Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 21 (30.5.1919)
- Date
- 1919-05-30
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit- 3L6 . „Dk. BLrch's WschMch^ft" 3% ' nicht dagewesener Fall trat ein. Es &etet%ten sich sämtliche Vereine an der Besprechung und der Saal der LessLnA-Loge erwies sich M die Versammlung als zu klein. In der Versammlung billigten säurtliche Teil-- nehmer bis auf drei die aüfgestellten Leitsätze: „Unsere Stellungnahme im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben gegenüber den Renegaten muH. immer beeinflußt sein durch den Verrat,, den sie 'an unserer Glaubensgemeinschaft begangen Haben. Getaufte Juden fallen an keiner Stelle und zu keiner Zeit uns Berater sein. Einem getauften Juden dürfen wir-niemals unser Vertrau en bekunden, eher einem anständigen Andersgläubigen. Die Helfershelfer der Abtrünnigen müssen von der Schädlichkeit ihres Denkens und Handelns überzeugt werden: als Helfershelfer sollen^ diejenigen betrachtet werden, die-es sich zur Ehre anrechnen, wenn ihnen ein durch Taufe Hochgflommener die Hand drüK, und die Mr diese oder jene Gruppe von iJuden nach Entschuldigungsgründen für Tauft und. Austritt suchen. Juden, die ihre unmündigen Kinder taufen lassen, müssen tzebrandmarkt werden und sind'Dort jeder Tätigkeit in der Wischen Gemeinschaft grundsätzlich ans- . znschließen " " Es wurde ein „Jüdischer Treubund" gegründet, zur Bekämpfung aller Personen, die vom jüdischen Glauben abgesallen sind oder die Taufe unmündiger Kinder begünstigen, bei Bewerbung um Ehrenämter in Gemeinde, Stadt und Staat. Warum geschieht in Wien nichts ähnliches? Warum das seltsame Schweigen der Wischen Führer in Wien, der ganz ungeheuerlichen Zunahme der FahnenflAchtig^en gegenüber, die gewissenlos unsere Reihen verlassen, um wider Ehre und Gewissen dem Kampfe ums.Recht auszuweichen. Daß.ein Glauüeyswechsel nur zupr Zwecke der Erreichung äußerer Vorteile, also ohne Ueberzeugung von der völligen Wahrheit des neuen Bekenntnisses,- etwas' Schimpfliches ist, wird kein Ehrenmann in Abrede stellen- Ost genug bleibt der durch Preisgabe der religiösen Ueberzeugung erhoffte Erfolg aus: .aberrselbst wo ein .äußerer Erfolg dabei erzielt wird, steht, ihm der Verlust der Achtung ehrenhafter und anständiger Menschen g'genüber. Wie die meisten, die einen Schritt Man haben, Sn sie.innerlich bereuen,-oder die etwas tun wollen, was sie selbst als nicht achtuuggMetend betrachten müssen, gewöhnlich andere zu gleichem.Fehltritt zu. verleiten suchen, uw ihr Tun in milderem Lichte erscheinen zu lassen, so scheinen die Renegaten B als ihre Aufgabe anzuscheu, für die „Flucht ans dem Judentum" unter allerlei fadenscheinigem Vorwände eine förmliche Propaganda >u betreiben. Es muß wohl sein, daß die Tauft ansteckend wirkt, zunächst auf Verwandte, dann auf Nachbarn und Freunde. Die Getauften legen gleich den Bazillenforschern förmliche Reinkulturen mr. „Es ist ja nur eine leere Form" — das ist das geMustge Schlagwort für die ohne' einer Ueberzeugung Wnommene Taufe, womit maw sich und andere Wer .das - Unmoralische des Vorganges' hinw^utäuschen sucht. Es ist deshalb nicht ganz .WerMffig- Diese „leere Form" nochnrals eüvas genauer anzusehen. DeÄvegen soll hier wiederum einnral die Eidesformel, "welche die Täuflinge vor dem Geistlichen zu leisten haben, eine SteW finden: . - „Ans P- JgtM SchKchs (Kapitular des Benediktinerstistes KremsmAns^r, bischöflicher Ratusw) Handbuch der^ Pastoral -The.o l.0g i e-- (7. -Ausl. Mit oberhirtlicher Genehmigung. Innsbruck 1885.) Dort Wißt es Seite 909 : „Meldet sich ein Israelit zur Äüfrmhrne in die Kirche, so ist, was Prüfung, Unterricht ^md Vorbereitung betrifft, das Allgemeine zu beobachten. Nur ist bei solchen Proftlyten- (das heißt jüdischen ziun sUnterschied von anderen) doppelte Vorsicht notwendig und ihnen namentlich an das Herz zw legen, daß. sie ein ordentliches Gewerbe, eine-, arbeitssamo Lk-bensart ergreifen." lieber die . hier erwähnte Kriüftmg usw. heißt es auf Seite 903: „Zuerst muß eine genaue Prüfung der' Subjekte .vorgenommen werden, und zwar in betreff 1) ihrer Absichten und Bew eg gründe, zur Konversion./. Wenn unlautere Absichten und Beweggründe zugrunde liegen, so sind diese zu entfernen.und der einzige gute Beweggrunds die Liebe zur Wahrheit und zum ewigen H>il, zu wecken und zu befestigen." Seite 905:„Sind diese (i> e. die Beweggründe) nicht lauter, so sage er..(der Geistliche) i hin offen, daß er vor allem u m s c i 11 e s Seel e n h ei - l e s w i l le n den wahren Glauben begehren müsse und daß jene Gründe (pm- Beispiel Hoffnung..guf-Älinosen, auf gute Zeugnisse und weitere Unterstützungen, eheliche Verbindungen, Erbschaften u. bgl.s v erw e r f la ch seien. Sind die Absichten (des Konvertiten lauter, dann erteile der Seelsorger ihm - den nötigen Unterr i ch tch' Bei demselben „ist die ganze christliche Glaubens- und Sittenlehre. ausfuhrlich, grKndlich und pr'aktisch vorzutragen. Ist der Unterricht voltendet, so wird über' den Entschluß, die Beweggründe und das Versprechen des Katechumen, als wahrer- Ehr ist zu! ehe nun d g u st erb e n, ein Pro t 0 k 0! l äbgesaßt, mit Bericht an das bischöfliche Ordinariat-"gesandt und. zugleich die Bitte.um die Vollmacht gestellt,, den Betreffenden durch die Taufe in die Kirche aufzunehinen" (S. 909.) „Die Aufnahme soll so ftattfinbeit, daß der Auszunehmende in ver'-Kirche in Gegenwart von zwei selbstgewählten Zeugen vor ver^ »sa nr mel,ter Gemeinde das Glaubensbekenntnis laut ablegt, woraufihm nach Vor.. Kochmuniou - dLs-Pvie.stLrs'-' auch-das allerheiligste Sakrament gereicht wird " Bon dem komplizierten Taufakt' felW ^er.-^nur'l erwWptein dreinraliger Exorzismus, das heißt dreimaliges Austrevs ben des Teufels, als von welchem besessen jeder UngLtauste gilt: zum Schlüsse desselben „muß der' Täufling, selbst feierlich Magen diesem Reiche (ie. des TeuUs), feinem Fürsten und seinen Werken und muß.lebe-istänK/ lick» einen ^rmpf dagegen geloben" (S. 631.) Das wichtigste Moment des' Taufaktes ist das laute Sprechen des oben erwähnten Glaubensbekenntniffes, welches am "20. Juli 1859 von der S. Congr. f, Off. approbiert' worden ist. Darüber heißt es a,' a. O.. Seite 907': „Der Priester, angetan mit Chorrock und violetter Stola, sitzt und vor ihm kniet der Konvertit, der, mit der Rechten das Buch des Evangeliums berührend, folgendes. Glaubensbekenntnis spricht: " »Angesichts der heiligen Evangelien, die ich mit meiner .Hand‘berühren -werde, und i.n de r Ü eh © rz e u g a n g, daß a i e » a n d 0 h n p den Glauben sei i g werde nk aati welchen di ehe 11 i ge, k a t ko 1 i » c h ®, a post elisch«, r ö® i sch eli rchehewa hr t, g.l au h t und ehrt, und gegen welchen ieh — was ich je tat bereue — sehr gefehlt habe ... bekenne ich K. N. j etzt mit Sehmerz u n d Reu ifl b e r meine früh er 10 Irrt Ürner, daß i ch g 1 a u h e, die heilige, katholische, apostolische, rönisehe Kirche sei die emsige und wahre Kirche, die Christus auf Erden gestiftet hat; und i h r nnterw erf eich m ich m i t g a nee m Herz t i. Ieh gl a u b e a 11 e A r t i k e 1, welch© sie eu glauben vorstellt, und verwerfe und verdamme alles d'a*s, was sie verwirft und verdammt, und ich hin bereit, alles zu halten, was sie mir befiehlt. Ich glaube an einen einzigen Gott in drei göttlichen Personen, die voneinander unterschieden . und doeh eines Wesens sind, nämlich: an den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Ferner glaube ich die k atholi sehe Lehr ©y on der