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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-16 · 19 (16.5.1919) · p. Seite 281

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
19 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 281 (sequence 5)
Language
German
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Nr. »9 „Dr. Blsch'-s Wschenfchrift" ««tt* s»7 der Wählerschaft aM, weil mm ihr. Loch die 'österrsichische MmlsWtgetfchaft versagt hat -mrd -weil sie ziffern- MM Mit niedriger ist, alZ 'die. Antisemiten ausposcmüen. Nein/ dieschMUe Herrschaft im Rathaus wurde nicht von der ZuwanderuW der Gglizianer geworsen. sondern von dem Met der Wiener. - -*. - * ' Was.setzt in Deutschö-sterr/eich von fern Antisemilert ml 2^rrorismüs Mleistet wird, M unerhört uud^un-- befchrechlich. Bevor sie dulden, daß man an ihre KriexO^ gewinne Hand anlegt, lasfeir sie lieber den ganzen Staat zersallen und Zugrunde Hetzen. Was sich die Lander Men über der Mehrheit 'der gssetzgebenden Nationalversammlung heraüsnehmen, ist offene Auflehnung und Revolution. Zwei Stunden 'Bahnfahrt von Wien hörr schon Recht rmd Gesetz vollständig auf und die WilMr der Chri stlich sozialen beginnt. Schon bei der Vermögens-,. - Mgrche -hat man-es' micht gewagt, an die Bauern, heran--, zutreten. Die Lieferungen vom Land nach Wien wurde.: einfach -eingestellt, als befinde man sich mft der Haupt-.i stadt' im KrieH. Das Gesetz .über die FreiMgiMit wutde von ' den Ländern einfach höhnisch ausgehoben. Statt alle Kräf t e zu samMeln und den Zwecken dev^RepMih -zu unterstellen, wird jede GelegenheitbrnHt, der. .Rr>^ gierung Verlegenheiten zu. bereiten uriv sie vor der Bevölkerung und dem AMand bloßzustellen. Das tun dieselben Leute, welche den 'Krieg gewollt und gemacht, ihn zu einem Beutetzug.in fremde Taschen benützt hüben, wnd sich nun weigern, dem früher so heißgeliebten Vaer-» fand M helfen, wenn Ä in Not ist. Die Politik und . 'Staa tsbürgerschaft der Antisemiten ist dir gleiche, die sie. immer war, die Politik des’ sacro egoiM»««, die immer rücksichtslos wiederholt der Staat bin ich und feine Interessen sind meine woWeMte Tasche". . .... ». . .. ». . . . "r.v v" ""T ,V:- ' «t Sin Marm ist von einem Teil der pvlitiWn Ober-i fläche rechtzeitig verschwunden, bevor das Strafgericht Wer ihn hereingebrochen ist. Der biedere Werskirchnerr hat es nicht einnml gewagt, bei hex Entscheidung füv den Gemeinderat und Landtag vor die Wähler zu tre« ten. Er ist aus dem Rathaus sang-nund KanFos verschwunden, in welchem er sich auf Jahrzehnte hinaus als Hausherr .gefühlt hat, mit der sMen. Absicht, eirvl mal doch noch. Ministerpräsident zu werden und seine vielen EinMnste aus den Pensionen noch.zu vermehret :Äber der schlaue Fuchs' hat diesmal dochdie .falsche Witterung gehabt. Er hätte gegen den Krieg Auftreten sollen' Md nicht für ihn. So ist denn der Niederbruch, auch an seine Rathausfront erfolgt und der Mann mit - dem iübermÄtigen Auftreten gegen jeden Gegner und den vielen geschwollenen Mehein ist ohne jeden Laut in die Versenkimg gefallen. . '! Mne KMdgelmng jüdischer Sozm'isten. Der „Vorwärts" berichtet: Eine Versammlung der Berliner Gruppe der jüdisch-sozialdemokratischen Partei, die am Mittwoch abends im Klindworth Scharwenka« Saal siattfand und von 'Mer 1200 Personen besucht war, wurde mit flammendem Protest gegen die neuen furchtbaren polnischen Pogrome in Litauen von Al-- freb Berger eröffnet und erhob sich zu Ehren der Pol gromopfer von den-Plätzen. Nach den Reden von Sgl^ man Rnhaschow, Eduard Bernstein, Oskar Cohn, des ehemaligen Ministers der ukrainischen sozialistischen Re- .gierung Abraham Rewutzky (im Jargon) und Leon Ehasänowitsch wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung beglückvünscht das Verbandsbureau zu dem schonen- Erfolge in Amsterdam und begrüßt die sozialistische Internationale zur Erfüllung der berechtigten Wünsche des'Mischen Proletariats. Sie erklärt, den Kaurpf für die WiedLraufdbnng des Mischen Volkes und für die Durchführung seiner berechtigten Forderungen in Palästina und in der Diaspora auf den Grundsätzen der Internationale mit aller Kraft weiterführen zu wollen." » Wilson Mer nationale Minderheitsrechte. Dem Pressedienst der Delegation des jüdischen Rationalrates für OstgMzien wird aus Paris telegraphiert: Die Friedenskonferenzdelegation des amerikanischjüdischen Kongresses, welche in Paris weilt und. her-i vorragend an den Arbeiten des Komitees der jüdischen. Delegation bei der Friedenskonferenz behufs Erlangung der rechtlichen und ^politischen Gleichberech'tiMNg für alle Juden, die sich dieses Rechtes noch Nicht erfreuen, sowie» der Rechte der nationalen Minderheiten in den Ländern^ wo die Juden in geschlossenen Massen leben, tellnimmt, wurde vom Präsidenten der Vereinigten Staa'en Nordamerikas Wodrow Wil'on empfangen. Im Verlause des Empfanges erklärte Wilson, „daß er wisse, daß irr Ost-, europa die Minoritätsgruppenr echte gewahrt werden müssen, sonst wird dort eine Holle sein". Der Rrä-i sident Whrte aus. daß^er die'e Garantie als - onürn« >im qua sm)u erachte, un er welchen mit den neuer Staaten Europas der Friedensvertrag geschlossen werden wird- Wilson arbeitet an der Feststellung dieser „K.ausel" fihr den Friedensvertrag. Das Komitee der Mischen Delegation bei der Fr'e-« denskonferenz steht nach wie vor auf dem S and-» punkte, daß der ganze Komplex der jüdischen Frage einen internationalen Charakter trage. Ei. zelhei.en Wnuten sodann im Rahmen der S aaten, gemäß der sich ergebenden Besonderheiten geregelt werden, die GriÄch-, sätze müssen jedoch schon im FriedensverLrag garantiert und unter den Schutz der Liga für Völkerrechte ge< stellt werden, j . * . ~ Die Delegierten des amLrikanisMMi'chen Kor:- gresses wurden auch vom Staa ssekretär Lansing, General. Bliß und.Amabafadeur White empfangen. Lansing bekundete dut Interesse für das Problem der nationalen Forderungen der Juden in Osteuropa und mt* sprach die Schaffung einer Spez'alkommiffion der'Friedenskonferenz für die Judensrage zu fördern. Dir maßgebenden Faktoren in Paris stehen den -jüdische.: Forde-t rungerr gegenüber sympathisch. Diese Haltung nimmt auch Oberst House ein. DM SchkckM' OstgÄH'rns. Die ukrainische Frage und 'im Zusammenhänge mih ihr die OstgaMiens dürste einstweilen von der Friedens-i Konferenz, nicht verhandelt werden. Die Frievenskouse-' renz wird die ukrainische Frage nicht gesondert, vielmehr gemeinsam mlit dem Problem 'RuUgnÜ behandeln. Ter-i zeit wird nur die polnischHeutsche Grenze geregelt, dagegen die Fryge der östlichen Greuzeu Polens, somit auch die des Schicksals OstgalWens, dürfte solange offen blechen, bD das russische Problem nicht zur Beratung in der Friedenskonferenz gelangt. ' Demzufolge stößt auch die Versorgung Ostgal^ienÄ mir Lebensmitteln und Kleidungsstücken auf Schwierig-» keiten. Die Delegation des Mischen Nationalrates für Ostgalizien bei der Friedenskonferenz hat wiederholt bei . Hoover und feinen Generalsekretär Strauß mündlich Und in Memoranden um Hilfe an Lebensmitteln u.rd Kleider für die so schwer rrotkeidenden. Juden Ostgäliziens gs-» heten. Beide anerkannten die Notwendigkeit. Jrcsbeson-, dere legte Strauß Verständnis und Herz für die unendlich traurige Mge der Juden OßMWeqK an den

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