Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 219 (sequence 11)
- Language
- German
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Kr. 15 Dr. Bloch's Wochenlchnfl Teue LSS Dr. E h r l ich liest -Herrn Dr. PappenheiM die Bestimmung des WaMesetzes zur^ Nationalversammlung vor. i Hofrat Löwner bemerkt, das; es unzulässig scheine, datz dieselbe 'Behörde in erster und zweiter Instanz Mtscheidet. . - . 51.-R. <5 i Itt o ü ist dafür, datz dem Vertreterkollegium' drei Vorstandsmitglieder der naiöonaken Partei zugezogen werden. . . Dr. V!ollak spricht auch gegen diesen Vorschlag. Dr. Schreiber beantragt Einsetzung einer »ä boe zu wählenden Dreierkommission als Berufungsinstanz. Dr. Pappenheim macht geltend, datz die .vorgeschlagene Instanz nicht rechtzeitig konstituiert werden könnte. Hirsch will nur die Mdischnationalen zulaffen, weil ^andere Parteien bei den letzten Wahlen nicht aufgetreten sind. ' , Dr. Mchaschkes wiederholt, datz die Sache Mr die Nationalen keine Parteifrage, sondern eine Forderung der 'Gerechtigkeit' sei, die auch für die kleinen Parteien gelten Mutz. Dr. Pappenheim ist zu erwidern, datz die Parteieü es sich selbst angelegen sein lassen werden, ihre Vorschläge und die. Nominierung der Vertrauensmänner rechtzeitig einzureichen. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Der Antrag Plaschkes, für den nur die vier Nationalen, Ärchitekt Gärtner und Hofrat Löwner stimmen, wird ab gelehnt. Der Antrag Ehrlich, für den 14 Herren Stimmen, ist ebenfalls äbglelehnt. Die Iüdischnationalen verlassen den Saal. - Der Vorsitzende konstatiert, datz die zur Beratung der Wahlrefomr v'orgeschriebene Anzahl von 22 Vorstehern, nicht mehr anwesend ist, und bricht die Debatte äb. Rechnung Sa bschlutz p r o 1917. Als zweiter Punkt der Tagesordnung gelangt der Rechnung Sa bschlutz pro 1-9-17 zur Verhandlung, welcher ebenfalls in öffentlicher Sitzung behandelt werden Mutz. Der RechnungSabschlutz konnte infolge des Rücktrittes Dr. Sterns und der Wahlreformberatungen'bisher nicht erledigt werden. .Sekretär Engel verliest die wichtigsten Zahlen des Berichtes. Die Einnahmen betragen 5,622.000 51., die ordentlichen Ausgaben 5,607.000 51., daher ein Ileberschutz von 15.000 51. Von den Ausgaben werden spezifiziert: für Kultuszwecke 400.000 51., Unterricht 370.000 Kronen, Friedhof 922.000 51. (zum! Toil zur Erwerbung eines neuen Friedhofareals), Spital 450.000 51.. Versorgungsanstalt 158.000 51., ArMenwesen 375.000 51., Gebarungszuschutz 822.000 51. Die Einnahmen zur Kultussteuer betragen 2,138.000 51. -fl)er Vorsitzende fragt, ob weitere Details erwünscht sind. Da dies nicht der Fall ist, stellt er Genehmigung des Abschlusses mr Abstimmung. Die Genehmigung wird! .erteilt und die Sitzung geschlossen. Verein M. .AWruW. Wt- 'FMeresfm-!de^ orthodoxen . Mdentnms. Der Obmann unseres Vereines^ Herr B-. Hofblauer (Chef der Firma Wolf & B. Hofbauer); hat . an einer. Srtzmtctz 'des 'Gremirünß der Wiener Kaufleute folgettdes -drnrUöyde Verlangen gestellt: x, Bei der Bemessung der -.AjDeitcheit der HandelsaNgestellten mit 48^ refp. 64 Stunden Pro Woche, sei festzu setzen, daß jene Firmen^ welche aM SaMath ihre Geschäfte -geschlossen ^Mtenx(die/^AELchieLL(-^sp'-einM>M können-, daß'.sie die' vollen M, tesp. 54 Stunden Arbeit haben." Diesem HUigen "Verlangen wurde mit d in stimmt ge m Bjeschüisse Rechnung getragen. ' . ' Für die strenWLMK Audenfchaft ist NeL hie Gv- Währung von enormen Nachteil. ... -Am 8. d. M. fand iM Bayerischen Hofe" eine Versammlung des ^.Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums i. W. u. N.k-Oe." statt. Obmann Herr Bernhard Hofbauer begrüßte die vielhunderLköpfige Versammlung und erteilte Herrn Wolf Paplpanheim das Mort zuM Berichte Mer die Weltronferenz' per orthodoxen Judenschaft, in Zürich. Deferent Lah eine, ku^d MMe Mer die Verhandlungen der Konferenz^ Hie Äefer der „Wochenschrift" kennen, uttd registrierte die Beschlüsse: ' 1. Gründung des „Jabneh" zur Förderung undAnterstützung des Thorah-Studiums; 2. Ausgedehnte TäticAeit für Palästina^ zu.welchem Zwecke in Zürich Gründung einer HandoW-- u n d S i e d l u n!g s b a n k mit dem Sitze in London und Zweigniederlassung in Palästina in> die Wege geleiteL wurde; 3. Vorstellungen hei dem' 'Friedenskongreß wegen: Palästina^ Gleichberechtigung, Schutz gegen Vergewa!^ tigung: - * . 4. Vorsorge für Jugenderziehung: 5. Organisation der gesamten Weltorthodoxie unter der Aegyde des .Agudas Jisr'oel. Redner schloß mit .einem warmen Appell an dir AnwesendenL sich mit Rat und Tat. mit Geist und GeW an der Arbeit zu beteiligen und für die Vjereinszitzlv Freunde und Förderer zu werben. ‘ Redner befleißigte sich besonderer Mäßigung, trotz-» dem wurde er von gegnerischer Seite durch zaWeiche Zwischenrufe unterbrochenxd. obwohl auch diese Seite in mehr äks ausreichendem 'Maße zu Worte 'kam, wM nicht in allen Mischen Versammlungen in 'Wien zu. geschehen pflegt. ( ,! 1 An der sehr lebhaften Debatte nahmen teil die Herren Hofbauer, B er mann, Wundermann, Felsenburg, Frommer, Dr. Rosenstein, Obl. Grzyb, Rabbiner PollaK. Referent konstatierte noch, daß in Zürich beschlossen wurde, mit der Leitung der zionistischen Partei wegen gemeinsamen Vorgehens beim Friedenskongreß in- Verhandlung zu treten, daß jedoch außerhalb dieser FraO sich die Orthodoxie ihre vollkommene Selbständigkeit bewahrt. l Eine große Anzahl Mitgliederanmeldungen zeugten für . den schönen Erfolg der Versammlung. Aus der ZmiUer Weltkonferenz der Orthodoxie. Die Aguda-Gruppe für Galizien ünd Bukowina war durch Herrn Akiha Schreiber, Enkel des berühmten Krakauer Rabbiners Simon Schreib ers.A., vertreten. Derselbe war auch Mandatar für den„KriegswaisenfondS" und übernahm auf besonderen Wunsch die Vertretung des Wizmtzer Rabbiners. Aeber seine Wahrnehmungen und Erlebnisse auf der KonfereM äußert sich Herr Akiba Schreiber: / /.Die Konferenz hatte aus mich einen gewaltigen Eindruck gemacht, ich fühlte mich recht hermM. Die Luft erfüllt von Taurokh und jüdischem Empfinden. Es nählNen teil Männer, die den verschiedensten Berufen angehören, Rabbiner, Gekehrte, Schriftsteller, Aerzte. Advokaten. und Kaufleute pus allen Ländern. Man hatte einen kleinen Ausschnitt des jüdischen Goluß. Die Verhandlungen verliefen streng parlamentarisch, jeder kam zu Worte. Redezeit fünf bis zehn Minuten, mit Ausnahme der General» referenten. In erster Reihe wurde die Palästinafrage gehandelt. Hiebei wurde folgende Resolution gefaßt: Das jüdische Volk verlangt, daß Erez - Iisroel zu einenr jüdischen Lande gemacht -werde, und zwar durch planmäßige Einwanderung und durch Erlangung der Rechte eines selbständigen Volkes: Weiters durch Verbreitung einer religiösen und nationalen Kultur, yufgebäut auf ökonomischen und sozialen Grundlagen. Das jüdische Volk erwartet vonder