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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-14 · 43 (14.11.1919) · p. Seite 594

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
43 (14.11.1919)
Date
1919-11-14
Page
Seite 594 (sequence 6)
Language
German
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Seite 690 Dr. BCOCfl^ WOCHENSCHRIFT 1 /<tebi(de,••' formt,-, ist für die wissenschaftliche Erkenntnis ebenso schwer faßb&r, wie ein Gott, der' y,röM". Schon Moses Mefllielss'öh'n erklärt darum, auch hierin in Uebereinstimmung mjt einer talmudischen Anschauung, dieses „Ruhen" dahin, daß däs! /Aufeinander katastrophaler Sch^pfungsakte, das rastlose Auftauchen von Neubildungen mit dem sechsten Tage einen Abschluß fand und nunmehr die weitere E-ritvvicklung der Schöpfung nach den ihr von Gott .Jvorgezeichneten Gesetzen einen ruhigen Verlauf jpahto. So soll auch das ruhelose Werklder sechs Arbeitstage friedlich' ausklinken- und alle Dissonanz der Woche aufgehoben werden in der harmonischen Stimmung.des siebenten, des Ruhetages. Eines aber bekennen sie alle, die je. als Juden die.biblische Genesis1 zu deuten unternommen haben: Alles1von Gott! Und daraus: strahlt für sie .der 'Leitstern: Allesmit Gott! . (Wird fortgesetzt.)- Vom Jahrmarkt des Lebens. Glossen zur Tagesgeschichte. v " -Schonwieder ist -ein riesiger Skandal in der christlichsozialen Schändwirtschaft in der Gemeinde aufgedeckt worden. Man erinnert sich nochan den Riesenverlust von 43 Millionen Kronen, welcher den •Steuerträgern der Stadt aus1 d~m Sauerkrauteresfehalt ■der - Christli chsozialen entstand. Diesmal handelt es' sicfr um weitere 13 Millionen, für welche Weisiürchiier und Hierhämmer die Verantwortung "trägen: Das Retrübendste aus dem Falle ist- 'daß " ^e'f!*&eue rWrlüst5 den « Fonds" ^zür' ^?«rsorgttii^lter ^Kriegsopfer betrifft. Man hätte natürlich1 mit diesem' ■;Geld ' besonders vorsichtig umgehen müssen. Statt */:xlesseh Heß man'sichdamitin allerhand gewagte : <yeschäfte ein, begann die Erzeugung von wertlosen . Ersatzmitteln, von denen sich' in--kurzer Zeit heraus- ' stellte, daß ^sie ein unbedingter Fehlschlag seien und 'daßsich' das' .ganze- Unternehmen im' Statusder Krida befinde. Trotzdem daß ein Rechtsanwalt, der sich im Aufsichtsrat befand, unausgesetzt auf diese "Gefahr aufmerksam' machte unddem Bürgermeister lind, dem Vizebürgermeister dringende Briefe in der - Angelegenheit schrieb.- geschah nichts. um< das Geld der Kriegsbeschädigtenzu retten und eine Million - fiach der anderen ging unter den Augen Weiskirchners1 Zugrunde, tler wahrscheinlich1 keine Zeit hatte,- weil ■ es^für seine Orden und Pensionen Reden für-das durchhalten und weitere KriegfühTen halten mußte. So - ging denn das typische Schwindelgeschäft auf Kosten der Steuerzahler weiter, bis wieder ein riesiger Betrag im Sumpf versunken war. . - ..,,.. Diesmal wird es, ,wohr den Christli'chWozialen nicht .gelincren, alle' Schuld auf Juden zu Schieben, wie . sie es1, mit dem begründeten Vertrauen auf die Wirkung "dieser teppischen Behauptung' immer' wieider tun. Denn die Proponenten "wären Christlich1 Sbziale, der Aufsichtsrat war Stramin ch'ristlichfeozial und in der Gemeindeverwaltung durften' sich andere als1 Christlichsoziale nicht einmal mucksen, weil sonst der Haüsknechtparagraph1 drohte. 'Das aber unter der diristHchSöHälen Fahne, die' nach der' Aeußerung f eines' <äi ristiichsozialen Redners' bald wieder auf dem ^Rathäusturm wehen wird; ein wahrer' Augiasstall Entstand, geht aus den Veröffenftchun^en deutlich1 'feervor, die .jetzt einander drängen. r v Trotzdem" wagen sich' die ChristlichisOziäleß seit neuester Zeit' wieder" mit Macht hervorr und iiaben erst kürzlich einige Versammlungen abgehalten, in denen sie zur Verblüffung weiter Kreise gegen, die sozialdemokratische Verwaltung in der Gemeinde loszogen. Es ist nun wdßTrichtig, daß die jetzige Verwaltung der 'Stadt eine Steuer nach' der anderen ausschreiben und eine Preiserhöhung nach1 der anderen bewilligen muß. Es; ist das ein Vorgehen, wie im Bankerott. Wer aber hat diesen Bankerott herbeigeführt? Die Christlich's'oziälen und nur die Christ- Ii chsözialen und es' ist sehr zu bedauern, daß die Sozialdemokraten nicht genug Schwung, h'er.vqrbrin- . gen, um das der Bevölkerung immer wieder klar zu mächen. Die Sozialdemokraten sind ja nichts' anderes als Massaverwalter, sio laufen aber Gefahr, daß sie von der Bevölkerung als' die Falliten angesehen werden. Denn die gewöhnlichen Leute sehen nichts vor sich', als. die Bedürfnisse des laufenden Tagest Sie wollen mehr zu essen haben, mehr zu heizen. Die gegenwärtige Regierung und Gemeindeverwaltung sollen diese Bedürfnisse verschaffen. Aber •wie soll das Nötige geschehen, da doch? die christli chsozialen Landesregierungen einen wahren Krieg gegen Wien führen, über diese- Stadt die Hungerblockade verhängten und sie trotz allen Ermahnungen der Entente von dieser nicht abstehen? Außerdem aber ist die ganze Vergangenheit ein einziges Sündenregister der Christliehsozi alen; -■ ■ Das christlichsoziale Abendblatt leistete . sich1 kürzlich einen sogenannten Witz - in einem Bild. ' ßekanntlich' soll jetzt ein Teil der Ringstraße zur Erinnerung an die Gründung der Republik den Nainen bekommen: „Ring des' 12. November."; Aus' diesem Ring macht nun das Abendblatt einen ^wal^i^'"^^- ^^^^''''aW'^i^m^'äel'^iS^ei^^^f/din^Sf Smfck von einem Sozialdemokraten '^Ärt ''wir^;'' wjihftjjid eine jüdische Karikatur daneben geht. Was &e jüdische Karikatur dabei zu suchen hat, ist wohl unerfindlich1. Was!. aber den Nasenring anbetrifft, so gibt es ganze Garnituren solcher Ringe, an denen die Bevölkerung von den Christlichsozialeri^ geführt worden ist. Da ist einmal der Ring, an welchem der Weltkrieg herbeigezogen wurde; dann der Ring, an welchem Weiskirchner und seine Freunde gezogen haben; der Ring> an welchem das1 Parlament unter christlichsozialer und großdeuts'cher Diktatur gefesselt war; femer der Ring, an welchem die Bevölkerung -von -den Feudalen und Agrariern geführt wordenist; dann der Ring der christlichsozialen - offiziellen Lügen, daß unsere Verpflegung hinreichend ist und sieh niemand vorzusorgen brauche; es1-fehlen inoch' die Ringe der arischen Militärverwaltung: und Finanzverwaltung, der Ring des riesigen bäuerlichen Schleichhandels* .^lnd : noch sehr viele, sehr stärke Ringe, an denen die "Bevölkerung ins1- Elend geführt wurdej bis' sie am 12. November in wütendem Zorn den Ring durchbrach und -seine christlichsozialen Schmiede samt ihrer Umgemincr .davonjagte. .-. - Es ist aber kläglich von der Bevölkerung/ daß sie ihren Verführern von ehemals so rasch und gründlich' wieder aufsitzt und sich in dem Ring wieder einfangen läßt. - Sie folgt dem alten^ Ruf des antisemitischen Rattenfängers^ von Hammeln,-:. dem jahrhünderte alten' Bepphepp,- statt sich' vor Augen zu hälten". wo die große tragische Schuld der Weltkatastrophe eigentlich' liegt. Die- Veröffentlichungen der diplomatischen Aktenstücke haben wohlzur- Genüge bewiesen, daß das große ■ Unglück düicfr die Quertreibereien und die gewissenlose Hetze der^hriöt- Hchsozialeh - Partei in - Wie® - Entstanden-- ist Di*se

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