Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 221 (sequence 13)
- Language
- German
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Kr. 15 t m WewWt wurden bie Uetzren: AWjecht Ä-e o, Me-< diKinalrat, Dr. Blo ch -Eduard- B r u d tr Emil, E tsen- ~ht Moritz, Fr e u n d Heinrich, H ir s chlf el d David, Kafta Rudolf, Kn PP«: r Otto, Klein Walter, OxXif. Otto, Pick Adolf, Dr. Schneew eißj Hermann, Schw ager Benedikt, Schubert Simon, S pir a Siegmund, Ta uff iK Bernhard, Tandler Albert- Töpfer JyM Pollak Josef und Unc^er Arthur. Wcks Vie tschechischen ÄntiseMitM «ollen! „PraLsky Veäernik" Nr. 62 >vom 15. März 1918.; 1. Durch Errichtung von jüdischen, durch Schranken von den Christen abgesonderten Gemeinden, so wie im Mittelaller, die Juden zu einem unschädlichen Elemente im tschechischen Staate zu machen. Der jüdische Advokat darf nur Juden vertreten, der jüdische Arzt nur Juden behandeln, der jüdische Professor nur Juden unterrichten, der jüdische -Kaufmann nur an Juden verkaufen. DerJude darf keinen -Boden erwerben und. darf auch nicht Staatsbeamter werden. Auf den Mittel- und Hochschulen dürfen nur isoviele Juden sein, wie es dem Prozentsätze der Juden unter der' tschechischen Bevölkerung entspricht. Man sagt: Ein Mensch wie der andere, der -Jude wie der Christ. Das ist ein irrige?» Prinzip. Was ein Raubtier unter den Tieren, das Ist der. Jude Unter den Christen. . Sie würgen nicht bloß, hindern verderben auch durch ihre schlechten .Grundsätze die Christen, welche dann von ihnen das Tvuchern-und den Betrug lernen. , 2. Die Juden .sollen Zur Einhaltung des „Job'eljcchres" g^wungen werden, das schon Moses, ihre Habsucht genau kennend, für sie festgesetzt Hat. Alle 50 Jahre -' müßten die jüdischen« Familien zu jenem Besitz zurückkehren, den sie vor 50 JäHrrtz» hatten. Ihr. Besitz fiel den Archen tzu. Aach unsere KohjnL.' Täussigs' müssen hi« Milliarden und Paläste tzurückgeben und wieder den Ranzen auf .den Buckel nehmen. . 3. Bei der Enteignung-des Großgrundbesitzes und der Bergwerke sollen auch alle den Juden gehörende Häuser in den ersten Prager Berkehrsstratzen (Graben, -Menzelsplatz) und auch die-in den Provinzstjädten enteignet werden. Der jüdische Friedhof-auf der Prager Altstadt, der das ganze schöne Viertel verunstaltet, werde abgeschafft, um so mehr, als auch christliche Friedhöfe hinter, die Stadt verlegt worden sind: U-'dEiN' Jude darf weder in einer politischen Partei tätig' sein, noch Minister werden. (. i ' ' 5. Den -Juden sei nicht erlaubt, die Tschechisierung ihrer Familiennamen. Bei den tschechischen Beinamen werde hinzugefügt, datz es sich um einejüdische Familie handle. 6. Christliche Dienstmädchen dürfen nicht bei jüdischen Familien dienen. Vor jüdischen <O sterfeier tagen werde die Kontrolle verschärft! > 7. Das sogenannte „Koschern" werde wegen grausamer Tierquälerei verboten. : ' » ' ' 8. Jüdinnen dürfen sich nicht mik Christen verehelichen. 9. Jüdische Zeitschriften dürfen nur an Juden verkauft werden, . jüdische Redakteure dürfen nur für jüdische Zeitungen tätig sein. 10. Alle diese Beschränkungen - gelten auch für getaufte Juden. I l -! '! - Die. Judensind keine Religion, sondern eine Nation. Ebenso wie ein Chinese Buddhist oder Christ fein kann," und dabei Chinese bleibt, um -so eher bleibt der Jude nur Jude, mag er sein, was er will. Bereits Christus hat vorhergesagst, datz dieses -Geschlecht - mit seinen charakteristischen Eigenschaften den jüngsten Tag überdauern werde. Verschiedene Geschlechter, verschiedene Stämme, körmen sich assimilieren — «die Juden nicht. In Böhmen wird, solange keine Liebe und Brüderlichkeit Raum haben, als ihnen nicht die Hömer abgeschliffen werden. ' Herr Minister Klofaö hat lunrecht in feiner Behauptung, daß ein entschiedener .Antisemitismus ,uns in den lAugender Entente schaden werde. Die Polen haben geradezu ^furchtbare Pogrome gegen Juden verunstaltet, »ohne datz es ihnen geschadet hätte; kurz darauf hat 'ihnen die Entente Teschen zuerkannt. Wer von euch nicht geinqrft list mit jüdischem!Eist, der trete ein in die antffemitische Vereinigung, welche 'der Christliche demokratische Klub, Prag, 2. Bezirk, Brenntegasse 15, ift.r Dies« wird einen entschiedenen. Kampf für hie Reinigung unseres Lehens von den astatischen Parasiten firhren. Mitgliedsbeiträg 2 K. jährlich, und kann Mann oder Weib ssein. Wer Mm Mitglied ist, werbe andere, datz., unsere Reihen in 'die Zehntausende wachsen. Aurlemem! Briefe «t» SMU« Wer dm dortirm der EmAnHer. (Der Brief ist hebräisch geschrieben, daher alle Daten hebräisch.) Nach- Jaum Kippur hat 'man hier vertraulich, zu sprechen begonnen, Jerusalem sei. bereits 'von Engländern besetzt und di« englischen, Heere nähern sich jin*. Hn den Ea!k»«-Tag»n würde . bekannt, auch Nazareth sei besetzt. Die ganze Bevölkerung, Araber sowie auch Juden, zitterten vor Freude und Hoffnung, nun aus furchtbarer Situation erlöst zu werden. Laut auszusprechen wagte es-wohl niemand, aber (von den Gesichtern konnte man jedentz einzelnen die Beftiedigung ablesen. Das türkische Militär begann fluchtartig unter Zurücklassung vielen -Kriegsmaterials abzuziehen. In dieser Zeit des bangen Höffens haben wir auch viel Schrecketu' und Not erlebt. Das flüchtende türkische Militär plünderte, wo es nur konnte. Dazu kam das Gerücht, datz die Englänlstrf gesonnen seien, alles in Brand zu stecken, falls sich die Stadt nicht ^freiwillig übergeben werde. Autzerdem fürchteten wir das Los von Neblus, wo die Engländer ein -Jahr lang vor der Stadtstanden und. nicht eingezogen!stnd. Wir wären dann, vom türkischen Militär entblötzt, schutzlos den wilden Räuberhorden preisgegeben. Am zweiten Tage des Chaul hamasth hat der Kaimekam (Bezirks- Hauptmann) sowie der türkische Heeresverwaltec und Oberster der türkischen Gendarmerie den Kassaverwalter der Stadt rufen lassen und bas vorhandene Vermögen abgefordert. Dieser, ein Araber, erbat sich von den genannten Herren Bedeutzeit und benützte diese, um das Stadtvermögen und die eigene Person in Sicherheit zu bringen. Vor Aufregung darüber und aus Angst vor 'ott arabischen Bevölkerung ließen die beiden türkischen Befehlshaber . Geschütze aus dein Jurpaß-Schlotz im Gebirge aufstellen und drohten, die Stadt bombardieren zu lassen. Die Araber antworteten, falls dies geMeht, werden es die Herren mit ihrem Leben bezahlen. Den Tag daraus sah man einen englischen Aeroplan so niedrig über-unserer Stadt, datz man dle Insassen genau erkennen konnte. Der Keimekam eilte zum Telegraphen, um zu ermitteln, was mit Tiberias geschehen soll. Doch er erhielt keine Verbindung und wußte, datz der Telegraph in englischem Besitz sei. Er zerstörte -daher die vorhandenen Apparate, packt« die wichtigsten Papiere und flüchtete mit dem türkischen Gendarm- Obersten nach Kanetra. Nun»wurde von Arabern und Juden zum Schutze ihrer Gebiete und-zur Sicherung der Eetreideoorräte eine Selbstwehr geschaffen. Die Panik war sehr grotz, man fürchtete die wilden Beduinenhorden, die in der ganzen Umgebung schon geplündert hatten. Reiter zogen ins Gebirge, um nachzufthen, ob nicht bald die Engländer einziehen. Am frühen Morgen zeigte sich englische Kavallerie. Der Bürgermeister stellte rasch eine Deputation aus allen anwesenden Volksstämmen zusammen, die Mit «Pier weißen Fahne zur Begrüßung den Engländern ent« gegenziehen sollten. Da aber nirgends eine Fahne autzutreiben war, riß man zu diesem Zwecke einen Fensteroorhang heraus. Trotz der freundlichen Begrüßung, fürchteten die Engländer irgendeinen Verrat, wie in Samach, wo man.sie auch-freundlich empfing» um sie nachher zu überfallen; sie schickten daher nur drei Kundschafter in die Stadt. sErst als Man sich überzeugt hatte, datz weder türkisches noch deutsches Militär mehr anwesend und nichts zu fürchten sei, begannen die englischen Soldaten einzuziehen, ließen aber aus Vorsicht rings herum Geschütze placieren. . Im Gegensatz vom türkischen Militär, das halb nackt^und barfuß einherging und den Einwohnern alles, was es braucht«, mit Gewalt wegnahm, waren die englischen Soldaten anständig equipiert und bezahlten, war sie kauften, mit barem Eelde. Sir blieben aber nicht lange in unserer Stadt; sie zogen nach einigen Tagen weiter nach Damaskus. Auf Bitten unseres Bürgermeisters ließen die Engländer zum Schutze der 'sGetreidemagazine 'zwei Mann zurück. Zwei -Wochen war nun unsere Stadt vollständig ohne Besatzung. Nachher ordnete der englische Gouverneur an, datz sich eine Pollizei aus 35 Mann, und zwar bestehend aus 15 Arabern, 15 Juden und 5 Christen, bilden mutz. Der Kommandant derselben war ein Jude. Autzerdem Ämrde ein jüdisches Komitee aus sechs Mitgliedern geschaffen, dem / die Verwaltung der inneren jüdischen Interessen, und die Verteilung der llnterstützungsgelder oblagt Auch fungierten sie als Schiedsrichter in allen Mischen Angelegenheiten. Dennoch ist unsere Lage nicht so glänzend geworden, wie -wir gehofft hatten. Die Preise^, sowohl in »Lebensmitteln als auch in anderen Dingen.sind wohl gesunken, dagegen Arbeitslöhne und Zufahren so hoch gestiegen, daß man. ,»m Adbaa der Preise -nicht »j-l spürt. E» mangelt an Arbests«.