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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-06-13 · 23 (13.6.1919) · p. Seite 346

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
23 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
Seite 346 (sequence 6)
Language
German
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Sk. 33 Sette 362 - . „Dr. Bloch's Wochenschrift ' Name ist Schiller, ich arbeite jetzt ein Werk für den Buchhändler CrusiM Sie 'wiürden mir einerr Gefallen tun, Menn Sie mir Geld darauf vorschießen könnten."- Dkie schlichte Art in dem Antrchje dieses! Mannes gefiel mir und wir wurden einig. Es' Mitte dem braven Schiller an Mock, Kleid und allem MrigLn. Ich ließ iL m alsb ald aus Frankfurt, wo ich-Konnexionen hatte, Tuch Hu riner Weste und Rock, auch eine Halbe Web,e Leinwand-Ku Hemden und eine goldene Uhr kommen.. Auch kaufte ich ihm einen schönen neuen Hut. Wie Scknller 'sich wieder im Publikum ftetcjett konnte, machte er mir Zuerst den Besuch und schien sehr vergnügt von denr neuen AuWg, von der goldenen Ühir und der Frankfurter Weste M sein. — Ich' habe nie Gelegenheit, das' Vertrauen, was ich diesem braven Manne sogleich aus den ersten Blick schenkte, zu bereuen gehWt. Er hat 0 mit in der Folge generös gedacht und mir so viel geschenkt, daß ich' ies! Mn,. weil als Donceur süjr meine Bemühungen völlig Ku groß, wieder KuMkgeben mußte, . er nötigte es mir dennoch aus mit den Worten: „Neh>- men Sie es nur. Sie haben als ein Freund von mir gewindelt, ich hatte schon an vielen Türen geklopft,, ehe ich mich an Sie wandte, aber immer abschlägige Antwort erhalten. Ich glaube wohl, ich hatte füglich Zu Weimiar verhungern können." .— Als ich Zu Crusius in der Messe mit Schillers Anweisung kam, die an 500 Taler, meist in Vorschußbetrag, meinte dieser : „Die Arbeit des! Mannes ist gilt, dagegen läßt sich nichts ein-- wenden, aber es' geht ihm langsam von der Hand, und ich weiß nicht, oh! er es Zu Ende bringt." — Ich fragte ihn daraus, ob die Anweisung aWssieren wolle oder nicht. Cousins' gab Kur Antwort: „AHessieren tu ich sie nicht. Wer wenn . Sie - fünf Prozent verdienen wollen, so Kahle ich sie Ihnen gleich aus. Das' laß ich mir gefallen." — -In der Folge hMe ich noch sehr häufig mit Schiller negoziiert. Ns er heiratete. Ost, wenn ich Kn ihm in die: Stiche trat, so stand noch nachmittags! um drei Uhr däs Mittagessen aus dem Tisch, er hatte es eben vor Arbeit-vergessen. Schiller ist der bravste und redlichste Mann, 'den ich kenne." , Judentum und Freimaurerei. Es ist sattsam bekannt, daß bei allen AywWfen , gegen das Judentum seitens der Rassesanatiker auch die F r ri ma ur e r e i verdächtigt und erniedrigt wird. Vor allem können die allgiermanischen Gralshüter dem Bunde es nicht verleihen, daß er in seinem GMauchtum die Synchole dem Bau des jüdischen Tempels entlehnt hat. In der Zeitschrift „Neues Leben" Zieht der Herausgeber Dr. Hunkel dessentwegen gegen Freimaurerei und Judentum M Felde. Seine Fanfare klingt aus in einem Lock- und WeErus für die Gründung eines germanischen, das heißt antisemitischen Ordens. Er schreibt: „Das in die Irre und Fremde Mixende Wesen, des Freimaurertums spiegelt sich natürlich auch wieder im Brauchtume. Dieses ist unverfälschtes Judentum. Selbst Jesus muß sich ja in den sogenannten christlichen Logen erst dadurch Zutritt verschaffen, daß er sich als Obermeister und Statthalter Salomos einsührt. Der Judenkönig ist der oberste Herr auch ' her „christlichen" Wogen, Jesus nur sein Knecht. Das Sinnbild der Wge ist der Tempel S. alp mos; ihn zu erbauen die Ausgabe der FreimMrerei. . Die Meister-. stelll das! Allercheiligste von Wrlomos Tempel, dar, hie Gesellerlloge. dW Innere, die Lehrlingsloge den Vorhvs; der sreimaurerische Teppich den Grundriß^ des Salomonischen Tempels. Der quadratiMe oder schräg getäfelte Fußboden der Woge heißt mo sais ch es (wohl bÄvnßt fal sch dargestellt, muß heißen :., m u s i v i s ch es Oslaster. D Red.) Pflaster; der Weg des Heils, den der Freimaurer Wrücklegt, JakoMeiter. Die Zeitrechnung, deren sich die Freimaurerei bedient,' istdie Mische. Alle Erkennungs-- und Paßwörter der! Loge sind hebräisch. (Dias öfters gebrauchte' Wort „Schiböleth". ist das' Paßwort für den Gesellengrad.) Die Freimaurer behalten wie die Juden ihre Hüte in dem Tempel aus und haben die Lenden mit Degen gegürtet Zur Erinnerung an die WiederauMauung der Mauern Jerusalems'. — Dies wenige mag genügen; es ließe sich beliebig. v ermWen, da das Brauchtum der Koge bis in die lleinsten EinZehhellen hinein durch: und durch jüdisch ist. Es ist unbegreiflich, wie. sich deutsche Männer in solcher Umwelt wohl fühlen und wie sie solch jüdisches Gebaren mit ihrer Würde und Verantwortung als Söhne deutscher Mütter vereinbaren können. Sehen sie denn nichts daß der, der die Sinnbilder M die wirklichen oder ver- . meintlichen höchsten Äebenswerte aus dem Judentums holt, dadurch nur dessen Macht und Ansehen stützt und fördert? Ist nicht der Tempel Salomos überall in deutschen Landen bereits ausgerichtet als ein Wahrzeichen der Fremdherrschaft? Und da finden sich Tausende wohlgesinnter deutscher Männer, die ahnungs- und instinkblos dem Feinde helfen und mitbauen an dem teuflischen Zwinguri, mitschmieden an den Fesseln, die uns und unsere Art in Knechtschaft halten! Nein! Deutsche Männer hab'en etwas anderes M bauen: die Schutz- und Trutziburg deutschen' Blutes und Wesens ans dem Grunde der hehren Heldenheimat; und etwas anderes Kn schmieden: das lichte Siebsriedsschwert, das nur für Deutschland und die Freiheit deutschen Lebens ficht! Wer Mut mit? Wer schmiedet mit? Wer sicht mit? Deutsche Menschen, euch ruft.die neue deutsche Freimaurerei, nicht unter diesem- Namen, nicht als eine matte 'Nachahmung der alten, internationalen jüdisch-englischen, in die solche.Nachahmung ja bvch.Mmer wieder Kurüchsallen müßte, sondern' als ein aus reiner deutscher Erde emporgewachsener, von nordischem Himmel . umblanter germanischer Orden, eine aus der ewigen . Heimat unseres Stammesgeborene Gottesvrdnung für unser Volk und seine Blutsverwandten. Wes Geistes' dieser Ring deutschen Wesens und Willens ist, geht hervor aus dem Anse, den er bei seiner Begründung vor einigen Jahiren „An diedeutschen Menschen" hat ergehen lassen. . J"! ___ ' % Dev Wiederaufbau -es Leopoldstädter Tempels. Dem Komitee (II. Tempelgasse 3) sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: 51. Spendenliste., ' Herr Aron Spitzmann, - Wien, I. . . . . K. 600 — .. „ Arnold Fleischner, Wien . . „ . 200.— „ ' Siegmund Kohn, Wien ... . - „ 20. — „ Richard Lauser, Wien. ... . . . „ 5.— >• „Gelübde zur Ehre Gottes" . . . . „ . ' 20.— „Gelübde zur Ehre Gottes", . . . . „ 20 — K. 765 — Bisher ausgewiesen > . . „ 1,005.087.80 Gesamtsumme . . . K. 1,005,852.80 Ssrdis«. JugoslaMir« und di« Inde«. In vielen politischen Zeitschriften Deuts ch ö sterreichs und Deutschlands ist das Verhältnis Jugoslawiens Zu den Juden in, ein; dunkles.Licht' gestellt worden. Ich Krauche nur M erinnern an . einige Artikel der „Zeit", in welchen sogar die SeMn als Antisemiten bezeichnet worden sind. Ich will nicht annehmen, daß die betreffenden Berichterstatter mit. der. AnschwärKung der jugoslawischen Politiker oder der ' führenden politischen Persönlichkeiten Jugoslawiens bestimmte politische Ziele er-

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