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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-06-13 · 23 (13.6.1919) · p. Seite 348

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
23 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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SM-364 „Dr7BM^MochensihrM . M. 23 Rorftchüng der ismclitischen KmtuWmernde-Hinz ft. H. V . ' Lin z, Ml 8. Juni 1919.-.. An die verehrliche SchrHlerdmA-Fer - ,K.. Blochs.. Wo- V chenschri^, Wien. \ Als eifriger Leser und 'Abonnent Ihrer Wochenschrift, finde ich in der testen - Nummer derseMn unter" der Mubrik „Stimmen -aus dem Publikum" einen Artikel, her-nebst vielen anderenganz besonders meine Auftirerksamkeit erregt hat. Es handelt sich um die Forderung eines Herrn I. Werstenberg wegen Verlegung des sonntägigen Meligionsunterrichtes auf einen Wochentag, damit den Schülern Gelegenheit geboten wird, den einzigen schulfreien Tag im Freien verbringen zu können. - Man mag Wer Demokratisierung! denken wie man Will, -das eine ist sicher, daß die 'Jugend nur dann gerne und willig eine Lehre iit sich aufnimmt, wenn dieselbe frei' von jedem Zwang ist. Da der. Zwang zu religiösen Uebungeu durch eine Voltzugsanweisung, respektive durch ein Gesetz aufgehobenist, haben die Schüler der christlichen Konfessionen Gelegenheit, an Sonntagen sich dem gesunden WandersfMkt hinzugeben. Es' ist daher kein -Wunder, wenn auch unsere Jugend, die zum Großteile Mitglieder der Mischen Wanderbewegung! „Blau-Weiß" sind, mit Neid auf ihre arischen Mitschüler blicken und auch für sich dieselbe .Forderung stellen.? Der Vorstand meiner Kultusgemeinde hat daher auch diesem berechtigten Wunsche Rechnung getragen und die sonntägigen Religionsstunden im Einvernehmen mit LeWöxper und. Schüler auf verschiedene Wochentage verlegt und ich kann' konstatieren, daß wir mit dieser Maßregel keine schlechten Erfahrungen machen. Ich wäre Ihnen für die Aufnahme dieser Zeilen in der nächsten Nummer Ihres.geschätzten Blattes sehr verbunden. Vielleicht tragen -dieselben dazu bei> daß . sich auch der Vorstand unserer ersten und. größten Kultusgemeind-e mitdieser wichtigen Angelegenheit besaßt. ' Hochachtungsvoll ,7 v... 7 Benedikt .Schwager, Kultusvorsteher. WM sdk iAnderfMfochlftattijon dek isvaelitifchen KuttrK- 77 - gemeinde Wien. 8rrichtung einer Liegehalle für untererfahrt e Kinder. Bekanntlich Mt die Wiener - Kultusgemeinde -lkurtz vftr dem Kriege vom Hosiärar die sogenante Wasserwiese im Augarten Mm Zwecke der Errichtung eines' Kindersfitales käuflich erworben. Der AüWruch des Krieges und im Gefolge desselben eingetretenen BerhAtnisse haben es bisher'-verhindert, dieses .für Wien so wichtige Institut ins L^b'en zu rufen. Die Küllüsgemeinde hat deshalb zunächst ein Mndermnbulaiorium errichtet, welches bereits seit einem Jahre .an .der Grenze zweier stark bevölkerter Bezirke eine ^.segrMreiM---TWiWeit-enthHeL.-' Nun hat der Kultusvorstand in seiner letzten Plenarsitzung Wer Antrag der Kommission für das Kinderispital beschossen, auf dem Baugrund des künftigen Kim derspitales eine Halle für Liegekuren unterernährter Kinder . einzurichten. Zu diesem Zwecke soll eine vom Roten Kreuze zur Verfügung gestellte Wracke nach entsprechender--'-UWAierüng'' benicht werden. W ist in Aussicht gerwWM^.-M'Dag-BheirnMten jiitr wWrend des Sommers in Betrieb' zu erhalten. Die Kinder — ungefähr 20 tägftch — sollen während dK Dagä sich - in der Heimstätte aufhalten und am Abend unter Aussicht nach Hause M'racht-werden. Getein- „Zukunft" zur IördeMW schulenMssen>.'r -her-. lassenev Kinder. ' Dem DätigkeiÄericht für Ms Jahr 1918 entnehmen wir folgende Stellen: „Ein besonderes' Augenmerk haben wir im abgelaufenen Jahre Wllen von sittlich gefährdeten Jugendlichen zugewendet. Vom polizeilichen Jugendamte, sowie vom Schutzverein für gefährdete, männliche Jugend und von der Jugendgerichtshilfe wurde uns eine Anzahl. vorbestrafter und sittlich gefährdeter Jugendliche zugewiesen, die zum Teil in unserem Heim Aufnahme fanden, zum Teil in Lehrstellen unter ständiger /Kontrolle unserer- Vereinsorgane standen. Fast in allen Fällen konnte eine anhaltende Besserung dieser Schützlinge konstatiert werden, und nur in einem einzigen Falle ist ein Rück- ' fall zu verzeichnen. Wenn wir auf. die Verwahrlosung unserer schulentlassenen, verlassenen Jugend blicken, so , müssen wir üns sagen, daß wir es bei der bestehenden . Fürsorge nicht belassen dürfen. Die Errichtung von Abendheimen für die der Straße aus'gesetzten Jugend soll die nächste Aufgabe des Vereines sein. Leider hat sich auch der Belegraum unseres Knaben- und Mädchenheimes, 8. Bezirk, Bennoplatz' 1/ als viel zu klein erwiesen, und müssen wir die meisten Ansuchen um Aufnahme abschlägig erledigen. Uni jedoch einem Teile der allerdringendsten Fälle gerecht. werden zu können, haben wir im Juli 1918 -die Mädchenabteilung-unseres Heimes aufgelassen und dieselbe auf ein Knäbenheim umgestaltet. Die hiedurch von uns entlassenen Mädchen wurden in entgegenkommendster 'Weise - durch Ms Kaiserin ElisabetlMüirmädchenheinr' übernommen- Trotz-der Auflassung der Mädchenabteilung im Heime ist noch immer nicht genug Platz für alle jene geschaffen wordem die im Heime Aufnahme finden sollten, and so wendeten wir unsere besondere Aufmerk- ' zamkeit jenen, üüserem Schütze ander trauten Knaben-Und!- - Mädchen zu, die wir bei Pflegtzparteien untergebracht haben, und bereu Zahl im vergangenen Veremsjahre auf 160 gestiegen ist- Auch diese Jugendlichen werden durch eine ständige Inspektion Überwacht, durch Pslegebeiträge unterstützt, mit Kleidern, Schuhen, diversen Bedarfsgegenständen, WerHeugen und Schulrequisiten versehen. - 7 [■■'. ■ 7 r- Daß es uns möglich.wurde, diese wichtige Aufgabe zu lösen, danken wir rn erster Linie den Zuwendungen der hiefür kompetenten Behörden, sowie der unermüdlichen Fürsorge einzelner Vorstandsmitglieder, aus deren Mitte speziell unsere I. Schriftführerin Frau Rosa Weiner besonders hervorzuheben ist. Es soll auch nur rin kleines Zeichen des großen Dankes sein, 'wenn der unermüdlichen und bis ins kleinste Detail einwandfreien . Tätigkeit unserer I. Kassierin, Frau Enliny Mautner, ein besonderes Lob ausgesprochen wird. Vizepräsideniin Frau Nina Nobel hat sich durch Werbung von 123 neuen Mitgliedern besonders verdient gemacht. Das im 'Ergangenen Jahre im. Rahmen des Ver-. rines gegründete Herren-Aktivns-Kömitee, an. dessen Spitze Herr Oskar Goldschmied sicht, hat durch Werbung vieler Mitglieder und von Spendern manche schwere Sorge vpn der Schwelle dieses dem Wöhle der Kinder gewidmeten. Heimes' gebannt. Dem Beispiele dieses außepgÄvWrlich,Mttgen.. Beirates ist es zu danken, daß auch die anderen Mitglieder des Herren-Aktions-Komitees sine so rege und vom besten!Erfol?ge begleitete Tätigkeit. entfalteten. Kn spezielles Lob gehührt auch unserem Jugendkomitee, als dessen Leiterin Fräulein - Alice Müller fungiert, die in-Herrn Fritz Grub er jun. einen tüchtigen' und werktätigen Stellvertreter hat, und welches trotz seiner jugendlicher Mitglieder mit seltenem Ernst den un sie gestellten Aufgaben gerecht wird

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