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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-09 · 18 (9.5.1919) · p. Seite 275

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
18 (9.5.1919)
Date
1919-05-09
Page
Seite 275 (sequence 15)
Language
German
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,&i\ BLMÄ GM» Mi Wertes „gelangte bis zur großen Finsternis rmd sah die Berge der schwarzen Wmterwolken".^) Das spätere küMinische .Judentum VArfte die „finsteren Berge", die in der Tage ohne ihre ursprüngliche Bedeutung fortlebten, Mit dem MasgeLirge des Tripolis naH spaterer Griechenart identifstirrt haben. Die Provinz Afrika befand sich daher hinter den finsteren Bergen. Außer der Provinz Afrika befindet sich, nach dem' iiir dischen Märchen, hinter den finsteren Bergen noch der König »Kip ^3) Die naheliegende Vermutung, daß dieses Mme^r proprium eines Regenten aus dem Worte pp, also Weitende, Grenze des Kontinents, entstand — .bis Colnmbus bedeütets der äußerste afrikanische Westen auch den Schluß der Erde - , dürfte kruM zutr-effen. In der rabLinischen Sprache würde für f'p immer S]1D gebraucht., ein Heros des Endes müßte mit AusGmnengesetzt sein.' Es ist viel wahrscheinlicher, daß hier irgendwelche mythologische Vorstellungen MitZewint haben. Die Grenznachbarn der Juden in Arabia Peträa, die Nabatöer, besaßen — wie die Inschriften uns lehren — einen (5oit, itar-1ens . V3?p -2j der zweifellos ein ausgesprochener Berggolt war.' Im westsenntisHen Asien kommen zwei Berge vor, die im Altertum den Namen Kasios trugen, der eine an der syrischen Küste bei Antiochien gelegen, der andere zwischen Syrien und Aegypten bei' Pylisium. Beide Berge waren im Altertum ^berührnte Opferstätten, mit Tempeln versehen/ Auf Kasios Lei Äntiochien opferten dem Zeus Kasios dir .b-edeutendsten Monarchen des Ostens und Westens : ScMkos Nikato.r, Hadrian, Julian, Trajan. Eutzemerss, der dis gesamte antike Götterlehre zu einer Menschengeschichte cherabdrückte. Aßt Zeus auf Reisenin Syrien den König KHioD brsuchen, der dort das ganze Land beherrschte.3^) Noch heute gilt der.über Damaskus sich erhebende Dschebel Kasjun den Moslims als heilig, hier sei unter anderem Abraham zur Erkenntnis der Einheit Gottes gekommen. S1) Der KönigK'Lp gehört wahrscheinlich in den Kreis des Atlasmythus als Bergesnumen. Äm Mittelalter wurden dis „finsteren Bergs", zu-- wellen von' Judelv mit jenen kaukasischen, mit eisernen Toren versehenen Bergen, -die Alexander bereits, nach' antiker Sage, ^vor nördlichen Barbaren zuschloß, in Verbindung gebracht, so im Iosippon.33) Doch darf diese späte Lokalisierung nicht, anders, als ein mittelalterliches Mißverständnis angesehen werden.und nicht, wie as in neuerer Zeit von manchen Forschern geschiehtals Tatsache hingenommen werden, dis der historischen Wirklichkeit entspricht. Der bekannte Palästinageograph Josef Schwarz identifiziert, im Hinblick auf den Iosippon, das talmudifche Afrika mit Phrygien, denkt bei,, den kardu-' chäischen,Bergen an die finsteren Berge -, ^np-'n'np '“HD =~ bunfef).33) Harkäwr; glaubt, das rabbinifchr Afrika wäre „Jberlke" (Georgien) und Kathyi, das als Pendant zu Afrika im Talmud angeführt, wird, sei nichts anderes als das Kaspische Meer.3^) Ein synthetischer Blick über die. Afrikaerwähnungen in der. ravbinischen Literatur genügt, um Vas Dilettantische dieser Gleichstellungen zu erkennen.; . Auch das sonstige berberische Nordafrika ' war den Juden des alten Palästina nicht unbekannt. Die Raöbinen wußten, daß ernst ein Kontinent zwischen Nord- ") He-'och 17, 8. '») Psiktha di Kahana IX, Gen. Rabba XXXM. .") 6<»rpu8 Iv8er. 8sW. II, 208. ^°) Baudisiia:- Studien zur sem Reli. ionSgefchichie II, 343.. ") Je emia» : Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients, 363. 9i) Jasipponr Xir. as) Josef Schwarz: Thwuoth haarez 383. Harkawy : üajduckim uikatb bsslLvi»»,, Witna. lifb afrika und Kalabrien bestand, das dann zur Zeit . Ensch weggefchwemmt worden fei,35) was als Pendant zur griechischen Atlantissage gelten kann, und in dieser Form den ozeanographischen Tatsachen nicht im geringsten widerspricht. Aus dem nordafrikanischm Barbaria kam auf den Tisch Salomos täglich ein großer und' vorzüglicher Vogel.33) Die Bewohner der Berberei und Maurita-- niens find ein schändliches Volk, dessen Mitglieder gehen nackt auf der Straße herum.3') Dasselbe wiederholt der Siphre doch unter Beziehung dieser Nacktheit auf die Einwohnerschaft der .Berberei. Tunis und Mauritaniens.33) (Fortsetzung folgt.) piftfttttv. .siüst und Mrst". Illustriert« Monatsschrift für da» grsamts Judentum. Heraüsgegeben und redigiert von Leo Winz. Verlag Berlin-Thärlottenburg, Knesebeckstraße 32. Mä^- April 1319. 19. Jahrgang, Heft 3/4. Inhalt: Die hebräische Sprach« und das jüdische Volk. Schriftsprache und Umgangssprache. Phikos tragisches Schicksal. — Dr. Rad Schwarz: Hugo Äragn (mit acht Abbildungen). - Dr. B. Fricdberg, Jüdische Vorkämpfer für das Menschenreich der Zukunft. Die Sprache d«r BSlkrr. , — Sch. Eorelik: Prrele SkrM. Dr.. H>. Warschauer: Moderne soziale Probleme. — Mein erster Fasttag. Aus den Erzählung des alten Professors der Astronomie. Neue jüdische Monatsheftes Zeitschrift für Po-i-ik, Wirtschaft und Literaru: in Ost-und West. Verlag Drriin^München. 3. Jahrgang, Heft 9—12, 10. dis 25. Februar, 10. bis 25. März 1919. Inhalt: Prof. Dr,. Karl Lewinr Das ' Ealuthproblem ,und der Zionismus. — Dr. Elias Hur wi cz: Georg Simmel als jüdischer Denker. — Prof. D.r. Staerk: Das Werk Moses und seine Geschichte. — Heinrich Loewe: Aus der Sprachgeschichte der Juden. — Dr.. M. Vlü cksonr. Hermann Cohen Und das natioirale Judentum. - Leo Rosenberg: Karl Marr. — Dr. L. Bergmann: Sozialisierung in Palästina. — Sch. G or e-> l i k: Schalosch Seudotch bei Awigdor Dobrowinski. — Professor Dr. S. K r au ß: Wer-hat das Schießpulver nach Deutschland gebracht? A. H.: Ein jüdischer Hotzschnitt. ■ Die LiebrsRedrr Iw Mirza Schasfy, mit einem Prolog von Friedrich von Badenstedt. Mit sechs Chromobildern nach.Aquarellen von Franz B. Doubek. 167. Auftage. R. v. Deckers Verlag. D. Schenk. Berlin 1913. Ladenpreis 5 Mark.' — Das bestz .Urteil für diese so Weitverbreitete Lirdersammlung ist wohl der Unlstand, daß der Verlag bereits die 167. Auflage erscheinen lasse« konnte. - Dasprächtige Werk wird jsdenr Re^nd ivrirntaWhsr Dichtkunst, insbrsonders aber Bibliophilen. Freude bereiten. - > Der Herr Bürgermeister. Ein Roman von Ioh. Ferch. Verlag, von D. S. Raömowicz, Leipzig 1919. Preis 5 Mark. — Des vorliegende Roman, dessen Stoff Dr. Lueger, bildet, ist gerade jetzt vor den Wahlen in den Eemeindecat von größter Äktualität. Kursgefatzte deutsche Literaturgeschchchte. Ein Volksbuch, Von Eduard Engel. Mit 33 Bilvniffen und 14 Handschriften. 18. bis 20. Auflage. Preis K. 4.40. Verlag- F. Tempsky, Wien, 4 Drzirk. Engel, der uns schon zahlreiche, grundlegende literaturhistortschr verdient. Dem -Verlage ist es hoch anzurechnen, daß er gerade dieses Werk, bei verhältnismäßig guter Ausstattung, zu -inrn? solchen Preis auf den 'Markt 'bringt. Svrs Hedm, „Jerssalchr»". Volksausgabe. IW Seiten Trrl ,mit »25 .Abbildungen und einer Karte. (Leipzig, F, Ä. Brockhaus.) .Geheftet M?.. 2.—. Hedin bereiste Palästina, nicht lange bevor die Engländer gegen dir heilige Stadt vorrückten, und in 'feiner anregenden und unterhaltenden ErAhlungskunst, die .Millionen deutscher Leftr. .längst etwas Heimatliches geworden ist, berichtet er. in diesem Buche von seinen Erlebnissen .in Palästina und 'Syrien bis zur türkischen ,Westfront in. der Nähe des Suegkanales und von fcro dortigen Zuständen. . .; «) Gen. Raböa XXIU. ' ") Köhel-th Rabba s7> Febamoth 63 b. ») Siphre II, Deut. «, ,1.

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