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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-30 · 21 (30.5.1919) · p. Seite 314

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
21 (30.5.1919)
Date
1919-05-30
Page
Seite 314 (sequence 6)
Language
German
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Seile 330 ..Tr. Bloch H Wochrnschrist" r. 21 erhebe:!. Der Unwille der Parteien hat.sich durch die Ängsten Judenverfolgungen noch wesentlich verschärft. Der Artikel enthält eine Reihe tatsächlicher Angaben über hen Muster Pogrom. In Warschau waren Plakate angeschlagen worden, die auch dort einen großen Pogrom verhießen. Diese wurden jedoch auf Veranlassung der. amerikanischen Behörden heruntergenommen. Genaue Einzelheiten über den Pinsler Pogrom in einem längeren Briefe von Israel Cohen werden von „Daily Telegraph", /.Daily News", „Star", „Manchester Guardian" und „Daily Herald" und auch durch das Reuterbureau verbreitet. Jugend für eine nie inshr üuszulhschende/Rsoolutwtt. ein-. getreten ist? ' -■ - Warum wollt ihr. Väter — aufgewächse-r in der Zeit des Liberalismus und erfüllt mit .seinen .Anschauungen —, warum wollt ihr KullrlSgemeindevorstsher uns> eure Linder, die Jugend, zwingen, daß'wir so empfinden, wie man gegen Ende des 19. Jahrhunderts empfunden hat? / Wir wissen, daß der Weg zmu Judentum, zum wirklichen Judentum, so wie es einmal.war. und. wir'-est wA--. der erstehen wird, von uns befchriiten werden wird. Wir wissen es und lassen' unsnicht eine Spanne weit vcu diesem Wege ab drängen. Wir bekennen" uns .zu keinem an- 290 rikminischr Geistliche^ interniert. ' , Der Ukrainische Pressedienst meldet: Dis von der Entente ausgerüstete Armee Haller hat in Ostgalizien bereits überzw erhun der t.gr'rechi sch-katholische- G e i st l i ch e ukrainischer Nation f e st g e n o m m e n und in ein Interniertenlager im Westen transportiert. Ein solcher Transport hat am 24. Mai abends Krakau passiert, worüber der „Illustrowany Kuryer Codzienuy" Ln folgender Weise berichtet: „.Häuptlinge der Meuchelmörder in Krakau." Eesierir abends hsl cm Transport der -ukrainischen Popen Krakau passirrt, der Häuptlinge und Meuchelmörder, ' Hajdarnalen und Banditen in Ostgalizien. .Manche von diesen fetilciörgen Popen haben bei der Plünderung polnischer Besitzungen in Oslga'iüen große -Vermögen erworben. Weshalb diese Leute über Krakautransportiert wurden, ' ist nicht bekannt. Schöne Gauner besitzt in seinem Staat der Renegat. Szcptycryj. der frühere Pole und jetzige Ober- Hajdamak. Der Krakauer „Kuryrr" ist'das Hüuptorgan der Partei Dmowskis-Pad erewskis, dir an den Pogromen gegen Juden und Ukrainer alle Schuld tragen. ' . , ' ' Die Potzuome in Wilna. Berlin. Die litauische UegstriMH hat dem Grafen Mocrdvrsf--RÄHau eine Note überreichenlassen, wonach die Polen in Wilna mehrere tausend Menschen nach unbekannten Orten verschleppt haben. Vom Oberrabbiner wurde verläuft, -bifr er eine Bescheinigung ausstelle, daß der Pogrom von den Bolschewik: veranstaltet wurde. GnerMsche Borstelluugen!GnMnM London. Im Untevhause wurde abermals eine Jrsterpellation wegen der. Pogro'me in Pinsk und Wilna eingeDacht, auf die die Antwort erteilt wurde,- daß der englische Vertreter in Warschau M energischen Vorstellungen beaustragt - wurde, wenn sich diese Nachrichten bew-cchpheiten. - lss inül hh , In der letzten Zeit wurde viel, und Meistens mit Uri* willen, bemerkt, daß dis jüdische Jugend nätionaljüdM) empfindet. Obwohl man bei allen erdenkbaren Möglichkeiten stets versichert, „daß die Jugend die Zukunft des Volkes ist", versucht'man dennoch Entscheidungen. anzuöahnen, die den Anschauungen der Jugend, der Generation von morgen, entgegengesetzt sind. 2a, will man denn einen erbitterten Kamps zwischm 'Väter. und Söhnen herbsiführen? .WarMn- -'oriMtiert man -sich nicht darüber, was dir jüdische Jugend wünscht und fordert? Weiß einer von jenen Herren, die "liiii allen verfügbaren Mitteln gegen die Tatsache des Vorhandensein eines jüdischen Volkes arbeiten, w-nß einer dieser Herren, was in der Empfmdungswelt der.jüdischLn *) Ohne uns. mit den.Ausführungen des Verfassers zu identifizieren, geben Wir ihnen Raum, weil sie über die Anschauungett eines Teiles unserer heutigen Jugend die nötige -Aufklärung bietet. deren Volke als zum jüdischen. Wir kennenkein 'Frstrtagsjudentum. Wir verdammen den Grundsatz: „Sei Jude nur zu Hause", die jüdische Jugend verabscheut' jede HpportuniMspoliLik. t Und noch einmal die Frage : Warum wollt ihr, daß wir anders denken? Glaubt ihr,' daß ihr durch, eure Beleidigungen und Zwangsmaßregeln uns unsere Gesinnung, unsere Lebensanschammg verMderit werdet? . Noch hat die jüdische Jugend einen Grund zur Hoffnung, daß die folgenschwerste Vuserrral'rdsrsetzuiigzwischen Vätern und Söhnen in der letzten Mnüte wird vielleicht vermieden werden können: Est ist dies dm tatsächliche Unkenntnis der jüdischen Erwachsenheit über die GsM nung und Forderung der Jugend, Als der verstorbene Präsident Dr. Alfred S t e r v im August vorigen Jahres. von' mir 'Aber die Bestrebungen der jüdischen Jugendbewegung informiert wurde, da versicherte 'er mir mehrmals, daß er von all dem leider noch nie etwas gehört habe, unb erklärte sein Einverständnis mit den Wesentlichsten Anschauungen der jrr- < dischen Jugend. In NummLr.36 v'.'I. der „Wochenschrift" kann man mein Gespräch mit ihm Nachlesen, . nuskript wurde von ihm selbst korrigiert lind autorisiert. Wir geben also die Hoffnung nicht auf, daß, nacstämvoreingenommener Kenntnisllahme und objektiver E'Nschätznng unserer elementarsten Wünsche, man allgemein die Berechtigung unserer Forderungen anerkennen -und mit ihrer Erfüllung chebaldigst und könlyromißlvs beginnen wird. Noch hegen wir diese Hoffnung. Es wäre entsetzlich, wenn der' Starrsinn einiger Leute,' bist niemals gewußt haben, was die Jugend sühlh . einen Kampf zwischen unsere»'- -Bafern und uns herbsiführen sollte. Die jüdische I-Mend will wirklich jüdisch werden. . Sie will die 'Weltanschauung, die Denkungsart, die Ethik, die Sprache unserer Väter in sich aufnehmvi und dadurch ihre.Seelen.mit wirklichem Judentum erfüllen. . . Die. jüdische Jugend will 'dem- Zwiespalt ihres, Geistes' ein Ende machen. Die jüdische Jugend weiß, daß sie nie und nimmer. iWder durch Liberalismus noch durch Assimilation, völlig dem Deutschtum einverleibt werden kann. Das jüdische Gefühl und die fpezifisch jüdische Denkungsart, die sine durch Jahrtausende währende Kette von AhUen uns übertragen und hinterlassen hat, läßt sich von einer Generation zur anderen weder leugnen rwch unterdrücken, noch durch Tauftochser hinWLgwaschrn. Wir Haben die TlnzülänglichkeiE jedes Mittels zur offenen oder, versteckten Assimilation eingesehen, Mr wissen, daß wir nicht'. Deutsche Mofastcher Konfession, sondern Juden deutscher. Amgangsspräche sind. Sind Mir aber Wirklich Im Unbewußten unserer-Seele sichst. Dort, wo eben das Erbteil, das wstHv.it rlnseren Vätern, übernommen haben, in wMverwahrßer Hui ruht. Aber, unser Leben, unsere Weltanschäuung. ist nicht jüdisch. Und auch nicht deutsch. Der deutsche. Knabe Fühlt und denkt doch - ganz anders Wie.-fein jüdischer Arrrsacmsst, der deutsch spricht. -

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