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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-10-22 · 40 (22.10.1919) · p. Seite 549

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
40 (22.10.1919)
Date
1919-10-22
Page
Seite 549 (sequence 9)
Language
German
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Dr. BLOCH'S WOCHENSCHRIFT S-itf» 64* weit3r .Weise die publizistische . Vertretung unserer Aktion-»- in der Schweiz übernommen. Vor allem aber arbeitet ein Komitee mit Eifer und erfreulichem Erfolg für unsere Sache. Insbesondere sprechen wir, außer den schon genannten Herren iiabibiner Dr. Cohn lund Riedakteur Weinbaum, unseren wärmsten Dank aus den Herren Präsident des erwähnten „Schweiz. Komitees für Erez Jisroel" J. D r e y f u ß - S t r a u ß -Basel, Rechtsanwalt Dr. Markus Cohn, ebendort, Rabbiner Dr. Littmann und Rabbiner Kornfei.n-Zürichi, Wolf S, Jacobsoha und Fräulein E. Leitner, ebendort, die gleichfalls schön namhafte Beträge erzielt "haben. Aus dem Briefe des Herrn Direktor Yellin ist zu ersehen, daß! ein Bett in dem Augenspital sich auf 9—10 ägyptische Pfund monatl.ich-siellt. Wir bitten diejenigen unter unseren Freunden und Gönnern, die unserem Werke statt einer Spende eine däue r n d e Zuwendung widmen. wolle», dies in Form einer oder mehrerer Bettstlftunken zu tun. Jedenfalls1 bitten wir wiederholt: Spendet für die einzig» jütii&äte Augenklinik in Jerusalem! Die aligemeine Hiffskammlssion für Palästina. Reduzierung der Hilfsaktion des Joint DlyrJvulIsn Corntafiitee in Wien. Das Präsidium des Joint. Distribution Commitiee, Abteilung Wien, teilt folgendes mit: In großzügiger Weise hat das Joint Distribution Comtmittee in New-York uns Mittel zur Verfügung gestellt, um den unmittelbar durch den Krieg in Not geratenen Juden beizustehen. Die Mittel, die uns zugewiesen wurden, ermöglichten es uns bisher, an alle Juden, die infolge der kriegerischen Ereignisse ihr Keim verlassen.- und.-nach' Wien kommen mußten, wenn sie hier in Not lebten, eine fortlaufende- Geldunterstützung zu gewähren. Die Aurrechterhaltung der Bargeldunterstützung im bisherigen Umfange an alle bisher Beteilten ist aber leider unmöglich, so daß die im Verhältnisse zur großen Zahl der .Hilfeheischenden verfügbaren und unzureichenden Summen den weiter unten angeführten Kategorien der gänzlich Hilflosen und vor allem den von uns erhaltenen Institutionen (Krankeniürsorge, Kinderheime, Kinderküchen und öffentliche Ausspeisungen) vorbehalten bleiben müssen. Ab 15. Oktober d. J. werden daher in unserer Abteilung Mariahilferstraße nur die alleinstehenden Frauen, die für schulpflichtige Kinder zu sorgen ha: ben, hilflose Greise samt deren Gatünnen und fürsorgebedürftigen -Kindern, ferner arbeitsunfähige Invalide, wenn die Bedürftigkeit feststeht, die fortlaufende Unterstützung, insolange als die vorhandenen Mittel ausreichen, beziehen können. Wir werden jedoch bemüht, sein, durch Verteilung von Lebensmitteln und Bekleidungsstücken, die uns vom „Joint Distribution Committee" in New- Yiork zur Verfügung gestellt werden, über den Kreis der vorerwähnten Personen hinaus den Bedürfnissen der notleidenden Flüchtlinge gerecht zu werden.; Das Präsidium des! „Joint Distribution Committee", Abt. Wien. Nachschrift der .Redaktion. Bereits in der, letzten Kummer wurde zu dieser recht empfindlichen Einschränkung der amerikanischen Hilfsaktion Stellung genommen. Not und Elejid ist in namenloser- Steigerung begriffen. Ein "Winter mit nie dagewesenen Schrecknissen ist im Anzüge. Da soll die Hilfstätigkeit noch' eine Einschränkung erfahren II Die Bedenken gegen dk-se Malnähme erkläre Nationalrat Stricker in der „Jüd. Morgenpost'* für „mehr lächerlich": denn „Jedenfalls haben wir die Einstelluag: von Bargelde Unterstützungen nicht (prinzipiellen Gründen, zuliebe verfügt, sondern [nur aus Not, weil Amerika das Budget, welches anfänglich mit dem amerikanischen Vertreter vereinbart worden, nicht zugeschickt hat*. Allein, (wenn wir uns (gilt erinnern, hat Herr Stricker seinen nun zur Ausführung gelangten Antrag, die Geldunterstützungen einzustellen, damit begründet, daQ angeblich das ünterstützungssystem „bei'uüe eine ganz neue Art von Schnorrergesellschaft schafft'*. Nüö aber heißt es, nicht prinzipielle Bedenken, sondern Mangel an Mitteln hat die Maßnahmen notwendig gemacht. Amerika schickt snämlich jetzt, wie Nationalrat Stricker mitteilt, nach Wien kein Bargeld mehr, sondern Lebensmittel, dann auch Kleider! ■' Welche Motive jimmer die großherzigen Wohltäte? ia Amerika zu feiner veränderten Stellung, in bezug auf die Hilfsaktion speziell in Wisn veranlaßt haben, darüber wollen wir uns nicht in Vermutungen einlassen. Wir unsererseits begreifen, daß man die Bestellung Hundertel und Hunderter von Beamten und bezahlten Hilfepersonen für eine bloß für eine kurze Zeit gedachte Notaktion, noch mehr die Einrichtung luxuriöser Bureaus mit neuen kostbaren Möbeln, welche Biesensummen verschlungen haben, um so mehr als unnötige Verschleuderung öffentlicher Mitteln bedauerlich gefunden, ale eingerichtete Lokalitäten zur Verfügung waren. Wie vielen Familien hätte man ans Kot und Hunger, aus Kummer und Elend mit «den verschwendeten Summen retten könnent' Das sind die Gründe unserer Kritik, die Herr National^ rat Stricker als „gehässig" bezeichnen beliebt, ohne' eine Widerlegung |zu ver3uch! n. Ah Oppositionsmann hat Her»' Stricker das Recht der freien Kritik in den stärksten Akzenten für aicbi in Anspruch genommen, gegenwärtig ist er bereits so wejtt, jeden Einwand gegen unveranfeworlfr liches Gebaren mit öffentlichen Geldern als „Gehässigkeit" anzusehen, Iwiewohl wir die Maßnahmen streng sachlich' behandelt und die sich tinwillkürlich aufdrängenden persönlichen Fragen in Erörterung zu bringen vermieden haben. Herr 8tricker verabsäumte es, sich! hinreichend zu informieren. Betreffend die jüdische Kinderausspeisung bemerkt er, „daß die Kinder weniger (!) Fleisch bekommen, das geschieht, weil die Küchen koscher geführt werden, und Koscherfleisch weniger zu haben ist, und man nicht mehr geben kann, als erhältlich ist". Herrn Stricker sei nun mitgeteilt: Jedem Kinde wird bei der Aufnahme gesagt, nur milchiges Geschirr (Eßschale und Löffel) mitzubringen. Kinder, die dort über zwei Monate essen, haben Fleisch; noch' nicht gesehen. In der an weiterer Stelle abgedruckten -Zuschrift des Ingenieur Sußmann wird erklärt, daß auch in den christlichen Küchen kein Fleisch verabfolgt wird ~ atn die Kinder. Für die Beamten und das sonstige bezahlte Personal ist Fleisch1 da. Dio Politik des Herrn Stricker bei Abwehr Öffentlicher Kritik unleugbarer Mißstände scheint uns verfehlt; er sollte den Mut aufbringen, auch) in den eigenen Reihen auf Beinlichkeit zu sehen und notorische Ungehörigkeiten nicht tnifc seinem Namen decken. Wo ist tfati Kosc&ferffetett aus Amerika? Ein angesehener hiesiger Fleischhändler fand bei einer hier eingetroffenen Sendung , amerikanischen Fleisches einen vom 3. Juni dl J. datierten Koscherzettel, der in l&bzäiscber und englischer Sprache die Aufsicht des „Superrevisor of ShecMta Rabbi Br. Ph. Klein" in New-York bezeugt Diese Marke wurde unserer Redaktion mit der Anfrage de» betreffendem

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