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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-14 · 43 (14.11.1919) · p. Seite 596

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
43 (14.11.1919)
Date
1919-11-14
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
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Seit« «98 Dr. BfcOCflra WÖGf»NS€HIUF? Nr. Ii r&sad tler ■ MB^i^:--B&A.--L&w,'--m''-.QfiOT]iA der Grundbesitzer Josef Glaser, während einer Bahnfahrt derHömezövasarhelyer Kaumianri Martin Weiß und «eis ihm zu (Hilfe eilendes Sohn, in Gyöjngyös' der GlaSfiändler Ignaz Welt/ in Szolnok der Weinhäridler Ferdinand Oesterreich'er, der Advokat Dr. Ale-, xasüder Engel, der Holzhandler Nikolaus Sügär, der ,{Jrundbisiteer Alexander Guns't, der Händelsöc&tüier J. - Meiling er unter den Di elitigsten Vorwgnden~ als* Feinde der Räterepublik hingerichtet. : ^DieSe Namen Sind nur aufs Gerädewohl aus1 der U&zabi von verhafteten, hingerichteten und1 gemarterten Juden hervorgehoben. Die Liste ließe sich/ wenn einmal die Akten über die' Scheußlichkeiten der ungarlandis^hen Bolschewisten endgültig abgeschlossen seinwerden» nach1 Beheben erweitern. Aber schon diese wenigen Namen genügen zuiri Beweise dessen, daß die Räterepublik und ihre Henkersknechte Bela Kn», Tibor Szamuely, Josef Oserny und Peter A^.o ^toai — also jüdische und christliche ßolschewisten — keinen Unterschied zwaöchen - Juden und Nichtjuden gemacht, die jüdiskihen Bourgeois mit; ebensolcher Grausamkeit verfolgt und gepeinigt haben, wie die dem Bürgersstande angehörigen oder gegenrevolutionärer Neigungen beschuldigten Elemente anderer KonfessioneiL So wenig wie vor dem Leben und-der Freiheit jüdis!ch!er Bürger Bäben die Bluthunde des Kommunismus jvor {dem (Vermögen jüdischer Personen und Institutionen haltgemacht. Vor uns liegt ^ein Ausweis*, der von der kommunistischen Regierung konfiszierten Vermögen religiöser und köii' fesMoneüer Institutionen. Demnach' haben die Konimueisten da!s Vermögen von 670 solchen Institutionen mit Bes'chlag belegt. Von Katholiken wurden über li4^^1fenlonen korifis&ert;'; gleich' darauf folgen die' Juden/mit 44.5 Millionen, dann die Reformierten mit 26L1/* - Millionen, die Lutheraner mit I6V4 Millionen, die ^C^edhls^i-Örientalen mit .1.3 Millionen und die Unitarier mit 1.2. Millionen. Diese Ziffern beweisen,. daß die Vermögen der jüdischen Institutionen in.unverhMtnismäßag größerem1 Maße geraubt wurden, als die der übrigen Konfessionen — wahrscheinlich*, weil dieste Vermögen leichter fand rascher (erreichbar waren. Wir ersehen hieraus1, daß die. Kommunisten das" jüdische GememverinÖgen amallerwenigsten geschont haben. . , ) J 7 Eerü<±sichtigen wir nun''noch, daß die totale Veimchtung des5 Handels' und des1 Gewerbes!, die Soziah'sierung der Fabriken und BanMnstitute unzählige jüdistehe Existenzen vernichtet und an den Bettelstab gebracht hat, daß die Konfiszierungen von Grundbesitzen ebferisb den jüdischen wie den christlichen Grundbesitz betroffen h^ daßf durch1 die Sozial!- sierun£ der Häuser unzählige jüdische Hausbesitzer um' Jirr . Yennögen gebracht wurden, berücksichtigen w lerfter,' :flafi <üö' kommiirtistisehe Bateregierung in allen ihren Verfügungen die größte Rücksichtslosigkeit, gegen die Juden rjekundet,' daß; sie mit der ausgesehenen Trennung von Kirche und Staat und mit -idter- Er^äruing der konfessionellen Zugehörigkeit äiö nriyaie Angelegenheit insbesondere dem jüdischen Gemeindeleben in Ungarn nahezu den Todesstoß« versetzt hat V — Deutsehnationale Jutfentöter.;;":-3ptets.;^erliner Tagblatt" s'ehrei'bt in steiner Abendausgabe vom^vorletzten Dienstag:; : Die Deuts'fchhationalen sind-ängstlich besorgt, die Juden aus', ihren Reihen fernzuhalten. Bing. Entschließung "foi^t der anderen. Nicht drei Deuts</hnätionlale können zusfeintoerjLkotoataien, obfrie da$ sie einen Beschluß gegen: das1 Judentum! fassen. Auf ■ großes Selbstvertrauen läßt das1 nicht, sehließen. Gestern vormittag tagte der Hauptvor'stand der Deuts'chha: tionalen Volksjpartei in -Berlin, und1 gleich1 warman wieder mit einer Judenents'chfließuttg bei. der"Harid> Revolution in Regierung und Oeffentlichkeit immer verhängnisvoller hervortritt":.- In diesem! Zusammenhang ist folgende Erinnerung recht lehrreich1, die uns'ein freundlicher Leser'-, übermittelt: ' - „Die Deutschnationalen rücken' ihre scharf antf-' sernitis'che Tendenz immer mehr in den Vordergrund; zahlreiche Verein'svers'aiinmlüngen verlarigen das Verbot der Aufnahme von Juden urid Judenstäriunlingen in die deutsk&hationale Partei, beziehungsweise den- Ausschluß! der ihr schon, beigetretenen. Diesen" deutschnationalen Antisemiten dürfte wohl kaum bekannt stein, daß schon iml Jahre 1914 im1 antisemiti- - sehen Kyffhauserverlag ein- Buch erschienen ist, das", im aritistemitis'chen Interesöte das1 jüdische Blut im* Adel kennzeiehrien will; Mit seltener Zielsicherheit trifft diese Verötteritliehung — natürlich ü ri a b -; sichtlich -— fdie eigenen konservativ^ d e u t sch'riationa 1 en Führer, deren enge Vei" wandtschaft und Versippung mit Juden, beziehungsweise jüdischer Abstammung in vielen Fallen dort bewiesen wird. Die Grafen W e s't ar p, Limburg-Styrum, Posadowsky, Schwerin, Dohna, Wartensleben, ferner von Maltzahh, Norm'anri, Hainimerstein u. a. erscheinen in diesem Buch als1 mit Juden nahe verwandt öder selbst jüdischenBlutes.- :, Uhd wikviet J namhafte Konservativerund Deuts'chhatiönale adliger undbürgerhchJer Herkunft (die sogar in der Fraktion der Nationälversaimmlüng sitzen) sind hierbei noch dem scharfen Blick des1 antisemitischen Anatomen entgangen! — Muß die antisemitischen Parteiganger nicht ein Grauen packen, wenn sie ihre igenen Führrer so schwer kompromittiert stehen? Das genannte anti sernitis'che - Buch trägt an der Spitze den be- Kahriten Goethe'schten Vers': _ „Es1 ist ein jeglicher in deinem' ganzeri- Land auf ein und andre.Art mit Israel verwandt.'' Es wäre interessant, zu erfahren, 'wie die Herreh Antisemiten bei diesem' erfreulichen Grad der Selbsterkenntnis tind Selbsteinsteha^züng den Kam|pf noch weiterzufünren gedenken 1" - : Wehn alsb die Deuts'chnationalen nun wirklich die Blüts'probe vornehmen wollen, (werden isite gerade unter ihren Führern förcMerhchte Musterung halteü müss'eii.' Wir glaubten abter, daß feie sich1 dazu nicht verstehen und sich1 lieber auf ßie Theorie als' auf die Praxis1 einigen Werden. Jd- Deutstehlahd' feind alle judenstämjmlin^e und Äri Oesterreich germanisiterte Ts'chtechten oder Slbweheii!/'-_ ' _ "'; Ein ftnti^&mStlsschbr Abgesandter in Ameronpn. . Das Mütichenter Ahtis'emitenblatt „Der Beobachter", erzählt,, daß der Alldeutsche Verband :,ein Mitglied, der höchsten preußischen. Aristokratie nach' Holland geschickt habe, das1 -irii! Auftrage. bestimmter heimischter Adelskreise feststellen sollte, wie der Kaiser bleute töb&r.die; Jüdeaebalanzipation denke. Es'..wurde, dabei zweideutig auf die tagtägHrCh'.steigende judenfeindli che Volks5- und" JtE^nÄnmung hingewites'ent Auch' wurde ,rundwjeg .terklärt;.- daß .nach' Ansicht €elbk~ der feungsta einer

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