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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-10-22 · 40 (22.10.1919) · p. Seite 548

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
40 (22.10.1919)
Date
1919-10-22
Page
Seite 548 (sequence 8)
Language
German
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Seife «44 Dr. BLOCH'S WOCHENSCHRIFT Nr. MO sie mit der Zeit zu ersetzen. Zu diesem Zwecke sei es notwendig, daß sich die Söhne des Landes praktischen Läufbahnen zuwenden. Massenkonvertierungen von Juden In Ungarn. Bach einer Mitteilung der jüdischen Wochen - schrift „Egyeidoszeg" haben sien in der Zeit vom Oktoberumsturz bis zur kommunistischen Herrschaft 265, während der Diktatur Bela Kuns 903 und seit der Aufrichtung des1 Regimes1 Friedrich 1121 Juden taufen lassen. Darunter befinden sich 32 Aerzte, 77 Advokaten, 102 Ingenieure', il Apotheker, 16 Professoren, 121 Fabrikanten, 402 Beamte, 95 Kaufleute, 41 Landwirte, 108 öffentliche Beamte, .12 Militärs, 12 Schriftsteller und 31 Kunstmaler. Die Juden in d«r fofclschewikiacnien Partei. Auf Grund einer von der Petersburger Parteiorganisation der Kominunisten veranstalteten Enquete liegen Daten über die Arbeiterbewegung bis zum L Dezember 1918 vor. Darnach betrug die Zahl der bolschewikisch organisierten Arbeiter in Petersburg im jganzen 121.071. (Ein Beweis für die riesige Abnahme der Bevölkerung der Haimtstadt.) Mehr als die Hälfte davon sind Metallarbeiter, da hauptsächlich' nur die Fabriken für Heeresbedarf arbeiten. Etwa 60 Prozent dieser Parteimitglieder sind jünger als 30 Jahre. Nach der Nationalität verteilen sie sich folgendermaßen: Russen 74,2, Letten 10.5, Polen 6.3, Esten 3.7, Litauer 2.6, Juden 2„6 Prozent. rlTer geringste Prozentsatz entfällt also auf die Juden. Esist dabei *zu bedenken, daßnach' der Abschälrang der „Tscherty Oßjedlosti", des AnsiedlungsverboteS für Judein in den großen Städten, im März 1917 jüdische Arbeiter und Handwerker in großer Zahl nach Petersburg eingewandert sind. Der töritlscWe Gesandte in Berlin. Der neue britische Gesandte in Berlin, Sir Horace _-R.umb'old, stammt väterlicherseits von einer angesehenen jüdischen Familie Preußens abl Die Nachricht von seiner Ernennung weckt altpreußische Erinnerungen, die auf den ersten Edelmann und Freiherrn jüdischen Glaubens in .Preußsn zurückgehen. Baron FerdiiiLand Moritz Levy Delmar, geboren 1782 zu Charlottenburg, h'aftte am 13. April 1810 von König Friedrich Wilhelm HI. den preußischen Erbadel und wenige Wochen später auch' die freiherrliche Würde ,4n . Anerkennuiig. seiner dem Staate geleisteten Dienste" erhalten. Er war seit 1832 vermählt mit Emily Rumhold, einer Tochter des englischen Staatsmannes George Rumhold. Der neue Gesandte ist der Neffe der. Freifrau v, Delmar,. Der erste und einzige Freiherr; v. Delmar, Ferdinand, war ein Sohn des CharlottenbErgerSduntzjuden Moses Sälomon Levy. Die .britische Regierung bedient sich ohne Bedenken 4er „Judenstämmiinge" im idiplomatischen Dienst und die nationalen Briten nehimen daran keinen Anstoß. Wäre Sir Horace Rumbol d in Deutschland oder Oesterreich!, hätten die Deutschnationalen gege n iihh Beschimpfungen und Schmähungen täglich' fehauft und ihn als Laustanz ,,Alljudaansy, der die olksinteressen verschachert, denunziert. Die einzige jüdische Augenklinik in Jerusalem. Einem Briefe des Herrn Direktor David Y eil in, Jerusalem, vom 8. September, entnehmen wir folgende weitere Aufklärung über die Notwendigkeit der dortigen Augenklinik: „Die Forderung nach einem Augenhbs'pital, das entsprechend versorgt und modern ausgestattet wäre, ist bei der großen Verbreitung von gefährlichen Augenkrankheiten hierzulande unter den gegebenen Verhältnissen eine unbedingte, wo bisnun nur allgemeine Hospitäler in genügender Anzahl errichtet sind. Zwar werden als1 Folge dieser Zustände in den allgemeinen Hospitälern hie und da ebenfalls Augenkranke nebenbei aufgenommen, doch ist meiner Ansicht nach das! Bestehen eines speziellen, modern arbeitenden Augenhospitals' durchaus' erforderlich1, es sei denn, daß man die Versorgung der vielen armen Augenkranken, der christlichen Mission (!), die schon am Werke ist, überläßt. Daher halte ich' es' für das' Wichtigste, das Augenkrankenhaus', das, wie erwähnt, unter der Leitung von Herrn Dr. Feigehbaum steht und als1 einziges speziell seinem Zwecke gewidmet, 30 Betten enthält, aufrechtzuerhalten, und es nach und nach mit dem Wachsen der Mittel zu vergrößern. Ein Bett kommt auf etwa 9—10 ägyptis'che Pfund zu stehen, was1 etwa 270—300 ägyptische Pfund monatlich ausmacht. Mit der weiteren Ausgestaltung der Ans!talt ist kein proportionelles Anwachsen der Spesen zu erwarten, da sich jeder große Betrieb verhältnismäßig verbilligt. Darf ichN Ihnen" zur Erläuterung, einen kurzen Bericht Ider Anstalt, der in diesen Tagen in der lokalen Presse erschien, wiedergeben, demzufolge in dem ersten Halbjahre 1919 19257 Kranke poliklinisch behandelt wurden, 3296 Verpflegungstage auf 262 Kranke kamen und 199 große Augenoperationen ausgeführt, worden sind. Wenn ich noch hinzufüge, daß die Anstalt bei ihren Patienten keinen Unterschied von Religion und Gemeinde kennt, so glaube ich, daß dieser Tatsache in unseren Tagen eine gewisse Wichtigkeit ziikommt, die idh, verehrter Freund, Ihnen sicherlich nicht auseinanderzusetzen brauche." Im Anschluß an diese Mitteilung sind wir in der Lage, berichten zu können, daß bereits1 eine zweite Geldsendung, diesmal ein. Betrag von "2500 Francs 50.000 Kronen, aus der S c h w e i z, nach Jerusalem für die Augenklinik unterwegs ist. Einem unserer jungen Freunde ist es bei einem Besuch1 in der Schweiz gelungen, einflußreiche Persönlichkeiten für unser Unternehmen zu gewinnen. Zunächst hat das von Herrn Rabbiner Dr. A. Cohn-Basel_ins Leben gerufene. „Schweizerische Komitee für Erez Jisroel", über dessen verdienstliches Wirken wir noch an dieser Stelle berichten wollen, uns aus' seinen Mitteln als erstmalige Subvention obigen Betrag von 2500 Francs' bewilligt. Wir wünschen diesen Sammlungen für einen so wichtigen und .würdigen Zweck weitere günstige Ergebnisse. Femer hat Herr Redakteur David Weinbau m, Herausgeber der bekannten ^Israelitischen Wochenschrift für die Schweiz", sogleich1 in - dankensK

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