Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 226 (sequence 18)
- Language
- German
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nt Dr. MochkS Wochenschrift Rr. 15 Ki» ««trr r-«isch»r; . MN'MtEaS MMfM , , . -' MdHl, Och W»M«. , E)M ER WM Mr in der Anttke keine Wte, in W geschWene SpraMemÄnschaft. Hebräisch sprachen im Altertum auch, wie die Mesainschrist bewert, die Mo-kchiter. In. der .Spruche, der MW redeten auch die grotzen Kaufherren. und Kulturverbreiter des AtleMiMs: die gMmzier. Das Epitaph des LWmünazer, die Opfertafel von Maffisia wie auch dir zahlreWM DsMrWn Inschriften aus Lypern, Mälfa, &. zilisi, Sardünen, RmdaffRa sind in demMben Idiom, wie die OMenbarungssjchxWen Israels gehalten. Die WnchaMWM7DU«eiyen 'wKren auffallend schr gering. Das Verhältnis HftaAs zu den Phöniziern und Mw? bitten {t)ijä)te gehörten wahrscheinlich auch die Ammonit« und Edomiter) dürfte dasselW gewesen sein, wie das der neuzeitlichen belgischen VMnwu zu den Nieder- WrdM». Ws der Kroaten zu den Serben und. bosnischen AÜWm^ Di^elbe Sprache, aber, doch M getrenntes KvAettivLewutztsein, dMen VMchichenhett aus konfesjidnMM G^eELtzen resultierte. . .Seine Sprache benannte Lao Elk Israel nie „die Sprache Israels", sondern die Sprache Liseuphrataniens UiHvn 'eber) pder auch ein'nW sogar die Sprache KanMüs (Möniziens) (Iejafas 19, 18). Als „judäisch" ME die hebräische Sprache nur einmal in einer Ansprache an assyrische MaiWWtchce, •' chiK politischer Antrthese, dezeiWÄ (ib. 3.6, 11). ^Die KraMWx WeittiM Mt dem^^^ M TyW und SÄn dürste Mr die TeWchte Israels ijsn" bedeutender Tragweffe gewesen.sein. Der Ursprung der Diaspora des IÄentums wird wahrscheinlich 'in gemeinsamen Handelsfahrten gelegen sein. Der Iftuelite zog MÄ Leichtigkelt dvrchiin, wo. er eine Verständigungsmöglich-- keit voraussetzte. Die Handelsflotte Salomos stach ins Meer nach Ophir, gemeinsam mit den Schiffen Hirams, des Küpigs vM Tyrus HI. Kön. 9, 27). Der Prophet Ipnas zog nach Tharschisch-Tartefsus (Südspanien), da es mit einem Netz! phönizifcher Kolonien überzogen war. Jesaias erwLHntfn den . letzten Jahrzehnten des achten voDristlichen Jcchrhunderts bereits Iudengruppen auf »JenMnseln des Meeres" (Ief. 11,11). Es dürfte in [Der Antike im Mrttelmeerbecken dieselbe Sachlage gewesen sein, wie in der echten Hälfte des Mittelalters, wo. wie-, der Ne Inden Wanderzüge nach Westeuropa gemeinsam mit den Syrern machten, und jene für die frühmittel-. a!terli,che Kunst und den damaligen kommerziellen Ver- Fchr des Otzidents von ähnlichem Pekang wie die antiken Si-donier und Tyrer waren. Line der interessantesten Völkerschaften -er hebräi- ' schM ^SDäWdMMchM.'W AMke wMn sicherlich die MWUÄ Mr afWamsjcheir Nördküste, die .Panier. AbendlälÄische 'Semiten von Hoher Kultur, die einen zu Vegmn blendMd erfolgWchKi Zweikampf mit der SijebewhügH'tadt WnatzNem von Hen GrHchen besonders gesWD ÄmHdM und dem! IüdWum lingüMW so nahe ständ en. W ie aicheMMtz,lauM das „punWe" Gespräch, das uns Plautus in seinem' Poenulus erhalten hat! Wie uMAräisch klnfgen Die RiMen von Hannibal. (Then- Baal, .*üie Hunsh Bchals), Hamilkär (Ächi-Melkatt,. der des Ötabftöniss),■'■isimißt1' (©^^T=5B^ai^,’btc; Hilfe BMls) uho.! . i ' > Das Humervvlk brach dann unter römischer RüL^ sichtslosigkeiL zusammen. Ueber Karthago wurde derWlug gezogen, Wurde damit auch das Puniervolk vernichteL? ' Die landläufigen. HistOri?er, die bloß für staatspolmAe Nationen und arische Geschichte Verständnis haben, schweif gen sich darüber aus, geben 'nirgends über das SchiLsal des ^jPüniervolkes, nach dem -Verlust. 'seiner-'/ poriiischen Selbständigkeit zusaMnienhäügenden Bericht. Dies sen Mangel soll folgende Urtike^ ersetzen, , Für das moderne Judentum^ das fW^ auf. feine Eigenart besinnt und seiner völkischm ZusanNnenhänge ■ bewuht werden will, müssen auch jene Teile der hebräischen Sprachgemeinschaft, die beW Heldentum verharrten und' nie-das Epitheton Israels trugen, von 'nationalem Interesse sein. Das unterjochte Püniertum kann, ein belehrendes Pendant zu den Iuden bieten und zeigen, was hebräische Sprachgruppen trotz feindlicher Ueberlegenheit auszurichten vermögen. ' : L; . . " " ' -,A—);/■■ Als CWS Wunschi in ErMlung ging und Karthago in Schütt und Asche ümgewandett würde, war noch länge die 'Seele'' deB pünischLn Bol-kes nicht aüMeröchielt. Die Brandsttckel, die die Stadt HannibalA in einen TrümmerhausÄr legte, -ließ im igroßeü Md MHen die anderen/.' Kolonien der Punier an der üordafrikanischlLN Küste un- - chkrWrt. Tie politische Mlle topc ausgespielt, das. Volk ' setzte jedoch; fein Dasein ungeschmUertKrch. DAWrstöWN^. Karthagos selber war bloß leine Episode und rein Schluß^ strich in der Geschichte dieses bcheutLnden HiandelsWporinMs. Nicht vM mW als ein-Hährtzündert war ver- WchD, da erwachte unter Eäsar, trotz dem Fluche Scipios, aus' den Ruinen des zerstörten Karthago -ein neues, vöimertrMes' KärHagodM überraschend schnell gedieh und in bleudercker Eilr zu einer Großstadt des römischen WiserreWs sich eMPorschchang und mit Alexandrien -an-. . Reichium.üüd VöWzähL wetteiferte. - Dier «chLMülige R-eVeÄühler erlangte bald auch ohne staatspolitische Ausstattung seine wirtschaftliche Bedeutung zurück und Machte die weltbeherrschende Roma im Wege friedlichen Dürchdringens dienstbar. Rom und Italien, von dchn' AattsundiM'besitz^ der die Landbevölkerung Mimoc nfchr. zurückdräugt-e, ruiniert und. um seine' natürlichsi SMstversorgung gebracht, wurden in der Kaiserzeit auf Hie KorlHufuhr aus dem! pnnisch^n Afrika -angewiesen; das nKue Karchago wuchs auf Kosten Mms'. Ein groHer Teil des Goldstvomes,. der in 'Rom züsammenfloß, wurde im Wege des Kornhandels; nach; der punischen Provinz an« G.ästade des nördMchjen Afrika herübergeleiiet uird. steigerte die ntaterielle Ästacht des Puuiertums.^) Der in seinen LiebeiMedingüngen ungestörte Mnier wahrte durch viele Jahrhunderte bis zum Untergang der Antike und-noch darüber hinaus seine vöMsche JntegriW, feine geschühtliche DefföNichkeit, fM Sprache.; . . Der Punier, t^m Wmertüm hörig, Ee im stolzen Bewußtsein seiner WgenärtunbekünMett Ww die Mitischen VerMmisse. Me ehernen Klammern des Jmpe- . riunW, die zermalment-en Griffe römischer Provinzvrrwalter waren außerstande, den nordafrikanischen Vorposten des. KananäertirMs jenes Schicksal angedeihen zu lassen, das von anderer, aramäischer Seite so unerbittlich. das vorderasiatische Heimatland tras.^. ^D-lö Fortdauer der MnifchMananäifchen. Sprache-im Nordafrika der -Kaiserzeit,' wird von Apuleins^), Asrnobiüs^) u. v. a. betzeugt. Me punische SMche erfreM - ' sich; auch gesetzlicher Anerkennung. Illpian, einer byr. großen Meister des römischen Gesetzes!, bemekkle Anfattg des dritten nachchristlichen JDrhunherts^ daß TeMnWte . pan solum iatina, vel graeca lingua, sed'\ etiain ounica (inW nur l-akeimisch oder griechisch, aber auch Pu-. ») Heinrich Schurtz: Nordafrtta in Helmott Wfltzeschichte!V.- 923 »j Avuleiur: ^vvlo«» 68 >loquituf humtream. ni#i puinka«. *) Apuleiur: Äpologi; *) ArüMnS: Cönaxn. ad ►loquitur numquam. Psalmum 16i.