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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-04-25 · 16 (25.4.1919) · p. Seite 238

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
16 (25.4.1919)
Date
1919-04-25
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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Jt Seite 25i „Lx. BW's Rr. 16 diesem in unverbindlicher Weise eine mWere JntevpVetieMNA gM sondern Mofa, sie hnyHeine amtlich.^ EELrung bekannt Mt, inwelchem Falle Flüchtlinge bleiben Gnnen und wÄche auszuweisen sind. Zu . den Qualen des HunMrs sollten sichdoch ihnen nicht noch - die Qualen der Ungewißheit zKer ihr Schicksal von' Morgen gesellen. . ___ I. Grohtuch^ - SederMtM der MMemeinschaft Mitta MMrr". Wohl seit langer Zeit ist Mn so trübes Jahr für die Jndenzeit angöbrochen, wie Dejs^, das Jahr 5680. Die unermeßlich«r Leiden, hie der KrM der Mensch^ Heit versichert hat, sind auf die Juden im verdoppelten Maße Msallen. Zn den allgemeinen Folgeorfcheinuw-- gen d^ JtivegpB', Wrvmt und Verelendung, AÄeWlosig-, Veit und HungeiÄnot, sind die Pogroms rm Osten hinzu- Nammen und viele FWhllinge weilen derzeit in Wien. Mir diese meist rdtigiöseu Gemüter wä^ es schwer gewesen,- das Pessachsest, diesen schönsten und jüdischesten aller unserer FeierwWe, ohne Sederabend vouübergehen. zu lassen- Wer wir hätten Hefe zumeist chleinsteh enden.. Von allem entblößtenMenschen aus eigenenKräften einen solchen veranstalten können? Da ließ es sich die „Soziale Hilfsgerneinschast Ajuitha Miller" nicht entgehen, in ihren Mumen das Pessmhfest zu feiern. Wer der schöne, geräumige, lichte und luftige Saal der „Sozialen Hilssgemeinschasi" in der Großen.Mohrengas;e erwies sich, als zu klein, um die MeWie, die an der. Sederfeier teilnchmen wollte, zu fassen. Man hatte deshalb den Saal der Produktenbörse in der Taborstraße dazugenommen. Die S^eradende nahmen einen schönen und würdigen Verlauf. UngeWr 600 Personen waren zur Feier erschienen. Im Saale der „Sozialen MssgeMeinschast" wurden ungeWr Z00. MrsoE/?ÄWlÄc/WraLM und^ Köcher bmvirtet. Man. scchi Soldaten, Heimkehrer und WüchÜMe,, Menschen aus verschi^enenSchichien> Neben Beffergekleideten ärmliche Gestalten, neben den sorglos aussehenden Kindern hagere, granchurchfurchte Gesicht er der FKchtlinge. Asn jchem SHe war .eine Hagad.cch, aus.der die alten, trauten Pessachlegenden Vorgelegen wurden. Für einige wenige Stunden konnten die Gesagten alles Leid und alle Sorgen vergessen. Im Saale der ProdMenbörse feierten jüdische Studenten, Ebenfalls ungeWr 300 an der Zahl, den Sederabend. Viele von ilhuen, die sonst religiösen und nationale jüdischen Festen ferne Wen, wurden durch die schöne Feier erinnert, daß sie doch alle Kirrer einer Gemein!- Wast sind. Auch die teiluchmenden Studenten stammten aus allen möglicher Mögenden. Es waren Hochschüter aus allen Larckern; auch eine Gruppe von 40 Stndeidten aus Palästina befand sich! unter ihnen. Der Saal der ProdükterLörse war auf dsas schönste Hergerichtek vwkden; die weGgedeMen Tische schmückten Blumen. Ms! Vertreter der Czernowitzer Kuljusg«neLnde wohnte Dr. Seiler der Feier Hei; Dr. WÄtsch Welt eine Ansprache, in der €t den Strähnten die Bedeutunsg! des Msfachfestes, des Festes! der Befreiung!, erUuterte. .Dieses' Fest der Befreiung ist ein Fest des FrWingA! 3Löge dieser uns Juden die FreHeit bringen, deren wir seit zwei JcWtausenden wwttycm. und welcher wir jetzt so wchMlAckt svch! - E_ - O,. B-, / HMGWt. Eine neue Pogramwelle. llrller der beMichuenden' UHlufchD-st' „Hri-nssaat" gM die Warschau«: Zeihurgj „Dz i eU Ü r k N o wp" vom - 23. ZWrz M. erschüMmdes BM vpLMn nie aufhörchl- M -LWeMMM!W'.WlGW OMMruW ÄHolen. Täglich meldet der Draht neue Schandtaten, und die berufenen Hüter der Ordnung sehen nicht nur untätig zu, sond:2w sind die Hauptbeteiliigten. Dach lassen wir - das Warschauer. PyArchlatt selbst reden: „Ws allen -Richtungen gelangen zu uns Hiobsnachrichten. Eine neue Welle von Pogrom en hat -die polnischen Länder jüberschvemmt. Durch Whtatoren verwirrte und durch die.Straflosigj'keit -ermunterte Banden durchziehen das Land, das Eigentum der Juden rauhend, und tötend und mordend. Die Organe des Sicherheitsdienstes- Heren Aufgabe es ist, das Leben -der Bürger zu.schützen, Miliz, Gendarmerie und das Militär schauen hießen Or- . gie n zu- -Im be sten Falle bl e ihe n si e n entrall Dieselbe Neutralität wahren auch die Vertreter der Zentralregierung in der Provinz. Sie empfangen .Judendeputationen, verabschieden sie mit schönen Worten, geben ihnen -allerlei schöne V er s prechungen und Versicherunigey, während hie Banhen weiter rauhen, machen und plündern. Wenn die raub- und bluw dürftigen Vernichtungsittstinkte gesättigt sind, wird der . Belagerungszustand erklärt. Die Behörden ordnen an, die gepWrderten Wdstl zu schließen. G r a b e s r u h a' senkt sich auf Städte und Städtchen. Die jüdische.Be- - völkerung in der Provinz lebt in panischer Furcht. , Bestürzt/ h offnun g s l o s, ihres Lebens und Eigene tums nicht sicher, ist sie auf Gnade und sinMape den Kaprizen der durch judenfresserische Ajgitation siniclosgereizten Massen oder den Launen der Organe des SicherheitsdienstB> -ausgeliasert. Der. erste beste Wachtmeister ist- Herr stber ihr Leben und Stechen.! Die zur Verzweiflung .igetrWenen Leute suchen jit Warschau Schutz, sind wer -gibt ihnen den? Wir hgban einen. Landtag, die höchste und souveränste Instanz Republik. In sedml persassuygsWtzMN Staate H ein.^ der wichtigsten Mittel! gegenüber GeGalWen und MW : kür seitens der Behörden das Recht der Jnterpelsatiom . Wer die Mischen Wgeopdneten Können nicht, wennes sich um Pogrome handelt, die entsprechende Zahl .Unterschristen zusam-menbekomwen. Nicht nur die Hechte,' sondern auch die LD!ke sagt ihnein das a!b!. Sie sind zum- Stillschweigen gezwungen. Wir haben eine Regierung, die mehrnWs feierlichst die Gleichstellung dsr Juden persichert hat. Der.Herr Minister W inn!e?re WgelMenheiten hat svMr ein besonderes Rundschreiben erlassen, daß Gewalttaten, die an der Mischen Bevölkerung ausgeübt werden, .zu verurteilen sind. Es!ggbi sogar viele, die sich der Hoffnung Hingaben, daß diejK Rundschreiben einen neuen Kurs in dejn polniMMischW ^Beziehungen veMnde, Paß Lemb'srg, Melce/ Wwclgd usw., daß die ersten Pogrome auch die letzten fein wAden, daß sie nur in dem Chaos' der ersten Tage der Befreiung Polens möglich! waren. Mr HMn uns jetzt Überzeugt, wie irrig die Hoffnungen waren. Jede Spur ^der Okkupation ist schon verschwunden. Die RegieruW ist sin Besitz der ganzen Wachtv erfügt Wer eine -starke Wmee 'und Wer einen zahlreichen Sicherheitsdienst. Wenn es sich um den Schutz von .WM- Häusern handelt, so zeigt die Megierung' eine großet .Elastizität und Initiative, Mr dort/ wo wan die Juden untechMckh weiß sichj 'die Wgierung Mundecharerweiso nicht zu helfen. Die Herren VokksÄmmiffäre Men mit gefallenen ^Händen und warten gMrldig, M der Pogrom' beendet. M' HD der Wswurf. per SWte .gmM. MtM hat. Wd has alles MMeht in einem jwlniWu-Staatder mit den großen DMotzatien tM Westens v echunden M 'dessen >große Wission -die BeMDgüng der Zivilisation gegen Sen. barMriHew Osten sein soll. .M gibt wohl MM einen. nüchterU! und ehrlich denkenden!Wen- W in den PMoMy-, die durA Maub Md Mord

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