Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 16 (25.4.1919)
- Date
- 1919-04-25
- Page
- Seite 230 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 24$ „Dir. WWmMift" , Nr. d^! Ghettos hMm? iEr mußte Fanatiker der VernWtung> des Kampfes förmlich Mchiten. Nun wundert und beklagt sich die antisemitische Kresse darMer, daß diese Fanatiker da sind' und daß sie ihre Pläne »der ihre Plaw- ZpsiBeit verfolgen. DieseWe Presse Hat dem russischen WÄ-ten gegen die Juden zugejauchzt, Hat sich an chm berauscht, Hat nie ein menschliches Empfinden, aufgebrach tz. Nun sieht sie die Folgen. Jeder Mische Hausierer und Mdeiter, sh jeder imckte Bettler wurde geschunden und mißhandelt mit dem! Schlagwvrt des Kampfes „gegen de?w Wischen Kapitalismus"^ -Las hat man .mit Peisichenhiebew dem jüdischen Proletariat aus den Seift gezeichnet, daß die- Leidenden und MWanWten endlich daran glauben mußten; sie sahen ordinäre Subjekte, Verbrechiernjaturen mit dämagvgischen Schljagworten emporkontmen, Volkssichrer weören warum sollen sie das nicht nachah'men? Tie schauerlichen Verbrechen der PMromheldeN hat die christlich-arische Gesellschaft nicht erschüttert, ihre Ujr- HGer stiegen in Mrsehen und Reichtum und die Dimer der ReliAm der Lieble brachten ihnen nach Hüwigungen dar. Das reizte zur Nachahmung und man mußte endlich diesem Beispiele folgen. Das Dogma, daß dem! „Oos Mes erlauft^, die Gemeinheit nur dem- Juden ühel vermerkt wird, verliert schließlich die Geltung. Jndeß die ganze DÄatte, wie sie letzt in der OesfeNHlichkeit geführt wird,'steht jauch in einem schiefM Gesichts-? wiMl. Levinie, Samuely ufw. sind Bolschewisten. Man siM nur sie und nicht die Hunderttausende von Spartakisten, welche sich für ihre Sache verzweifelt schlagen. Wer-was gchlt das uns Juden an? Wir können doch wahrhafte nicht jeden einzelnen am Bande führen und die Verantwortung für sein Tun und Treiben übernehmen. Bald Wucht man uns vpr, daß wir die Kapitalisten sind und das Volk aus^uten, bald wieder, daß wir das aufrührerische Volk ausfteuten und die Kapitalisten ausbeutm wollen. Wir verwahren uns gegen das eine wie g«len das anders. Die Masse der Juden sind ruhige grundehrliche, arbeitsame Leute, welche mit der anderÄMübigm Bevölkerung alle Ansichten und Wsichten, wie auch alle Leiden teilen»-Sie werden von den Kapitalisten, unter denen sich verhältnismäßig wenige Juden befinden, ebenso auWMutet, wie die anderer: und sie wollen von den Ausschreitungen des Kommunismus ..ebensowenig wissen, wie die anderen. Es ' gibt Mische und' christliche Verbrecher, christliche und Wische Kapitalisten und Kommunisten. Wer weder das Judentum noch das' Christentum' können und wollen die Verantwortung, für die Taten einzelner Leute tragen. Man möge.sich Wgen diese wenden und nicht Leute beschuDftM, die keine andere Beziehung zu ihnen haben, als die gleiche Religion- Z» »rrr Grmemdera1»isahlr« i« Wir« schenden reaktionären Majorität zu verhindern oder zumindest zu mildern verstanden. Die neue Wahlordnung sowie das Ergebnis der Wahl zur Nationalversammlung lassen es als außer Zweifel feststellen, daß nur je ein Mandat in Iden erwähnten zwei Bezirken.für das fortschrittliche Bürgertum zu erlangen sei. Angesichts der Wichtigkeit, die diesen zwei Mandaten innewohnt, mutzte angenommen werden, Hatz alle freiheitlichen Elemente sich sammeln und je eine einheitliche-. -Lifte mit den geeignetesten B ewer-, ftetn als Ltstensilhrer aüfstellen.werden. Leider vermochte die tieftraurige Situation, in per sich Momentan das Wiener fortschrittliche Bürgertum befindet, trotzdem nW die letzten Reste desselben zu einem gemeinsamen' Vorgehen im Wahlkampfe zu vereinigen. Zunächst die Situation in der Inneren Stadt^ Ein Komitee, - dessen . Mitglieder fast gar keine wirtschaftliche Korporation vertreten, Md — was noch grotesker ist — zürn! großen Teile in den entlegensten .Bezirken domizilieren, das n-aich gar keiner Richtung den Zusammenhang mit der großen Zahl der. Wählerschaft besitzt, arrogiert sich das Recht, diesem B^irke, dem Sitzeder Intelligenz, der Industrie und des Handelsstandes, eine Kandidatenliste aufzudrängen. Die Person des Listenführers — es ist dies der Gemeinderat des ehemaligen vierten Wahlkörpers Moisl — zeigt deutlich hie politische Reife dieser Herren. Dr. Oskar Hein, der feit vielen Jahren den Bezirk sin Gemeinderat Md fetzt auch in: Stavtrat mit besonderer Energie, aber ebenso mit Wurde vertritt, soll — so wünscht es[ tein Häuflein von Menschen, das irgendwo in einem Kaffeehapse Wahltomitee spielt - — dem! Moisl aus dem' Wege..gehen. Dr. Oskar H eiü, der als Mensch wie afs Molftiker einen.einwandfreien Eharäkter" besitzt ' vonseiNen Kollegen^ im Gemeinderate zum Obmänn des .Fortschrittlichen Verbands desselben gewählt wurde, beherrscht, wie nicht viele, die vielfachen, zuM Teil sehr komplizierten Fragen des kommunalen Lebens der Zweimillionenstadt. Hein darf somit nicht, schon bloß aus sachlichen und politischen Gründen, mit einem; Morst, dessen Tätigkeit im Gemeinderat mehr als einmal dem freiheitlichen Burgertum Verlegenheit verursachte, wobei wiederholt sehr angesehene Wähler öffentlich erklärten, daß mit seiner Wahl ein Mißgriff geschah, in Konkurrenz gezogen, werden. Ein Bezirk, äus dem früW pier^Iuden in den Gemeinderat entsendet/wurden, darf getaÄe jetzt nicht ohne Wische Vertretung im Rathause bleiben, es wäre dies ein Fehler, den die Juden kaum begehen dürfen. Wir rechnen mit. Zuversicht auf den reifen politischen Sinn der Wählerschaft des ersten Bezirkes, sie wird in der Wahl zwischen Moisl Änd Dr. Oskar Hein sschön ‘ das richtige selbst finden. Der Wiener Gememderat, aus dem heraus Lueger seinerzeit den politischen Siegeszug .antrat, ist für ' das wirtschaftliche Leben jedes Wieners von überragender BÄeutung. Die weitgehende Autonomie, welche er besitzt, und der Umstand!, daß Ä äks politische Behörde erster Instanz in allen wirtschaftlichen Fragen den maßgebendsten.Einfluß ausübt, nötigt naturgemäß denjudifchen Wähler und die Wische Wählerin, die Wahlen für den Gememderat mit ganz blonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Nach Äck' StruÄur der ÄZHlerschaft kommen für die Wisch«:, .Wähler hauptsächlich zwei Bezirke M Betrachts unK hHe sind die Innere Stadt und Leopoldstadt. Zur Zeit> als die UeMeinderaHtube unter Herrschäft der iWWHWhtt MM MM es MN die Vertreter diesK Me: "WWW, die so RänHM ÄeWutz Her Herr- . In der Leopöldstadt wären sich die Juden ih res primitiven Rechtes wohl bewußt und stÄtten im Einverständnis mit den sonstigen freiheitlichbjürqerlichen Elementen.des Bezirkes als ListenMrer den GemeiNdeM Dr. Rudolf Schwarz-H!iller auf. Die Bevölkerung von Wien, weiß die DätWeit Dr. Schwarz^-Hillers im Ge- ZneindKate zu würdigen, sie d'arfesihm auch nicht 'vergessen weHänWtea K bei henWrhäMüngennsit!d'?r Entente, äls sie Noch in 'Bern geführt wurden, in Angelegenheit ,Mser^tz,!WpMMVnrÄurG,MttW Viel DÄt und weltmännischejErfahrung müßte tausgewendet werden, um die VertrWr ünserpr ,W^WsM eir,'üÜön deren -Wohlwollen hie Ernährung Wims aMMWist/tW uns/ Müftig zu stintmen. Daß dW'Mt MsotzMfchah, ist. nicht zum gerinM Teile ein DMMst DUt^KW arz -B ille r^ DO GMeinWA 'Hai HMeh Ä K W W-seiKi