Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 16 (25.4.1919)
- Date
- 1919-04-25
- Page
- Seite 234 (sequence 6)
- Language
- German
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Lette 250 „Dir. Bloch'sl DochjmWrift" Nr. .16 in Paranthefe, daß gewisse GcÄbinersyyoLen selbst -as Vorrecht des jernsalMlischen Tempels, daß Ln ihm gewisse Arbeiten selbst am! Sabbat angängig waren, .auch für die Synagoge fordern — dem' gegenüber belehrt mich G., daß die Synagoge schon Zur Zeit dies h. Teuwels existiert habe; er HLte nur noch , sagen svllchr, in schwachen Ansätzen freilich Doch) das ist nicht die Hauptsache. Nach der Zerstörung war jedenfalls die Synagoge allein da und unsere ersten Autoritäten bezeichnen sie geradezu als „kleines" Heiligtunt. „Auffallend ist es jedenfalls daß in einer so mächtigen Synagoge, wie der in Alerandrien, während der jüdische Staat noch bestand, ohne Musikbegleitung gebetet wurde. Hier war der Besuch so stark, datz, durch Schwenken einer Fahne -He. Synagogenordnung «ufrechterhalten werden mutzte. Weshalb dieses Optische Signcrk, weshalb nicht Orgel oder sonstige iMustk?" So GrunwaL In Alexandrien ist in der Kregten Beziehung nicht von einer Synagoge, sondern von einer „Basilika" die Rede, wie in allen talmudiMrabbinischen Quellen, die gerade in diesem Punkte recht genau sind/ unzweideutig angegeben wird. Mne „Basilika" im alten Sinne bedeutet aber nichts als eine diesige Kaufhalle, wie nicht Minder unÄveidentW aus den Quellen hervorgehl. In dieser riesigen Kaushalle, in der sich Juden d ev verschiedensten Branchen zusammenfanden, wurde auch gebetet, und. damit den Ln den weiten Hallen etablierten Geschäftsleuten eine „Mizwah" nicht entg'che, wurde, wenn sie Mit „Amen" emzufallen hatten, mit einem Tuche, von einer Emporblühne aus, das Zeichen gegeben. Das ganze ist so, als wenn an der Wiener Börse sich ein „Minjan" einfände, Lessen Teilnehmer rauch den anderer Glaubensbvüdern das Mchsagen des „Amen". ermöglichen wollten. Es 'ist klar, daß Ln Liefern Falle, nicht der Tusch einer Musik am Platze ist, sondern ein optisches Zeichen. Doch das von.ihm herangeWgene Beispiel wendet Wogegen G. feßjfi Ein zu GMMweÄen Mitverwendeter Raum — und die alten Rlchbmen senken seiner nur in dieser B^iebunA, — wird von dür Rabbinen „Basilika" genannt, wo Mim doch sehr gut wußte, daß die heidnische Basilika ein Bau K der mit Götterstatuen geschMLckt ist und man auch wußte, daß zu der Zeit, als jene Worte ausgesprochen wurden, auch, schon, die Christen manche ihrer Bethäuser „Basilika" nannten. Was sagt nun G. zu diesem Liberalismus! der ulten Rabbinen? Das eine Wort „Basilika" schlägt die Hälfte der Mutlosen ScheMen> die er als seine Z eugen führt, tüchM zu Boden; die andere Hälfte erreicht der wuchtige SchtiW nur daruM nicht, wMl sie, krasllos Ivie J[i* sftch, vhnäies zur Flucht bertzitstchen. . In beljMer Manier und nach bewährtem Mustür sucht ferner G, den Mann zu verdächtigen, der da, für die Orgel eintcktend) .schon vor Mrndext Jahren die interMante! Tatsache anfühtt, daß in der uralten Ge^ meinde von . Korfu das „Höre Israel" mit. Musikbegleitung rezitiert wurde. Ddr Manu,-der dies ansAhrt— wohlgeMdrckt, nicht im eigenen Namen, sondern, mit Anführung von unverdächtigen Quellen — muß nach G.. „von Nn er sten Orgelorgiasteu gedungen, worden" seich wozu awch das Attest vgn Gr a etz hinWkommt, daß sich der Mann später taufen ließ. Graich in allen Ehren, aber Man weiß von chm, daß sein Urteil, , je mehr ew .sich den ZeLtglenvsfenund der Jetztzeit nlähiert, um so' Mchir parteiisch rmd einseitig ausfiä; sein Lob ist mchiegründet, sein TadÄ ungerecht. Wer gesetzt den FM, däs voM.deM Mann. Gesagte sei wahr, was hat das mit der von chm vvrgebrachten Datsache der Musik -n Korfu tzu tun? Ich? wN das Gewissen meines schr gMrtm AntGonisten bMichigen und chm hinsichtlich . der Tatsache NrMnsikin Korfu MnenZweM lassen, WH HÜ WseM Zweche Wüveise Hs ch n auf. tmsWrk von N. S. Libow i tz, Rabbi Jchudäh Arieh Modena (Wien' IM, hebräisch), S, 92 (2. Auflage S?. 97) ftjp diese Tatsache genügend erhärtet ist. Das Ding kommt daselbst daruM zur Sprache, rweil der genannte Wjeh Modena, ein berühmter Rabbi in Venedig, selber ein Dichter und Musikfreund, für die Sache der Musik auch einträt. So B. in dem Falle, als in Venedig von Gemeinde' wegen ÄeschlvsM wurde, das „en kü-elohenu", das „AdoM olam"' urü> dgl. in der ^Synagoge in harmoniWm Gesang vortragen zu lassen;, es traten aber Protestler» dagegen auf — geg?en was wird im Judentum nicht protestiert?! — die erst durch! Arjch Modena und andere Rabbiner zum Zweigen' gebracht wurden. Habe ich demnach zuviel behauptet, als ich in meiner 'Schtrift sagte. Mit Rabbinen und Gelehrten. ließe sich in solchen Diygen eher verhandeln als mit solchen, die.mit angegriffenen Schlagworten overieren? UM aber zu.Leihen, daß gerade in der uralten Gemeinde Korfu die berichtete Tatsache von der.Musikbegleitung des Schema Jisraet glaubhaft klingt, .will ich noch zum Schlüsse folgenden Midrasch Herrn G. und allen, denen an der Feierlichkeit des Gottesdienstes nichts liegt, zu GeMüte führen: „Wenn die Israeliten in die Synagoge gehen und das „Schema" lesen gesetzten Geistes,, mit einheitlicher Stimme, mit demselben Satzgefüge und demselben Trop, da spricht Gott, da ihr vereint (im Chor) es tut,!fo hören ich und mein Hofstaat auf deine Stimme, , Iah' sie nur Vernehmen" Hoheslied 8, 13); wenn ihr aber das „Schema" leset zerstreuten Geistes/ der eine schreit früher, der andere später und bei diesem Rezitieren nicht gleiche nrätzig andächtig seid, dann schreit der heilige Geist schmerzvoll auf. und spricht: „Fleuch Hinwegs mein, Freund"!.". Sieht Man' nicht, daß Die Gemeinde in Korfu, noch zur Midraschzeit blühend, nurNne alte Vorschrift, .-ein gerecht^ Erfordernis' jeden Gebets! erfAlt hat? Und 'derartige Aeußerungen aus Talrn-ud und Midrasch könnte ich in Fülle bringen, und tief erröten sollte das' ganze - nachfolgende- Geschlecht/ das - sich! über dieses -ele^ Mentare Erfordernis' einesjeden Gottesdienstes, /über diesen wahren Geist d«s Talmud und Midrasch hinwegsetzt. DaWr aber stöbert dieses Geschlecht in dieM schon seinerzeit nicht zur Geltung gekommenen Kleinkram und der Tüftelei -es' HalaW-ijch-e-y' Talmrchs herum, um Pfeile ckbzuschießen gegen MMmeinende und Wohlgesinnte Md zu Gericht zu sitzen über Leute, die dem höheren MeslichtspuMe den nötigen Tribut zollen. Wer lieber bricht Man mit der ganzen israelitischen Antike .^, die einen feierlichen Füll hatte, man verken'nt absichtlich dj^ hohe Bedeutung des Gottesdienstes, des zweiten Tempels) dem sich die Zeitgenossen, obzwar es damals schon Schristgeleh-rte und- Denker im Dudentume nicht ohne Musik vorstellen^ konnten, man Wersieht die von höherem GesichtshnMe getragenen Sätze des Talmuds) um Kleinigkeiten aus ihmheraüzuziehen, wanWerspriügt auch! das ganze frühere Mittelalter, da man ncH! immer Wert lWte auf den Wönen und erhebenden synagonalen Gottesdiellst, der nur aushötte, schön und erhchünd zu sein, als die furchtbaren Verfolgungen Mer die Juden Deutschlands einbra.chen> und gergM die Ketten dieses Galuth ürrd dre Ketten dieses Ghetto schleppt Man seelenveignügt, mit ihnen raMö . Man und prunkt man unchhäffig weiter, Und Has alles' tut man im Zeitalter des Erwachens und des Astrsersteheus' des Judentums, zu einer-Stundeda mM gißt, mit Galuthl und Ghetto, mit Selb sterniedriMn^! und feigem' Beickriechen MbrochOr zu HMn! / - Ich bin mit meinen Ausfühtmngen zu Ende. Uy-i gern bin ich in die Arena des Kanchsüs) getreten, der^ mir/ so ganz und gär Nicht zusagk, denn mein' Keim isst die stille. Klause dxss wellfreMen Erdenwallers, nrein Los ist Ne schwere >WMit).iW Felde dH Wiss-eüschM," der ich mich nun. einmal zu Not und Tod ergeben habe, .. .M hatte auch in der DMljvagd ngr ein Mssslschest-