Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 227 (sequence 19)
- Language
- German
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M. n . M. WL»GsW«8«rWrD. WschrirLeu weMy (Dwetza). Ur dot Pnnischen liefert tBl 5. Jrchrhu-cherL »WÄBSt. DiK panische Sprache Rordaftikas wurLO VE dm Uratzem MtgetrsssM. Punifch dürfte viel Ax-t, stML der arabifl^n Invasion geLtotzt Hatzen. Der ck«MÄB Gesgriiqch Al-Ä^ri erzähltim 11. Jahrhundert itag v(s ^mchner te nordafriksmschen SyrL ein« MpvachH rm^r sich NZAt die weder der arabischest, noch Mr persischen, ksMschen, brMrvisM^n-Dpra'che gleicht und Mm allein SÄannt ist. Dm Kprscher dieses Sonderidioms feien im Handelsverkehr die' ^tpügerischesiiM MenWrn, Also unverMschte Prmier.^)' :Bei Len Puniern -noch der späten LomisiWt Kaffev« Mi lebte trotz ttmsendjähriger Zeitdistanz, unversehrt dir Knarkgrung an ihre kananäisch-palästinanrischL Heimat. Dsr große nordafrikanische Kirchenvater Augustinus ertßH daß, wdnn inan einenpunischen Bauer fragt, WM n ist. antwortet er: er sei Kcrnanäer?) Dte Punier der Kaiserzeit pflegten noch immer rege OHiehungen zu. ihrer kananäischen Urheimat. Die römi" M.eu Herrscht Hunischen Stammes^ die mrt Septimus ÄÄerrrs den Thron der Cäsaren bestiegen, waren syrisch srisntiert. Eliogabal und Alexander Severus wurden in Gyrien erzogen. Eliogabal war sogar syrischer Priestex. Die Kultur der Punier trug treu phönizisch-syrisches Me Mgr. Nach Sallust litt zwar die Spräche der Punier Pon Äeptis in Nordaftika, unter dem Berkchr mit den .Vrmkidern, ihr Recht und ihr Kultus blieben jedoch zwm'sisi sidonisch.^) Die Kirchenbaulen der Nordafrikaner, die sie nach ihrem Uetzertritt zum Christentum in den letzten Jlchrhünderten der Antike aufführten, sind mit d«m Stempel Borderasiens versehen, stimmen mit denen.der Syrier übereinl) Der Punier sah in seinem phönizischen Nr sprungsland e bis, über die Antike hinaus, die schütz- Mietende Metropole. Als nach Zusammenbruch der aückrdEndischen Kultur die Bimyalen nach Nördafrrka mitallzertrümmernder Berserkerwut einbrachen, zogen sich Viele Punier nach Syrien zurück.^) Das punische Hev Len tum zeigte bis zeletzt NlLsemitisch es Aussehen. Isidor auI Mspala wußte noch aus irgendwelcher alter Quelle;, daß ein und derselbe Baal Götze der Babylonier und Afrikaner war?) Zahlreiche Götternamen des späten Pun'ertums erinner» an den vormosaischen Religionszustand der Exodus 14, 2), der oft das Gesichr Baals Hebräer, so: fiax vorkonwrende: h-2 sS H) (Tam nan: 1S) (vgl. ^odus 33,14) , der auch in der späteren Antike in Palmyra^ verehrt wurde) 11LNN bvipbti 14) und sowohl an ^Tö (dm Archon der S^tuaginta), wie an den l5} gemahnt. Der Baal von Karthago wurde der „Alte" genannt"), was dem )W pvi$" entspricht.^) Die HimmÄsgöttin, die von den israelitischen Polytheisten zur? Zeit Jeremias^?) angebetet wurde, beharrte, von den l^a- *) MoverS: Die Phönizier, II, 478, Bonn 1245. Augustinus: Epistolae ad Romano*. Liber anus. Inchoata «positio »mterrogati rustici nostri qui sint, respondent chanaai«. Migne Patrologia lat. XXXV, 2096. *) Sallustiui: Jugurtba e 77 ». . . eius civitatis liaguanodo «anversa connubio Mu>nidarum, legum eultusque plera Sidonia. *) Th. RuinartuS: Commentariu* distorieüs d« persecutione Vandalica Migne LV1II, 215. “ - •) Anton Springer: H«ndb»ch der^ Kunstgeschichte, », U>, Leipzig 1909. 9) Isidor HispalensiS: Etpaologiae. *°) Corpus Inscriptionnsa Semiticaram I, SOS, Paris 1S81. ») it» 1 290. **) ib I 415. ») ib 1 298. ") Lidzbarski: Epbenaeris I, 257. Exodus 3, 2, 4 u. a. v *. 8. ie) Augustinus: De censeuu eraagelioroii I, i, 8O. «) 3)anicl 7, 18, 22. : Jeremias 4L, i». teirrrrn Eoelestis LrnannL, im ilkultrZ der rrordafriLrui'- sch.en Punier bis zum Untergang d«A dortige» Heidsttums. Die Identität der punychen CoelestD mit der a!tpalästiuensischen Malkach schamaim bezeugt auSdrücklüh der lateinisch-nordafrikanische Kirchenvater Filastriusl^) D.em punischen Heidentum war noch in später römischer Kaiserzeit jener religiös^ den Semiten charakterrstische Expansionsdrang eige», das Bestreben, die eigrue GlaubensidW in die FrenHe zu tragen, zu propagiererr, änderen Völkern brizrchringen. Die römischen Kaiser aus der punischen Dynastie des Severus Septimus, ließen cS nicht an Mühe fehlen, Roms Religion zu punisieren, den seniitischen Götterdienst in Rom allgemein einzuführen. Kaiser Eliogabal veranlaßte die Aufnahme des Baal der syrischen Stadt Envefa i l)«U8 8ot LU««»d»t» in die t&* mische Staatsreligion und vermählte sich selbst , mit der großen Göttin von Karthago, bei altfenkitischen, von den Puniern besonders . verehrten Hinnnelskönigiu, der „himmlischen Jungfrau" (Virgo Eoelestis). Sie wurde damals feierlich aus Karthago nach Rom gebracht. In seiner offiziellen Titulatur stellte der römische Kaiser Girogäbal seine Würde eines syrischen Priesters^ den hei-- .matlichen Titel des ^8aeer<i08 ampliLsiwus clei. iuvieri 8o!i8 Lljogabali^ dem historischer Titel des römischen Pontifex voran. Der syrische Sonnenbaal schwang sich auf diese Weife zu Beginn des dritten nachchristlichein Jahrhunderts zum ersten römischen Gott empor. Schon die offizielle Rezeption einer fremden Gottheit war m der Quiritenstadt am 'Tiberfluß eine Seltenheit. Die im späten Atertum Mühe synkretistische Religionsmer^ gerei berührte in Rom nur wenig' das offizielle Pancheon. Mithra z. der im Abendland der Kaiserzerr so sehr gefeierte iranische Gott, wurde in Rom nie offiziell ausgenommen. Neben dem von Eliogabal einge^ Mrten Sonnenbaal, fand zu jener Zeit in Rom auch die Eoelestis viel Beachtung. Sie wurde in jene winzige Erzähl rechtlich bevorzuMr.Gottheiten, rezipiert, die nach römischeim Recht als Erben eingesetzt werden dursten.^) Die Senritisierung der römischen Götterwelt durch die aus Nordafrika herftammende Septimus-Dynastie war eine besonders durchgreifend^ für die Nachwelt ausschlaggebende und bestimmende. Als zu Beginn letzten Viertels des 3. Jahrhunderts Kaiser Auräian, der an und für sich Nichtpunier war, im Kampfe gegen das Christentum das Heidentum reformieren und einen zentralen, sozusagen monotheistischen Sonnengott, prokla«' Mieren wollte, fand .er keinen anderen dazu geeignet, als -den Sonnenbaal eines synritischen Landstriches, den so! invictua der syrischen Stadt Palmyra. Dieser patmyrnische Zentralgott der „unbesiegten Sonne", der nebe»- bei bemerkt von Haus aus jüdischen Einfluß auftvieS, galt in der letzten Zeit des vümischen HeidenLums als em» Art Reichsgott.^) . ____ (Fortsetzung folgt.) flierahrr. De« JndenpogroiU i» Lemterg. In M. Hickks Verlag Brünn-Wien, erschien das Buch: „Der Judenpogrom in Lemberg" von Joses Benoov, aus Grund authentischer Protokolle, Urkunden und amtlichem Material. Das Buch enthält zirka 25 photographiM Aufnahmen, «in sehr ergiebiges statistisches Mate tal »nv »st die erste erschöpfende Darstellung der JudenmassaÄr in Lembergs Jung - J»d*. Zeitschrift für unsere Jugend. Redaktion und Administration: Prag, 2. Be j:k, Stephansgasse 629. 20. Jahrgang, Heft 7, 4, April 1919. Inhalt: Hag hamazautz fman cherussenu. — Aus dem Buche der Geschichte. — Die drei Feste. — D. H. Cvhn: Pessach im Wechsel der Zeiten. — Aus Leserkreise. — Ilebersetzungs-Aufgabo. RätZel. — Rätselauflösungen. . ' »») FilastriwS: Disei-saTum Lrer^*evn lüi« « IV. Migäo XXXVIII. ^J lHptaa; Fragmenta XXII, 6. Seidig 1874. 0. Mrfsoüa: Religion und KulwS d« ASmrr. SS. iLs.