Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 14 (4.4.1919)
- Date
- 1919-04-04
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
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öette 2ii Dr. Blocks Gochenjchrtst UMge Masse Her Bevölkerung Gewalt anzuwenden. H ist wahrhaftig -nicht ihre Schuld, wenn die Judengasse nicht pm Ghetto geworden ist und' dem Pöbel zu ,beischWen-Raubzügen diertt. Noch -heute verbreitet sie diese StrmmuM. Ain Tage nach 'ihrer <.Lrtrüstung Wer < Stockerau veröfsenÄicht die anständige Zeitung eine Skizze KLex-idas Kaffschaus Schleichin welcher sie mit einHm Geist und Humor, dex -jedem normalen Leser den Magen uMreht, die Juden -als die Hyänen des' Äbensmittelmarktes Daxstellt. Wer sie hätte wahrscheinlich dieses schäbige Geschreibsel anffchieben sollen, bis die Bevölkerung Die Nachricht vergessen hat, daß zwei Tage zuvor fceisn' chrfftlichsozialen Gemrirderat Partik, einem Vorkämpfer des anttseMitischen Hochgedankens, einige hundert Kilogramm Raffinadezucker und einige Meterzentner ^lchflersch gesuiLen Ä der Bevölkerung zum Verbrauch AbergLen wurden. Wso mehr -Vorsicht beim He^en and Verleuncken? . ' Während die Teutschnationalen vor Mitleid mit den deutschböhmischen Offizieren zerfließen, welche in die tschechische Armee eintxoten sollen und von 'der Regierung; bk größten materiellen Opfer -verlangen, hören sie nicht auf, die Mischen Beamten Zu verfolgen und sie. wo>Möglich> um ihr karges' Brot zu bringen. 'Juden sind eben keine Menschen. Nun ist die -Beamtenfrage bei den Juden lange nicht so -brennend -wie bei den DeutschNationalen., 'Der -antisenritische Geist der Monarchie hat schon dafür gesorgt, daß möglichst wenig Juden in die Verwaltung kommen und daß diese -eine unbestrittene Domäne der Christlichsozialen und Deutschnatiomlen ..Weibe. Wir sehen nun alle deutlich welche großartigen Folgen Ms gchabt hat, wie tadEos zdie Verwaltung, sun'ktiome'rte,. wie gewissenhaft man Kräfte und Ausgaben sparte und . jeder unmoralischen, ^echt Wischen - Protektiouswirtschast aus .dem Wege ging. . W waven nur ^ganz weuitg'a Juden, den-n ^'gelangin dieses' -rein arische Feld der Tätigkeit einzudringen, aber auch die wenigen sind , den Deutschen noch zu viel -und ihr Organ ni-Mmt .gegen sie Stellung. Wer der, Artikel ist auch abgesehen von der politischen Bedeutungslosigkeit dar Partei, ganz ungefährlich. Denn gncwig und überraschend heißt 'es an seinem Schluß: Es' sollen nur jene jüdischen Beamten in Wen Stellungen belassen Werden, welche sich als besonders tüchtig gezeigt und große, Verdienste aufzuweisen habm. Ganz unsere Meirmng, weder wir noch die jüdischen' Beamten verlangen etwas anderes. * * * Haben Sie nicht den illeinen Kohn gescheE Ja, das antisemitische Spätaberrdblatt Hat chn gesehen, und zwar bei dem Umsturz rnMgarn. Das MenMatt bringt eine Darstellung im Bilde, wie Karolyi einen semttisch aussehenden Teufel fragt: ,Mst Lu der Teufels dem ich meine Seele WergM oder bist du bloß der kleine Kohn?"' Ein herrlicher Witz, das muß Man 'sagen. Die Bewegung LerAtbetterschaft war ZÄso.MÄW, die -Bedrohung Ungarns' durch die Entente nichtssagenddie Kämpfe der KoM'munistm gleich Null, das Vordirmgen der Tschechen unH Rumänen uNbÄeutend, das Eingreifen Rußlands ohne Bckang, nur der kleine Oohn ist verantwortlich 'für . <llle dregroßen Dinge und VobkomMnisse/nur die Juden Wey den ungarischen GloWrs aus^ den Angeln. Da muß .man aber schon sagen, -daß sie es' sehr geschickt'inacheu. Denndie antisemitische Partei an UnKrm ist doch an Zahl und Macht bedeutend stärker als die jüdischen Kom- ' lmunistm. Warum! hat Mso sie nicht die Welt aus den Angehr Mhöben? Oder soltte -vielleicht doch am- Ende der Wille des Volkes/gearbettet haben und nicht der kleine Kohn? - - - Auch das ^Deutsche VoDWlatt" Mt übrigensseinen gediegenen Witz M .der ungarischen Kommunistenb^ewrgung und bringt ein Bild -mit der Darstellung des kommunistischen Generalstabesder -aus besonders Kummnäsigen < Mischen HanÄungsigehilsen besteht. Das „Deutsch: Volksblatt" hat. Men Versuch' gemacht, in Mständig bürgerliche Gesellschaft zu kommen, hat ihn .aber wieder ausgegeben und ist. indie allemseligmachenden Gefilde des vtitualmorftes zmHckgekchrt. M -ist di^! eine Folge des großen Wahlfontzsj mit dem die christlichsoziatePartei bestochen wurde uns mit;deM sie jetztt Blatter gründet und kauft. Mit hem GeS hat sie auch dcO „Deutsche VolkMatt" an sich zurückgezogen und nun wird in den Spalten dieses Organs.Oer kleine Kohn wieder ausgeschrotet und - auch hei derdümmsten Gelegenheit den Abonnenten an die Wanid und ins 'Blatt gjem>alt.: i Die MW« .»nA die Zukunft peK TefchMr GjOiK^?- Die in PragerscheinendenOrgane „Zidovsks Z p r a v y" und ,>S e l b st weh r" veröffentliche dinen Artikel' Akbrechit - H e l l mp n n s. Der Berfa)ser führt in diesem Ärtikel' Ms, daß die Frage Her' zukünftigen Staatsangehörigkeit von Teschen und.Umgebung auch jüdische .Interessen berühre^ Hie (6k Welt mcht vergessen dürfe, und Pie der Verfasser -mit leidenschaft^ lijcher EindringÄchkeit in .Erinnerung ruft. In Teschen wohnen eine erhöbliche Anzahl > von Juden. Auch die - frühere Leitung des Mährische schlesischen * Distrikts» Komitees der Zionistischen Organisation habe sich In diesem Gchiete, nänchich sn-Bielitz, befunden. Das Wer die ganze Wett zerstreute 'Wische Volk habe feine Ursache, in den territorialen 'Streitigkeiten der verschie- 'd'enen: Nationen Paxtej zu ergreifen, aber die Erwägungen politischer Vorsichtwürden^aMrtönt^von^der Stiinime der. Menschlichkeit, die -ans -die trostlose -Zukunsi -der Juden, der sie im .Falle der Einverleibung des strittigen- Teiles ^Schlesiens in Polen entg^gengingen, Hinweise. Wir häbeir das Rechtdarauf, die zivilisierte Welt zum Schutze per bedrückten Lage, in der bssher unsere Volksgenossen im Teschener Gebiete lebten, jäufzurufen und feierliche Garantien zu ihrer Sicherung zu verlangen. Das jüdische -Volk habe das größt ec Jnteresse an der 'Entscheidung, wem! dieses Stück Land zufallen wird Keinem -Jaden iwerde es einfallen, den Polen das SelbMestimmungstecht zu.bestreiten, im Falle Tesihen -aber wird EMscheHmmungsrecht gegen SelbstbestimMUngsrecht stehen, und niemand könne dem Wischen Volke verübeln,- wenn.sein ganzes./Wünschen Md Hoffen Ach nicht der polnischen Sette zuwende. Gernde die Judenals eine außerhalb des .Streites stehende Partei, die von der -Entscheidung am schwersten betroffen . wird, hätten Anspruch! auf K'esondeve Beachtung. Dabei - richtet das „Jüdischr VoWjblatt" M die Wreffen der Tschechen nachstehende ernste Mahuung: Bor einigel^Tagen WNg eine vom Prager Mntlichen PreWureau verbreitete Meldung durchs alle Blätter, wonach in Prag eine -Anzahl po l n ische r Juden -wegen FUschung von 'Banknotenstempeln verhaftet wurden. Wie wir aus absolut, verläßlicher Quelle erfahren, hat sich die. Unschuld der Verhafteten an dem ihnen zur Last gelegten. Vebörech,en herausgestellt' und sie -wuroen' heretts, bis auf einM einzigen, aus der Haft entlassen. Allerdings erst, nachdem sie eine . Erklärung unterschrieben halten, daß sie binnen acht 'Tagen -das 'Gebiet Her tschecho-flowakischen Republik verlassen." Diese Tatsache,, daß die -polnischen Juden,.-deren vorgMiches Verbrechen in Hie Welt .telegraphiert, wurde, unschuldig waren, fand das PreßbUreau nicht-für/wert der Weiterverbbeitung. Vi-Eeicht glaub'e ses der .Ehre der