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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-07-25 · 29 (25.7.1919) · p. Seite 362

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
29 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
Seite 362 (sequence 6)
Language
German
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Sc.te 458 Dr. BLOCH'S WOCHENSCHRIFT Nr. 29 offiziell -mitteilte, standen im Vordergrund die Christ- Vtistischen .lljh^el^a'Jiege.nßer. ^ls^ewisanus!' in. der lichsozialen un4 deutschnationalen Kriegsgewinnerund ganzen Welt gehe aus! und werde hauptsächlich! geschrien sich' heiser mit dem verbrecherischen Rufe: fördert von luden. Die „Germania" stellt die Frage: „Durchhalten!", während* jedes weitere Opfer für die- „Ist der revolutionäre Zug vieler Jaden wirklich eine sen Krieg nichts anderes sein konnte als' gemeiner Reaktion gegen das! Ghetto oder war umgekehrt ihre Mord- - Absperrung schon durch' die Erkenntnis veranlaßt, Antisemiten und nicht Juden waren es! auch,' weldaß sich unter ihnen viele unruhige Köpfe befanden?" ehe die Niederlage aus einem anderen Grund herbei- Die „Germania" erklärt, dem' Antisemitismus nicht führten, nämhch aus; dem diplomatischen und mili- Vorspanndienste leisten zu wollen, aber das1 Judentärischen. Seit Jahren schon wurden alle Würdentum. mHis'se einmal allen Ernstes, daran erinnert werträger der alten Monarchie "auf einfachen Befehl aus den, daß Druck Gegendruck erzeuge, und daßder „Andern Belvedere ernannt, wo Franz Ferdinand seinen tisemitismus bei dieser Gegenwirkung sich! : naturhqttkriegerischen und ehrgeizigen Plänen nachsann. Was wendig einstellen müsse, weil beim Spärtakisrnus zudann seine Diplomaten aufführten,, hat wiederholt eiviel Semitisches-ist. Ginge es1 im bisherigen Stile nen~Auf schrei der über so viel Dummheit und Uniäweiter, dann wird kein -Mensch! abwenden können, higkeit entsetzten ^Bevölkerung hervorgerufen. Man was1 kommen muß). Einzelne semitische Probleme, z. hätte sich die,dunkelhafte antisemitische Sippe eigent- B. wie groß der Prozentsatz der Juden an der Frönt lieh besser merken sollen, als man es getan hat. Was und unter den Reklamierten war, harrten noch1 ihrer nun die-antisemitischen Generäle Franz Ferdinands in Aussicht gestellten Lösung. Man kömie. diese Dinge unddie hohen militärischen Schützlinge der Klerikalen ruhen lassen, wenn sidbl die Juden ganz klar und anbetrifft, so weiß doch jedes Kind, daß sie in ihrer - unzweideutig au| den Boden der Demokratie stellen unerhörten, frevelhaften. Geistesschwäche eine" herr- und ihre Blätter .nicht immer mit den Kommunisten liehe und starke Feldarmee, darunter Zehhtausendje mehr oder _,Wenigfer liebäugelten." Soweit die „Gervon Juden in wenigen Tagen in-Tod und Gefangenmania", die ihre Aeußerungen nicht als? Drohung, schaft geführt haben. Was sie noch weiter geleistet sondern als Warnimg. aufgefaßt wissen will, haben, sagt jedermann seine Erinnerung. Statt aber Sie richtet diese niit der direkten Adresse an so rasch , als möglich! ihre Entlassung einzureichen, die Kommunisten und Spartakisten, aber unter diebeilten sie immer wieder in ihren sonst so verworreser Adresse" zugleich sehr deutlich an die Unabhannen und sinnlosen Befehlen die Juden an. Wie es dann gigen, deren vornehmste Parteileiter und Sfimmführer zum Zusammenbruch kam, waren diese Automobil-- bekanntlich' jüdischen Blutes' sind und., deren Blätter generale und Beutemacher die ersten, die in sinnnach den Worten der „Germania" „mehr oder weniger loser Angst um ihr teueres Leben Truppen und Vormit den Kommunisten liebäugeln". Der Vorstoß der rate im Stich Keßen und sich davonmachten. „Germania", deren Partei mit den Rechts'sozialisten : Das waren die inneren Ursachen des Zusammenjetzt die Regierungspartei bildet, ist so vehement, hruchs, aber auch' die äußeren sind eine schwere daß er politis^^ antisemitische Schuld. Ludendörff, der Gott und Sklave namentlich auch nicht, wenn man sich erinnert, wie -der Alldeutschen, wird jetzt -öffen,tüchr ein Hasärdie „Freiheit" bereits1 dem jüngsten sozialdemökratideur des Mordes genannt, der mit vollständiger Versehen Parteitag in Weimar vorwarf, daß dieser,ganz kennung der Industrie Hekatomben von Menschen im Stile der Katholikentage_„eine leichte antisemitiopferte, bis ihn die Tanks zusammenrannten. Haben sehe Note" gehabt habe". Nebenbei sei bemerkt,-daß etwa die Juden diese Tanks1 erfunden? Tirpitz, der^ die letzten zahlreichen Geschäftsplünderungen nach! große Führer der Alldeutschen' und Hetzer gegen Ansicht der Gerlachsehen „Welt am Montag" ebendie Juden, hat das! deutsche Volk und seine Bundesfalls eine antisemitische Note aufgewiesen hätten, genossen in der Frage des Tauchbbotkrieges sehmähjn leidenschaftlicher Erregung antwortet das lieh belogen und betrogen. .Er hat den Zusammenbruch HauptparteiMatt der Unabhängigen, die „Freiheit", auf der Seefront verschuldet, wie Ludendorff den der ^ie Aeußerungen der „Germania". Die antisemitische Westfront, wie unsere Generäle den . der Südwest- Pogromhetze,wie sie sich[ mehroder weniger in der front, unsere Agrarier den der Emährungsfront, unganzen Welt bemerkbar mache, "so sagt die „Freisere Diplomaten den der politischen Front. Antisemitineit«'; trete namentlich' in Deutschland und in Öestersche Schwerverbrecher überall, die ins' Gefängnis geimmer frecher auf. Mit jesuitischer Heuchelei hören, die man aber in Ruhe läßt .und die jetzt mijt betreibe sie jetzt ^ch' die „Gerrnania". Im' Lichte ihren betrügerischen, Kriegsgewinnen eine betrügedieser offenen Kämpfansage des führenden Zeritrumnsclwr Hetze gegen die Juden bezahlen. '; organs nehmen die geheimen Wühlereien der Pogro^ * * * - - misten einen weit ernsteren Charakter an, als man Die antisemitische Bewegung in Deutschland ist; ihnen bisher zuschreiben durfte. Deshalb' will die bereits so stark undV gefahrdrohend, daß sich die „Freiheit" in jene Kloaken hineinleuchten, aus1 denen „Neue Züricher Zeitung" an leitender Stelle mit ihr J die „Germania" ihreArgumente und Streitkräfte gegen beschäftigt und besonders hervorhebt, daß sich eine die revolutionäre Judengefahr hole. Dasunabhängige regierende Partei,.«nämäich das Zentrum, zu dieser Organ zählt sodann unter .genauer Adressenangabe Hetze hergibt. Das Organ" dieser Tartei, die;,Germaverschiedene.äntisemitis'ölie Vereinigungen und*Propania", schreibt'über Kommunismus und Judentum die gandastätten auf, von denen aus1 über Deutschland Unwahrheit. Wahr ist, daß es keine schärferen Gegendie Agitation betrieben würde. Danach wäre anscheisatze gibt, als'zwischen den Kommunisten und der ^nend die Hauptzentrale in Berlin. Andere beständen übeiwraltigenden Mehrheit , der Juden, und daß daher in Leipzig, Hamburg, Duisburg, Ruhrört und Stuttletzlerer die jüdischen Kommunisten nicht zur Last gart. (Doch dürfte diesfe Aufzählung der „Freiheit" gelegt werden können. Trotzdem sagt die „Germakaum vollständig sein.) Ferner behauptet das Blatt, nia": „AuchT in Deutschland könne man feststellen.-vor. die . antisemitische Agitation strebe danach1, aus beallen Dingen an den Namen der fühienden-Kommunisteii stimmten Elementen in den Freiwilligenkorps eine und der Haltung 4er jüdischen Presse, daß die Ju- „Pogromgarde" zu gewinnen, weswegen auch die Kadenschaft im allgemeinen .große Neigung; zu spartasernen mit antisemitischen Flugschriften über-

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