Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 19 (16.5.1919)
- Date
- 1919-05-16
- Page
- Seite 283 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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X Sk IS . „Dr. MM'S Wochenschrift sm m gtUten ait chm «§. „Me kann ich 'mich um solch- Äleinigfeiten kümmern?!", antnwrttte er, ebenfalls in Jiddisch. „Ich habe größere und wichtigere Dinge vor. Es ist doch 'auch gleichgültig, ob du heute oder morgen totgeschossen wirst." Im , übrigen machen die antisemitischen Sekten den Anspruch, daß sämtliche Bolschewisten , Christen sein Müssen?' Christen haben das Recht, Bolschewisten zu sein, Juden nicht? _ Die KriegsMvtnnjer in Amerika. „Nach einer statistischen Aufstellung der „Chemisch-technischen Wochenschrift" betragen, die jährlichen Kriegseinnähmen der hervorragendsten Milliardäre Amerikas folgende Summen: 3.' 2*. Rockefeller . 300,000.000 Dollar, Andre Carnegie 50,000.000 Dollar, WMäm Rockefeller 37,500.000 Dollar, I. Odgen Armour - 31,250.000 Dollar, Henry Ford 25,000.000 Dollar, W. Ä. Vanderbitt - 25,000.000 Dollar. . „Alle die hier namentlich angeführten „Kriegsgewianer" sind reinrassige Arier und erst hei den kleinen Millionären ist ein 'Jude als Kriegsgewinner angeführt. Die Palme für diese staunenswerte Tüchtigkeit, aus dem Vernichtungskarnpfe Europas die größten , Jahreseinkünfte sich geschaffen zu haben, fällt also ungeschmälert Ariern zu", im Stile jdes Herrn Erpositus müßte man sagen, nicht, dem Judentums sondern dem Christentum. Was die Kriegszensur während der Kriegsdauer zur Keröffenttichung Verboten hat. OHM KraWWM Mer die Wischen Soldaten. Der Kommandant der Großwardeiner Viererhusaren, Oberst KarlKrütochwill deSzentkereszthegy,welcher von Mikolajew bis San Michele seine Soldaten unter tausend Gefahren geführt hat, war vor einigen Tagen zu eintägigem Besuch zu Hause in Großwardein. Der Mitarbeiter des „Nagyvaradi Naplo" sprach bei dem Kom- Mandanten-in-dessen. Hotel? vor-und ftug ihn Aber die Haltung dev Großwardeiner Honveds. Die. Sprache kam auch auf die Juden. OberssK rat ochwill äußerte sich hierüber folgendermaßen: -„Mit rühigeM Gewissen kann ich sagen, daß die Juden sich voln AnbegiM des Krieges wie wahre Männer bekommen haben. Ich könnte hierüber^ vieles erzählen, ich hebe jedoch bloß einen einzigen bezeichnenden Fall hervor. Feldwebel Einhorn, ein schon älterer Mann, sAhrte seit Anfang des Krieges die Post mit beispielloser Genauigkeit und .Gewissenhastigkeit. Einmal teilte er gerade die Most Aus und gelangte eben in die Nähe des Hilfsplätzes, als die Italiener den Hilfsplatz unter schreckliches Schrapnell- und Granatenfeuer nahmen. Sehr viele sind verwundet worden, einige sind auch gestorben. Einhorn selbst wurde schwer verwundet. Er kümmerte sich jedoch selbst in der größten Todesgefahr nicht um seine Wünde, kehrte sich nicht daran, daß er jeden Augenblick fallen konnte,-verband im größten Schrapnellfeuer die Verwundeten und dachte erst dann an seine eigene schwere Verwundung. Als ich ihn dann aufforderte," fuhr Oberst Kratochwill fort, „mit seiner schweren Armwunde ins Spital zu gehen, antwortete er: „S o lnnge meine Kraftexeichen,verlasse ich denKriegsschaui platz nicht!" Und er verließ ihn nicht. Ich habe den Feldwebel Ein ho rn, als einen, der nicht genau genommen Frontdienst macht, zur Auszeichnung mit dem üblichen silbernen Verdienstkreuz in Antrag gebracht. Se. kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog. Josef verlieh ihm jedoch eine größere Auszeichnung, die g r o ß e f i l be rn e T a pf erk e i t s me da il I e. Es war mir eine besondere Freude, daß gerade damals Seine Hoheit der Thronfolger Karl F ranz Jo s e f uns mit seinem Besuche beehrte,- der Thronfolger sprach'lange mit Einhorn, heftete ihM eigenhändig die Auszeichnung an dierBruft- und drückte ih7r< die Hand. Dr. Klein und Dr. Fodov sind meine lieWy» Aerzte, sie sind seit Kriegsbegrmr die lebendiger Beispiele derOpferwilligkeit, des Pftichtbewnßtfeins und der ernsten Männlichkeit. An Dr. Peter V a l i, der seit der Verwundung des Hauptmannes Rajurga Mein Adjutant ist, denke ich stets mit Liebe und Wertschätzung. iJch freue mich in! jeder Beziehung, daß ich ihn zu meinem Adjutanten erkoren habe." Humanität Wischer Aerzte m Rußland. Herr Dr. I. Kohn, Vorsteher der isr. Kultusgemeinde in Budweis, schreibt uns : „Budweis, 15. September 1915. Geehrte Redaktion! Bei den Nachforschungen nach meinem seit 11. September 1914 in schweroerwundetem Zustande in russifi^ Kriegsgefangenschaft geratenen Sohne JUDr. Rudolf K o h m, Feldwebel-Kadettaspiranten des k. k. Infanterieregiments Nr. . habe ich auch dem als invalid aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten k. u. f. Oberleutnant Peukert geschrieben, der in der „N.Fr. Presse" die Adresse mehrerer Kriegsgefangener, mit welchen er im Evac.-Spitale Nr. 63 rn Woronesch tzusaMmentraf, . bekanntgab. Obzwar mein. Sohn vom.russischen Roten Kreuz im Monat Juni 1915 im! Evac.-Spital Nr. 62 in Woronesch kriegsgefangen und verwundet gemeldet wurde, habe ich von ihm trotz vielfacher telegraphischer Anfragen mit bezahlter Rückantwort keine Nachricht; auch die Auskunftsstelle für Kriegsgefangene, Wien, 1. Bezirk, Jasomirgottstraße 6, hat auf zwei telegraphische Auftagen über meinen Sohn keine Auskunft erhalten, obzwar die telegraphische Rückantwort von mir bezahlt wurde. Beigeschlossene Antwortkarte des Herrn Oberleutnants Peukert ist ein Dokument für die humane Gesinnung jüdischer russischer Aerzte, anderersei^ für die inhumane Behandlung, welche unseren Kriegsgefangenen seitens der russischen Vorgesetzten der jüdischen Aerzte in -russischen .Spitälern zuteil wird." Das Schreiben des Herrn Oberkeutnairts Pentert lautet: „Herrn Dr. I. K ohn, Advokat, Budweis, Kaiser Franz Josefs-Platz. Reichenberg, am 12. Sept. 1915, Geehrter Herr Dr. Kohn! Meine Nachforschungen unter meinen Leidensgefährten waren ohne Erfolg. Ein Pole sagte aus, daß er einen Rud. Kohn in Moskau- Spital Nr. 18, gesehen hat. Er soll damals einen Gipsverband getragen haben. In Woronesch habe ich nichts von ihm gehört. Die russischen Spitäler waren etwas besser als die Gefangenenlager, somit dürfte er wenigstens einigermaßen gut versorgt sein. Es waren dort auch einige jüdische .Aerzte, welche immer für das Notwendigste, trotz Schi-, kauen echt-russischer Vorgesetzter, sorgten. Auch wir anderen*) Gefangenen verdanken Wischen Aerzten viel. 'Hochachtungsvoll Rudolf P e u ke rt. Reichenberg,?. u.k. Reservespital. f b. d. Franz Ferdinand-Kaserne, 5. Trockt." WldffostMef. Im Felde, Feldpost 90, am 12. Dezember 1916, schreibt der Vetter des Sandox Meiner. Feldwebel *) Offenbar christlichen.. (Anmerkung^ der. Redaktion.)