Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 42 (7.11.1919)
- Date
- 1919-11-07
- Page
- Seite 579 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 42 Dr. BEOCH'S WOCHENSCHRIFT Seite 675 deutS(&!arisbheiit Kultur entgegentraten, die in rüfiinlieh'er Weise darin besteht, daß alte Juden an den B&rten gezerrt, hilflose Leute jüdischen Aussehens von einer grimmigen Ueberm'acht mißhandelt wurden. •Wes Geist eskirider $ie Demonstranten sind, geht wohl ato besten daraus hervor; daß einige von ihnen aöii Schbttenring Pulverfrösche abbrannten, also einen Streich' dümmer Jungen begingen'. Bei anderen Gelegenheiten knallte es* wieder von' den Antworten, welche die Demonstranten von' einigen jüdischen Sportleuten erhielten, die von ihnen angepöbelt wurden. Was1 wollen' die Helden vom! Franz Josefskai eigentlich1?- Das1 AusweisüngSgeSetz ist doch1 Schon verlautbar! worden und es' iwlürden sich sehr viele Leute gern daran halten, wenn man ihnen Züge zur Verfügung stellen wurde, was1 bekanntlich nicht geschieht. Die Energie des1 AntiSenntiSmüS könnte sich also daran betätigen, daß man Kohlen für den Eisenbahnverkehr beschafft. Es' gibt aber noch' einen anderen Ausweg, um die große Not Wiens1 in der Frage der Lebensmittel und der Beheizung zu lösen, liämlich, daß man die antisemitischen Regierungen der Länder endlich dazu bringt, die Ahs'perrung und die Aushungerung Wiens aufzugeben. Das1 wäre ein weit schöneres Schauspiel als die Mißhandlung gebrechlicher Juden. ,N , * * * Welchen Blödsinn die Christlichsozialen ihren Anhängern aufzutischen wagen, geht aus1 einem1 Bericht über eine antisemitische Versammlung in Margareten hervor. In dieser "sprach der frühere Reichsratjs? abgeordnete Dr. Je rz ab>ek,!der unter anderem sagte: Es ist jetzt ein Jahr seit der Gründung1 unseres! Kleinstaates Deuts'chosterreich' verflossen, über desIsen Wiege (gleich1 vom! ersten Tage an ein bös^er Stern ■— der Stern Judas — waltete. (ZustinMung.^ Wir leben heute noch immer in keiner demokratischen, sondern ih einer reinen Judenrepublik. (Sehr richtig!) In dieser neuen "Regierung sitzen nicht weniger als vier waschechte Juden, die Verjudung unseres gesamten öffentlichen LebenS Schreitet rüstig weiter. Daß das! alles1 zersetzende Judentum! Schuld an unserem' Schmachfrieden trägt, muß heute doch jedermann einleuchten. Die Sozialdemokraten als! getreue Judenschütztruppen weisen allerdings diese Behauptung entrüstet zurück und bezeichnen sie als „antisemitische Pogromhetze".- Redner Schilderte sodann die stets fortschreitende Verjudung unseres' gesamten öffentlichen LebenS, wobei er#auf die Tatsache verwies', daß gerade in den nächsten und mächtigsten Nachbarstaaten unseren österreichischen Gesandten jüdiSche PreSs'ereferenten beigegeben worden seien'. (Lebhafte Pfuirufe.) Wir haben, fuhr Redner fort, trotz des1 Ausweisungsbefehles1 unserer Regierung noch immer 130.000 Ostjuden in unserer notleidenden Stadt, die uns furchtbar ausnlündern und Schädigen. Die Regierung hat zwar das AusweisungSgeSetz verlautbart, gleichzeitig aber alle antisemitischen Versammlungen und Kund- ' gehangen verboten. (Stürmische Pfuirufe.) Die Ausweisung dieser Judensippe muß endlich' einmal erfolgen, sonst wird das gepeinigte Volk von Wien zur Tat schreiten müssen. (Brausender Beifall.) Dem1 bekannten Pogromhetzer könnte man folgendes' antworten: „Ueber dem alten Staat stand der cnristlich'soziale Stern und unter 'diesem sind wir auch' glücklich (zugrunde gegangen, per rein c'htist- , lichsöziale Krieg nat uns die bittere Niederlage und den Schm'achfrieden gebracht und es! ist läppisch', . /die Juden dafür, verantwortlich zu machen; Was aber die Ostjuden anbetrifft, scheinen die Ahnen des JerzabekS auch nicht von den Ufern "der Donau zu stammen. WaS hätten sie dazu gesagt, wenn; man sie unbarmherzig ausgewiesen oder gegen die Tschechen einen Pogrom' gemacht hätte, was! auch' einmal in den Bereich der Möglichkeiten gehört hätte? Dann hätten wir heute vielleicht nicht das Vergnügen, daß einer ihrer Nachkommen mangels jeder anderen Bedeutung gegen die Juden hetzt. Die Juden sind an altem schuftf! Die „Bohemia" veröffentlicht folgende Mitteilung: Im Eisenbahncoupe erster Klasse. Drei tschechische Staatsbahnbeamte, ein Direktor und zwei Inspektoren, haben unendlich Wichtiges untereinander zu besprechen. Sie reden von dem? und jenem und kommen unter anderem auch auf die Valuta zu sprechen. „Sagen Sie, meine Herren',," unterbricht der Herr Staatsbahndirektor das1 Gespräch, „was ist das eigentlich1, die Valuta? Ich habe zwar einmal studiert, aber daS habe ich schon vergessen. WaS liegt der Valuta zugrunde? Der Dollar oder Sonst was? Ich bin mir darüber nicht klar. Sie aber, Herr Inspektor, als Rechlnungsbeamter werden das doch' wiSSen." Bevor der Angesprochene noch antworten kann, beeilt-sich der 'dritte Herr, Seinem! Vorgesetzten in nichts voraus zu Sein; er versichert gleichfalls, er wisse eigentlich nicht recht, was 'das Sei, die Valuta. Und der Rechnungsbeamte — Kas'sareviSor von Beruf — gibt eine köstliche Definition deS Begriffs Valuta: „Eigentlich weiß ich' eS auch nicht. Aber was1 kann das sein? Valuta, das ist So, wie es die Juden brauchen. So wie es für ihre Geschäfte nötig ist, so machen1 sie die Valuta." Sprach's, und keiner der drei Herren zerbrach sich weiter sein vom! Staate teuer bezahltes kostbares Himkastel über die Valuta, unter welchem Wort sie sich wahrscheinlich! irgendeine Esperanto- Geldart vorstellten:. Engfärtcfer^ntf tfer^Ziow ___ Wie das jüdische Korrespondenzbureau schreibt, enthält die bekannte englische Zeitschrift „The Asiatic Review" einen Artikel von Kapitän P. S. Damno n, der mehrere Monate mit den englischen Trappen in Palästina weilte. Er Schreibt unter anderem: „Die Tatsache, die uns' vor allem1 überraschte, war, daß die Juden niemals irgendeine Anhänglichkeit für die Türken zu haben Schienen. Sie fühlen sich' ausschließlich! als Palästinenser und können keine andere Nationalität. Die Türken begriffen dies und hatten kein Zutrauen zu den Männern, die in den Kolonien rekrutiert worden waren. Ich traf selbst einen Mann, dem1 verboten worden war, sich der Front nicht über die Linie von Aleppo zu nähern. Seit meiner Rückkehr nach England konnte ich bemerken, daß sich! hier 'die Sympathie für den Zionismus verringert hat, waS ich der Tatsache zuschreibe,;daß gewisse) Juden, in iRußland Bolschewiki sind und manche Juden in Deutschland wahrend deS Krieges ihr Los mit derni ihreS Landes verknüpften. Auch wird behauptet, .daß die Juden irrt allgemeinen keine große Fähigkeiten für Landarbeit zeigen. Soweit es' die Kolonisten in Palästina betrifft, ist kein Grund für alle diese Bedenken vorhanden. Ich habe keine Spur progermani- Scher Gesinnung entdecken können. Die Deutschen waren zu innig mit der türkischen Mißwirtschaft verbrüdert, um viel Sympathie hier auszulösen.