Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 43 (14.11.1919)
- Date
- 1919-11-14
- Page
- Seite 591 (sequence 3)
- Language
- German
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%:% r ' mmBms^mm Konfession Tr»bla»fte'_. der 'die ungarische. Ration , entri wickelnden Kulturwirkungen waren und sind, daß wir an den kulturellen, ..administrativen,, wirtschaftlichen, gesellschaftiichen .und. politischen. Werke der ungarischen Nation mit unermüdlichemEifer,,i'leil^,.ehrlich,.hingebungsvoll und treu teilgenommen haben? Wer. wagt. es zu bezweifeln, daß unsere . Söhne. während des Weltkrieges auf den Schiächtfeldern ihrer Soldatenpflicht, mit heldenmütiger SelbstauiJ-. Opferung Genüge geleistet haben? . . . Wir wollen für das ausgesteckte große und heilige Ziel arbeiten: daß wir das neue Üngarn schaffen und die ungarische Nation zu blühendem, unsterblichem, neuem Leben zu wecken helfen." Und so. wie . die Pes.ter und Szegeder Judenschaft, so denkt die Judensohaft ganz Ungarns.,Ihren Gefühlen, ihren Sorgen und Befürchtungen gibt auch der Aufruf Ausdruck, den die vor kurzem gegründete „Allgemeine Hilfskommi3sion der ungarischen Juden und die. Vertreter der israelitischen Eeiigionsgemeinden von Budapest und Umgebung an die ungarische Nation gerichtet haben. Da3 hinter uns liegende Halts jähr hat mit seinen bitteren. Erfahrungen die eindringliche Lehre von der Notwendigkeit der .Einheitlichkeit aller jüdi- «chen Kreise Ungarns festgewurzelt und zum erstenmal finden wir in diesem Aufruf alle Juden Ungarns, ohne Unteifr schied der, Schattierung, vereint, finden wir unter den Unter* Schriften neben den Namen der bekanntesten Vertreter des modernen Judentums, wie des Präsidenten der Pester Israelis tischen Beligio.nsgemeinde. Franz S z e k e 1 y, des Präsidenten der. ungariechen israelitischen Landeskanzlei Dr. Moritz Me* zei,,des. Professors Ignaz Goidzie her, die Namen der bekanntesten Führer der ungarischen Orthodoxie, wie des Presidenten der autonomen orthodoxen israelitischen Zentral-, kanzlei Adolf Frankl, des Präsidenten der autonomen israelitischen Beligionsgemeinde Abraham Freudiger de O h.ud a. jtind des Vizepräsidenten .dieser Gemeinde Desider KorjeXn. J3ieserr;Aufruf an .die. ungarische» Nation ..widerHv spiegelt mithin die Än3CnauunSen der gesamten ungarischen Juden. In ihm verweisen die Führer des ungarischen Judenv. tums auf die Hunderttausende jüdischer Soldaten, die ihr Blut, auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges für ihr Vater-, land und für ihre ungarische Nation vergossen haben. Sie weisen mit voller Entschiedenheit die Anklage zurück, die die Gesamtheit der ungarischen Judenschaft für die Nation feindlichen und unmenschlichen Verbrechen de3 bolschewistischen Begimes verantwortlich machen will. Sie erklären „vor Gott und den Menschen, daß die Ungarin «che Judenschaft dem Kommunismus in jeder Beziehung und in jeder Richtung, geistig und inateriell vollständig fern stand und fern steht, und daß jüdische Religion, jüdische Erziejh'ung und jüdisches Familienleben jede Identifizierung des Judentums mit den sündenbefleckten Lehren des Kommunismus ausschließen". ... Der. Aufruf lehnt jede. Gemeinschaft mit den der jüdi-. sehen Rasse, entstammenden Bolschewisten „ ab, die sich gegen, die Nation, und gegen die .Judenschaft schwer versün-, digt, .zum großen Teile. die jüdische Konfession längst ver^ lassenhaben und gesellschaftlich nicht jener Judenschaft angehörten,.die sbh. eins bekennt mit der ungarischen Nation. Er .verweist auf die ».unzähligen Opfer, die die Henker des Bolschewismus;auch, den Reihen des Judentums ent* nommen haben,,auf die jüdischen Kaufleute, Gewerbetreibend, den: und .Grundbesitzer, die von den Bolschwisten ebenso geplündert wurden, wie die christliche Mehrheit der bürgert liehen, Gesellschaft, auf den Raub jener Vermögensfonds, aus welchen die Juden ihre schönsten Institutionen: Spi-, täler, Waisenhäuser, Taubstummen- und Blindenanstalten erhielten. Und er fährt. dann fort: ■ „W i r ,e r w a r t e n v o nd e r ,G e s e 11 s c K a f t u n s e - r• s -ung«rischen Vaterlandes Gerechtigkeit. Seite öSV Die schwere Faust der strafenden Gerochfeig*' keit möge erbarmungslos auf alle Schuldigen niedersausen, die Unschuldigen jedoch mögen in ihren Schutz genom men werden. Wir, die wir ebenfalls Ungarn sind, wollen uns in den Schutz der . Qe& rechtigkeitsliebe der ungarischen Nation stellen und vern. trauen auf die Gradheit der ungarischen Gesellschaft, .die* sich von aller Verleumdung, aller Hinterhältigkeit, und. allen eigenmächtigen Rachegelüsten nur mit Verachtung;: abwenden kann. Die Augen der ganzen Welt sind auf unser unglückliches Vaterland gerichtet. Sie wartet zu. und wili sehen, mit welcher Geisteskraft die ungarische Nation nach, so vielen Erschütterungen eines Jahrtausends sich der schrecklichen Schicksalsschläge entwinden werde, denen sie, nach dem traurigen Ausgange* des Weltkrieges anheimfiel. Wenn je, muß sie jetzt dahin streben, sich groß und groß|f mütig zu erweisen, auch unter den Schlägen des Verhäng nisses, damit keine Anschuldigung wegen Ungerechtigkeit an ihr haften bleibe. . . . Wir wollen und werden arbeiten»., arbeiten für das Vaterland, für unsere Kompatrioten, für die zukünftige Generation, ohne Rücksicht auf Religion, wie wollen für sie arbeiten als treue Söhne der ihre ruhmreiche" Vergangenheit betrauernden, aber auf eine bessere Zukunft* "vertrauenden ungarischen Nation." Monistische Märchen. Aus einem. Briefwechsel* Von i>r. j&ax Ixfuawala.*; (Fortsetzung.). Aber ebenso, wie iwir blinde jüdische Apologetik ais unpassend, ja sus unneiivoii zurückweisen, ebenso verwahren wir uns gegen, .die V er - urteiiung aller juuen einlach aux virund inrer ZugehoriigKei t ziim JuaeoitUinx- Vv ops}.. beute das Lteutscnlanu, das einst aui selten Hessings s-and, wenn er „eine sehr ernsthaite tfeuraentung"" anstente, „uner die schnnpilicne Unterdrückung, m we^enu: ein vo*k seutzen inuli, das ein JÜhri3t, soute ich munen, nient ohne eine Art von ü.nremieiung beaacnicn Kann*? Uuer wenn er ausruft: „Aus min, dachte len, sind eheaem. soviel Heiden und fropneten ausgestanden^ unu jetzt zweifelt taan, ob e i n thrucner ivietnn unter ihm anzutreuen sei?" ,. Je länger, je klarer sehe ich, daflt die Juden, wie Nordau sagt, nicht verfolgt werüen, Iweil gewisse häJiucne Eigenschaften in inrem Uesanitchaiajaer hervo^reten, sondern daß sie diese ,angenommen haben, wen sie überall der Gegenstand uos hasses und der Verlegung waren. Ks meibc w*ihr: Jeues Land hat die Juuen, uie es verdient, len fcunxue Dir oänur schlagende rieispieie von jaden kexern, die aus dem gewissenlosesten, vodständig amorau-. sehen Jbbner Europas — nient nur naujctsiensi —,r durch das i^ixieructd Amerikas gezogen, zu waschechten Gentiemen geworden sind. BAs aui gelegentliche rlückiäile in uas ostiicne Plate nicnt wieder, zuerkennen l Aber — nonnna siiat ouiosa. Mundiich mehr davon, ich fürchte das* „Üpened by censor". „Religionen verdummen den Geist" <WSS5S=?w*?' - - Dieses Wort eines Karl Marx, dessen „Kapital" L. Jacoby als „die Fortsetzung und Ergänzung" *) Im vorigen Artikel ist S. 672, Z. 18,.; von unten hintor ■ den Worten „Einerlei Sprache und eindeutige Hede'* ausge»- fallen: „hörten auf. Die Menschen sprachen verschieden" . . ,