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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-08-22 · 33 (22.8.1919) · p. Seite 423

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
33 (22.8.1919)
Date
1919-08-22
Page
Seite 423 (sequence 3)
Language
German
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Kt. - ä Dr. BLOCHES WOCHENSCHRÜ-T Seite 319 wandt.-. Aus den Antworten sei:n hntf - einige^ beachtenswerte Stellen wiedergegeben, wobei die Urteile der Augenärzte besonders ins GewicM fallen. ~ Aus Zuschriften, hervorragender Mitglieder der Wiener medizinischen Fakultät: , JProfessori TM Adamkiewicz (7. Juni 1916). Ich erfülle nient nur meine. Pflicht als Arzt,, sondern, auch ein tiefgefühltes Bedürfnis als Mensch, wenn ich Ihrer freundlichen Einladung einige .empfehlende "Worte der Em richtung einer Klinik in Jerusalem, der historisch geweihten Zufluchtsstätte so. vieler Unglücklichen, zu widmen somit folge. Mögen Sie .überall ^Widerhall finden, Wo noch edle und mitfühlende Menschenherzen schlagen, und mögen deren Edelsinn und Mitgefühl sich für die .Leidenden in Segen und Gesundheit verwandeln! Professor Dr. Otto Bergmeister (6. Juni 1916); Ich halte Ihre Bestrebungen zur Sanierung der santv tären Verhältnisse. Palästinas, insbesondere durch Gründung einer Klinik in Jerusalem, respektive einer Krankenanstalt für die gesamte Bevölkerung Palästinas" ohne Unterschied, für im höchsten Grade empfehlenswert und J der allge-' meinen Aufmerksamkeit und Unterstützungwürdig. Professor Dr. B. Gomperz (8. Juni: 1916). Möge dieses Liebeswerk als Symbol gemeinsamer Kult urarbeit aller Nationen gedeihen und einigend wirken! Professor: Dr. /. Viktor H am merschlag. Auf Ihr wertes Schreiben vom 31. Juni. 1916 beehre ich' mich, Ihfcien mitzuteilen,, daß ich Ihr TTerk für eine wichtige und dankenswerte soziale Tat halte. Ichi bin gern bereit,auch! in Zukunft über Ihren "Wunsch! meinen ber scheidenenj Einfluß für Ihr schönes Vorhaben einzusetzen. Professor Dr. Julius_ Mannaberg (27. Juni 1916). Die Errichtung " einer Poliklinik und eventuell einer Klinik in Jerusalem würde einem äußerst dringenden Beh . dürfnisse entsprechen und wäre von jedermann auf das wärmste zu begrüßen. Durch Verbesserung der gesundheitlichen Verhaltnisse würde 'man auch die Erwerbsfähigkeit der dortigen Bevölkerung^ günstiger gestalten und damit den allgemeinen "Wohlstand heben. ^Ich. kann daher den Gedanken dieses - Projektes nur-? auf. das allerwärmste will- . kommen heißen und den Wunsch für baldige Verwirklichung aussprechen. . * . :!. .' Hofrat^ Professor; Dr.Politzer; (16. Juni 1916). '. Es ist ein segensreicher Gedanke, in Jerusalem ein größeres Krankenhaus mit klinischen Abteilungen zu errichten. Wer nach den immer wiederkehrenden Schilderungen aus Palästina das Elend ermißt, in welchem die stets zuströmenden Schwerkranken ohne genügende ärzt-j liehe Hilfe dahinsiechen, wird dieser Schöpfung seine volle Zustimmung1 nicht versagen. Was bisher die großherzige Wohltätigkeit in Palästina speziell für das Krankenwesen, geleistet, hat sich' gegenüber der großen Masse HeilungsH bedürftiger als unzureichend "erwiesen. Von Berliner Universitätsprofessoren füjiresnVir die folgenden Urteile an: Professor!Dr. med.; Blum;©nthial (30. . ^.ugust 1916). Von meiner Beise zurückgekehrt, finde, ich Ihr Anschreiben . vor und. beeile mich', Urnen gegenüber auszu?. drücken, wie sehr mich das große Werk^ das Sie vorhaben, interessiert. Ich glaube, daß es ein Segen wäre, wenn für die alte Statte der Kultur: mehr in sanitärer Sichtung gefschehen würde als bisher. Zu diesen Einrichtungen gehört selbstverständlich die einer Klinik "und Poliklinik, und Ich würde mich freuen, wenn Sie mit Ihren Bestrebungen Erfolgi hätten. , _ . . , > Professor Dr. med.; Blumreich! (10. Oktober 1916). Ich. halte. Dir Unternehmen für ein außerordentlich segensreiches; Gerade nach zufallig in der letzten Zeit , an mich gelangten Mitteilungen von Kollegen und Patienten aus Jerusalem und. Umgebung scheint mir die Erfüllung Ihrer Bestrebungen dringendstes Bedürfnis zu sein. Ich wünsche Ihnen vom ganzen Herzen, daß Uwe humanen Absichten von durchgreifendem Erfolg gekrönt sein mögen, und werde im Kreise meiner Bekannten und Patienten nach Kräften für . Ihre : Bestrebungen eintreten. . •Professor Dr.. Julius HIrschberg (12^ September 1916)^ Der; menschenfreundliche : Arzt, der Palästina" besucht, in. Jerusalem geweilt, mit Sachverständigen. gesprochen,, di« > einschlägige" ärztliche Situatiöp gesehen hat, ist fest überzeugt, daß die Schaffung von- Kliniken und Polikliniken in jenem unglücklichen,, verwahrlosten Lande einem Bedürfnis entspricht und mit allen zu Gebote stehenden Mit« tem aufs kraftigste gefördert werden soll. Diesten Gutachten fügen wir nichts: weiter hinzu alst die Bitte an alle Menschenfreunde,' uns in die Lage zu versetzen, die jüdische Augenklinik in Jerusalem wieder flottzumachen. Wir beantworteten da* erwähnte Telegramm J e Hins umgehend vorläufig mit einer ersten Rate von 30.000 Kronen. Gerade der Tiefstand unserer Valuta zwingt uns aber, . an« Werbemitteln alles" aufzubieten, um diese Sendungen fortsetzen zu können. \ i Sendet uns Spenden für die Augenklinik in Jerusalem? Helfet Unzähligen daoi Kostbarste, das* Augenlicht, erfa'aitenl (Adresse: Bankhaus S. M. Rothschild, Konto: »Spitalfchilfe, für Palästina".} Vom Jahrmarkt des Lebens. Glossen zur Tagesgeschichte, Der Krautskandal. der Gemeinde stinkt zum Himmel. Niemals ist man ^mit dem Wohl und Wehe der. Bevölkerung frivoler .umgegangen alsunter der christlichsozialen Herrschaft, niemals hat man die Steuergelder mehr vergeudet und verschwendet. Hunderte von Waggons sind spurlos! versehwunden, von Hunderten hat man den Inhalt verwesen lassen. 41 Millionen sind vorläufig bei diesem Geschäfte verlorengegangen. Und die Leute haben nicht aufgehört, von jüdischer Korruption zu reden, und die Verwaltung an sich zu reißen, damit deutscharische Reinlichkeit, christlichsoziale Ehrlichkeit, antisemitische öewis'senhäftigkeit, das- Wohl von Wien herbeiführe. Nun haben die Anbeter des Gottes; Nimm bewiesen, wie die Taten aussehen, welche ihren Worten und ihrem Abscheu vor den Juden entsprechen wollen.: Sehr Bezeichnend war und ist das Verhalten der antisemitischen Presse. Sie, die sonst für jeden jüdischen Schleichhändler ganze Spalten und furchtbare Entrüstung aufbringt, hat für den größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Wiener Gemeinde nur. wenige Zeilen übrig gehabt und versucht mit vielen Verdrehungen zu beweisen, daß die Sozialdemokraten an dem Vorgang mitschuldig sind. Es!, wird ihr aber schwerlich geringen, den christlichsozialen Mohren diesmal weißzuwaschen. Denn die Bevölkerung weiß es schon, daß diese Leute vergessen haben die Magazine der Stadt — aber nicht vergessen haben die eigenen Taschen zu füllen. Die Bevölkerung weiß,; daß man an ihre Bedürfnisse nicht einmal gedacht hat, daß der Mandat- und Pfründenschacher den Christlichsozialen keine Zeit übrig, ließ, für die Einwohner zu sorgen,, und als man schlicüfclich' den Abfall aus anderen Ländern als Nahrung herbeischaffte, -barst die korruptaste Verwaltung der Welt in Schrecklichster Weise auseinander. Es' ist durchaus nicht notwendig, daß die „Arbeiter-Zeitung" die Juden in Schutz mmint. Sie soll die Wahrheit in. Schutz nehmen, den Schwachen . und . Bedrängten aller Bekennt-, nisse, sonst nichts. Das hat sie unzählige Bekenntnisse, sonst nichts. Das, hat sie unzählige Male als ihr Programm ausgegeben,, das soll sie befolgen, damit reimt sich jedoch ein Artikel durchaus nient, den sie kürzlich in einer Nummer veröffentlicht hat, der von Karl Leuthner stammt, son^t einem f ähigen und anerkannten* Kopf, der sich wohl schwerlich 'darüber freuen wird,, daß diese, seiner Arbeit von der antisemitischen Presse mit Freude und Dahkk barkeit aufgenommen wurde. Der Artikel .richtet sich

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