Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-16 · 19 (16.5.1919) · p. Seite 282

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
19 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3020846-3022353-3022372--27743-3053177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

9k. iS Mite E v-.-.., , „D^r- Msch^ Wochenschrift" Tqg. Mch der GchilderüM der Verhältnisse in Ost< -Mltzien LottM'er kamn seiner Rührung Herr wierdchr. Ämerika, .Wh-rte Strgnß mrs, WÄ Men notleidenden Menschen Helfen und werde ünchj der JuMr OstMitziMs Aicht veogeffen. Me Frü^e° der Ukmine sK jedoch nicht geregelt. MMmreriA und die Eierten versorgen setzt, nebst ihren eigenen Lünderm, die der befreundeten Stnaten, betzw. dieser, denen gegenüber die 'Entente Kufolge BereinbarmMn LeWenÄnittelhilfe ungesichert hat. Im; Laufe einer W eiten Unterredung erklärte Strauß, daß die Lebensmitt^hikfe Wr OstgÄitzien vom Verlauf der MerhanÄlungen Z^hUD'Ernährung der von den Bolschewiken besetzten 'Lander obhängig ist." So leidet Ostgakitzien tzufohse des Bolschewismus' iu der Ukraine. . ' - - Alles polnisches Iudenrecht. Prof.O. Knopp aus Rogasen veröffentlichte vor Jahren mit Unterstützung der Historischen Gesellschaft für die ProvinzPosen ein umfangreiches, für die Völkerkunde äußerst.wichtiges Werk: „S a g en und Erzählungen aus der Pr o o i n z >P o s e n" <363 Seiten, Lerikonformat). Auf Seite 311, bjs 314 finden sich zwölf Besonder« Sägen, die von Juden als Erinnerung aus vergangenen Zeiten namenlosen Schreckens und furchtbarer Drangsale noch er- Whlt w«Len. . Die ElKHlung lautet: Dem Fürsten Sapieha (6er Schloß und Land Filehne besaß, im 16. Jcchrhundert). wurden, einst Mehrere Pferde gestohlen. Der Verdacht lenkte sich auf einige Juden, und es wurde mit den Verdächügen kurzer Prozeß gemacht: sie wurden alle zehn gehenkt. Aber da «hob der Nachbarmagnat aus Czarnikau, der Edle Äwn Czarnkowski, Einsprache, weil die Juden aus seiner Grundherrschast waren. Er. verlangte ernste Genugtuung. Der 'Fürst Sapieha ließ nun in Filehne Zehn beliebige Juden aufgreifen und schickte sie dem Nachbar mit dem Bedeuten, er möge ihnen , iän Gleiches tun. Das geschah auch. Nach, vielen Jahren jedoch stellte sich die Anschuld der Verurteilten heraus, und, um sich mit seinem Gewissen ^rbzufinden, ließ der Fürst an dem Orte, «o die Juden gehenkt waren, an der. Stelle des alten ^Galgens «ine Kapelle errichten, -die dem Schutzpatron der Stadt Filchne, .dem Heiligen Lorenz gewecht wurde, und die noch heute, steht. .. Nicht übel ist die daran sich schließende Geschichte, die freiich picht von einem Juden handelt, aber uns deutlich zeigt, wie noch vor Hundert Jahren das christliche „Volk" begnadet war, /dem die Gregorig, Scheicher, Lueger und Schneider so mancherlei von Hemaliger und unverjudeter Glückseligkeit des Volkes vorzuplauschen wissen. Friedrich der Große äußerte einmal seine Freude Mer die lange, prächtige Kastanienallee vor dem Schlosse der Fürstin Sapicha. Als er jedoch ein andermal wieder in die Gegend kam, fand er die ganze Allee niedergehauen; die Fürstin hatte das, was dem ihr verhaßten Deutschen Freude machte, beseitigen lassen. Nur «inen Baum Hatte der Beamte, der das Fällen der Bäume leitet«, durch einen Fußfall vor der Fürstin gerettet, und zwar hatte er seine Bitte, mit dem Bemerken begründet, daß der Baum isur ihn einen großen Wert habe und eine wichtige Erinnerung sich für ihn daran knüpfe; denn vor Jahren habe die gnädige, Fürstin seinen Sohn an diesem Baum« äufhängen lassen. - - ' Me mchiMxe JWend in MMtin-n. Bor einigen MlnÄten wurde in Palästina-die VereiniMng.„Hatzair Hgeretz "Israeli" hMündet, die seither gute Fortschritte gemacht M. Sie setzt sich aus fungen Palästinensern Mammen, größtenteils Jeschiwa- Schülern. Beim KritzDauWruch befanden sich die Jefchiwa-Schuler in der Mrßxrsten Notlchfe. Viele von ihnen gingen. in die AckeMmkolonien un5 begannen sich mit LandMeit W MschäftiMn. Dieses! Leben in den Koßsnren hatte einen iäuMrst günstigen 'Einfluß auf ihr garMs Wesen. Bei der Einnahme von Jerusalem yrganisierten sich 50 solcher jungen Leute, um eine gemein- /ame Kolonie tzu beMünden. Gleichzeitig organisierten sich 75 andere, -um Hebyäisch und andere weltliche Wissenschaften tzu studieren. Aus'diesen Kreisen entsprang der Gedanke der Gründung einer J^schiwa mit UniverfiMscharakter. s Diese neuen orgünisätorischen Tendenzen innerhalb der pMM«xen^^Zu^d-'pWKn>M" in der "„Hätzair Haeretz Israeli" aus, die ihren Ursprung in Jaffa hat. Eine Zweigorganisation' hestehtin Jerusalem init Mitgliedern aller Gruppen der orthodoxen Jugend. Diese Bereinigung! umfaßt alle Interessen der jungen. Ortho.i boxen, darunter die Reform der JeschMth und Äe Bildung von. Arbeitergruppen. Sie legt großen Wert auf.Landarbeit und hofft Ordnung in die Jeschi-- both M bringen. Die jungen Orthodoxen sind tzu. der UeberAeugung gekommen, daß. die/JeWwa in ihrer \ßV gen Form hauptsächlich eine Zuflucht Wr die Hungrigen ist. Schüler, die nicht imstande find, -Dalmuh M lernen und die Thora nur studieren, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben, haben einen demoralisierenden Einfluß auf die ganze Jeschiwa. Um hier Wandel M schaffen, 'strebt die neue Organisation' danach, viele der Jeschiwcv-Dchüler zum freiwilligen Eintritt in die -Arbeitergruppen Hu bewegen. Zu diesem /Zweck hat sie folgende Punkte In ihr Programm ausgenommen: 1. Die Bildung von 'Landarbeitergruppen, bie der Leitung? der Organisation un* ^erstellt bleiben, bis sie -richtig auf dem Lande angesiedelt werden können. 2. Die Förderung des Handwerkes untör den jurtgen Leuten, die hierzu besonders befähigt Md. . In Petach Tikwah wurde eine Gruppe von Gemüsezüchtern eingerichtet, und in Rechoboth arbeiten 20 junge Leute als Taglöhner. Die Zionistische MmmiWn hat der ersten Gruppe Lst. 300 bewilligt und bestreitet einen Teil der MiWMn beider Gruppen, Gründung Mer grMn ln - ^' . KrliWWa, '..? "" . / v Der russische KapiAlist Herr Ilm Paenson aus Petrograd urrd Herr Moses WMusch'ewitsch aus Zürich, der durch feine. Erfindungen Mr.Härtung von Fettelr ..bekannt, ist. und, in /.WßjtaM.große, .FäbbUei^ dafür richtet hat, hMen tzusanchndn untär dem! Name.n „The Pälestine Oil JndustrY" „Shiam'en Limited" eine Gesell-« schuft für Oe'lindustrie in PaWUna gegründet. Die Ge-/ sellfchast wird sich mit^der HerstMung aller Arten von Öelen in PatästiM besaffejn, Das 'Volt eingchahlte Kapital der Gesellschaft be?trjägt 250.000 Lst. Die Geseftschaft will ihre VopbereitungsärlL!e?iten so beschfeunkgen, daß. sie möglichst schon M ..Beginn des Jahres. Ä20 ihre Tätigkeit aufnehmen kann. Infolge des großen KaprLals. der Gesellschaft und hei den hervorragenden kaufmännischen und technischen Fähigkeiten ihrer Direktoren ist anzunehmen, daß die Gesellschaft in Palästina sehr güte Aussichten hat. He GesMschlaft hat sich? Mrigens für den Bohlen,, den sie Wr ihre Fabrikanlagen und Wr Arbeitshäuser in PMstinja kaufen wird, den Bodenpriwq Hipien Jüdischen NatioualMrds unterworfen und Ml auch Me Beteiligung der AMeiter am? Gewinn und an der Verwaltung einWhreßl- ' 1 ' , (IW. RundWau, Berlin.) MMeViksn Md Mdmtum. In dem soeben im Verlage August Scherl?in Berlin erschienenen Buche „Weiße Garde, gegen Röte Garde", in welchem der deutsche Reserveleutnant Erich Schüler seine -Flucht aus de^ruskischen Kriegsgefangenschaft durch Sibirien und -Rußland zurzeit. der Schreckensherrschaft der Volschewiii in -spannender -Weise schildert, -findet sich über eine Audienz bei Trotzt! - folgende bemerkenswerte --Stelle : „Mit klopfendem He^en betrat ich das kahle Wartezintmer, dessen einziger Schmuck einige .billige Bilder, ein paar Stühle und ein rohgezimmärter Hotztisch ausmachten. Bei meinem- 'Eintritte erhob sich ein Jude, um von 'dem Sekretär/der nun zur Türe hineinsah, zu dem .Gewaltigen eingelassen zu werden. Die Tür zu dem Arbeitszimmer schloß nicht ganz, 'und so wurde. ich Zeuge eines'"denkloürdigeä Gespräches. Der Jude, der in Jiddisch sprach, . wimmerte in den -kläglichsten Tönen, daß er von zuverlässiger Seite rrfcchren habe, man beabsichtige in -nächster Zeit einen Judenpogrom in Petersburg zu veranstalten. . Trotzki 'rührte sich nicht. Die flehenden Bitten seines Glaubensgenossen, Durchgreifende Maßnahmen zu treffen,- um ein Blutbad zu verhindern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.