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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-14 · 43 (14.11.1919) · p. Seite 597

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
43 (14.11.1919)
Date
1919-11-14
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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Kr.-43 Dr. BLOCHE WOCHENSÖEffilFI Seiteftft 'siegräclfenRestauration nur dänaidie Rede stein könnte, wenn solche küe Aufhebung 'dieser verhängnisvollen, stäats- und volksbiördeiiSöhen Emanzipation; als1 Hauptsatz auf ihr Banner Setze. Alle Juden, gleichviel ob' getauft oder ungetauft, seien, ebenso wie ihre christlichen Mischlinge, bis' ins' vierte Glied unbedingt unter straffe Fremderigesetze zu stellen. Deutschland müsse wieder jiidenrein "werden. „Die Mission hatte leider nicht den gewünschten Erfolg. Wilhelm1 II. bleibt verstockt.". Wie dem; Blatte voii beteiligter Seite versichert wird, stießen diese zeit: gemäßen Anregungen in Amerongen keineswegs auf geneigtes Gehör. Auch heute noch übten Hebräer, wie der telegraphis'ch' bestellte Geheime Sanitätsrat Professor Dr. F r i e d 1 ä n d e r, dort ihren vergiftenden Einfluß! aus. Es ist entsetzlich! Wilhelm1 II. glaubt nicht, daß der entsetzliche Krieg und die entsetzliche Niederlage sowie der endliche innere' Zusammenbruch durch die Juden veTsk&üldet wurden. Namensänderungen. / \ Seitdem in Polen die Lage der Juden so unerträglich geworden ist, trachteten viele Juden, ihr Judentum, aufzugeben oder, so weit es1 eben ging, zu verheimlichen. Unter anderem konnte man in letzter Zeit in. Polen auffallend viele Namensänderungen bemerken. Die aus" der josephinischen Zeit stammenden Zunamen der galizisteben Juden wurden gewaltsam1 -,in. rein polnis'che mit der Endung — ski oder — idz verwandelt. . Da. beschloß vor einigen Tagen der polnische Landtag ein Gesetz, wonach eine Aenderung des Namej^,? mit; 'janer, hohen GebühV (3000 Mark), verbunden ist' und ferner eine genügende Motivierung verlangt wird: „Der unpolnische Klang eines Namens ist kein genügender Grürid zur Namensänderung" — heißt es1 im Gesetz. Bei der Beratung .über dieses' Gesetz mächten die polnischen Abgeordneten kein Hehl daraus, daß sich' die Bestimmungen dieses! Gesetzes' gegen die "Juden, insb'es'ohdere gegen die jüdischen Kaufleute richten, welche in letzter Zeit, um1 den vielfachen Erschwerungen im Handel zu entgehen, Namensänderungen voitoaiilmen. Engfand untt der Zionismus. Das Londoner jüdis'che Korresporidenzbureau meldet: Das Mitglied des' englischen Parlamentes", Leutnant J.-M. Kenwortfry, s'pracb in einer zionistis'chen -Versammlung in London über . die Zukunft Palästinas. Palästina, erklärte der Redner, ist im' gegenwärtigen Augenblick eine Wildnis1. Die einzigen Oasen sind die jü&chen Kolonien, die rein, ordentlich' und Mühend sind. England hat große Teile der früheren türkis'ch'en Kronläridereien im Besitz und je mehr Juden es' dort ansiedelt, desto besser. England werde wahrscheinlich das Mandat über Palästina erlangen und darauf zu achten haben, daß die Rechte der arabis'chen Bevölkerimg gewahrt werden. Dieziomstische Kolonisiation werde ein langsamer Prozeß sein müssen, aber die Gewährung der Möglichkeit, sich als eine Nation zu etablieren, würde von - großem Werte iür die jüdis<ch'en Massen sein, 'die gegenwärtig in Osteuropa verfolgt werden. Die Tote'nstadt der Ukrainer. \ .Die Schweizer Depe^cbenage'ntur brachte jüngst eiSe 'felfen'sb*^aüiseKeneBr.e|geiiicfe .als. erschütternde Meldung ztjr Kenntnis .'der Oertentlichkeit, derzulolge" cla^ Internationale Rotekreuzkomitese i$i Be^lz^ d^t aÜe;rscMimimsten Nadtechften über die Lage fter Gefaagenen und' Internierten. in polnisehfea Lageita steia soll. In Brest-Litowsk 'wurden die viet Gefangenenlager, welche im Marz 10.000 Ukrainer beherbergten, von zwei Delegierten des1 RoteiikreuzkomiteeiS in Begleitung eines SanitatsicDiajors der französischen- Mibtärmission besucht und daljei die Schier, unglaubliche Wahrnehmung gemacht, dajä sich! in den Lagern nur noch 4000 Mann befinden. Von März bis' Oktober büßten also dort 6Ö0O Menschen ihr Leh'ear ein. Anfang August starben bis 180 Personen täglich und die Verluste wurden hauptsäkMicii durch Ruhr, T y p h! u sl und ungenügende Ernährung verursacht. So sind die polnischen Gefangenenlager zur wahren Toten Stadt der Ukrainer geworden;* Die Ueberlebenden sind in Lumpen gehüllt und sjebfen ganz den Toten ähhhcb. Sie schlafen auf Holzdiele» ohne Stroh und Decken und. werden buchstäblich zugrunde gequält. Wenn angesichts solcher Schilderung das Gewissen der Welt noch* immer sich nicht" regt, dann muß mit Recht bezweifelt Werken, oft; ein Solches überhaupt existiert.; Außer in Brest-Litowsk bestehen aber auch! m- Kowel und Nowogeörgiewsk polnische Konzentrations* lager, die sich nicht nur auf Männer, sondern sogar; auf Frauen erstrecken, und man kann sich' nun einen ungefähren Begriff davon machen, wie es erst' dort aussehen und zugehen mag. Es würde Sief? empfehlen, Mtglieder des Internationalen Rotenkreuzkomitees auch in diese Lager zu entsenden, damit sie sehen, wie MehSchen unScBuldig gemartert unÖ gepeinigt werden. Nicht besser, vielleicht gar äTger liegendie Verhältnisse in den' Lemberger „Brygydki", -dein Przemysler Gefängnis am* „Zasänfe". usw., wo die verzweifelte Stimmung der Gefangenen und Internierten den Höhepunkt erreicht Bat Herrgott, s'palte den Himmel bald entzwei und mache diesfe Menschen frei! Kaller Franz Josef und iffe Juden* In bezug auf den Artikel in der letzferi Nummer der „Woch'enSchrift" unter gleicher UeberstehHft wird uns gemeldet, daß die SpitalSstiftung, über 'Welche der Kaiser bei einer Familientafel in Ischl in. lobende Aeußerungeh sich; erging, nicht von „Ifemä und Regina Pollak", sondern von BernhTaro! und Regine Poilack, welcher Später mit dem1 Prädikate Parr nau geadelt wurden, errichtet ist. . . Zur Wiedererweckung des geistigen jüdischen Lebens. Von Rabbiner Dr. M. Bosen Eft an n. Der Prophet Jeremias, dessen Idealgestalt gerad« in diesen düsteren Zeiten von. einem Dichter unsere* Stammes in das volle licht der Oeffentlichkeit ge: stellt wurde; ruft in den Klageliedern aus: „Ich hui der Maim, der das Elend mit der Geißel seines! Grimmes sah'." Der Nachdruck liegt hier weM auf dein ersten-Teile des Verses. Jeremias wollte zweifelsohne sagen, daß er bestrebt war, im größten Elenä seinen Mann zu stellen, ein Gedanke, der ih einem Gedichte Goethes sich wiederfindet: . , , r „Feiger Gedanken, . _ .; ■"" I&mglftfhes Schwanken,

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