Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 40 (22.10.1919)
- Date
- 1919-10-22
- Page
- Seite 554 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6&Ö I>r; BLGGflS WOCHENSCHRIFT. Nr. 4fr Freojad CharlotteL geK ßt. . August 1898 in . Wien; XIX./Zeh'enthofgassfe 4i. Frisch Bora, geb. 13: Dezember 1887 in Wien, XVIII., Gentzgasse 38. ' Fuchs Fraihz!Kari; Privatbeamter, geb. 6. Februar 1893 iii Berlin, XIII., Wenzgasse 19. Großroaaua Valerie, geb. 24. Oktober 1903 in Wien, XIX., Barawitzkagaäse 1. Ontjh Friedrich, Ingenieur, geb. 26. Juli 1888 in Prag, XVIIi., Weittofgasse 3. Haufler Leoni, geb. 1. Dezember 1889 in Magdeburg, V;, Konigasse 38. Holz Irma, geb. 25. August 1894 in "Wien, VII., Zieglergasse 63. JindraIternhard, Schlosser, geb. 17. März 1897 in "Wien, XV., Schantzstraße 24. .: jßjammer Hugo, Direktor, geb, 13. März 1874 in "Wien, Baden, Pension Bauhenstein. Kteäm Iilly, Bankbeamtin, geb. 13. Dezember 1894 in;Wien, XIX-., Sieveringerstraße 75. Kreuzer, geb. FüchSl Maria, geb. 25. August 1886 in Wien, '^Vm., Währingergürtel 19. Lederer Hafts, Dr., Arzt, geb. 19. Juni 1892 in Wien, Elagenfurt, St. Veiterring 31. Lichten falsa Bronner Salomon, geb. 22. April 1893 in Zolkiew, XIV., Flechgasse 53. \ Loschifez Bora, geb. 31. Dezember 1903 in Wien, Mauer, Wienerstraße 14. Pollitzer Max, Mittelschüler, geb. 22. August 1902 in Wien, Xm-., Einsiedeleigasse 16. Schleif liobert, geb. 8. Juni 1898 in Königinhof a. E., Aflenz. Schlesinger, geb. Kruljac Antonia, geb. 5. Februar 1893 in Wien, XV., Kranzgasse 4. Schwarz Oskar, geb. 26. Jänner 1891 in Wien, XIV., Felberstraße 96. Steipaberg Hugo Moritz, Dr., geb. 3. August 1891 in Bukarest, Gänserndorr. . Steiner Julius, geb. 26. April 1905 in Wien, Hart-» berg, Hartl Nr. 104. Strauß Hermafnn, Student, geb. 13. Februar 1901 in Wien, XIX., Felix Mottlstraße 25. Strauß, geb. Lajngfelder Therese, Schneiderin, geb. 26. September 1877 in Bestercebanya^ I., Graben 12. . . Süß Berta, geb. 7. August 1884 in Brünn, XIX., SGhagergasse 8. Teltscher Wilhelm, geb. 26. Februar 1885 „in Brünn, VI., Korneliüsgasse 2. _ Togger JEtefae, geb. 13. Juli 1895 in Sofia, XVHI., Hainzingergasse II. Weidisnger Ernst, Kaufmann, geb. 21. August 1884 in Zömbor, XITT., Jagdschloßgasse 37^ Weidipager, geb. Zcaudicz Elisabeth^ geb: 16. September 1894 in Wien, XLTI., Jagdschloßgasse 37. Werthheim Alfred, Direktor,, geb. 13.; Mai 1880 in Wien, Bodenbach. . \ '■ ■ i Wolf Friedrich* .Student, geb. 1. Jänner 1896 in Wien, XIX., Zehenthofgasse 27. Zitjuer Johanna, geb. 2. März 1868 in Dürnkrut, V., Kohlgasse 46. _ - Oberhollabrunn. (Neuwahl.) Bei der am Sonntag den 12. i Oktober 1. J. durchgeführten; Neuwahl der Chewra- Kadischa wurden nachstehende Herren gewählt: Berger Michael zum Vorsteher, Fleischmann Josef "zum Vorsteher-Stellvertreter, Hauser Wilhelm zum ersten Beirat, Weinberger Leopold zum zweiten Beirat und Eanzenh'ofer Adolf zum Friedhofsverwalter. Graz. Herr Landesrabbiner Dozent Dr. David Herzog würde zum Mitgliede des steiermärkischen Lahdesschulrates ernannt. Die Juden der Steiermark sind damit zum erstenmal im1 Landesschulrate der Steiermark vertreten. Feuilleton, Eine Gottesfügung. Von Dr. L. R. „Der Tod lehrt uns* leben, die schwerste aller Mjaste. Ein „Professor morahum4', wie Äsmus ihn: nennt, heilt er unseren Leichtsiiin, unseren Zorn, unsere Lieblosigkeit, unseren weltlichen Ehrgeiz; er gibt uns "Maß und Haltung, er macht uns tapfer und stark. „Und wie leichtfertig und vermessen", sagt Jeremias! Gotthelf, „schlendern die Menschbn durchs Leben, als' oh! isie hundert Leben hätten, hundert Mal von vorne wieder beginnen könnten. . . *" Ab. diese hochbedeutsamen Aussprüche mußte ich unwillkürlich! denken, als' mir dieser Tage eine hebräische Zeitschrift, „Hanes'cher", aus' dem Jahre 1865 zu Gesucht kam nnd ich ein unter dem Titel „Ezba Elo'him" in wahrhaft klassischem Hebräisch geschriebenes' Feuilleton darin las. In der Tat, mußite ich mir sagen, Hufeland bat recht, „der Gedanke an den Tod ist ein vortreffliches Hausmittel, tugendhaft und rechtschaffen* zu bleiben"./ Der „Gedanke an den Tod", in welchem schon uns'ere alten Weisen die beste Waffe gegen die ankämpfenden Leidenschaften erblickten, bewährt sich auch in der .folgenden hochinteressanten Erzählung, die ich "der vorerwähnten Zeitschrift entnehme. Es ist dies' keine dichterische Fiktion, sondern eine Tatsache, ein wirkliches' Ereignis, von welchem Dr. Junker, Profes'sor an der Universität zu Halle, bei den Vorlesungen gelegentlich mit Vorliehe sprach. Zwei Leichen von 'zum Tode durch den Strang Verurteilter werden ihm zur Obduktion überbracht, da er aber zufällig den Schlüs'sel zur Sektionshalle nicht finden konnte, ordnete er an, daß die Leichen einstweilen in eines seiner Zimmer, welches neben seinem Schlafzimmer sich befand, gelegt werden. Oh)ne sich weiter um die Leichen zu kümmern, setzte er sich1 an den Schreibtisch, um, wie gewöhnlich am Abend, an seinen wissenschaftlichen Werken zu arbeiten. , Die Hausgenossen hatten sich zur Ruhe begeben, und nichts1 störte den Professor bei seiner geistigen Beschäftigung. So verliefen die Stunden, ohne daß auch nur das Mindeste die Gedanken des Professors! abgelenkt hätte. Plötzlich aber —es war gerade um Mitternacht — s'ohjien es ihm, ,als vernähme er ein leises' Geräusch aus dem Zimmer (drinnen, in welchem' die Leichen aufbewahrt waren. Er dachte nicht anders1, als daß man aus Vergessenheit die Katze im Zimmer belassen hab:e, und auf diesen Umstand führte er das Geräusch zurück. Ohineweiters erhob er sich von seinem Sitze> nahm d,as Licht zur Hand und, begab' sich1 ins' Nebenzimmer, um sich von der Richtigkeit seiner Annahme zu [überzeugen- Er öffnete upd trat ein. Sein erster Blidk fiel auf den Sack, in welchem die beiden Leichen eingenäht waren. Bei diesem Anblick ergriff ihn ein jäher Schireck und wie festgenagelt blieb! er an der Stelle stehen. Der Sack war der Länge nach aufgerissen und enthielt nur noch eine Leiche.. Wohin mag wohl die zweite geraten sein? Tür und Fenster waren wohl ver-' schlössen, wer konnte also die zweite Leiche dem Sacke entnommen haben? Djese Frage beschäftigte den Professor, indem er, ängstlich zitternd, mit fieberhafter Erregung im Zimmer Ums'chau hielt. Wer suchet, der findet. Professor Junker sollte nicht lange über den Verbleib "der verlorenen Leiche im Unklaren bleibe11- Zusammengekauert lagj sie m einer Ecke des' Zimmers und grinste ihn gespensterhaft an- Bei diesem Anblicke taumelte der Professor, an Leib und Seele zitternd, rücklings' der Türe zu, in seiner Rechten das' Licht, mit der Linken nach der Türklinke tastend, dabei; verfolgte ihn die Leiche mit ihrem gespensterhaften Blick, ja sie erhob sich! slogar und trat, oder vielmehr sie schwankte auf ihn zu".