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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-08-29 · 34 (29.8.1919) · p. Seite 444

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
34 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 444 (sequence 8)
Language
German
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Sefe HG Dr. BLQCH'S W( >... . ' Karen. '. Mrl K^ainyong Lee, Mitglied der fcoreanisch.su Friedensdelegation m Paris, hatte/lie Freundlichkeit, 4etn Vertreter der „Jüdischen Preßzentrale Zürich" iöber nie Juden in .Korea folgende Einzelneiten zu geben.: In Korea selbst leben nicht sehT viele Juden. MünerMn-besteht in der Hauptstadt Seoul seit langem eine jüdische Kolonie, deren Mitglieder jedoch sowohl in Sprache als auch der Kleidung nach völlig den Koreanern assimiliert sind. Sie haben sogar den . :koreanisehen Typus Umgenommen, so daß man auf der £traßeeinen Juden. von einem Koreaner gar nicht unterscheiden kann. Das einzige Erkennungszeichen für'die'Juden bildet ihr Name. Im koreaoischien oder im1 -chinesischen gibt es nur einsilbige Namen. Wenn nun einer Sumon . (= Simon) heißt, so weiß öian, daß er ein Jude ist. Man hat den ©rund der völligen Assimilation der koreanischen Juden damit zu erklären gestiebt, daß die koreanischchinesische Kultur der jüdischen durch ihren Rationalismus sehr nahe stehe; Die Juden Koreas beschäftigen sich ausschließlich mit dem Handel und .werden als äußerst tüchtige Geschäftsleute geschätzt. Ein wesentlicher Teil der kaufmännischen Mitjfcsl- . Masse in Korea besteht aus Juden, die völlige Gleichberechtigung genießen.. Die Juden nehmen auch den ihnen gebührenden Anteil .am Staatsdienst, es gibt Jüdische Soldaten und, Offiziere, Richter, Aerzte, Leh- - rer und Staatsbeamte. Es wird überhaupt kein Unterschied zwischen Koreanern und- Juden gemacht und der Antisemitismus ist den Koreanern vollständig fremd. Die. Koreaner, die selbst unter der Frem'diherrschaft der, Japaner zu leiden haben und sich nach Sejübtständigkeit sehnen, wünschen dem jüdischen Volk : - äin^ch'tig die Verwirklichung seiner nationalen Bestrebungen. FreisprecWujitg der Pogriomhefden. , Dass jüdische grewureau iii Stockholm meldet: Der Prozeß .gegen die Beschuldigten in der Ver- «aistaltung des Kielzer Pogroms1 ist im Kielzer Kreisgericht beendet worden. Die Hauptbeschuldigten« und Hauptveranstalter dieses Pogroms wurden befreit. Nach ihren Aussagen ivurden sie dank hoher Protektion freigelassen. 1___ Judenfeind lichtkeit polnischer Sozialisten. : ' Ttet Krakauer „Naprzod", das Organ der pol- «usciien Sozialdemokratie, sucht neuerdings mit seinem (Äuvinisnrus die reaktionären Blätter zu übertrumpfen. Er schreibt u. a.: „Als Paderewski den Punkt über die jüdischen Rechte im Friedensvertrage besprach!, -sagte er, es handle sich nicht um die Rechte?-selbst, sondern nur um die Art, wie den Polen die Ve^fnehtungen auferlegt, worden seien. Die Rechte selbst hätten sie den Juden allein gegeben. Das ist nicht wahr! (fügt - der „Naprzod" hinzu). Kein polnischer Reichstag hatte beschlossen, das jüdische- Ghetto in Polenzu verewigen und aus1 ihm einen besonderenapolitischen Organismus zu machen." •. / - :.; _.. _ i Die Entente und tlas polnische Judenproblem. jjllaac^^ veröffentlicht eine Reihe 3iemlich: pessimistisch klingender Aufsätze über die tage der polnischen Juden. Politische Macht in Parlatnent und öffenthehem Leben nutze den Juden nichts, sondern ihre Ausübung: werde leicht durch verschäifte Verfolgung beantwortet. Der Völkerbund s«ä yorläufig eine •Interess'enalliaiiz und "Polen eine der Verl^deten Mächie. »GHENSGHRIFT ' Nr. 34 - - In einem' Artikel, betitelt „Ein tagüchfes^ Martyrium'V bietet der „Manchester Guardian'' eineC anschauliche Darstellung der "jetzigen Läge der Juden in Polen. Nach ausführlicher Beschreibung der ganzen Genesis der antisemitischen Hetzex wobei besonders scharf gegen 'die derzeit herrschende nationaldemokratische Partei Stellung genommen wird, geht der Artikel auch' auf die gegen die Juden erhobenen Beschuldigungen über, die im Einzelnen widerlegt Werden. Betreffs1 der Jhbhen Nahrungsmittelpreise und der Bezichtigung des Wuchers heißt es1 u. a.: Tatsächlich ist der währe Grund des Zornes der. pol: nisch'en Handelsklasse gegen die Juden, , der, #aß der Gewinn, mit dem sie sichbegnügen, ein so geringer ist, daß sogar die kooperativen "Gesellschaften schwer mit ihnen konkurrieren können. Kein Zweifel, die Verkäufer, einschließlich' der jüdischen, haben gehamstert und spekuliert, aber der schuldige Profit-, macher War wahrscheinlich der polnische Grundherr und Pächter. Für diese, die. die Löhne nicht erhöhen wollen, ist es ein bequemer Ausweg, den Juden wegen der .hohen Lebenskosten anzuklagen. Was den Vorwurf der Deutschfreündlichkeit anbelangt, so darf man nicht vergessen, daß die halbe polnische Gesellschaft bis1 zums«Zusammenbrach pro-germanisch oder wie man es nannte, aktivistiseh! war und General Pilsudski selbst, höchst wacker auf der deutschösterreichischen Seite mitgefochten hat. Die neueste Anklage -ist, 4aß alle Juden Bolschewisten sind. Einige junge Juden sind sicherlich Kommunisten, aber die grbßa Masse verabscheut den Gedanken an eine soziale Revolution, wie sie alles Neue verabscheut. Ich' will nicht: versuchen, heißt.es weiter, die aufeinanderfolgenden Pogromwellen zu beschreiben; wel- ..che^seit dem; letzten November über die polnischen Juden• hinv^eggegangen sind, hnmerhih will ich' einmal in klarer Sprache heraussagen, daß diese pölriischkathbhsdtien Christen mit. ihren Truppen an der Spitze, gelegentlich1 ebenso brutal massakrieren, als jemals Christen druch Türken "massakriert, wurden. Entlassung jüdischer Volks^oWuile'Wrer. ' Das jüdische Preßjbüreau in Stockholm berichtet: Sämtlichen .jüdischen, Volkssehullehrerh in Ostgalizien wurde vom Vorsitzenden, der Kommission des Landesschülrates in Stanislau Jessenitzki eine Erklärung zugeschickt, daBf %ie infolge ihrer Eidesleistung zur Zeit der ukrainischen Herrschaft jetzt in polnischen Schulen nicht übernommen werden. Charakteristisch ist, daß ukrainische Lehrer, die sich .jetzt zuim Dienste melden, ohne weiteres angenommen werden. Den polnische^ Lehrern, die seinerzeit den Ukrainern den Eid geleistet haben, werden ebenfalls keine Schwierigkeiten gemacht. Damit ist es klar, daß es sich um eine Maßregel handelt, die zielbewußt auf die Entfernung der jüdischen Lehrkräfte arbeitet. Die Morgenthflu-K-ammi^sion in Pfnsk. Entgegen dem Mijaeren Planendem zur traurigen Bei"ühmtheit gelangten Pinsk * keine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, entschloß sich Botschafter Morgenthiau, diese Stadt dennoch persönlich zu bestiehen und begab sich auch nach, einem' kurzen Aufenthalt in Brest-Litotvsfc in Begleitung zweier Kommissionsmitglieder dahin.. Unmittelbar nach? ihrem Eintreffen in Pinsk begab sich' die Kommission auf den alten jüdischen Friedhof, um das Massengrab der34 Opfer, zu besichrigen. Als die jüdis'ch!e Bevölkerung von diesem Besuche Kenntnis erl4ngte, benutzte sie dle^elegen-

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