Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 41 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 558 (sequence 2)
- Language
- German
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Seil« 6« ßr, BDOCH'S M: diese Rolle können sie unter den christlichen Jungfrauen wählen usw. Man iragte sich damals: Wer war der Großr rabbiner, der solche Rede gehalten? Wo hat .er gelebt? Es stellte sich heraus, daßdiese angebücne Rede eines „Großrabbinürs" nichts ist, als eine widerliche, aus der Luit gegriffene erdicnteie Erfindung, aus einem Roinan nieoriger Gattung, der wuer dem Titel: „Gaeta, Warschau, Düppel" in Berlin im Jahre 18ö8 erschienen ist. Der Verfasser dieses Romans1 ist der aus dem Prozeß Wal deck wohlbekannte Zeuge, Rechnungsrat Hermann Goedsche, welcher als Roinanscbnftsteiier üen Namen John Retcntie führte. Die Kroichtuhg aus diesem rioman wurde in antisemitischen Flugblättern, als „die Großrabbinorrede aui aem Judenkirchhof in Prag" verbreitet; da man in Verlegenheit war, einen solchen „Grobrabbiner" namhait zu machen, wurde er später zu einem ein- « fachen „Talmuoisten" degradiert und als „die Rede des laimuüisten" .von der ^Boniiazius-Körrespondenz" 1908 in Unnauf gebracht, und nun wird diese literarische Büberei und Infamie antisemitischer Schurken neuerdings in den „Wiener bhmmen" (unterzeichnet .fror. J. Sk.) den Wiener Lesern vorgeuscht. Em. weiterer Kommentar ist wohl entuehrüohj. r-ür uie „iteichspost" ist jede Fälschung im Dienste der Pogrojnagiiation eine gOctgeiädige Tat. * * * Einen sensationellen Artikel zur Verteidigung der Juden nnden wir im „Deutschen Voiksmati,4', das jetzt wieuer stark in Antisemitismus macht. Der Artikel heißt „Monarenisten und Kommunisten" und lautet: „Wir erbauen vom. Verband der unabhängigen Baueinbünde nagende Zuschrut, die wir xia.cu unserem jouinaasttSchen Grundsätze, keine Summe der Ueftentduh^eit vorzuenthalten, zum .abdrucke biingen: „in uem Artikel ^Monarchisten und ivommanisten'* hat Abgeordneter ur. liurtier ioigendes nehauptet; „Wer treibt denn die intensivste kommunistische Propaganda? Auen iiier wird uie Antwort verordnen, uie ich gebe. Meines Ürachxns tun oäs nämlich die treinettiicnen BdU^rnDunaier, weiche in aeuiagogischer \Vtise die Bauern verhetzen, weder Vi«n noed Getreide aozuiieiem und daurch unser Ernänrungseiend m gewissenloser Weise steigern." Wir müssen annehmen, daß; Abgeordneter Dr. Gürtier diese harten Woroe nur aus dem Grunde Schleiden Konnte, weil er lmojge seiner langen Ab-, Wesenheit in bt. Gemiain über uie tatsächlichen VerhäiLmsse und über die Haltung unserer Bunde in dieser *rage richiig iinörmiert War. D^nn sonsc müßte er wissen, daß wir schon mehrmals diese Descnuloigungen zurückgewiesen haben und auch erst kürzlich wieder die Haltlosigkeit dieser Behauptungen durch xoigende Tatsacnen erwiesen: 1. War Aogeoruneter stocker, gegen den am häufigsten diese Anschuldigungen erhonen werden, jetzt länger ais sechs Wocnen in Böhmen. 2. nahen uie ireihoiUchen Bauernnunde als die ersten und bisher einzigen in ihren Zeitungen bereits vor Wocnen einen Aufruf an die Bauernschait gerichtet, worin sie dieselbe auffordern, so rasch ais mogüch inren Ablieferungspilichten nachzukommen. Düren den Hinweis auf cUtse beiden Tatsachen aliem glauben wir alle rechtlich denkenden Menschen überzeugen zu können, daß die gegen uns erhobenen Anschuldigungen unbereentigt sind." . _ . :!i, Wir haben den von wenigen Juden vertretenen Bolschewismus den von allen Agrariern betriebenen Bolschewismus, immer entgegengestellt und ü^den. nun ÖCflfiÄSCHRDKE I sr.4i . in der Behauptung eines' antisemitischen Abgeordneten und ihrer lendenlahmen Erwiderung die Bestätigung für die wahre Sachlage. * * * Das radikal -antisemitische Abendblatt veröffentlicht folgenden Bericht: „Die Verbrechen des kommunistischen Tribunals." Aus Oedenberg, 23. d. M., wird den „Wiener Stimmen" berichtet: Vor dem hiesigen Gerichtshofe begann heute ein auf fünf Tage anberäumter Prozeß gegen eine Reihe von Revolutionsrichtern der Aera Kun. Die Anklageschrift beleuchtet in großen Zügen die verbrecherische Tätigkeit jener verkommenen Werkzeuge der Budapester Judendiktatur, die lange Zeit das brave christliche Volk im Burgenlande in Angst und Schrecken hielten. Angeklagt sind des Mordes der Buchdrucker Ludwig Zsitvay, der Präsident, der Tischler Ignaz Schambauer, sowie der Maschinist Anton Nagy, Beisitzer jenes revolutionären Geiichtssenat?^, welcher am 9. und 10. April im Schlosse der gräflich Zichyschen Familie in Füles den dortigen Geistlichen Anton Szemeliter „wegen seiner Widersetzlichkeit gegen die Proletarierdiktatur" zum Tode verurteilt hatte, da sie dieses unter Anmäßung eines Amtscharakters widerrechtlich geschöpfte Urteil am 13. April im Hofe des Oedenburger Gerichtsgebäudes vollstrecken ließsn. Der Privatbeamte Alexander Huszar, der bei der Urteüsfällung das Protokoll führte, ist der Mitschuld an dem Morde angeklagt. Angeklagt sind ferner Bauzeichner Thomas Presch i t z, Postrat Dr. Kolman T a k a c s, Tischlergehilfe Anton Geracs'ek, Koloman Horvath, Bahningenieur Stephan Märusak, Buchdrucker- Josef Walter, Edmund Horvath und Ludwig Taus er, .denen die Anklageschrift zahlreiche Verbrechen und Vergehen, zusammen 103 Fälle, zur Last legt; Das Kapitel der Erpressungen, deren sie sich schuldig machten, steht an erster Stelle. Das Delikt der Freiheitsberaubung, das hauptsächlich den Angeklagten Preschitz und S chambauer zur Last gehegt wird, erblickt die Anklage darin, daß» die Angeklagten in ihrer angemaßten Eigenschaft als* Präsident, beziehungsweise als1 Richter des Revolutionstribunals auf Grund eines nicht bestehenden Rechtes Urteile schöpften und die von ihnen verurteilten Personen zur Verbüßung der über sie verhängten Freiheitsstrafen verhielten. Die Erpressung wurdeverübt, indem die Angeklagten die vor dem Revolutionstribunal erschienenen Zeugen und Parteien unter Androhung gewaltsamer jMaßre-eln zur Erleg u n g g r ö - öerer Geldsummen nötigten, um sich persönlich oder der damals1 bestandenen Diktatur wider - redhtlicbe Vorteile zu sichern." Man beachte nun, daß unter den „Werkzeugen" der Judendiktatur sich lauter Christen befinden. Trotzdem wurden im Oedenburger Komi tat Pogrome an ehrsamen Judenfamilien begangen und die Mörder angesehener und ehrenhafter jüdischier Bürger gehen noch heute frei herum und brüsten sich mit ihren Heldentaten. Wann wird endlich für diese Leute das Gericht kommen? . Monistische Märchen, Aus einem . Briefwechlsel. Von Dr. Max Granwald. (Portsetzung.) Zufall. Das moderne Hirn ist jahrzehntelang mit Materialismus* derart iü^rfä&grt worden, dafe es jatzt