Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 22 (6.6.1919)
- Date
- 1919-06-06
- Page
- Seite 334 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Säte 350 ..Dr. Bloch'S Wochenschrift" eilt Recht ohne Wicht. yM ein WMrecht ohne SLeuerteistunig wrd, «als Angabe bavmt auch noch als Wahlrecht oMre staatliche ZWehö-rWeit. So hatte es sich die Oppo- - sttivn MrechMlegt. DoB Hört sich natürlich recht anheimelnd «an, allein im engen Wnme der Realitäten stoßen sich unvermeidbar die Dziruft— und sie häben sich gestoßen. Die Vertreter der nationalen Partei Wen mchr verlang, als rufen ehÄichen Herzens zugestchen Formte; gleichwohl ist ihnen vieles gelungen. Es ist ihnen gelungen, die höhere Kurie, die Creme aller Creme, . Wl ststchen und damit, das selbständige und plurale Wcchlrecht dieses Zensus auHumerzen. Bei diesem Falle wurde auch die oberste Steüergreuze mitqerissen, nicht 'in die Tiefe, sondern in die Höhe, da sie demokratisch und an1ihrpitalistischauf30.000 Kranen emporgLschräubt wurde. Also faule Fische und Schläge daM. Das Korollar dieser HinanffeBlstg war die demokratische Hergbminderurrg des Steuerminimums, indem ein Zehnkronen- .schein das Tourniquet zur Wahlurne dreht. Wetters wurde der Kreis des Kollegiums! vergrößert, indem die Zcchl der Mandate auf vierzig erhöht wird. Natürlich durfte auch das Allhellmittel der modernen Wahl- Mnnetrie nicht fehlen, gewissernmßen chre Hypothenuse, die in dem Triumph des Proporz Mer den Majorz, M dem MW Verhältnisses Mer die Mehrheit ihren Mhettel findett-Die Malze des Proporz wird sa . an allen Ecken gedreht. W konnte nicht fehlen, daß ihre Melodie auch in der Seüenstettengasse erscholl- Und so hatte der Proporz auch hier gesiegt mit dem seinerzeit viel gesungenen Wftain: „Vom Kopf bis zu den Zchen". MÄporz für den Vorstand, Prwporz Mr-das. Pväsi- ' drum> Proporz für dik Vertreter- Damit es auch an einem WMlgerichtshvf nicht fehle, wurde auch ein solcher AreoWg eingesetzt, ein weltliches „Beth bin", das Mer die Ehrlichkeit des Wahlgeschäftes zu.wachen und M richten hat. ~ . 7 *; Wicht gelungen dagegen ist der Oppo sitron-' das allgemeine urch gleiche Wahlrecht auch den Frauen als ArWbinde Ml Füßen zn legen. Es bleibt dabei, daß *mvc hie steuerchare Frau daran teil hat. Nicht gelungen ist der Opposition, auch das Requisit der .Staats-- MWrschaft in VeiwirrnM zu bringenselbst als in ZHer BeMeidMnU^dieser.SMrWn.WchaMe — jetzt würde Man es einen Brückenkopf nennen — Ms was' helfen -- Farm, b0 Gespenst des Pogroms an die Wand gemalt und zum Steuerboykott ausgefordert wurde. - Nicht- Minderheftig entbvannteder Kamps der " Mister zum düs Wahlrecht der Gemeindeangestellten. Die GMnsätze prallten auch hier heftig aneinander. Die jErttscheiduM wogte in mehreren .Schlachten hin und her, Arch wurde jede dieser Offensiven abgeschlagen, ... trotzdem W Trommelfeuer des Widerspruchesdurch geharnischte Proteste der Beamten, Lchrer und Rgbbinen ausgieperscht wgr. Die besoldeten Funktionäre der G.e- 4neinde können wjMen, Mer nicht gewählt werden. Ob dies recht oder unrecht ist? Wenn man die Protestler §rpM, ist ihnen die härteste Hintansetzung widerfahren; wenn Wru mich fragt.. . . Doch wozu eine Wunde . aufrerßen?Beialler WettschHtzuW für die Tzüchtigkett öer .weMchen und geistigen Diener der Gemeinde, die in ibrer HirWbuW für die Glau>bensgemeinschaft wetteifernd einander Werteten, wurde der Ansicht'zum Durchbruche verholfen, dM sich Sold und Ehrenamt, lMerwachung und Whorsgm mtteinander nicht vereinigen Lassen. Auch Uer giW es eine Jnkompatib'iliW. Was sonst noch von der Reform MriMieb, hat die Gemüter weniger erhitzt. W ist auch von geringerer -Bedeutung; es fjtat -wenWt mäteriÄlcu,'-"M. formellen Gehalt, wie die gMrndene Wste,dereinhettliche Wahlkreis mrd was derMeichen mehr ist- Ohne viel Sang und Klang wurde die Vorlage nM mancherlei Zwischenfällen endlich veyabschiedetwas vielleicht auch für manche Vorsteher. einen Mschied für . immer bedeutet; denn die Opposition erhofft sich von der neuen Wahlördung den Untergang des fetzigen Regimes und die Aufrichtung der eigenen Herrschaft. Wird dies wahr werden, dann lfreilich macht es den Mschied wehmütig und Lhüjbe. Wohl dem, der ihn sich und — den anderen schwer gemacht hat. AlWviele waren es freilich nicht, die sich dieser Aufgabe angenommen haben. Es war denn doch (und ohne Anspielung, die ichl gleich einleitend von -er der Hand gewiesen hohe), mehr ein Kampf der Stim- .men, als' der Stimme, zumal jene, die dazu berufen und ausersehen waren, als Heerrufer im Stteite und als Verfechter des alten, wohlgeratenen Werkes voranzuschreitech mehr als zurückhaltend waren, mehr passive Assistenz als aktive Resistenz geleistet haben. < Hoffen wir — um die Schlußwendüng des Vorsitzenden festzuhallen — wenn ich selbst auch nicht von dieser Zuversicht getragen bin, daß die neue Verfassung , der Gemeinde tzum ^Segen ausschlagen wird. Wie ungläubig indessen feW die Gegensette diese Hoffnung aufgenommen hat, zeigt, daß auch dieser Wunsch unter ihrem HohngeWchter b'Wajb-en wurde. Mögen sich jene eiftigen und scharfäugigen Wächter finden, welche sachkundig den soliden und stattlichen Bau unserer herrlichen Wellgemeinde mit ihren gewaltigen M unMertresflichen Errungenschaften in seiner Festigkeit behüten und dahin wirken, daß sie auf ihrer imponierenden Höhe erhalten bleibe. Die stolze Schöne wird umworben, weil sie so viele beneidenswerte und strahlende Qualitäten besitzt; Beweis genug, daß sie prächtig au^estattet und wohlgehegt ist. Nicht also, um sie neu zu Frönen, sondern urn sie an sich zu ziehen, reißen sich die neuen Freier um sie. Wird sie diesen. Werbungen unteirliegen? Wohl ihr, - wenn sie ihwen. wih.erMt, wenn sie der Verführung nicht ächtet, mö ge sich ihr dev sugenWch stürmische Bewerber - im demokr-lftischen Wams oder in niatioMlerD!raPierun!g oder m zionistisch M'erladener^HWle nahen. Es war der Ruhm unserer Kultüsgemeinde, sich » durch solche' Lockungen von ihrem geraden und aufrechten jÄange nicht ahbringen zu lassen. Sie hat' bisher nur eine Kosustg gekannt und /hochgehalten und die war: „Misch, Wt Misch", nichts mehr, aber .auch nichts weniger. Das' ist ihr Schild, das ist ihre Stärke und ihre Wacht und wenn sie diesem Sinne treu bleibt, wird sie alle Fährlichketten Werstehen. Wenn nicht, dgnn nicht. ' ..; - i : r I i I •; RhythnAs und Arbeit. AMpiWWÄchlng des Wos. Dr. MnM NMmann. -Vor einem großen Auditorium von Aerzten und Studenten hielt der neuernannte Professor der Ohrenheilkunde, der bekannte Gelehrte Professor Dr. Heinrich Neumann seine Antrittsvorlesung. Die Regierung hatte Vertreter entsandt, man sah die bekannten markanten Gesichter der medizinischen Koryphäen. Der Vortxagende faßte seine Berufung in. einer so. krittschen ZM als eine Aufforderung, zur .Pflicht und Arbeit auf und begrüßte besonders warm den anwesenden Begründer» der Ohrenheilkunde, Professor Adam P o l l i tz e r, dev in unvergänglicher geistiger Frische aM Ausbau der - Ohrenheilkunde, in der Wien noch heute immer die süh-. rende - Schule sei, teilnehme. Auch der Verdienste seines unmittelbaren Vorgängersdes gleichfalls anwesenden Hofrates Pvofessor Viktor llrbantschitsch, gedachte er in besonders anerkennender Weise. Der Po^rttag behandelte ein schwieriges ..Themas: „Die Beziehungen der; Vorhosbogengange zur Schnecke". . Es handelt sich uM; die PineN Jnnenapparate des Ohres, dereNxFünktwnen lange ein Rätsel waren. Während die Schnecke eine