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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-09-19 · 37 (19.9.1919) · p. Seite 488

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
37 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 488 (sequence 4)
Language
German
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Dr, BEOOTS WOCHENSCHRIFT " ' 1 Nr. 3T Seite 584 Ffiir dieses Judentum können wir vor der .Welt erstehen und für dieses' auch' soll das neue Palästina gelten, von welchem wir träumen und von dessen^ Verwirklicnung wir so beglückt uns l$Um, ' ) I i i :v; I Da gilt es auch uns zu sagen, wie wir es «so oft in diesem Kriege als1 Vorbedingung eines Sieges gehört haben, es gibt eine Front und ein Hinterland; beides gehört zusammen; soll die Front bestellen, dann mußi das Hinterland durchhalten. Unsere Front wird und soll von nun an in dem Kampfe, der uns5 von der Welt aufgezwungen wird, Paliästina sein, die gesicherte Heimstätte mit der gesicherten Ruhe und dein1 gesicherten Besitze — wenn unsere Palästinafront.vor der Welt bestehen soll, dann muß das" Hinterland treu durchhalten.- Dieses" Hinterland für die jüdische Palästinafront, das1 sind die Juden der Länder der Welt, die müssen unaufhörlich für diese heilige födischte Front tätig sejn- Wenn wir etwas' stiften, leisten iwollen fürs Judentum, müssen war dbrthSn unsere Kräfte konzentrieren, dort müssen wir, der Mahnung Miosis eingedenk, Gott aufsuchen, mit unseren Opfern und Spenden, mit .unseren' Pflicht- und freiwilligen Gaben, denn dort in Palästina soll unser geistiges und religiöses Zentrum1 erstehen, dorthin gehören in erster Reihe unsere Opfer —> denn hier in der alten Welt sind wir, 'auf die längste Zeit hinaus entwurzelt — mit Palästina winkt uns1 allein für das1 neue jüdische Kalenderjahr — eine neue Welt! I Monistische Märchen. s f! ' Aus1 fentem! Briefwechsel. : Von TJtt. Max 'Grnnirald. (Forfeetaung.) K^ff,^aeefenlf. *., , Dfe Äüin'o .eh© ist mir neulich in (meinem! Briefe aHeridings in eine falsche Zeile geraten. Die Versuche Neissers u. a., die zwischen Menschen- und Affenblut eine so nahe Verwfandtsehaft aufgedeckt haben, twaren mir hefcannt. Ich' hätte, das sehe ich ein, die Blutübertragung überhaupt nicht berühren sollen. Vbllauf gönjögte der Hihwfejs^ daß ein Zw^K^ngTiied zwischen Mensch1 und Äffe bisher nicht gefunden, »ondern nur erfunden ist. In jeder Wissenschaft gübft es* Geister, die mit genialer mtuitibn voraussagen; was' späteren Entdeckungen zu bestätigen vorbehalten bleibt. Was man aber "in der Ohtemie von Mendele1jeff, in der Geschichte von unserem1 Gratz, in der Kbelwissensfehaft von Bicke 11 mit seiner SirachV rekonstraktion sagen darf, deren Aufstellungen die Spätere Forschung recbfgegeben hat, sbwjeit sind wir mit Höckels* Luftbauten noch länge nicht. Derartige Prophezeiungen; sind keine Arguniente. Ja, Du Hältst mich' in Atem1, lieber Freund! Dein Religionslehrer hatte nicht so unrecht, wenn er damals Euch halbwüchsigen Burschen einfach erklärte, er habe sichV auf Einzelheiten der Deszendenztheorie nicht einzulassen. Das1 Judentum' verhalte sich diesen Fragen gegenüber neutral. Dir, als1 Wissenschaftler; kann ich! damit nicht mehr kommen. Da gibt es kein' Kneifen. Frage nur immerzu! Die Negierung des Affenmenschen bist- Du also so gnädig, mir zu konzedieren. Aber „die prinzipielle Einheit". des? Organischen und Anorganischen, die könne ich doch nicht bestreiten. Immer langsam voran! Autosephal Dein Häckel .sagt: Auch' Kristalle .„wachsten". Er selbst gibt zu, daß dieses „Wachstum" der Kristall« von dem der Zellen verschieden ist. Häckel spricht den Kristallen auch Assimilation und Fortpflanzung zu. Ebenso findet er für den!Stoffwechsel eine Analogie (!) in der anorganischen Chemie. Selbst „unbewußte Empf i n d u n g e n" besitzen bei ihm die Moleküle . bei der Kristellbildung. Daß hier, die Wissenschaf t aufhört, mußt Du Dir selber sagen. Seit wann sind Analogien Identitäten? Und eine „unbewußte Empfindung" ist, ein hölzernes1 Eisen, eine contradictio in adiecto. ■-. Was Organisches1 von Anorganischem in biologischem' Sinne unterscheidet, sind die L e b e n s f u n kt i ö n e n, das heißt im! wesentiichen: Bewegung, Reizbarkeit, Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung, also das, was, HlackeI schon im Anorganischen finden . wÜll, aber nicht nachweist. Es ist ferner der morphologische Unterschied, die. prinzipielle Verschiedenheit in der Struktur. Nur chemisch' bilden beide Reiche eine' Einheit. Ein Eisenteilchen ist das* gleiche ini' Rade der Loko:- mbtive, wie in der Blutzelle. Der Unterschied liegt nicht in den Kr-jä ft e in, sondern in den' Leistungen. Wiederum1 deckt sich somit däs: Ergebnis der Wissensehaft mit dem Bericht der Bibel1, die ja auch' das Organische (hefesch chajjah) aus dem' Anorganischen hervorgehen' läß(t. 1 *; {Allerdings Jst e$ hier die göttliche Schöpferkraft, die im Organischen die Arten schafft. Nur beim Menschen liegt ein ganz besonderer SchÖpfungs'akt vor. Gott nimmt Staub' von der Erde, bildet ein Itndiv iduu m und haucht ihm eine „lebendige Seele" (nisdhmatb chajjim). ein.. Was s'agt nun die Wissenschaft zu diesem geistigen Prinzip, das1, in der Mbuschett Genesis auftritt? " "* '•" •' Von dem' persönuchen Verhalten eines Newton, Faraday u. a.,. die streng bibelgläubig Waren, will ich' ganz absehen. Auch1 daß| Huxley als1 die einzige Religion, die ihn anspreche, die der Propheten Altisraels bezeichnet, Sei nur nebenbei eiwähnt. Ein Linne und Cuvier stehen aber auch in' ihren Lehren ganz auf biblischem1 Boden. Kant kommt in seiher „Kritik der Urteilskraft" zu dem Ergebnis1; „Nach1 der Beschaffenheit und den Prinzipien unseres1 Erkenntnisverm|S^ensi müssen wir die Natur in ihren' uns1 b'ekannt^ewtordenen, zweckmäßigen Anordnungen nicht anders, al'sf das Produkt eines , Verstandes^ dem' diese unterworfen ist, denken." Betont werden muß!. besonders, daß Darwin, selbst, übrigens1 . ein eifriger Kirchenbesücher, ausdriu'cklich erklärt: „Ich halte dafür, daö alle Lebewesen, die je auf der Erde gewesen sind', von einer Urform-.abstammten, de:r das Leben vom Schöpfer eingehaucht Wurde." In seinem „OriginofSpecies'.' (1901, S, 669) liest man: „There ig grandeur in Ms1 view! bf Kve, with! its1. several poi- . wers, having been originally b r e a t he d b y t h e Creator into a feW formö br intb one." Wie dürfte ihm' da Häckel die: Behauptung unterschieben, die Entwicklung habe ohne einen vorgefaßten Plan, d. h'. ohne. Mitwirkung; eines1 geistigen Faktors sich vollzögen? Wie fein rächt sich Darwin dafür, wenn er von Häckel sagt: „He; out darwined inte",, er,üherdarwint mich! Nun wird von Häckel selbst erzählt, er habe einmal gesprächsweise geäußiert: „Da . stoßen sich die Deute an meinen Materialismus; aber ich leugne ja gar nidht den Geist . . . , ich leugne ja gar nicht das Leben." Einem soh

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