Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 22 (6.6.1919)
- Date
- 1919-06-06
- Page
- Seite 329 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3020846-3022353-3022375--27793-3053230- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rr, es ,Tr. Mvch's DvchkNschrift Gett« -4L gebracht haben, Mren noch heute drchgwtze Dort rn &nr Politik der Deutschen m Oesterreich und nun HM eS Wcr, daß auch die sogenannten B ürgerlich-DemörrateN in ihrem Frischen Flügel" unter Führung Dr. FraW K l ein sich den Deutschmdikalen unter Führung K. H. W o l fs angeschlossen haben. Als Führer Kr einen „arischen Flügel" eignet sich jedoch Dr. Franz Klein sehr wenig. Er wirdsickfürdie ihm zugedachte Rolle entschieden bedanken. Der deutschvölkische Antisemitismus hat das österreichische Deutschtum zerspalten und stellenweise geradezu vernichtet, in Böhmen, Mähren und im Sudetenland die MischWrgerliche Mittelklasse teilweise ins flämische Lager, teilweise ins zionistische gxtri-ben; die Gemeindeverwaltungen einer Stadt nach der anderen in die Hände der Tschechen gebracht. Die jrauri-^en Resultate dieser Politik, der die Judenhetze das Höchste gilt, liegen ja nun vor, kann jetzt jeder überschauen. W scheint indes, daß der nationale Chauvinismus selbst durch die traurigsten Erfahrungen, nicht zu belehren ist. Die Deutschradikalen waren die Totengräber des Deutschtums und Pnd es gMieLen. RiesendenwnstMtion in. New-Gokk gege«. W Pogrome. Kopenha-gen. Das Kopenhagener Zionistische Bwreaü teilt mit: Die am 21. Mai in New-Aork statvge^ fundenen Protestversammlungen bedeuteten die gewaltigste Denwnstmtion in der..Geschichte-der ämerÄanischen Judenheit. Zum Zeichen des Propstes verließen mittags - 600.000 jüdische Arbeiter ihre Werkstätten. Läden und Theater blieben nachmittags geschlossen und Soldaten und Veteranen früherer amerikanischer Kriege durchzogen mit Trauerbändern am Arm die Straßen. Zu dem Massenmeeting im Madison-Square Garden versuchten muh Schätzung der „New-Aork World" und des „He- Md" 200000 Menschen Einlaß zu bekommen. Bei dem WWW'warm -1590-Delegierte jüdischer Organisationen anwesend und es sprachen Nathan Strauß, Abraham Ellus, der Prüsidentschastskandidat der letzten Wahlen, Charles Hughes, Stephen Wise, Jakob Schisf sowie der New-Aorker Bürgermeister Hylan. L tzteror drückte seinen Kummer über die Ausschreitungen sowie hie Erwartung aus, daß Amerika l>en Massakern so ort hin Ende machen werde. Hughes b.'zeichnete die Pogrome als Verrat an der Sache, für welche Amerikas kämpfe. Bürgermeister H y la n protestierte namens der auch seine volle OyrnfiaWe SM hm NNschen Forderungen aus. __ Eine Denkschrift der oberschleftfchrn Ackm. Kopenhagen. Dem Kopenhagener Zionistische« Bureau wurde von einem in KovenbgOn weilenden Mitglieds berührenden Kreise der oberschleUchen ^udenheit ein Memorandum vorgele^. Dieses beschäftiM sjck mit den Aussichten der jüdischen Bevölkerung in Ober» schlesien im Falle einer Eingliederung des oberfchlesischen Gebietes in das polnische Reich. Das Memorandum verweist auf die unglückliche Lage der polnischen Juden, die durch wirtschaftliche Boykotts und neuerdings durch furchtbare Pogrome dem Untergang entgegengeführt werden. Das oberschlesische Judentum bildet einen besonders durch Jein reges Leben bedeutsamen Teil der Gesamtbevülkerung. Dieses verrät sich schon darin, daß sich aus dem verhältnismäßig kleinen Landtett mit einer Wischen Bevölkerung von etwa 10.060 Seelen 12 Rabbinatsgemeinden finden. Zu allen akademischen Börnsen, Stellungen in der Verwaltung und Ehrnamtevn stellen die oberschlesischen Juden einen großen Prozent sah. Noch wichtiger 'ist ihre Bedeutung für die Entwicklung des Wirtschaftslebens. Dank der B.üte ihrer wirtschaftlichen Existenz sind sie an asten philanthropischen Bestrebungen in hohem Maß; b tettigt. Die oberschlesifche Judenheit, die das Schicksal der Bevölkerung in den ProvirHstädten Posens vor Augen hat, sieht nun mit banger Sorge einer Zukunft entgegen, die sie der polnischen Herrschaft und damit dem polnischen .Judenboykott, viel eicht sogar noch. schlimmeren Heimsuchungen g-:sl'e,ern würde. Sie befürchtet, daß auch vom Völkerbund geschaffene Kartelen sie vor der Gefahr des Untergangs unter fc;r polnischen Herrschaft nicht genü^nd MMen wüden. . Die Mni.sche Zettung „Politiken" macht ihre L ser in einem Interview mit dem hier wettenden Vertrvter der oberschlesischen Juden aus die Bedeutung dieser F^age aufmerksam. m Wotzer die Pogroms- Pastor prim. He. in Liga (Posen) erzählte in einem Dortrag: „Als ich vor zwei Iahren in Warschau war, erzählte mir ein höherer deutscher Be- ... amter, er habe einen einflußreichen polnischen Herrn Christenheit gegen diese Schlächtereien. Wilsons Schw'.egefragt, wie sie es denn in ihrem neuen Reich, wenn gersohn, Senator Cal der, Gouverneur Smith und sie erst am Ruder wären, mit den Juden halten viele andere sandten Telegramme, welche den Unwillen Wollten. Bekanntlich sind die Juden im sogenannten über die Pogrome ausdrstckew Es wurde eine Resolution angenommenwelche sofortige Intervention der amerikanischen Regierung Kvecks Verhinderung weiterer Aus- Weitungen und Bestrafung der Schuldigen verlangt. Präsident Wilson 'soll ferner bei der Friedenskonferenz Schritte unternehmen, damit der jüdischen Bevölkerung Polens, Rumäniens und der anderen osteuropäischen Länder unbedingt wirksame Garantien'für volle bürgerlichereligiöse und politische Gleichberechtigung sowie die gleichen Minoritätenrechte, wie sie die anderen in diesen Ländern wohnenden nationalen Gruppen besitzen!, gewährt werden. Alle großen New-Aorker Zeitungen brächten ausführliche Berichte und L itartikel und unterstützten den Protest mit wärmster Sympathie. Louis Marjhall bei Mttson. - Kopenhagen. Am 26. Mai wurde Louis Mars- Hall von Wilson in Audienz empfangen und berichtete iM Mer die Pogrome und die jüdischen Forderungen. Wilson drückte sein volles! Mitgefühl für die Leiden her Juden Osteuropas aus und versprach, alles zu tun, um neue KaiästwpHn zu verhindern. Er drückte russischen Anteil sehr zahlreich und stehen größtenteils auf einer sehr niedrigen Kulturstufe. Da habe der polnische Herr gesagt: „Run, da werden wir zunächst wohl ein kleines Pogrömchen vornehmen." (!) _ Der polnische Gmeralstab über dm Bolschewismus. Der polnische Generalstab veröffentlicht soeben eine Broschüre über den „Bolschewismus und die polnische Frage". Darin finden wir auch folgende Stellen: „Solange wir auf dem leider so populären Standpunkt verharren, daß der Bolschewismus das Werk emex Gruppe jüdischer Banditen ist, werden wir gegenüber seiner Ausdehnung ganz hilflos sein. Dadurch, daß man die Bolschewiken Banditen schilt und bis Juden mit Beschuldigungen überhäuft, wird nicht mef gewonnen. Boflchewismus ist nicht dasselbe wie Banditentum, trotzdem die russische Revolution an Momenten reich ist, die einen ausgeprägten banditischen Charakter änfweifen. Der Bolschewismus ist nicht das Werk einer jüdischen Clique, trotzdem eine große An» zahl seiner FWer Juden sind." : -.t 5 ..ff