Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 19 (16.5.1919)
- Date
- 1919-05-16
- Page
- Seite 284 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3020846-3022353-3022372--27745-3053179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite -,6V ..Dr. Vkqch's Wochenschrift" W Arrnia Weiuer, Len solgeudeu mterefsaütÄr Brief uäch EsZtergDin : „Gestern stand im Kommandobefehl: „Wegen tapferes Verhalten vor dem Feinde ernenne ich' den ZugsKhrer Armin Weiner zum Feldwebel." Ich hab^ es ehrlich verdient, ansonsten würde die Bemerkung „tapferes Verhalten" gewiß nicht angeführt worden sein. . Vorgestern erlebten wir wieder einen heiteren Fall. Bei einer unserer vordersten Kompagnie näherte sich aus dem feindlichen Lager des abends em Russe. Unsere Zungen erblickten ihn und die Folge war, ihn an das Ziel zu nehmen. Der Russe .schreit und gebärdet sich: „Ne pueas — „Nicht schießen!" Wir ließen ihn hsrannahen. Der Russe.erzählt, er sei Offiziersdiener bei einem Oberheutnant. „Wir stammen beide aus Nusfisch- Volen," sagt der Offiziersdirner, „und erfuhren, daß ihr Russisch-Volen Kr euch'proklamiert habt) so haben wir bei den Russen niMs mehr zu suchen und wollen nicht mehr im russischen Heere gegen euch kämpfen, da ihr fetzt unsere Brüder geworden seid. Ich habe noch auf Befehl meines Herrn Oberleutnant zu bemerken, daß er zur selben Stunde, morgen selbst herüberkom-nt, wie ich es tat. Schießt daher nicht auf ihn." Der Fäll hat sich genau nach Bericht des Offiziersdieners zUae- . tragen. Nächsten Tag, gegen halb 5 Uhr nachmittags, spazierte.der vorher angemdldete Oberleutnant zu uns herüber. Beide haben wir nach Verhör ins Hinterland expedieren lassen.' - Mit herzlichem Gruß - ' Armin." „Dieser MtzUe JrGe m d« MmWOgaiie." .Kgyenlöseg" erhielt folgende Zuschrift: „Geehrter Herr Redakteur! Heber Ihren. Aufruf teile ich Ihnen in Folgendem die Geschichte meiner Auszeichnung mit der silbernen Tapferkeitsmedaille Mit. Während des Verlaufes der letzten erfolgreichen serbischen Offensive habe -ich gm 7. Oktober unseren Fähnrich, welcher im riesigen Granaten- und Schrapnellfeuer verwundet wurde, aus dem Feuer gerettet. Dies geschah vormittags. Während des ganzen Tages standen wir bis zum Bauchs im Wasser und am Abend rettete ich einen Kameraden, welcher einen Bauchschuß hatte, aus dem feindlichen Feuer. Der Herr Hauptmann hatte vorher die Mannschaft aufgefordert, sich freiwillig zU7melden, den Kameraden herauszuholen. Es 'meldete sich jedoch niemand vom ganzen Bataillon außer mir. Ich bemerke, daß 'ich der einzige Jude in unserer Kampagnie war. Als ich den Verwundeten herausgeholt hatte, drückte mir der Herr Hauptmann die Hand, belobte meinen Heldenmut und sagte: ^,Jch bin stolz darauf, daß dieser einzige jüdische Bursche, der in meiner Kompagnie ist, sich so heldenhaft benimmt." 2m November kam ich alS Schwerkranker nach Hause, aber nun bin ich mit Gottes Hilfe'wieder genesen, so daß ich in die in Formierung begriffene 20. Marschkompagnie emgeteilt bin. Außer mir kämpfen noch meine Zwei Brüder Kr 'das Vaterland: mein älterer' Bruder, der ZugsKhrer ist, besitzt die siMerne TapferkeitsmedaNe 1. Klasse. 2m Zivilberuf bin ich Handlungsgehilfe in Eger (Erlau). Mit vorZüglicher Hochachtung < . . ÄdakberL Deutsch, Jnfanterjereg. Nr. 60, 1. Kompagine." Die Gefchjhchjtp Knf Söhnet Fünf Söhne von mir, so schreibt Direkwr Emit Horvath dem ,-Ggyenlöseg", lMen im Kriege ihre WtWeft ausgeWt. Mein Wester Sohn, Heinrich H o r >• v ä t h, D-chlpfUlMlerrverlreter in Budapest,' ist wattig in Brjiix .(Böhmen) WachkonMandant Lei Len russischen Gefangenen, Freiwilliger, Korporal/ kricgsuw tauglich, 30 Jahre alt. Mem zweiter Sohn, Ludwig; Horvath, kämpft seit Ausbruch des Krieges, ist Leutnant, dient im bösnischerr MginrArt Nr. 3. hat auf sämtlichen Krie-Mchauphätzen Wdenmütig und begeistött gekämpft wurde' zweimal verwundet und Meldete sich am 1. Juni 1915, ohne noch von der zweiten Verwund, düng vollMtdig genesen M sein, Mi feinem/Kader, ehe er noch einberufG wurde. Dptt stand er weiter in licher Behandlung, ging im VKirate Oktober mit seiner Kompagine nach Wolhynien, wo er an den größten Kämpfen tteinahnh weshalb chn seine Vorgesetzten wie auf allen KriegsschauMtzen für eine Auszeichnung.vor-, schlugen, aber die vielfach verdiente Anrechnung kaiu noch bis heute nicht. Mem dritter .Sohn, Zlndor Hor-- v ath, bei seinemWinvWelt.UeservekabvEpirant, wurde auf den: südlichen KrieW!schaupl>atze in Anerkennung seiner .großbn Tapferkeit und Unerschrockenheit auKerhourlich zum Fähnrich befördert. Am 29. September 1914 .hat 'n anläßlich eines Sturmangriffes bei Tabanovic den Heldentod gefunden. Eine feindliche Kugel traf fein edles Herz. Mein vierter Sohn,-Viktor Horvath, Fähnrich im JnfänterierecKm'^nt Nr. 26, bekamst -am 6.- Februchj 1915 in den Karpathen im K-nnhs-e uM eine Höhe einen Schenkelschuß und.geriet mit seiner schweren Verwundung in Mefangenschaft. Er -lb'urde in Kiew.lgeMM/ von dort nach Moskau in ein Mvßes Spital gMracht, verblieb dort einige Zeit, kam'dann nach Kostvoma gleichfalls in ein Spital, hon wo {er geheilt Nach VjaM {gebracht wurde, wo ihm eine gute Behandlung zutell ward. Am 1. Oktober wurde er nach KrMrojarsk IrmtsWrtiert, wo er gm 14. Oktober ankam. wovon er mich telegraphisch verständigte, und.seit dizeser Zeit, habe ich gar.keine^Nach / richt von. ihm. Ueberält habe ich. MKndignngen eiw; Mögen, sowohl Leim östevr. hrngär. Hilfsvercm in Stockholm, wie auch beim Moten Meuz än Kopenhagen, erhielt aber W heute bdn ^iner Sreite eine Antwort. Mein fünfter Sohn, Oskar Horvatherhielt am 31. Mai 1915 bei Drohdbyctz, als Kadett des Jnfanteriereginrents Nr. 68, einen Kniescheibenschuß, wurde am 27. August operiert, indem ihm-der Fuß. amputiert wurde, und wird demnächst einen Kunstfnß erhalten. Das ist die Geschichte meiner teuren Söhne. Mein Schwiegersohn, Dr. Julius Hahn Kadett, jfi auf dem rnsfiMen Kriegs^ schauplatz schwer erkrankt und verficht jetztin Temesvar -beini Kader seinen Militärdienst - . . Bier ZMn plm «RarMc^ Dein „EgyenHseg" wird geschrMen: Genau 12 Neonate t-ämM ich bereits im' Kriege. Ich habe auch schon die bronOne DG hie ffiWMe^apPrheitsmedaM 2. Masse, erhalten. Die erstere AuHzeichnmG ^erwarb ich mir im voriKn-HeiLste, am 25. SMechber, bei Mrwo-Wexieniee, wm wir den Sturmangriff eines achtfachen Feindes. Mrückschlugen. Die . DapßwkttMme.iWLe & Klassei verdiente ich mir in her vpm 1. bis 5, Januar 191H dauernden Schacht Mi Rarance, wo. der Feind-14—16 Reihen tief Mm Drrrchbruch imserer StellunMN vorstivß. , Dies wiederholte sich in jeder Stunde, nachdem wir vor1 : her immLr ein TrMtzn'Muer vvn Gvarmten und SchrapnrÜs bekamen, in wWem' wir wie 'eine eiserne Mauer standhielten. Bei deM Bataillon waren wir unsere vier Juden, und War .her Unterzeichnete Alexander: Wim-- m e r, ZugsWrer.^dahials war ich noch Gefreiter), 'Ko-, loman L ö w y, Patrouillensührer, JgncH D em es, &üw jäh ttgDreinnlligen-Gefreiter (40, Jahre alt), Josef K u t t n a, ÄnWWvett'''Mrr^ alle machen an. der Front schweren Dienst und alle haben wir aus der Schlacht