Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 20 (23.5.1919)
- Date
- 1919-05-23
- Page
- Seite 297 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ptx, 20 „L-r. WsHenschrift" «Wte äi* .lrererr JahclMchevten ihre Väter vor der Äusrottuns Imd "Verbrennung auf dem Scheiterhaufen durch die Deutschen gerettet. Hunderte von Jahren hindurch hat ihnen Polen Schutz und nicht nur Gleichberechtigung!, sondern auch Vorrechte gewährt. Und jHt hetzt dieses jüdische Lumpenpack gegen die Polen und schleudert sicher sie Verleumdungen!Über angebliche (!!) Pogrom- und Gewalttaten. Offenbar muß man die Juden wie Hunde behandeln, so wie sie von den Russen und Deutschen behandelt worden sind. Dann wurde man augenscheinlich ihre Liebe gewinnen." „Glos Narodu" schreibt unter anderem: „Falls DanM nicht den Polen gMben werden wird, .so werden wir das Mnze Land mit einer Sintflut von Dokumenten Überschwemmen, die b.we'sen werden, daß das Judenrum darauf hingearbeitet, hat, uns diefss Katastrophe AU bereiten. Wir werden nicht ruhen, bis der letzte polnische Analphabet es perstehen wird» daß er dies nur den Juden zu verdanken hat." Mit gesperrten Lettern schließt der Artikel: „Für Danzig werdet ihr mit den Grundlagen eurer ExistenZ bezahlen. Besinnet euch, ob euch dies nicht zu teuer zu stehen kommt." Reue Mtzefse gegen die Juden in Po'rn. FsrtZefetzts Mißhar dl«rrrgen und P uuSk, u? geu. - Tik Hrtde«- taisn der Ar r ee Hsller m wehrloser, Jude«. Aus Lemberg, Krakau, Warschau und anderen Städten Polens kommen neuerdings traurige Berichte Mer grauenhafte Judenexzesse. In Wilna sind 2200 Juden hinge sch lachtet worden. Aus Gleiwitz meldet der Berliner „Lokalanz iger": Die Hallerschen Truppen sind in Kowel eing troffen und hüben dort große Judenpogrome.veranstaltet. Überall, wohin die Truppen Hallers kommen, werden die Geschäfte, geschlossen. Britische Juden und ^fremde" Juden. J.iP.L-L.Man meldet aus London: „Hier herrscht große Aufregung Wer einen von zehn prominenten „Israeliten" in der antisemitischen „Morning.Post" namens der Liga der britischen Juden veröffentlichten Briefworin, um die britischen Juden vom Verdacht des Bolschewismus reiriMw äscherndarauf hingewiesen wird, daß diese 'Ideen nur bei den „fremden Juden" Eingang gestruden hätten. Der „Jewish World" nennt diesen Brief eine Denunziation (Messira) und die Gefährlichkeit liege nicht nur in der Teilung in „britische" und „fremde" Inden, sondern auch im Hinweis, daß die „fremden" Juden mit dem Bolschewismus sympathisierten oder mit anderen Worten, nach einer Revolution in diesem Lande trachteten. Dr. Ga st er schreibt, der Versuch, die eigene Stellung auf. Kosten anderer zu retten und die hilflosen Massen zu denunzieren, um die versteckten Interessen Weniger zu schützen, sei zwar nicht neu in der Geschichte, doch sei es letzten Endes von Mitgliedern der Anglo Jewisb Community zu erwarten gewesen.. Am 29. April fand eine, einz'g zu diesem Zwecke einberufene Weraus stürmische Sitzung der „Board off Deputy" statt. Sir Magnus, einer der Untersertiger des Brieses in der „Morning .Post", suchte den Schritt tzu erklären und -zu entschuldigen- Zur Rettung der Lage-war Lucien Wolf aus Paris herbeigeeilt. Selbst Sir -Stuart Sa m'uels, der ebenfalls für die Ab Schwächung der von den Zionisten eingebrachten und von Dr. Da ich es und. anderen vertretenen scharfen Berdammungsresolution sprach, meinte, wir werden den „Zehn" nie deMihen, . daß sie ihren Brief in der „Morning Post", einer Zeitung, die so voll Haß gegen alles Jüdische ist, veröffentlicht haben. Keiner von den Zehn hat sich. Rechenschaft Mer seine Handlung gegeben. Nach heißem Kampfe wurde die Resolution Dr. Dar che« mit 23 Stimmen gegen 21, die auf das Ammendement Sir Magnus fallen, angenommen. Um. jedoch Ein- -stimmigkeit zu erreichen, wird späterhin folgende Resolution vorjgelegt und einstimmig angenommen: „Die ), Board" bedauert den Brief der Zehn betreffend der Liga der britischen Juden, der in der „Morning. Post" erschienen ist, weil aus diesem Briefe ein Haß gegen die eingewanderten Juden spricht und ein Unterschied zwischen Jud und Jud gemacht wird. Die „Board" wendet sich namens aller Juden gegen die Beschuldigung, daß die Juden irgendetwas mit dem Bolschvwismus zu tun hätten." PaMirur. Der „Evening Standard" berichtet, daß der bekannte jüdische General Sir John Monash, der s'.ngreiche Führer der Australier, als Gouverneur für Palästina vorgeschlagen wurde für den Fall, daß die z'onistischen Förderungen bewilligt werden. Wie „Evening Standard" schreibt, ist Sir John Monash als guter Jude stolz auf seine Rasse, besitzt aber auch die Sympathie aller' anderen, was ihm die Möglich?,it bieten wird, auch mit den Arabern und Syriern sich gut zu vertragen. Da Sir John Monash selbst Ingenieur ist, so bietet seine Persönlichkeit volle Gewähr für die günstige Entwicklung des Landes. Pros. Masaryk Wer den Prozeß in Polra. Von Sirgmund Münz ist ci:e neue Schrift erschienen: An den Präsidenten Th. <5. Masaryk. Ei l Appell ici zwölfter Stunde. Verlag von Ed. Strache, Wien und Leidig. Die Schrift des hervorragenden Pubti i len ist schon!ari sich, als ein Dokument der Zeit von hohem Interesse. Sie gewinnt an Bedeutung wegen der vom Verfasser mitgeteilten Masaryb» Reminiszenzen, di: für die Juden in Oesterreich von bleibendem, historischem Werte sind. Der gegenwärtig« Präsident der jungen tschecho-slowakischen Republik ist noch au; der Zeit her,;als er der sch.ihte Profes^vr Masaryk war, als unerschrockener Vorkämpfer für Humanität und Gerechtigkeit und ethisch gerichteter Politiker .bekannte Man erinnert sich an seine mutige Kampagne, dir er mit Einsatz seiner ganzen Popularität gegen di: künstlich entfachte antisemitische Hetze im unglückseligen Prozeh gegen H.lsner führte, und an seine entschiedene Stellungnahme für Dreyfus. In der vorliegenden Schrift, die ein rasches Eingreifen Ma saryks zugunsten des Selbstbestimmungsrechtes der Sude tendeutfchsn fordert, veröffentlicht der Ve.fasfer Dr. Siegmund Münz Kurdgebungen Ma saryks aus dem Jahre 1899 und teilt ein Schreiben des Präsidenten über die Judenfeind.ihen Aeußerungen eines Teiles der jungtschechischen und radikalen Presse anläßlich der Prozesse von Rennes und Kattenberg -mit, dessen wesentlichster iJnhalt hier wiedergegeben sei: l „Sehr geehrter Herr! i Ihr Befremden über die Haltung der tschechischen Blätter in der Dreyfus-Sache und der Kuitenberger 'Gerichtsverhandlung finde ich sehr begreiflich; aber Sie iverwechseln jungtschechisch und radikal mit freiheitlich und fortschrittlich, und überdies beachten Ei: nichts daß , sich unsere Organe der wahrhaft fortschrittlichen Richtungen von allem Anfang an für Dreyfus und gegen den Aberglauben des Ritualmordes ausgesprochen haben. In der Dreysus-Affäre habe ich selbst in dem alttschechischsn „Hlas Naroda" nach der abermaligen Verurteilung Dreyfus' einen recht sachlichen Artikel gelesen. - lieber diese Verurteilung Dreyfus' ist wohl kein Wort mehr gu verlieren. , Ich selbst freue mich ' jetzt, daß der unglückliche Hauptmann ohne Rücksicht auf Begnadigung seinen Prozeß Werterführen wird. Dir Niederträchtigkeit der Gegner verdient kein Pardon — Frankreich selbst kann nur gewinnen, wenn der antisemitische und klerikale Generalsanarchismus ganz offenkundig zertreten wird. Allerdings genügen der Renneser Prozeß und seine Enthüllungen vollkommen, die Messieurs, Mercier und Spießgesellen der europäischen Verachtung anheimzugeben, aber es handelt sich eben darum, die Quelle dieser moralischen Seuche zu verstopfen. Dies ist um so inötiger, als es sich, wie die Polnger Angelegenheit berocht, um eine europäisch» Krankheit handelt., Dreyfus und seine tapferen Freunde