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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-02 · 17 (2.5.1919) · p. Seite 248

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
17 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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«rffe 364 ' ' «Mr. MGB " Nr. 17 und gehässige Bemerkung hinzupefM. Me MenKe.habe gerufen: „Aus, gegen die WdijMn Schleichhändler".- Das Wort „MdWe" ist durch besonderen Druck brrvoraeboben. Worum denn? .In! der letzten Leit sind!o masl-enbaft »ckriMMoziale Harveigrößen als schamlom SMeichhändler entlarvt würden — und andere werden noch kommen —, daß die paar Jüden dagegen vollständül verschwinden. Den Juden! geschieht also nach christlichsozMer Ansicht recht. Wenn jWch iü einem Psan> Hof die Fettgänse und Mastschweine dem Pöbel zum! Opfer fallen, so schreit die antisemitische Presse Zeter und die Leitartikel sind von Tränen Überflutet. In der Leopoldstadt wurden allerdings keine Pfarrherrenj ausgeMickert, 'Wer auch keine jüdischen Schleichhändler, . ßzndern Kellner^ Marktfahrer und aridere Besitzer von Neichtümern. . 1 Es wäre wahrlich Zeit und schärfste Notwendigkeit für die antisemitische Wesse, eine Umkehr vorzunehmeni und den von ihr gerufenen Geist-des Verbrechens wieder! - vertreiben zu Helsen. Wir zweifeln zwar daran., daß ihre Verbohrtheit doch noch tür Vernunft weichen werde, aber es wäre pur Wbstschutz, wenn sie Fs tätsl DeM diesmal Wen ihv zwar -die Plünderer einen Lieblings^ wünsch erfüllt und Wen in der Leopoldstadt „gearbei-i tet", Wer man kann nicht wissen, ob sie sich so genau an den Bezirk halten, und wo und wann Le. guWriem werden. Wir widderholen: Die Möglichkeit des Angriffs auf Menschen, und ihr Eigentum wurde vom verbündeten Antisemitismus aller Länder eiUgeführt, Wer feind Macht könnte bald nicht mehr stark genug.sein, um die von chm verhetzte Menge auch außerhalb der verhaßten Leo-; poldstadt in ihrem Lauf autzühalten. Dlre!„Reichspost^ maa ftLbekehren! * * * Auf allen Linien haben die Christlichsozialen Bankerott gemacht, auf Men Linien sind sie geprüft, g,s-> wogen und verurteilt worden. Mer noch lassen sie den Mut nicht sn"rn, den traurigen Mut, den sie noch jetzt! gegen die Juden Wen. Noch einmal ertönt der . alte Lockruf, der einmal die Gimpel in Massen aus die Politische Leimrute brachte, noch einmal schreien sie „Nie^ der mit den JWen" und hofseü, dieser Ruf werde sich s andern in W Motto der Menge: ,>Hoch die Christliche sozialen!" VergWliches Bemühen! Heute heißt es, daß sich die Schuldigen des Krieges verantworten sollen! und unter diesen Schuldigen stehen die Ehristlichsozialen obenan. Sie können nichts von ihren VerKrecheu auf die . Schultern der unschuldigen Juden Würden, wie etwa ein erwischter Taschendieb seine! Beute in die Tasche eines Zuschauers gleiten läßt und diesen der Täterschaft bezichtigt. Der edle Stadtrat und Gemeinderat Kunschak, der nun Mt aus einer anderen Seite die schrecklichen Szenen hat, dieerden Juden androhte, hat also unrecht mit seiner Behauptung, WeiskirchnerhMck den Kredit bei der Bevölkerung verloren, weil sein UMsemitiÄnus auWMaßt sei. Weiskirchner ist nicht lmrchgefallen, weil er ein schlechter, sondern weil er ein guter Christlichsozialer war, ein Häuptling der Partei, welche die erste war bM .Äer Kriegshetze und beim DurchhalLen nn sicheren Hintergrund, mit beiden fändest in fremden Geldbörsen. Weiskirchner ist nicht durch-, gefallen, weil er als guter Christlichsozialer während 'be§ Krieges an seine Orden gedacht hat, an seine Porte-«' feuilles, an seine Pensionär, Wer nM an die MvöbkerüW. -Unter dem Ruse: „Dem kleinen Mann muß geholfen werden", sind die Christlichsozialen dereinst auf den. politischen Schauplatz getreten. Der kleine Mann hat nun gefüM, gesehen und gespürt, wie ihm ^Holsen wurde, und er hat genüg von seiner Rettüngsgeiesischast Lm Wiener Rathaus, sowie in den christlichsozmlen Landgemeinden und im Bmtzd der Wrgrier. Mer so ganz ohne. Rache möchten die Christlü^» ' .sozialen doch Nicht aus ihrer Welt verschwinden!, in welcher es so viele Pfründen gab, so viel Protektion, so viel Freundeswirtschaft und so viel Gelächter Über die dumme Wählerschaft. So stürmen, sie sich? denn wieein sterbender Büffel mit ihrer ganzen letzten Kraft auf die -armen.galiizifchen Juden. Diese müssen unbedingt aus Wien heraus uüd wenn das geschehen sein wird, so wird der purpurne Lorbeer des Siegers die Christlichsozialen noch im Untergehen'schmücken. Im Aüfang hat es noch Verschämt geheißen: „Die Fremden aus dem Osten", -Wer jetzt heult die ganze, ehristlichsoziale Presse, idie galizifchen Juden müssen sofort Wreisen. Sie täten es ja gerne, wie die hochseüdalen Beschützer und Hintermäimeö der „Reichspost", die' nun ihre Person und ihren/Räub in der Schweiz in Sicherheit gebracht HWeni'Wer dieMlitzisWn JüW können das! lhicht, denn sie sind'in der Masse ''!kWev"'eim'', arckes' wenn es auch unter ihWn Wensio, wie unter den'EhriM lichsozialen, Diele gVt, wÄche die Konjuktur tzss,MNjtärkrieges Mf BoW auscMützt HWchr. Wie sollen nun diese Leute jetzt nach Galizien zurück? Woher sollen sie das' Reisegeld, die Transportmittel) die Pässe nehmen?^ Die polnische RGierung ist ihichn fviardlich, das polnische Volk verfolgt sie, ihre Häuser--sind nieder^ gebrannt, v'M einer Möglichkeit zur Arbeit, und Mn Verdienst ist keine Red^. Dlioft armen Leute jetzt zwauM- Mise nach Galizien schicken M Wollen!, hieße also durchaus nichts '.anderesals! sie blutigem Haß und verzweifeltem Elend aüszuliefern. Ja, sägen die christlichfozialen Retter Wiens,.sie sollen in die Jnterniertenlager und dort von dein staats sichen Rationen leben!. Was Mer würden dieseMn Leute wohl sagen, wenn es. der . Zufall Wmalft hätte, daß sie ' seWsU oder' ihre PaMigMossest iettvT' tf Ausland ein Jnterniertenlager hätten beziehen Müssen? Sie häMn, die Hände gerungensie hatten nicht aufgeMrt, erschütternde Schreie aüszustoßen 'über ein Verbrechen an der Menschlichkeit, sie hätten Rachegefordert. Mer was gegen sie ein Verbrechen ist, hat für sie gar nichts.zu . bedeuten, wenn D'.MlWHe' Juden betrifft. So . schaut, die Moral, und die christlichfoziale Nächstenliebe,bei den .PatentinhWern des EognMiums' in Wirklichkeit aus. Die.-christlichsoziale Presse war har Ger entsetzt und enr- Port, daß der Staqtskanzler. Renner einer Ähordnung erkUrte, der AüsweisungMefehl für Wien erstrecke sich nicht Ms - die galizischen Juden, die pn Jahre 1914 gekommen seien. Nach christlichsozialer Auffassung hätten also wahrs-cheiMch . diese Flüchtlinge auf die russischen Manaten und. Kosaken warten sollen. Sie hätten nötigW falls ^den Heldentod. samt ihren Kindern finden sollsein, nur - nach Wien dürften! sie nicht kommen. Das .duid'eü die''Ehristlichsözialen.nicht, roelche zusammen mit ihrM Hintermännern den 'Krieg gemacht Wen nüd nun wchbschen, daß sich andere für die' christlichsozialen Schandtaten bestrasenlässen. Ms Krofeffors an dirr Werrrx IfraeMischttzLslssifchr« KrHM«Mlk M. Saw«kt Msrrß utnsftse M-Moyor Mr die GrA?!.*) / Ein Epilog von Dr. Mar'Gt« N'r» akdk Gerade unser» von Sorgen und Auftegüngen ohne Zahl gequälte Zeit,! Volk der stärksten Spannungen einer zusämmenstürAenden Welt, ist — so versichert Herr Pros,. Ärautz — die geeichtetste und berufenst^ Fragen gottesdienstlicher Refornlen^ wie Einführungder Orgek usw., *) Siche die Artikel von 'S. Äiiufe: .^Nochmals tznr O^elfrag»", in NU 13 nnd IS dieser MoHenMrxst^

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