Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 20 (23.5.1919)
- Date
- 1919-05-23
- Page
- Seite 300 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Btiu. 316 “ „Tr. Blsch'S Wachenschrfft'st 20 Me MufLerung d« 48- bis 8VWWASK. ' Die.Musterungder 43± bis 50 jährigen dauert bekanntlich bis Ende September und zieht sich in Ungarn bis rn den Oktober hinein. In-diese Zeit fallen bekannt-, lich die. höchsten jüdischen Feiertage. Die zur Musterung Gelangenden dieser Altersklasse sind fast ausnahmslos Familienväter, welche die höhen Feiertage im Kreise ihrer Familie feiern möchten. lieber Anregung des „Egyenlöf^" haben die jüdischen G emeinden m Ungarn Schritte unternommen, damit es den jüdischen Musterungspflichtigen ermöglicht werde, ihrer SLellungspflicht an einem Tage zu geMgen, welchsx nicht auf einen, jüdischen Feiertag fällt: Dies ist ganz. besonders für diejenigen von Wichtigkeit, welche mehrere Kilonieter von ihrem Aufenthaltsorte fahren müssen, um der Stellungspslicht zu genügen/ Für diese wird auch gebeten, auch aM Vorabende der' zwei-hohen Feiertage Rosch-Haschanoh und Iomkippur nicht zur Stellung gehen zu müssen, damit sie noch rechtzeittg v-or Eintritt des Festes bei ihrer Familie fein 'Wunen. . InfartterisL KlM. . Vom Armeekommando wurden einige sogenannte „Belohnungsanträge" zu uns Kriegsberichterstattern herüöergeschickL, so nennen die Soldaten jene amtlichen Schriftstücke, in denen die Kommandanten die ihnen untergeordneten Soldaten Mr ihren Heldenmut, ihre Tapferkeit oder wegen, sonstiger Verdienste für eine Äuszeichirung „eingeben". Handelt es sich uM Soldaten von der Mannschaft, so schreibt der VataillonskommandanL den Belohnungsantrag, der Oberst, der Brigadier, der Divisionär und der Korpskommandant geben ihre Gegend zeichmmg und ihr Gutachten darauf und letzten Endes -entscheidet dann der ArMsekommandant darüber, ob die in Frage stehenden HMren,mtt - dex goldenen, der großen ÄdÄ Mmen MbernÄt oher eventuell mit der bronzenen Tapferkeitsinedaille ausgezerchnet werden sollen. Eine Tapferkeitsmedaillr ist also eine große Sache, bei sechs Kommanden wird untersucht, recherchier^ ob die Waffen- Lat des Soldaten hervorragend genug ist, um ausgezeichnet zu werden. Etwa 67 solcher Belohnungsanträge umreit Ln jenem Menbunde, welcher zu. uns geschickt wurde, zufällig lag der Akt des Isidor Kl ein zuoberst, und ich schreibe daraus dasjenige hier, nieder, was niedergeschrieben werden darf: Der BaLaAonsWmmandanL schreibt folgendes: „Isidor Kfein hat wahrend der dritten Isonzoschlacht, vom 16. Oktober bis zum 24. Oktober, mit musterhafter Tapferkeit und Unerschrockenheit Tage hindurch dem Trommelfeuer der feindlichen Attillerie standgehalten, feuerte seine Kameraden nut begeisternden Zurufen zum- Aushalten an, kämpfte heldenmütig gegen die angreifende Infanterie, hat 'an der Zurückweisung mehrerer Angriffe We utch hart terlgenommen. Der Genannte ist dann nach zeitweiligem Verlust der .Stellungen in. dem eingekeiteten Gegenangriff vorangegangen, er war der..erste, der Lei San Martrsto in die zähe verteidigte italienische - Stellungen einbrach, hat auch nach seiner schweren Der-' letzung seine Kameraden mit aufmunternden Zurufen angefeuert." Der VataillonskommandanL empfiehlt Ist? dor K l e i n für die goldene Tapferkettsmedaille. Seine Unterschrift konnte ich leider nicht entziffern, dort vorne in her Kaverne, wo dieser Bericht geschrieben wurde, achtet man nicht sehr auf die Gesetze des Schönschreibens. Die Kaverne des Obersts — diese in den Felsen geschlagene schmale Höhle — mochte auch dunkel gewesen fein, auch seine Unterschrift ist unleserlich Der Oberst schrieb.solgendes^ auf den Ätt : ,stDer Genannte ist ein wahrer-- Held. Er hat bereits. in mehreren Schlachtttr musterhaft gekämpft. Ich emyfehle ihn warmstens." Der Brigadier machte folgende Bemeckung -auf den Akt des Isidor Klein: „Der Soldat Klein ist ein wahrer- Held. Ich empfehle ihn sehr warm:" " Dann kamen zwei Unterschriften, die ich schon lesen tonnte.. Allerdings sind'diese zwei Namen überaus bekannt allen, welche in der Hölle der KriegsschLNpM? 7 auf dem Doberdo -7 waren. ch „Ich empfehle ihn 'auf das wärmste für die Auszeichnung. Lukasics, General." Das war die'eine Aeußerungst die andere Wohl- Meinung lautet wie folgt:. '„Die Auszeichnung des Soldaten Isidor Klein unterstütze ich .auf das-, wärmste. Erzherzog Josef, General der Kavallerie." mm Aus der öffentlichen Sitzuntz der israelitischen Kultus- -gemeinde Pom!9. Mai 1919. Die öffentliche Sitzung des israelitischen .Kultus- Vorstandes von Montag, den 19. Mai, in welcher die Beratung ^Liber. die Wahlreform Mm Abschluß gebracht werden sollte, fand infolge recht stürmischer Auftritte herLeigesührter Beschlußunfähigkeit ein ftÄhzettiges Ende. Und es waren nicht einmal starke sachliche Differenzen, die ein solch bedauerliches Resultat heübeigesichrt -haben;, vielmehr hie Att und die Form des. Debattierens, der . Persönlichen Gereiztheit, welche die Atmosphäre der Diskussion mit ElektrWLt geladen und die Explosion her- Leigesühtt hat.- . st-?y . ... NaWeheird der- SitzünMbericht: ' " - Vorsitzender,Hofrat RaPvaPorL eröffnet um 6 Uhr die Sitzung. Auf der Tagesordnung steht die derung der Wahlordnung in bic KuttuAgemeinde. : DasReklam-ationsve rfahren. Ter Obmann des Neunerkomitees Simon schlagt die Reassumierung des § 10 (Reklamationen) vor, die angenommen wird. Der Vorschlag! der Zionisten fru diesem Punkte geht dahin, daß jede in den Wahlkampf emtretende Partei Delegierte in den Wahlausschuß M entsenden hckbe, der im Rektamationsverfahren die Weite Instanz bilden soll. Das NeunerkomiLee wünscht Par- LeimLnner Merhaupt aus diesem Verfahren ausMschlioßen urch tritt dafür ein, daßdie Weite Reklamationsinstanz aus Vertrauensmännern Zusammengesetzt werde, die aus Juri st e n, womöglich Richtern bestehen soll. Der Vorschlag des Neunerkomitees wurde pm Beschluß er hoben. - Hierauf wurden einige wettere Punkte des Wahll prönungsenÄvurfes. nach den VorschNgen des Neunerkomitees angenommen. ' st Das Vertreterkollegium. Eine lebhafte Debatte entspann sich um die Frage der Wahl des Präsidiums und d^ Vertreter-- k 0 l l e g i u M s. Nachdem für die Wahl des Kultusdör-- standes das System des Propottzes angenommen worden ist, verlangen die Zionisten die Anwendung des gleichen Grundsatzes Wr die Wähl des Vettreterkollsgimns. -Das Neunerkomitee erklärt es fedoch als felbstverWndlich, daß bei der Wahl des Vettreterkollegiums die Patteien berücksichtigt werden sollen. Tr.. Plnschkes tritt für den' Proporz bei der Wahl ins'VertteterWllegittm.-eiÄ.... \