Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 17 (2.5.1919)
- Date
- 1919-05-02
- Page
- Seite 246 (sequence 2)
- Language
- German
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K Leite 262 >Dr. WEZ meint. Man darf selbst einen Götzendiener nicht zu.'Tisch.' laden, wenn man weiß, daß er der Einladung nicht Folge leisten wird; .man darf einem Götzendiener kein Geschenk anbieten, wenn man weiß, daß er es nicht annehmen wird." (Chullin 94 a. Maimonid. Hilch. Death II, 2. Mech'ra XVIII, I. Schulch. Aruch Lhoschen Hamischpat 223, 6.)^ // Selbst dem Feinde mutz man vergeben und ühm Gutes erweisen. Sa heißt es (Gittin 7 a. Maimonid. Hilch. Ehowel VIII, 9. Sch. Ar. CH. Mischp. 388,-5): „Wer getränkt wird und nicht wieder kränkt, Unbilk hört und nichts erwidert/ aus Liebe wirkt und Schmerzen ertragt, von dem sagt die Schrift (Richter V, 31), die ihn lieben, find wie die Sanne in ihrer .Pracht." <Gi.tin 36 b, Sabbat 37 b, Joma 23 a, Maimon. Hilch Deoth V. 13.) . - Und das jüdische SJoif hat nach diesen Lehren auch immer gehachelt. Nicht allein alle Vater- und Mmtormorder, sämLlich-e Gäste der „arms-Sünder-Zellen" im gesamten Gebiete des alten Oesterreich während des ganzen Jahrhunderts bis zum Beginn des Weltkrieges waren rastenreine Bekenner des Christentums; kein elnxiger wurde auf seinem letzten Gang zum , Richtpslock von einem talmudgläubigen Rabbi begleitet, hat den „Iude-ugoli" angerufen. Nicht die interkonfessionellen WohlmtigkeitsansLalLen allein werden fast zur Gänze vom Gelds jüdischer Spender erhalten; die antisemitisch gerichteten Wiener Christen erfüllen ihre Religionspflichten hinreichend in Schmähungen des Judentums. Rech nie - ist ein christlicher Bettler von der Türe eines Juden mit den Worten abgerviefen worden: „Hier wohnt kein Christ", während der Irdische Arme, der sich in das Haus eines Christen verirrt,-sofort diesen Zuruf erhält -„Hier wohnt kein Jud"/ Leider erhalten diese Abfertigung hie und da auch christliche Be.tler, wenn sie an. die Türe reichgewordener Glaubensgenossen anklopfen-. Nie wendet sich ein jüdischer Armer an einen Christen um Almosen, umgekehrt weist der christliche Bettler, dag er beim Juden stets eine Gabe erhält. Die Lehren -des Evageliums, den Feinden.zu vergeben („Wenn man dich auf die rechte Wange schlägt" usw.), haben Christen nie, die frommen und kircheneifrigen am allerwenigsten. das jüdische Volk' leider sehr häufig am Leben betätigt. - Gegenwärtig ist jedoch eine neue 'Zeit -angebrochen und Herr Landesrat S tu r m soll nicht glauben, daß man werterhin sol^ schamlose, aufreizende Pogromreden geduldig und straflos wird hinnshmen. Man soll nur nicht mit dem Feuer spielen. : In Steyr sind Erzedenten in das Pfarrhaus eingedrungen und haben, zahlreiche Vorräte geplündert. In Stoäerau wurde, ein Srauenkloster überfallen und die Nahrungsmi tsl weggsnommen. Auch in Linz hat sich gcheigt, daß Plünderer sich bei ihrer Arbeit um ton- MsLo/este AnrerjcheiLungen nicht sehr bemühen. And sollen wir an die Vorgänge in Papa erinnern? Nicht ungestraft reizt man die atavistischen Instinkte. Die angebliche Aeusterung von Ad.CrömieuL ist erdichtet und erlogen, wie schon im Jahre 1833 von dmn Vcrlruer VorstandsmitgllLo der Pariser Alliance. Sanilätorat Dr. S. Neumann, in einer Schrift (/Die neueste Lüge über die. Jsr. Allianz, ein Probestück aus der antisemitischen Moral") nachgewiesen worden ist. Gegen die schamlose Verleumdung, daß Crömieür einen Preis auf den Kopf Kaiser Wilhelms I. gefetzt habe, hat feine Tochter, als gegen eine das Andenken ihres Paters schändende gemeine Verünglinlpfung öffentlich in deutschen Zeitungen protestiert.. NW der Schatten einer E 17 Beweises liegt hier vor,allem die antisenlitisch: Lügen- Lande läßt sich m ihrem elenden Handwerk nicht stören. Wer hat den Krieg verschuldet? Die Juden? ' Der diplomatische Dienst der M.ttelmächte war stets .judenrein, hat darum auch seine Inferiorität auf allen Gebieten und nach jeder Richtung LÄvahrL, während die ausgezeichnete Diplomatie Englands und seiner. Bundesgenossen/ die die Ünserize an die Wand gedrückt hat, sich nicht scheut, Juden zu verwenden. Graf Verchtold, Stephan Tisza, Graf Sturgkh, der Kriegsminister Krobatin, Generalstabschef von Hötzendorf, deren Taten die unselige Kriegserklärung an Serbien entsprang/' waren das Juden? Und in Deutschland? Vor. dem Kriege hat. es keinen einzigen jüdischen Diplomaten, keinen einzigen jüdischen Botschafter im. Ausland, keinen einzigen aktiven jüdischen Offizier, keinen jüdischen Minister oder Reichsbeamten gezählt. Wer hat also den Krieg verschuldet? Juden haben vor dem U-Boot-Verbrechen, das mit der tragischen Schuld auch die Ursache des Zusammenbruches von Deutschland, des Unterganges von Oesterreich geworden, eindringlich gewarnt; man hat sie verhöhnt, ihre Warnungen, als von „volksfremden" Instinkten herrührend, mit Unwillen ausgenommen und adgelehnt. Ich wiederhole, was an 'dieser Stelle, bereits einmal geschrieben wurde: ' - An den Vorgängen wundert uns also nichts außer der schamlosen Frechheit der Christlichsozialen. Sie haben den Krieg gemacht, sie haben ihn zur Bereicherung benützt, sie haben sich in weiter Entfernung von der Front gehalten, sie haben bas Volk bestohlen und begaunert, und wagen es mach, ihre riesige Schuld' de^'-2udeystjauf-/- halsen zu wollen! In die Reihen der Christlichsozialen gehören alle die -Führer 1>es altem Systems; die uns zugrunde regiert haben. Die hohen Offiziere, die Würdenträger, deren Unfähigkeit und Schande vor aller Welt offenbar wurde, waren christlichsozial. Die Großagrarier, deren- Führer das berüchtigte Wort gesprochen hat: „Die serbischen Ochsen sind uns gefährlicher, als die serbischen Soldaten!", diese schamlosen Wucherer, die den Krieg hervorgerufen und während seiner Dauer die Bevölkerung bis zum Verhungern äusgeplündert haben, find bis zum letzten Mann Säulen und Stützen des christlichsozialen Regimes. — W eis k irchn er. hielt die berühmte - Aufmuntsrungsrede an den verstorbenen Kaiser, in welcher er diesen aufforderte. dem -schrecklichen Zustande ein Endes zu machen. . Ganz offen sprach man damals davon, -daß der Krieg eine Straferpedition des katholischen Oesterreich gegen die griechisch-orthodoxen Ba.kanstaaten und ihres Pro- Lektors, des ebenfalls griechifch-orthodoren Rußlands, sei. Trotzdem ließen uns die .Katholiken der^ ganzen Weit, bis auf einige problematische Gebärden, vollständig im Stich, als.die Sache, dann schief ging. Als Oberhaupt der Stadt hat Herr Weiskitchner.es versäumt, die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versehen, als die Grenzen noch lange offen waren, rmd hat immer mit tönenden Phrasen die' Schuld auf die Regierung geschoben. An seiner Seite wirkte als hervorragender Parteiführer jener Dr. P at Lai, der mitten im wüLendsten. Morden. in den Wiener Versammlungen ebenso für den unbedingten Siegfrieden eintrat, wie der ParLeihäuptling Prinz Li echten st ein und andere GesinnungsgeHsssen. Die christlichsoziale Presse triefte förmlich vor und wahrend des Krieges von Blut- und Kriegsbegeisterung und trägt einen riesigen Teil der Schuld, daß immer neue Hekatomben von Männern, Knaben und Familienvätern auf fcw Schlachtbank geschickt wurdyr. -