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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-04-04 · 14 (4.4.1919) · p. Seite 207

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
14 (4.4.1919)
Date
1919-04-04
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 14. Dr. ÄtM'S kess, die um. ein AOr jünger war ah David, ist iifym zur Wchwester geworden. Wie David M Esther daM^ ward ihm! so warm und 'Mn HeU Mug rascher. Er sah Esther vor PU wie sie' ihm! am vergangenen Abend züm Schlitten geleitete.' Ihr Gesicht war weiß wie der Schnee, durch den sie" OaMen. - Wie Perlen schimmerten einzelne Schneeftockm in ihrem schwarzen Haar und in ihren Äugen lag ein' überirdischer Glanz ... .„Auf Wiedersehen, David", flüsterte sie, ihm ihre; klMß Hand reichend, afs sie denn! Gefährt anlangen. „Äüf b.aldiges, recht fröhliches Wiedersehen . . ." Er warf sich ins Heu und fand kein Wort des Abschieds: nur seine Lippen b.ebtm ... kraMpHaft hielt er Esthers zarte Hand umschlungen, bis die Pferde anzogen . . . - Nun sollte David nach langen Jahren der Trennung seine Mutter Wiedersehen. Die Mutter verzehrte sich vor. /Sehnsucht nach ihM Sie wollte ihn noch einmal ' Umfangen, noch einmal seine süße Stimmewernehmen, bevor es vielleicht zu spät wurde . . . . , David war plötzlich voll banger Sorge um sie und hätte sich gern sogleich auf den Wjeg gemacht. Nun Mutzte er jedoch, kaum zwei Meilen von seinem Heimatsorte, wegen des Schneesturmes hier übernachten. Und die Zeit war ihm so lang. Cr sehUte sich schon danach, der Mutter in die 'treuen, liebevollen Augen blicken und ihre müden, abgearbeiteten Hände, küssen zu können. Die beiden Schläfer waren erwacht. Der eine erzählte eine grausige Geschichte von Raub und . Plünderung. Der ländere hörte ihm schweigend zu: nur von Zeit zu Zeit entrang sich ein schmerzlicher Seufzer -seiner; BrusL. . - . . David schüttelte die Erinnerungen von sich und horchte auf. Er horte wiederholt den Namen seiner Heimatstadt nennen und bald war.Hm der Zusammenhang klar: ' Am Nachmittag waren plötzlich von. Agitatoren aufgehetzte Bauern ins Städtchen gedrungen. Sie mißhandelten die Juden und plünderten deren Geschäfte. - - Ein^dunkle Unruhe erWachte m David) Er dachte an .seine Mutter und heiße Tränen stürzten über seine, Wangen. Er Mutzte sofort zu ihr. Es duldete ihn' nicht länger in dem schwülen Raume. Vielleicht-lag sie draußen, irgendwo im Schnee und rief laut — laut nach, ihm'. David konnte nicht bis zum Morgen wärtett. Zu Fuh WWe er sofort hin. Er war jg jung und stark und . Mrchtsto sich nicht vor-, der'Kälten .... David überlegte nicht, griff noch seinem Bündel und eilte ayf die Gasse. . ’ Wie ein Märchen, rein mrd weiß. tag die Welt vor ihm. JmMer noch schneite es. Die Wege wären g'mts verweht. - Dayid eilte aus dem Städtchen. - Endlos zog sich die Schneefläche hin. Es . 'war >ein schrecklicher Frost." Die Schneeflockentanzten uM den Wanderer. Er konnte kauÄ vor WseheN. / Davids Gedänkm waren. bei der Mütter Welche Freude wird ihr seine Ankunft bereiten! Ob sie iW wohl wiedererkennt.? Er kämipfte wacker gegen Frost und-SchMesturM. Doch gär bald verlietzey-ihn die Kräfte und' er 'konnte sich nur mühsam, weiterschleppcn. - Er fetzte sich auf einen Baumstumpf, holte tief Atem-. und rieb sich die erfrorenen Hände.- - -;■ .Die.MheiMdr Schneeftäche,^blendete ihn und dis Lchldfchüft begann vor .feinen Augen eiWnTürtz aufzuMren... - - ) : ÄoiOMift Nach MMigen Schritten, schon fiel Daüid, lMe stöhnend, in den Schnee. Er wußte nur noch, daß er « sehr Müde war, streckte sich der Länge nach hin und . schloß die .Augen . . . wundervolle Träume umgäukelten ihn. . . David sah sich mit ferner Mutter auf dem Wege 311 Reb Iankel. Esther stand am Fenster. Sie erkannte ihn schon in einiger Entfernung und eilte trotz Schnee und Kälte auf die Gasse hinaus. „Willkommen, David," rief Esther lfreudkg, „ich habe mich schon so -sehr nach dir gesehnt." Zusammen betraten sie das Haus. Lächelnd kam ihnen Reb Iankel entgegen und er sprach, zur Mutter gewendet : „Die Kinder haben sich so herzlich lieb. Geben wir ihnen unseren Segen." Die.Mütter zog Esther an ihr Herz und rwf ZWch . strahlend aus : ,S0 sei es denn mit Gott. Sie'sollen uns viel Freude machen." .. Und DavH fM sich vor einem mäMgen Palaste. Die Tore öffneten sich und er betrat einen weiten gewölbten Gang. Zu beiden". Seiten standen Krieger in . glänzenden Rüstungen und sie verbeugten sich tief.tief vor ihM. . . David gelangte in einen prächtigen Saal. Auf einem Throne aus Elfenbein saß der König. Er war grau und alt an Jahren ... Und der König küßte David auf beide Wangen. Er setzte ihm seine Krone aufs.Haupt und überreichte' ihm die Armbrust. Sie gingen auf einen großen Platz, der voll von Kriegern. war. David bestieg ein Pferd und im Galopp ging es durch Wiesen und Wälder dahin,'hinter ihm Taufende und aber Tausende. Sein Hämisch blinkte im Sonnenlicht t . Her, wie »die Tronkpeten schmetterten k DavU - war ganz berauscht vor Glück. Ueber den kleinen Schläfer legte sich die Schneedecke weich und warm'... .. St. L. Die amerikanischen Juden, die ungefähr drei Prozent der gesamten Bevölkerung der Bereinigten Staaten ausmachen, haben zwischen vier und stuf Prozent tzu der nach Frankreich ge» sandten Armee beigetragen. Hiervon gehörten 35.000 der Infanterie, an, 6500 waren in der Artillerie, $300 in den <signäl- und Aeroplänkorps, 1213 in der Kavallerie, 1019 in; der Mumtionsabteilüng, 3521 in dem Ouartkermeisterkorps: 8860 waren der Flotte zugeteilt und 1700 dem. Marinekorps, in welchen beiden letzteren 205 jüdische jOsstziere, einschließW eines Btze? .- admirals und eines Brigadegenerals, 'sich , befunden. In Obersten- und Oberstleutnantsrang, 202 Majore und 782 Hauptleute und 4007 Leutnants. . - L. S. Der 27. F e b r u a r 1899 fiel auf Mo n tag.' den 17. A d a r. 5659. — Der. Don Ihnen genannte Dichter . -ist ein treuer Jude, sogar Zionist. . R. M. In b<tzug auf das Flugzeug verweist eine französische ZehHrift. daß bei dem Propheten Iesaia sich eine Stelle findet, die wie eine Vorahnung dieser modernsten Errungenschaft der -Technik klingt. Im 60. Kapitel , lautst der achte Vers: ,Mer sind die, welche fliegen wie die. Wolken und wie die Tauben zu ihren Fenstern?" Die Zeitschrift hebt hervor, daß in dieser Frage , der Flug der Apparate'sehr genau beschrieben ist: denn der Prophet vergleicht die Fliegenden nicht mit den Vögeln, die durch Flügelschlüge sich vorwärts bewegen, sondern mit den Wolken, die in der Lust gleiten^ üNd ihre Ankunft vergleicht er mit der der Taube, die m ihr Haus zurückkehrt: . ‘ B. .1*% Wir können leider von Ihren» AngeÄck keiMn. Eebrauch machen. { ■ ■ F. B. In der vom deutsihen Staatssekretär des Auswärtigen, \ . Grafen vön Brockvorf-Rantzau geführten deutschen Friedensdele- ' gation ist Mrr Mar Marburg, von Hambuch, gumchkeichbwieGÄtzn Unterhändler ernannt worden.- Bei den Unterhandlungen der . . denskommisiion in Brüssel ist der Prokurist des Hamburger Bank« Hauses. Marburg & Co., Herr Dr. Melchior, ein Bertrettzr der", deutschen Interessen. i '

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