Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-02 · 17 (2.5.1919) · p. Seite 252

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
17 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
Seite 252 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/3020846-3022353-3022370--27711-3053143
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

268 ,Dr. st* *. 11 Kmhe".Wohlgemerkt: U x!ä tz Verichtet,'paß Liebennlann s ich i-aufen liest; Prof. KyanstVM mich-Är, dgst ich fernen/ GÄvähvsmünn „vieMchtWn" wÄ. Nicht Leu geringsten Versuch unternimmt er, Grätzens Mitteilung durch rrgendweWe Dokumente ünzntüsten; das wäre auch schwer möglich. Mieser Lrebermann war ein Oesterreicher und Leine Taufe findet umn bei Gj^. Wolf (I. Ns«. Wawn^ dmer, eine biographische SkiM, S. 10) notiert.' Mleirö das MenEMtentum seines Gewährsvmnnes geniert Herrn Krauß Wenig; er schützt ihn gegen meine „Verdächtigungin LMebter Manier" und meint, den Tatbestand zavtinn- Hchreibend: . ,Menn d«s von dem Mann Gesagte wahr f»t,, was hat das mit Der »on ihm vopgebrachten Tatsache der Musik in Krostt M Du?" ' ' -. D»r Tjäufling ist Wr Herrn Professor Kraust ein' , «inwandfreier Zeuge; wenigck Vertrauen schxnkt er hem tzyseierten GeschichMchr-eK^ der' Juden, Grätz> „Sein Äb ist unbegvündet, sein Tadel ungerecht"; „dss Attest von Gratz7 wird ironisch abgebeutelt, düs Zeugnis des TäufliuM Lichermann Weiht in Geltung. E gestehe: ich! konnte lbeim Lesen solcher Sätze »in Gefühl -tieWxn Unbchagenß nicht unterdrücken. Zu 'solchen AdstrusiEten muß man schließlich gelangen, wenn man dem Publikum! tein X.für ein U vormtzchM will> ihm Schinken als Lach s Mpreist. Endlich, um mir das „Gewissen zu beruhigen"/ dringt Herr Professor Krduß einen neuen Gewährsmann: Leon Modena, was für mich, um so weniMr ein.d Überraschung bildet, iaK Lieb ermann im bereits erwähnten „Or nogüh:‘ M auf ihn beruft. Prof. Krauß vermeidet 0 zartfühlend, diesen Gewährsmann Modena seinen Lesern n,Mer vorzustellen;i erbrgnügt sich mit der kurzen Charakterisierung.: „Eint berühmter M<Mi in WenäM^. silebM ih^r ist in hen letzten AahrzHyten eine Ahtzochl von MMrograMen erLchie!-. .nchr, U'ein geMrt^ Buch! Vv-W!8em MMerMDHiner Dr. Simon Stern unter feem1 TWl: „Der Kcürfpf des Rabbi- . ners jgeMr den Talmud im 17. Jahrhundert, Breslau M)2". daun von «Prof. Dr. LudwG Blau: -,Leon Modenas Briefe und Schriftstücke, Budapest 1905":. strnLr von Simon Bernstld: „Kämpfende Geister im ^nbenlym Berlin 1907". Letzterer,' nichts weniger als ein Werer, sagt von Modena: ^Dieser Rabbiner war somit rin heftiger«! Gegner der Mischna *wd des Talmuds als selbst die Karäer." ' . . Wie charakterisieren ihn seine Biographen? „<Er mat in seinem Leben Prediger« Lehrer für Inden? und Christen, Vorbeter, Dolmetsch^ Schreiber, Korrektor, Büch^ Händler, Kaufinann, Rabbine^ Musikant, Heiratsvermittler und Mnrnlettenverfertiger." ^,,Er Predigte, machte Bücher und Verse, -übersetzt« und kommentierte, alleH um Geld zu erwerben." MStz-l ' ' ' ' „Mt» « erwarb« verschlang das Karten- und Würfelspiel» Ans er mit Anspielung auf seinen Namen und auf Jer. 17 die JSünbe Jchudas" nannt'e, unb er blieb stets ein armer Mann" intern). „'In pseudonymen -Schriften hat er Das räbbinische AüdenütM einer achtungslosen Kritik unterzogen und richtete gegen den Talmud und das talmuDische Judentum feindliche Angriffe mit jeinci Schärfe, rate kein« vor ihm ^und ^keiner nach ihm." M«rr.) . i ,,Als er sich einmal Zn Geldnot befand« raas ja bei ihm recht häufig vorzchkomMen pflegte, fertigte jtt für einen englischen Hörd in italienischer ^Sprache einen Religionskoder des Judentums der für Jakob' I. von England bestimmt gewesen sein falls, Hr tovWrg DW Arbeit,"'wie er selbst Detont, gewissenhaft und ün- Parteiisch, ohne Rücksicht darauf, daß Ax damit das rabbmiffchÄ Mudentum det Lächerlichkeit preisgab." (Bernfeld^) . -''Leon Modenas' Schriften bildeten ein Arsenal für. WnigriffO MM daK nabAnischje Judentum in späteren Mr M Muftum MerarWer Kuri 'si ätch. In Gesellschaft solcher Heroen der Frömmigkeit und Glaubenstreue, wie öeyn Modena, Mieser Lieb!ermann. und Jakob Obermeyer, gestützt guf ihre Autorität, gelangt'Herr Professor Kraust nunmehr auch dyzu, in .'flammiende. "MrtrjüstüW über vchiirte unerhörte -undunerträlgliche Ketzerei zu geratcht, weil ich ' eine Lehransicht des Moses' Maimonides über den Ursprimg des' Opferwesens zustimmend erwähnt habe. Mit der Wiedergabe'der Ansicht des großen Maimonides habe ich — so klagt mich Herr Professor Krauß an —- ,,Dinge niedergeschrieben,, die so fürchterlich sind, daß!sir das Judentum im innersten Kern treffen müssen", ich hätte „mit einem' einzigen Federstrich her .Hälfte der Thora ein heidnisches G^Miaufgedrückt". Wahrlich/ es ist häufig sehr schwer, 'keine Die Jnterjpretationskunst, der es gelingen kann, „aus eurer MidraschsteM) ein Zeugnis für MusikinstrumeutLe in!der Synagoge zu Korfu herauszulesen, gehört lediglich in ein M u s eum Eit e rari scher K uri o sitäten. In die gleiche Sammlung Miöchte ich es einreihen, wenn Prof. Krauß sich herausnimmt, denen, die den Lehreir von Männerst, wie R. Akibü Mer, Mose Sofer, M. Mordechai Benet, R. Jakob Lissa, R. Hirsch ChaM, Samson Rafael Hirsch, Israel Hildesheimer, 'Michaeli Sachs, folgen und in tiefer Ehrfurcht vor ihrem Geiste sich beugen, die Insulte zuzuschleuhern : „Tief erröten sollte das ganze nachfolgende Geschlecht,. Gas sich über dieses elementar« Erfordernis eines jeden .Gottesdienstes, über diesen wahr eit Geist des Talmud und Midrasch hinwegsetzt. Dafnr stöbert aber dieses Geschlecht in dem schon seinerzeit nicht zur Geltung gekommenen Kleinkram und der Tüftebri des halakhifchen Talmuds Herum, um Pfeile abzuschießen, gegen Mdhkmeinende und Wohlgesinnte und zu Gericht zu sitzen über Leute, die dem höheren Eesichtspunkte den nötigen Tribut lzollen."' Oder wenn er mir, weil ich gls Wiener Räbbineü! das geistige Vermächtnis hier Mannh.eim.er- .Ielfinek, LuÄvig Astgust Främkl und JMiaz Kuranda ' verteidigte zuruft: G. die Juden ins'Ghetto zurücktreiben will". „Wehe der Reliigivu, die das' Sonnenlicht zu scheuen hat", — gleichzeitD aber mi-ch mich der ,,StimmunjB!m!achie" und der ^.,irreführend>n Schlag-- warte" beschuldigt. Aas Aeformjudelttum. Herr Pwftsfor' Krauß berichtigt sodann tmeine Bemerkungen über die „deutsch-jüdische Kirche". Von solchem Metuschieren muß. nmn mit Lessingj HWeK ' ,WÄrs Wtzt dM Wischen, wenn mm dttzn einen .NM EW-MM MychM?!" „Nicht das moderne Judmtum,. am allerwenigsten die Synagogenroform, hat Diesen HprÄhgebrauch verschuldet^" Das. Gegenteil iß De geschichtliche Wahrheit. Die Begründer der Berliner 'Nef»rmgemeinde waren es, die planmäßig gn die GrriHtu-W einer „deutsch--iiü)ifchen Kirche" Mit DbermO WterKau, d. h. LänWkirche unL Parochien, gingen. Die HnWnng gab 18'44/45 die Agitation 'eines klassischen PMol-ogen, welche die Ginßchnng enpes Komitees zur Durchsetzung seinjer Ideen zur Folge hatte. (GeWr, „Geschichte^ her Zudep in Berlin, 1, Sefte 192".) Ueh'er ihjr fchreOt HoniWnann - Wer sich über Den Gegenstand' genauer unterrichten will, Der lest Stecke liri a che r, Widerlegüng des.Sendschreibens des Dr. D< Hoffmann (dort S, 99 fast wörtlich, wie hei K.); Köhler, Grundriß einer systematischen Theologie des Judentums, S. 200, ff.^ Rothgchild, Der Synatzogalkultus^ S. 2, fg.; B. J a c o b, Der Pentateuch, S, 400.! Selbst H o ff M a n n (Das Buch Leviticus S. 60, ff.), der Doch auf ganz anderem! BoDen als K. steht, verzeichnet gewiffenhaff Ansichten, Die der Theorie des Maimonides 'zustimmen, :— auch'der konsttpativ» S.' D, Lüzzgtt'o gehört Hierher —, während %. es Ho darstellt; als str sie nur,' und zwar x;,von Den größten Lehtkchpt Des Judentums aufs schärfste^bekämpft Änd verworfen ltyorden^. *) Es ist der Midrasch M Hoheslied ^Z, 14 (amar R. Sera), den Herr Prof. K r a u.ß nach W.'. H.Fried l ä n d e r tzyierf, welch letzterer hier 'Musikinstrumente ' weder gesucht noch gesunden. Mit „Lesefrüchten aufwarten", was Herr Prof. K? -unliebsam »»«erkt. Un Nnglüch Wen» «« «tzr saul»s Obst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.