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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-23 · 20 (23.5.1919) · p. Seite 296

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
20 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 296 (sequence 4)
Language
German
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Wische Kinder einen vorWerMherrden Geistlichen mit Sand "Üewvrfen hätten. Wir wollen hoffen, daß, die Pager Machthaber von heute, die im Fall KlinLer beleidigte Gerechtigkeit sühnen und nicht dulden werden, daß schür'ende Geister des Blutes wieder erwachen werden. Der Name Maaryk ist eine Bürgschaft und wird hoffentlich imstande sein, die neue tschechische Freiheft auch für die Juden in Geltung zu bringen. Die Tschechen bezeichnen sich.gern als Märttzrerna.ion. Aus Lhrer Erfahrung heraus sollten sie-also nicht dulden, daß ihr Mob' den unschuldigen Inden ein Märtyrertum bereite. - * «> Es steht leider fest, daß die Juden bei allen möigj-i lichen und unmöglichen' Gelegenheiten als. Sündenbock h-eranc^holt werden, juit* daß ihnen dabei' weder Beseuerung noch Bewerfe ihrer Unschuld helfen. Selten ist Es iedock so -kraß geschehen, wie beim militärischen Zn-< ■femmen&rnd* Deutschlands^ dessen tapferes Heer sich mit Donnergrollen Egen die Leuts kehrte^ die es 'immer wieder zur SMachtbank trieben. Die Hohenzollecnmußten flüchten. Aber bevor das geschah, Halle einer ihrer hohen GeneralstMer, der bekannte Graf Schule.^ bürg, euren feinen Plan ausgeheckt, .Mer welchen die Berliner ^.Freiheit" an ttz Jganb von Originaldokumenten Herichiell Während Hrndenburg und Gröner für die Abdankung waren, trat der famose Gras Schulenburg für den Kampf mit den Aufständisihen ein', der W rächst in Köln unll Lachen ausgenommen werden solle. Man müsse nur eine ^richtiae Parole" finden. Graf Schulenburg hatte pre richtige Parole auch schon bereit: Man solle verbreiten, daß die Marine „mit Mischen Kriegsgewinnlern und Drückebergern" dem Landheer in den Rücken gefallen sei. Diese Parole wer^)e schon ziehen. Sie hat Mer nMI mehr, gezozeu. Man führe sich aber nochsuaWEE K Gemüte, weicher Gemeinheit und verleuncherischen. Lüge rm Offizier, ein Aristokrat und ein hoher Würdenträger fähig war. wenn es „nur" um Juden ging.. Und Seilte mit einer solchen Moral, die zu solchen Mitteln fähig waren, sollten' den Weltkrieg gewinnen! Tie Wischen Vertreter in Paris und die Polen. Polnische Phantastereien. Der „Kurfer Poznan^ki" (Nr. 103 vom 8. Mai) bringt eine Zuschrift seines Pariser Sonderberichterstatters vom 25. April, in der es u. aheißt: „Das amtliche Verzeichnis der Friedens-lleg'er.en weist 27 Staaten auf, aber es fehlt darin eine Großmacht, nämlich das Judentum. Und doch spielen die Juden eine riesige Rotte im Friedenskongreß. Die Mischen Einflüsse sind zweierlei Art: Unsichtbare und öffentliche Einflüsse. Me ersteren strömen durch Tausende von verborgenen Kanälen, durch die die Hochfinanz mit der Politik verbunden ist. Es genügt, 'Herren zu nennen, wie Strauß und Baruch, die unter den amerikanischen 'Vertretern figurieren. Sie haben gewijsermaßen eine amtliche Vertretung in deyr Komitee der. Delegation für jüdische Angelegenheiten' bei der Friedenskonferenz. W gibt darunter 'Rabbiner, Oberrabbiner, Zadiks, (?). Schriftgelehrte, die aus Polen, Rußland, der Ukraine, Rumänien und Ungarn hierhergekommen find, um f' inen Appell an den Kongreß wegen der Rechte d es untsrrückten Volkes Israel zu richten. In Paris, London und New-Iork assimilieren sich die Juden mit ihrer Umgebung Im Osten ist es anders. Hier befindet sich der Hitz des jüdischen Nationalismus. Dieser jüdische Nationalismus wird durch das sZomitee der Delegation fitr Mische Äugelegentzeiten in. Paris vertreten und hie Delegierten der jüdischen Nationalräte in Polen spielen darin, die wichtigste 'Rolle. Die Hedren Sokolow, der bekannte Führer des Zionismus, und Osias Thon, der Abgeordnete zum polnischen Landtage, bemühen sich eifrig als Vertreter her Mischen „Ration" in Molen. Sehr bezeichnend Ar das politische - Programm der Mischen Nationalisten in Polen ist eine Denkschrift,- die durch die oben erwähnten Herren der polnischen Kongreßdelegation Merreicht worden ist.' Der Inhalt bedeutet nichts' weniger als die -Gründung eines jüdischen Staates in Polen. Sie verlang;:: besondere Rechte für die jüdische nationale Minderheit, und War Rechte, die durch die polnische Verfassung verbürgt sein sollen. Diese Rechte umfassen nach der Denkjchrift die Gesamtheit des konfessionellen, kulturellen, sozialen Lebens und der Verwaltung. Die Mische Bevölkerung des ganzen Staates wählt ihre eigene' allgenreine jüdische Versammlung, also einen eigenen Mischen Landtag. Dieser Landtag tritt jedes Jahr für einen'bis drei Momte zusammen und wählt einen obersten Mischen Rat, der die ausschließliche Vertretung der Mischen Volksgemeinschaft nach außen hin darstellt. Wir haben also auch eine Mische Re-, gierung. Diese Regierung hätte in der polnischen Regierung einen besonderen Vertreter in der Person des Staatssekretärs für Mische - Angelegenheiten, der aus 'drei durch den obersten jüdischen Rat vorgestellten Kandidaten ernannt wird. Das Schulwesen soll selbstverständlich jüdisch sein, ebenso besondere Mische Steuern, Anerkennung der hÄräischen Sprache und des Jargons im öffentlichen G^drauch usw. Indem sich die Juden auf diese Weise unter Ausschluß des Einflusses des polnischen Staads Organisieren, verzichten sie selbst durchaus nicht auf ihren Einfluß auf den polnischen Staat. Sie verlangen nämlich, daß bie Abgeordneten für den polnischen Landtag durch besondere jüdische Kurien gewählt werden. Die Verwi rklichung, diesesAProgramms würde aus Polen ein jüdisches ParadiA auf Mden machen. Polen wäre alsdann Palästina und Warschau die auserwählte Stadt Jerusalem. < Wir wissen nicht, ob die polnischen Delegierten auf diese jüdische Denkschrift irgendetwas' geantwortet haben, und was sie geantwortet haben. In dieser Frage ist ausschließlich der Landtag kompetent, denn die Mische Frage ist eine Frage der innertzolnischen Politik. Aus diesem Gründe müßte Polen dagegen protestieren, wenn man in der Friedenskonferenz die Frage der polnischen Juden entscheiden wollte, denn in diesem Falle müßte auch die Frage der amerikanischen, englischen und französischen Juden besprochen werden. Entweder ist die Jüdenftage eine internationale Frage, und in diesem Falle muß sie für alle Staaten nach einheitlichen Grundsätzen geregelt werden, oder sie ist es nicht, und dann hat auch niemand bas Recht, .sich in die polnischen .jüdischen Verhältnisse zu mischen. Es erscheint Weifelhaft, ob die Friedenskonferenz sich, noch mit der jüdischen Frage belasten wird. Aber die Polen können die Gefahr Ws .jüdischen Nationalismus nicht außer acht lassen, der darin -abzielt, Polen zu einem polnisch-jüdischen Staate. umzubllden."; '• K. f. d. O/ Molnifcher Zeitunjgston. . Graudenz. Mit Bezug auf den Protest der Danziger Jüdischen Gemeinde und des Verbandes der West-, preußischen Synagogengemeinden gegen die Auslieferung der Juden Danzigs und Weftpreußens an die Polen schreW die hier erscheinende „Gazetta Grüt^izad'ska" in ihrerNummervom 12. Mai: „Die Danziger und.westpreußischen Juden .haben -e§ auch t für nötig ^gehalten, gegen die polnischesGewM- Politik zu Wotestieren. Die Lumpen! Polen hatin ftü-

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