten werden. Das Wort „Pogrom“ wurde jedenfalls vor dem Kriege ausschließlich als Bezeichnung für Judenverfolgungen gebraucht (vgl. auch' Meyers! Konversationslexikon unter „Pogrom“). Daß es im Kriege auch auf Verfolgungen von Deutschen und Armeniern angewendet worden ist, mag zutreffen, doch ist dies nur in so geringem Umfange geschehen, daß man bei dem Worte „Pogrom** auch heute noch in erster Linie an Judenverfolgungen denkt. Das haben zweifellos die von dem Antragsteller in d^r mündlichen Verhandlung vorgelegten zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften aus den letzten Zeiten dargetan, in dienen nicht von Judenpogromen, sondern schlechthin von Pogromen a’s Bezeichnung für die Verfolgung von Juden die Rede ist. Wenn dies Wort für ein Rattenvertilgungsmittel verwendet wird; so. wird der Gedanke nahegelegt, daß damit die Ausrottung von Ratten und Mäusen der Vernichtung von Juden gleichgestellt ist. Die Eintragung des Wortes' „Pogrom4* für Tieruni Pflanzenvertilgungsmittel ist daher geeignet, in jüdischen Kreisen Aergemis zu erregen- Daß dies auch tatsächlich in großem Umfange geschehen ist, ist durch eine große Anzahl von an den Antragsteller aus jüdischen Kreisen gerichteten Zuschriften erwiesen worden. Daß sonach dem Zeichen nach Paragraph 4, 3. W.-Z.-G., die Eintragung hätte versagt werdenMüssen. .War unter Anerkennung der Beschwerde gemäß Paragraph 8, 2 a. a. O., die Löschung anzuordnen. wurde ohheweiters für Konstantinopel-Byzanz gehal-. teu. Zu Treni IV, 21 lautet der Name im' Tajguirß Jonathan Konstan ina rO’öSBD'lp- Bibelexegeten des . Mittelalters* verlegen auch Uz, die Heimat Hiobs (I, 1), nach Konstantinopel. Außer Uz werden noch andere" auf Esau-Edom und seiner zahlreichen Nachkommenschaft bezügliche Namen mit Kons'antinopel, der Nachfolgerin Edom-Roms. in Verbindung gebracht Zu diesen Namen gehören: Buz, Hori, Magdiel (d. h. gewaltige Burg) und Bozra. Diese Namen werden aber nur selten in Dichtungen oder Briefen verwendet, die häufigste Bezeichnung ist Konstantina wie b~i den Syrern. Bei den spaniolischen Juden wird daraus, dem spanischen -Lautwandel entsprechend, Konstandina. Diese Bezeichnung ist neben Konstanfina schon bei R. Benjamin von Tudela zu finden. Die offizielle Bezeichnung in Urkunden des Konstantinopler rabhinischen Gerichtshofes ist „Konstantinah, das an der Küste des großen Meeres liegt «rmMWpb wodurch eine Verwechslung mit Constm'ine in Algerien vermieden wird. In Saloniki Wird es mit an Stelle des H am Ende geschrieben. In inoffiziellen Schreiben und Druckwerken wird seit Jahrhunderten die Abbreviatur KE&’lp gebraucht, die von den spaniolischen Rabbinern meist richtig Kosta gelesen wird, während die deutsch-polnischen es mit einem' aramäischen Worte Kuschia, das Wahrheit bedeutet, in Verbindung bringen, In spaniolischen Zeitungen wird die italienische Abbreviatur Gospoli 'PlDOIp gebraucht, während. der Volksmund nur das türkische Istanbul kennt. _; 1 : ,T! - | j ['fl fi Hl Polnische und rumänische Juden nennen es gewöhnlich Stambel. A J. Brawer, Die Benennung Koneiantinopels bej den Juden. Unter den verschiedenen Namen der von allen Völkern der Alten Welt bewunderten und viel begehrten Hauptstadt am Goldenen Horn, welche, von Prof. Öberhummer im Artikel Constanfinopolis bei Pauly-Wyssowa (Bi. IV, 8. 963 ff.) behandelt worden sind, fehlt der jüdische. Diese Lücke auszufüllen ist nicht nur deswegen wich1"!?, weil Konstantinopel eine fast 100.000 köpfige jüdische Bevölz kerung zählt, deren kontessione’le Gemeinde die ä’teste der Stadt ist, sondern auch wegen der jüdischen Geschiehtsguellen des Mittelalters. In der Mi^chna und in der parallelen Gesetzessammlung der Tosifta, dn - beiden GemaraS und in den ä’teren Midras'hin wird weder Byzanz noch Konstantinopel erwähnt. Zum ersten Male kommt Konstantinopel im Targum Jonathan, einer erst im 8. Jahrhundert abgeschlossenen Bibelparaphrase, vor. Die Stelle in Num. XXIV 24. wo von einem Volke der Khittiter die Rede ist, wird auf Konstantinopel, beziehungsweise auf. die Byzantiner bezogen. Der Name lautet hier Konsfanfinß, auch Kustantine zu lesen. Dieselbe Bibelparaphrase bezieht aber auch die Stelle in Treni IV, 21: „Freue dich und sei frohfich, Tochter Edoms, die du wohnst im liande Uz“ auf: KonspelS. Rom wird nämlich in der rabhinischen Literatur gewöhnlich Edom, das böse, frevelhafte Edom genannt. Ursprünglich durfte es sich kaum' um eine Identifizierung d~s Weltreiches* mit dem feind'ichen Bruder Israels gehandelt haben, sondern es war eine Vorsichtsmaßregel d n Behörden gegenüber, «pater aber würfe die Identifizierung ernst genommen und weitere Schlüsse aus derselben gezogen. Uz, das Gebiet der Tochter Edoms (Roms), Die Generalversammlung der „Adas Jisroel“. Am 9. November dieses Jahres fand die Generalversammlung der Adas Jisroel unter einer sehr starken Beteiligung, wie sie Wohl kaum bei irgendeinem Vereine vorkommt, statt. Pünktlich zur festgesetzten Stunde wurde die Versammlung von dem greisen Obmann, Herrn Philipp Back, eröffnet. Mit herzlichen Worten begrüßte er die Versammlung und insbesondere den als Vertreter des1 Kulturvorstandes erschienenen Herrn Dr. Markus Spitzer. Sodann übernahm, der Obmannstellvertreter, Herr Dr. Reininger, die. Leitung der Verhandlung. Er widmete den im letzten Jahre verstorbenen Mitgliedern des Vereines und den Opfern der Pogrome einen tiefempfundenen Nachruf und führte Sodann aus, dnß der vorliegende Jahresbericht nicht imstande sei, ein erschöpfendes Bild der gesamten Vereiiistäligkeit zu geben; er berühre nur obenhin die einzelnen Zweige derselben. Denn die Adas Jisroel habe längst den Rahmen eines Bethausvereines gesprengt und führe die Arbeiten der jüdischen Gemeinschaft. Das „Belh Hamidfasch“, die „JessOd Hathorah“, „Tomech E\yjonim“, „Tiferes Bachurim“, ^Agudas Bafiumm“ und •die verschiedenen Arbeiten auf dem Gebiete der „sozialen Fürsorge werden von den Schultern der Adas Jisroel getragen und es wäre Zeit, alles' das einheitlich zusammen zu fassen, um uns selbst klar zu machen,, was wir leisten, damit die Adas Jisroel zur wahren Geltung komme. Es sei dies in diesen harten Zeiten um so notwendiger für unser religiöses

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